Konsum psychotroper Substanzen am Beispiel von Heroin


Seminararbeit, 2009
20 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geschichte von Opiaten
2.1 Heroin als Heil- und Genussmittel
2.2 Heroin als Rauschgift

3. Was ist Heroin und wie wird es konsumiert?
3.1 Die Gewinnung von Rohopium
3.2 Die Herstellung von Heroin
3.3 Konsumformen
3.4 Statistische Eckdaten

4. Wirkung
4.1 Effekte
4.2 Wirkungsweise

5. Folgewirkungen
5.1 Akute Risiken
5.2 Langzeitfolgen
5.3 Abhängigkeit und Entzugserscheinungen

6. Ursachen der Heroinabhängigkeit: soziologische Ansätze

7. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

„Es riss mich fort in eine andere Zeit, in andere Welten. Ich floh vor mir, vor meinem Hirn und vor meinen Ängsten. Durch die Mauern des Bewusstseins in das Reich des Vergessens, in nie endendem Rausch – vom Heroin besessen.“ (Songtext „Heroin“ der Böhsen Onkelz)

Heroin ist die suchterzeugendste Droge, die es momentan auf dem illegalen Markt gibt und sie ist vor allem die Droge, die von der Gesellschaft am meisten abgewertet wird.

Wenn in der Öffentlichkeit von Heroin die Rede ist, ist eine Droge gemeint, die wie kaum eine zweite mit süchtigem Verhalten assoziiert wird. Sie steht als Inbegriff für Tod, Krankheit, Verelendung und Delinquenz – kurzum für abweichendes, gesellschaftlich nicht akzeptiertes Verhalten, welches unter keinen Umständen toleriert wird. Dass Heroin jedoch nicht als Droge in die Welt kam, sondern als Arzneimittel entwickelt wurde und ein sehr geschätztes Medikament war, ist kaum bekannt.

Ich persönlich habe von der Droge mit 12 Jahren zum ersten Mal gehört, als ich auf einem Flohmarkt das Buch „Chrstiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ gefunden und gelesen habe. Dieses Buch handelt von einem jungen Mädchen, welches über die Einstiegsdroge Cannabis zu Ectasy und Kokain gelangt und schließlich in die Heroinszene abrutscht. Durch das Seminar „Drogenkonsum – Erklärungsmodelle und Interventionsmöglichkeiten“ und die Recherche für das Referat habe ich Hintergrundinformationen erhalten, um meinen Horizont bzw. mein Problembewusstsein erweitern zu können.

In meiner Arbeit möchte ich versuchen, die Substanz Heroin von allen Seiten zu beleuchten. Beginnend mit der Geschichte soll der Wandel des Heroins vom Heilmittel zur Droge aufgezeigt werden. Ich erkläre zunächst, woraus es gewonnen, wie es hergestellt und konsumiert wird, dabei werde ich zwei soziologische Erklärungsansätze anwenden. In der zweiten Hälfte der Arbeit will ich mich mit der Wirkungsweise und den Folgewirkungen der Droge auseinandersetzen und diese Faktoren kritisch beleuchten. Auf Interventionsmöglichkeiten werde ich nicht eingehen, da dies den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, sondern lediglich über die Droge Heroin berichten.

2. Die Geschichte von Opiaten

Um zu einer Gesamtsicht des Heroins zu gelangen, ist als Erstes ein kurzer kultur-historischer Rückblick auf die Verwendung und Verbreitung des Opiums notwendig. Dabei soll deutlich werden, wie sich die Einstellungen in Bezug auf das Opium – vom medizinischen Heilmittel über ein persönliches Genussmittel hin zum Rauschgift – im historischen Abriss deutlich wandeln.

2.1 Heroin als Heil- und Genussmittel

„Der Gebrauch von Substanzen, die das Bewusstsein und die Emotionen als Schmerz-, Schlaf- und Betäubungsmittel beeinflussen, reicht bis in die Epochen prähistorischer Urvölker zurück.“ (Viethen 2003, 51) So war auch der Schlafmohn eine der wichtigsten Heilpflanzen der gesamten Pharmaziegeschichte (vgl. Kloppe 2004, 141). Zur Behandlung von Krankheiten aller Art haben bereits die Sumerer und die Ägypter um 4000 v.Chr. die heilsame und berauschende Wirkung des Opiums entdeckt und genutzt. Von Ägypten aus gelangte das Wissen darüber sehr früh in das antike Griechenland, wo das Opium seinen heute gebräuchlichen Namen bekam (griechisch opòs). Mit der Eroberung Griechenlands durch Roms Soldaten gelangte die Droge weiter nach Westen bis zu den Alpen (vgl. Selling 1989, 276f). Durch seine Kultivierung in China hielt der Schlafmohn auch Einzug in die traditionelle chinesische Medizin (vgl. DHS o.J., 1). Die Nutzung als Heilmittel ist so alt wie die Nutzung als Rausch- und Genussmittel (vgl. Selling 1989, 277). In der römischen Gesellschaft wurde dem Wein häufig Mohnsaft beigemischt, was als gewohnheitsmäßiges Getränk galt. Die Römer sahen den Gebrauch von Opium nicht als Sucht oder kriminelle Handlung an (vgl. Kloppe 2004, 143). „Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts wird die Wirkung des Opiums an seiner Qualität und an seiner Vielfalt bezüglich medizinischer Verwendungsmöglichkeiten gemessen. Es gibt aus dieser Zeit keinen Hinweis auf einen verbreiteten Konsum von Opium als Genuss- und Rauschmittel im europäischen Raum. Lediglich Reisebeschreibungen aus dem Orient lassen auf frühe Formen von Opiumsucht im 16.Jahrhundert schließen.“ (Kloppe 2004, 144) In dieser Zeit wurden in der Medizin auch große Verordnungen von Opiumzubereitungen verzeichnet, was eine Zunahme des missbrauchenden Personenkreises zuließ. In der europäischen Gesellschaft des 16., 17. und 18. Jahrhunderts nahm man das Opium sorglos ein (vgl. Wanke 2004, 145ff).

Auch in China wurde das Rauchen von Opiumpfeifen im 17. Jahrhundert zur Mode, was jedoch sehr bald zu großen Suchtproblemen führte (vgl. DHS o.J., 1).

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Konsum psychotroper Substanzen am Beispiel von Heroin
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Lehrstuhl für Sozialpädagogik)
Veranstaltung
Drogenkonsum - Erklärungsmodelle und Interventionsmöglichkeiten
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
20
Katalognummer
V155620
ISBN (eBook)
9783640689507
ISBN (Buch)
9783640689460
Dateigröße
1703 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heroin, Pädagogik, Sozialpädagogik, Drogenkonsum
Arbeit zitieren
Franziska Gäbler (Autor), 2009, Konsum psychotroper Substanzen am Beispiel von Heroin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155620

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