Ökonomische Theorie des Terrorismus


Masterarbeit, 2010
101 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Berechnungsverzeichnis

Aufzählungsverzeichnis

Formelverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführung

2 Fundamentalismus und Terrorismus
2.1 Das Phänomen Fundamentalismus
2.2 Anfälligkeit für Fundamentalismus
2.3 Internationaler und transnationaler Terrorismus
2.4 Islamistischer Terrorismus

3 Ökonomie des Terrorismus
3.1 Vorangestellt
3.2 Wirksamkeiten
3.3 Finanzierung des Terrorismus
3.4 Terroristische Nutzenanalyse

4 Monopol und Konkurrenz
4.1 Motivativer Nutzen
4.1.1 Terroristische Nutzenfunktion
4.1.2 Durchsetzung der Nutzenmaximierung
4.1.3 Medien als Nutzenmaximierer
4.2 Monopolismus vs. Polypolismus
4.2.1 ISO BRAND 9/11
4.2.2 Erhöhtes Schadensausmaß des Polypols
4.2.3 Kooperation statt Konflikt

5 Reaktion der Märkte
5.1 Auswirkung und Entwicklung
5.1.1 Erwartungswert und Subjektivität
5.1.2 Gesellschaftliche Sorgfaltspflicht
5.1.3 Ideologie und Wesensgehalt
5.2 Terroristische Allokationstheorie
5.2.1 Schadensausmaß terroristischer Aktionen
5.2.2 Langfristige Schädigung durch Terrorismus
5.2.3 Terroristisches Monopol regionaler Märkte

6 Ansätze der Terrorbekämpfung
6.1 Maßnahmen der Exekutiven
6.2 Maßnahmen der Marktbeteiligten
6.3 Verständniswandel
6.4 Bewertung mittels terroristischer Gefahrenanalyse

7 Resümee

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Internetlinks

Abstract

Abbildungsverzeichnis

Abb. 2-1: Stufenaufbau Extremisierung

Abb. 2-2: Glockenprinzip der -Ismen

Abb. 2-3: angepasste Theorie der Ausdehnung

Abb. 3-1: Grenzkosten und Produzentenrente

Abb. 3-2: Angebot-Nachfrage-Schema

Abb. 3-3: Angebot-Nachfrage-Schema Terrorismus

Abb. 3-4: gegliederter terroristischer Nutzen

Abb. 3-5: ursprünglicher Führungsaufbau

Abb. 3-6: neuer Führungssaufbau

Abb. 4-1: Motivation & Nutzen

Abb. 4-2: terroristisch-medialer Nutzen

Abb. 4-3: medialer Nutzen

Abb. 4-4: terroristisches Monopol

Abb. 4-5: Clusterung Al Qaida

Abb. 4-6: Break-Even-Effekt

Abb. 4-7: terroristisches Polypol

Abb. 4-8: Präventionsverhaltenseffekt

Abb. 5-1: Sorgfaltsmaß

Abb. 5-2: Kostenverteilungsmodell Prävention

Abb. 5-3: Verhaltensmotive

Abb. 6-1: Grenznutzen der Exekutive

Abb. 6-2: Gesellschaftliche Kosten von Straftaten

Abb. 6-3: Verdrängungseffekt

Abb. 6-4: Verhaltensmotive

Abb. 6-5: Schadensanreizreduktion

Abb. 7-1: Dimensionsbetrachtung balanced scorecard 79

Berechnungsverzeichnis

Berechnung 6-1: Optimum der Kosten

Aufzählungsverzeichnis

Aufz. 1-1: Auswirkungen von Terror

Aufz. 2-1: Fundamentalismus

Aufz. 2-2: Definition Fundamentalismus

Aufz. 2-3: Definition Terrorismus

Aufz. 2-4: Faktoren globaler Dimension

Aufz. 2-5: Fünf Säulen des Islam

Aufz. 2-6: Strategien und Kennzeichen

Aufz. 2-7: Feindbild

Aufz. 3-1: Terroristischer Nutzen

Aufz. 4-1: terroristische Alleinstellungsmerkmale

Aufz. 5-1: Reaktion auf Dissonanz

Aufz. 5-2: Gründe der Reaktion

Aufz. 5-3: Ideologische Beispiele

Aufz. 5-4: Dreigeteilte Aufgaben

Aufz. 7-1: Betrachtungsargumente

Aufz. 7-2: Betrachtungsdimensionen

Formelverzeichnis

Formel 5-1: fallende Durchschnittskosten

Formel 6-1: Gesellschaftliche Kosten

Formel 6-2: Opportunitätskosten der OK

Formel 7-1: Argumente Staatsvolk

Formel 7-2: Argumente Staatsgebiet

Formel 7-3: Argumente Staatsgewalt

Formel 7-4: balanced scorecard

Tabellenverzeichnis

Tab. 5-1: Verkehrstote vs. Terroropfer

Tab. 6-1: Präventionseffekt

Tab. 6-2: Vergleichstabelle

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung

Das Bild der Rechtswissenschaften von der Ökonomie ist generell von dem Ansatz der Nutzenmaximierung geprägt. Unter dem Nutzen wird dabei die Höhe des geldwerten Vorteils einer Investitionsentscheidung verstanden. Dies steht im Widerspruch zur Auffassung der Ökonomie selbst. Die Wirtschaftswissenschaften sehen in der Maximierung der Zielvorstellung den eigentlichen Nutzen, der auch so genannte (sog.) weiche Ziele umfassen kann.1

In der vorliegenden Arbeit soll Terrorismus als schwerkriminelles strafrechtlich relevantes Verhalten im Nutzen analysiert und den marktwirtschaftlichen Folgen gegenüber gestellt werden. In diesem Zusammenhang wird hinterfragt, welche Anreize für die Straftäter gegeben sind, um ein solches Leid über ihre Opfer zu bringen. Die Betrachtung des ökonomischen Nutzens als Anreizfaktor ist nicht neu. Dieser Anreiznutzen wird regelmäßig monetär ausgedrückt. Die vorliegende Arbeit geht über die monetäre Betrachtung hinaus. Nutzen hat nicht mehr zwin- gend in materieller Form vorzuliegen, sondern ist persönliche Motivation der in- trinsischen Gefühlsmaximierung.2

Die Auswirkungen durch terroristische Anschläge lassen sich in vier Kategorien mit Einfluss auf die Ökonomie unterteilen:3

1. Verlust von Menschenleben und Zerstörung der Infrastruktur
2. Reduktion von ausländischen Ressourcezuflüssen
3. Erwartungswertänderung durch Unsicherheit
4. indirekte Kosten

Aufz. 1-1: Auswirkungen von Terror4

Der Verlust von Menschenleben ist verursacht zunächst Schmerz und Trauer als wohl schlimmste Folge. Ökonomisch wird von der Zerstörung des Humankapi- tals sowie Infrastruktur gesprochen.5 Das Ausbleiben von Direktinvestitionen in einer Region und rückläufige Tourismuszahlen in belasteten Gebieten spiegeln die Reduktion von Ressourcezuflüssen wider. Als Folge des Terrors ändern sich die Erwartungshaltungen der Bevölkerung. Dies führt zu Veränderungen der makro- ökonomischen Parameter, wie Konsum, Spar- und Investitionsquoten. Die Ressourceallokation wird verzerrt.6 Letztlich werden politische und wirtschaftli- che Interessen, getragen von der zukünftigen Sicherheitserwartung der Bürger, verändert. Es kommt, bei finanzieller Möglichkeit, zu einer erhöhten Investition in die Sicherheit. Die Sicherheitsmaßnahmen generell als unproduktiver Einsatz von Ressourcen zu bezeichnen7 erscheint fragwürdig. Vielmehr ist für die Entschei- dung zur Investition in Sicherheit der Faktor des subjektiven Sicherheitsgefühls mitbestimmend.

Durch einen kriminellen Akt in großem Ausmaß wird dieses Sicherheitsgefühl regelmäßig geschädigt. Zur Wiederherstellung bedarf es eines erhöhten Ressour- ceneinsatzes. Trotz allen Leids erfordert die wirtschaftswissenschaftliche Analyse daher eine abstrahierende Betrachtung. Grundlage einer terroristischen Abstrahie- rung ist die Definition des Begriffs „Terrorismus“, der das Kapitel 2 gewidmet ist.

Wie die Ökonomie eine tragende Rolle in terroristischen Entscheidungen spielt, skizziert das 3. Kapitel. Der Einfluss der Motivation auf die terroristische Nut- zenmaximierung und die dadurch bedingte ökonomische Veränderung der terro- ristischen Verhaltensweisen ist Gegenstand des 4. Kapitels. Soweit terroristische Verhaltensweisen mit wirtschaftswissenschaftlichen Maßstäben messbar werden, liefert die Ökonomie Erklärungsansätze. Kapitel 5 umfasst hierzu Auswirkungen und eine allokative Betrachtung. Die Fortentwicklung dieses Gedankens kann seinerseits zu einer Basis der koordinierten Planung von Entscheidungen in Nati- onalstaaten führen. Hieraus erklärbare Ansätze werden im Kapitel 6 aufgezeigt.

Die Grenzen der Arbeit finden sich in den Wechselwirkungen international agierender Staaten. Um einen Weltfrieden zu schaffen erscheinen weltweite gesamtgesellschaftliche Anstrengungen notwendig.8

2 Fundamentalismus und Terrorismus

2.1 Das Phänomen Fundamentalismus

Der Begriff des Fundamentalismus wird zum einen als Schlagwort und zum anderen als Kampfbegriff mit verschiedenen Bedeutungen genutzt. Er umfasst regelmäßig religiöse, politische und kulturelle Weltanschauungen. Die sprachliche Unterscheidung zwischen religiösem Fundamentalismus und religiösem Fanatismus ist schwierig. Der beschriebene Fanatismus wird teilweise als extremer Teil des Fundamentalismus verstanden. Er definiert sich aber auch als gesellschaftlicher Erklärungsversuch des Begriffs Fanatismus selbst.

In der gesamtdeutschen Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ findet sich ebenso ein Versuch der Begrif]fserklärung. Mit ihren zwei Gruppierungen, den „Fundis“ (Fundamentalisten) und den „Realos“ (Realisten), begründet sie ihre Hauptströmungen. Verstanden sich „Die Grünen“ vor allem in den Jahren nach ihrer Gründung als „Fundamentalopposition“, vertraten die „Fundis“ noch extremere Positionen innerhalb ihrer Organisation. Die „Realos“ warfen den „Fundis“ hingegen vor, Ideologen zu sein, die keinen Bezug zur Realität hätten.9

Damit ergibt sich die Notwendigkeit der Begriffsdefinition des Fundamentalismus. Hierzu lassen sich drei unterschiedliche Ansätze skizzieren:

1. aus philosophischer Sicht
2. aus gesellschaftswissenschaftlicher Sicht
3. mittels theologischer Erklärung

Aufz. 2-1: Fundamentalismus10

Im Wörterbuch der Philosophie ist Fundamentalismus bezeichnet als:

„[heißt] Fundamentalismus … zunächst die amerikanische Variante eines in der Theologie des 19. und 20. Jahrhunderts verschiedentlich zutage getretenen antimodernistischen Affektes. Der als Verfallser- scheinung interpretierte Säkularisierung, für den Darwinismus und naturwissenschaftliches Denken verantwortlich gemacht werden, wird in der fundamentalistischen Bewegung, das Prinzip der verbalinspi- rierten Heiligen Schrift entgegengestellt.“11

Die sozialanalytischen Definitionsversuche gehen u.a. auf die amerikanischen Soziologen der 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts zurück. Der Begriff des Fundamentalismus wird als konservative Traditionsbewegung der ländlichen Be- völkerung in der alten Mittelschicht beschrieben. Diese Bevölkerungsteile suchen den Ausweg aus der Verunsicherung durch Technisierung und Verstädterung des amerikanischen Kontinents in irrationalem Festhalten an Altgewohntem.12

Die theologische Begriffsbestimmung umfasst philosophische (logische) Argumente und sozialwissenschaftliche Aspekte. Die Auslegung durchlief verschiedene Entwicklungsstufen, bis sie heute die grundsätzlich Ablehnung des Begriffs Fundamentalismus nicht mehr mitträgt.13 Damit wird Fundamentalismus zur Reaktion auf die als bedrohlich empfundene Moderne:

- die für milleniaristische Zeitdeutung empfänglich ist,
- die selektiv auf fundamentale Traditionselemente Bezug nimmt, deren unfehlbare Geltung exklusiv eingefordert wird und traditio- nalistische Verhaltensweisen begründen soll,
- wobei der Erzählungsgedanke zu einer Grenzziehung zur Außen- welt führt
- die Autorität einer charismatischen Führerperson dominiert

Aufz. 2-2: Definition Fundamentalismus14

Hieraus ergeben sich die unterschiedlichen weltlichen Bezugsformen des Funda- mentalismus. Die Ausrichtung des eigenen Verhaltens nach innen kann von der einfachen Abschottung vom gesellschaftlichen Leben bis zur Bildung von Enkla- ven gleicher Überzeugung führen. Innerhalb dieser parallelen15 Gesellschaftsfor- men entstehen eigene soziale Strukturen und Institutionen. Eine Bezugsfindung nach außen kann eine Planung der Eliminierung des erklärten Feindes erzeugen.

Hierzu sollen Strukturen der Gesellschaft errungen werden, die eine Kontrolle ermöglichen.16 Fehlt es an der Fähigkeit der faktischen Bekämpfung, werden Interpretationen der vorgefundenen Außenwelt angestellt, um die eigenen Wahrheitsüberzeugungen vor fremden Einflüssen zu schützen.

Die Gemeinsamkeiten der allgemein als fundamentalistisch verstandene Tenden- zen finden sich in dem Willen zur „Weltherrschaft“. Die wesentliche Unterschei- dung umfasst die Art und Weise der Umsetzungsversuche.17 Die Unterscheidung von Fundamentalismus zum Extremismus charakterisiert sich im Willen zur Ge- waltanwendung gegen den Feind. Die Aktionsschwelle zum militanten Funda- mentalismus bedarf einer weiteren Mobilisierung, insb. von aktiv schädigenden Vorhaben.

Der besonderen Form des Islamismus als moslemischer Fundamentalismus ob- liegt damit nicht automatisch der extremistische Bewertungsmaßstab. Ebenso wie der Traditionalismus als Grundlage des Fundamentalismus nicht deutungsfrei übernommen werden kann, bedarf der Extremismus einer zusätzlichen Verfäl- schung von interpretierten Aussagen. So ist es nicht verwunderlich, dass es über die verschiedenen Stufen zu einer regelrechten Deutungsmanipulation kommt.18

Die Abgrenzungen zwischen den einzelnen Ismen sind weder im wissenschaftlichen noch im gesellschaftlichen Verständnis klar definierbar. Sie haben zudem grundsätzlich mehrere Dimensionen. Wie in nachfolgendem Schaubild beispielhaft dargestellt, kann die erste Stufe der Extremisierung, die traditionelle Überzeugung, ideologische Züge annehmen ohne extremistisch zu sein. Soweit allerdings ein gewisses Maß an Überzeugung überschritten wird, ist eine Zuordnung in den Radikalismus oder Extremismus vorzunehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2-1: Stufenaufbau Extremisierung

Im Traditionalismus gehen zum einen konservative Werte und zum anderen Sitten und Gebräuche auf. Sie bilden die Grundlage für bewährte und überlieferte Ver- haltensmuster und Einstellungen. In unserer christlich-abendländischen Kultur stärkt so das Brauchtum den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Es bildete, u.a. neben der Familie, einen Rückhalt und begründet die Wurzeln des Individuums. Aus ihm entwickeln sich zukünftige Potentiale und Fähigkeiten des Einzelnen und letztlich der Bevölkerung. Die Radikalisierung baut regelmäßig auf einem verall- gemeinerten und ideologisierten Glauben an die eigenen Wertorientierungen auf. Ein ausgeprägtes Verständnis zum Traditionalismus führt dabei nicht zum Radi- kalismus, sondern steht diesem grundsätzlich entgegen. Der Radikalismus selbst findet sich noch innerhalb der gesellschaftlichen Normstrukturen. Er ist lediglich eine am Rande der Werteordnung positionierte Auslegung des gesellschaftlichen Normenverständnisses. Damit befindet er sich noch innerhalb der staatlich gedul- deten Werteordnung.19

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2-2: Glockenprinzip der -Ismen20

Ein Abgrenzungsproblem ergibt sich bei solchen Institutionen, die sich auf der Grundlage der gesellschaftlichen Normen bewegen, deren Ziel jedoch die Über- windung des Systems ist. Letzteres ist die erkennbare Abgrenzung zwischen Ra- dikalismus und Extremismus. Der Extremismus hat als Ziel die Begründung einer neuen, nach seinen Vorstellungen verbesserten, Gesellschaftsform. Der Funda- mentalismus begründet die Glaubens- und Überzeugungsrichtung. Er ist regelmä- ßig religiös bedingt. Dabei ist es unerheblich, aus welcher Glaubensrichtung die Überzeugung herrührt. Sie ist in nahezu allen Glaubensrichtungen, insb. in den monotheistischen Überzeugungen zu finden.

Die Religion gilt als einzige Wahrheitsüberzeugung, deren Umsetzung für jeden Anhänger zur Pflicht werden muss. Zu seinem äußeren Erscheinungsbild tragen entscheidend die Zahl der Angehörigen, ein potentielles Feindbild, die vorgefun- denen Grundlagen und die Überzeugungskraft der Fundamentalisten in ihrer Glaubensauslegung sowie die Möglichkeit der Radikalisierung der Religionsmit- glieder bei. Auch der Fundamentalismus basiert auf traditionellen Glaubenswer- ten. Der Unterschied findet sich in der Auslegung dieser. Seine ideologische Überzeugung macht es für den einzelnen schwer, aus den Strukturen der Gruppe auszubrechen.

In der Grafik zum Glockenprinzip wurde zwischen traditionellem und ethno- nationalistischem Extremismus unterschieden. Diese Abgrenzung ist aus der Rea- lität entnommen. Der traditionelle Extremismus ist sich seiner Rolle bewusst, au- ßerhalb der geltenden Werteordnung zu stehen. Für ihn ist es gerade wichtig, das System zu bekämpfen und dabei seinen anderen Standpunkt zu repräsentieren. Der in Deutschland vorgefundene ethno-nationalistische Extremismus macht sich gerade Freiheitsrechte der Gesellschaft nutzbar. Er operiert verdeckt, um die ge- sellschaftliche Werteordnung auszureizen. Da nur juristisch geschulte Bevölke- rungsteile über die Grenzen der Grundrechte informiert sind, ergibt sich für einen Großteil der sonstigen Bevölkerung der Glaube an die Machtlosigkeit des Staates gegen solche extremistische Tendenzen.

2.2 Anfälligkeit für Fundamentalismus

Die Anfälligkeit für extremistische und fundamentalistische Überzeugungen wird oft alleinig in der individuellen Ausgestaltung von Erfahrung und Stabilität des Einzelnen gesehen. Die Unterscheidung in starke und schwache Ich-Identität spielt dabei eine wesentliche Rolle. Es wird argumentiert, dass eine gestandene Persönlichkeit weniger anfällig sei als ein vergleichbarer junger Mensch, der ggf. ohne kontrollierendes Elternhaus aufgewachsen ist.21 Betrachtet man die Realität, finden sich insb. in Führungspositionen extremistischer und radikalistischer Organisationen qualifizierte und gebildete Persönlichkeiten.

Ebenso lässt sich in problematischen Wohngebieten eine Tendenz von „ungebil- deten“ Jugendlichen erkennen, gegen die vorgefundenen extremistischen Über- zeugungen zu rebellieren. Auf Grund der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung lassen sich diese Phänomene zudem nicht als Einzelfälle begreifen. Die Tendenz zur Radikalisierung in sozial schwachen Wohngebieten ist grundsätzlich erkenn- bar, sie umfasst allerdings nicht die nach dieser Theorie zu erwartenden Ausdeh- nungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2-3: angepasste Theorie der Ausdehnung

Die negative Ich-Identität bildet weiterhin eine zentrale Rolle in der Anfälligkeits- theorie. Sie stellt die Fähigkeit des Individuums dar, sein eigenes Selbst zu verste- hen und anhand seiner Ziele und seiner Überzeugung zwischen Gewolltem, Un- gewolltem und gesellschaftlichen Zusammenhängen zu unterscheiden. Dabei ist zu beachten, dass ein Verständnis für die Grundrechte nicht angeboren ist. Sinn und Zweck von Verfassung und Grundrechte als Abwehrrechte gegen den Staat muss im Laufe der Entwicklung erlernt werden. Sie bilden den Schutz gegen Ein- griffe, auch und gerade gegen den fürsorglichen und schützenden Staat, um den Einzelnen in der Gesellschaft nicht zum bloßen kontrollierten überwachten Indi- viduum verkommen zu lassen.22 Nach der Überzeugung des Verfassers beginnt mit der Übergabe der Kontrolle aller Einzelpunkte, auch an einen wohlwollenden Staat, die Gefahr zur ungewollten ganzheitlichen Überwachung durch ein Sys- tem.23 Bei einer weitgehenden Übertragung der Alleinverantwortung für die Si- cherheit innerhalb des Landes könnte die Gefahr der gesellschaftlichen Verant- wortungsdiffusion von Sicherheit und Stabilität begründet werden.

Eine zweite Dimension bildet die Ausprägung von gruppen- und massendynami- schen Effekten auf das Individuum. Der Gruppendruck begründet den Zwang des Angleichens eines Individuums an die vorgefundene Personenmehrzahl. Um dazu zu gehören, nimmt eine Person bewusst und unbewusst Veränderungen seiner eigenen Persönlichkeit in Kauf. Wenn die vorgefundene Gruppe zudem zur Fami- lie wird, sie subjektiv als die einzige Möglichkeit der Befriedigung des sozialen Bedürfnisses nach „Kontakt“ erscheint, so ist der Zwang zur Anpassung stark und immanent.

Soweit die individuell Kritische Masse von gesellschaftlichem Außendruck (gruppendynamische Effekte) und der negativen intrinsischen Ich-Identität über- schritten wird, kommt es zur aktiven oder passiven Extremisierung. Die Entschei- dung zu einer aktiven oder passiven Ausprägung spiegelt dabei u.a. das Selbst- wertgefühl wider, welches in die Ich-Identität einfließt. Es ist jedoch gleichzeitig Ausprägung der eigenen gefundenen Überzeugung an dem -istischen Phänomen.

Der Prozess kann auf verschiedenen Ebenen ablaufen. Für die jeweils Außenste- henden ist er deutlich erkennbar. Beteiligte sind dagegen, obgleich vorgefundener Ergebnisse, so eingebunden, dass sie eine aktive Veränderung nicht oder nur in geringem Maß wahrnehmen können und wollen. Die Ebenen der Veränderung unterscheiden sich in ihrem Umfang in Gruppenbezogene, Lokale, Nationale, Überstaatliche und Globale. Die Radikalisierung in sozialen Randbereichen der Gesellschaft, insb. in Wohnbezirken, sind zumeist gruppenbezogen und lokal. Eine lokal-nationale Veränderung findet sich z.B. in der zunehmenden Radikali- sierung der Jugendlichen in den neuen Bundesländern. Eine nationale Verände- rung könnte die Entwicklung der ehemaligen sowjetischen Staaten zur Marktwirt- schaft darstellen. Letztlich ist eine globale Veränderung in dem gesamtweltlichen Verständnis des Kommunismus in China zu sehen.

Hinzu kommt die situationsbedingte Einflussnahme. Ein Individuum ist für ext- remistische Ansprachen dann anfälliger, wenn es sich in einer Lage befindet, die sich vermeintlich durch ein vorgefertigtes Feindbild erklären lässt. Nach der un- mittelbar zurückliegenden Entlassung wegen der Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland ist die Verantwortungszuweisung zu ausländischen Billiglohnanbie- tern generell höher, als bei einem gefestigtem Arbeitsverhältnis. Damit ist auch der Zeitpunkt der Ansprache von Vorteilen der Extremisierung entscheidend.24

Insbesondere nationaler und globaler Wandel führt zu einem veränderten Werte- verständnis in der Gesellschaft. Hierbei werden neue Normen, Verhaltensweisen und Kompromisse akzeptiert. Ehemals radikale Vorstellungen werden gesellschaftsfähig.25 Damit bleibt abzuwarten, wie sich die verschiedenen Bevölkerungsgruppen den veränderten Werten anpassen werden.

2.3 Internationaler und transnationaler Terrorismus

Das neue Berufsbild des Terrorismusexperten hat Hochkonjunktur. Terrorismus wird im Wesentlichen als bestimmte Form definiert, um (im weitesten Sinn) poli- tische Ziele zu erreichen. Die dt. Innenpolitik definiert den Terrorismus als:

„[…] die aggressivste und militanteste Form des politischen Extre- mismus, bei der die extremistischen Ziele mit Mitteln eines nachhaltig geführten gewaltsamen Kampfes durch systematische Anwendung massiver Gewaltakte verfolgt werden. Kennzeichnen des Terrorismus ist die Verübung schwerer Anschläge durch grundsätzlich verdeckt operierende Gruppen, die arbeitsteilig organisiert sind. […] das heu- tige Phänomen des islamistischen Terrorismus mit massiven Anschlä- gen auf „weiche“ Ziele mit hohen Opferzahlen auch auf eine Destabi- lisierung und Einschüchterung ganzer Gesellschaften und Staaten zielt.“26

Diese Definition greift allerdings zu kurz. Zunächst erscheint die grundlegende Notwendigkeit der extremistischen Ansicht nicht zu gelingen. Extremismus ist der Versuch der Überwindung des bestehenden Rechtssystems unter Anwendung von Gewalt und deren Hilfsmitteln. Damit definiert sich Extremismus selbst an dem Rechtssystem, welches sich in der vorgefundenen Gesellschaft durchgesetzt hat. Ferner greifen einige terroristische Gruppen auf Ziele zurück, die gerade nicht unbewaffnet (mithin „weich“) sind.27 Auch sollte das Ziel der Destabilisierung ten auf. Zunächst wird ein Bedarf geweckt (z.B. ein Arbeitsplatz), der im Anschluss durch das eigene Programm („Deutsche Arbeitsplätze für deutsche Arbeitnehmer“) abgedeckt wird. insofern hinterfragt werden, als Anschläge vielmehr mediales Interesse und Ein- schüchterung begründen wollen.28

Mit Rahmenbeschluss der Europäischen Union (EU) vom 13. Juni 200229 wurde die Art der Begehung als unabhängige Komponente für eine terroristische Defini- tion gebraucht. Diese beschreibende Definition scheint gelungener, da sie eine Objektivität im Zustand begründet. Hiernach können Straftaten terroristischer Natur sein, wenn sie ein Land oder eine internationale Organisation ernsthaft schädigen können und

- die Bevölkerung auf schwerwiegende Weise einschüchtern oder
- öffentliche Stellen oder eine internationale Organisation rechtswidrig zu einem Tun oder Unterlassen zwingen oder
- die politischen, verfassungsrechtlichen, wirtschaftlichen oder sozialen Grundstrukturen eines Landes oder einer internationalen Organisation ernsthaft destabilisieren oder zerstören

Aufz. 2-3: Definition Terrorismus30

Unter den Terroristen finden sich die disparatesten Erscheinungen. Hierzu zählen die Bomben werfenden Anarchisten des 19. Jahrhunderts, verschiedene vom Nationalismus motivierte „Befreiungsbewegungen“, aber auch rechtszionistischen Gruppen in Israel zur Zeit der „britischen Besatzungsmacht“. Hinzu kommen die islamistischen Bewegungen und linksradikalen, militanten Splittergruppen der 70er und 80er Jahre des letzten Jahrhunderts.

Der internationale Terrorismus unterscheidet sich in international operierenden und in transnationalen Terrorismus.31 Im ersten Fall findet die terroristische Ope- ration in verschiedenen Staaten statt. Das Ziel ist die internationale und öffentli- che Präsentation bestimmter nationaler Interessen32 durch physische und psycho- logische Gewaltanwendung. Der transnationale Terrorismus dient der Konfliktbe- reitung in globalen Dimensionen. Er ist logistisch und exekutiv als internationales Unternehmen organisiert. Der transnationale Terrorismus hat es sich zum Ziel gesetzt, die internationale Ordnung durch totale Gewalt zu ändern.33 Dabei kann die globale Struktur durch folgende, nicht abschließende Aufzählung definiert werden:

- auslösende Elemente, z.B. extreme Entwicklungen im politischen reli- giösen, kulturellen, ökonomischen Bereich (Forderung zur Errichtung eines islamischen Gottesstaates über Grenzen hinweg)
- dezentrale mobile Strukturen
- wobei der Erzählungsgedanke zu einer Grenzziehung zur Außenwelt führt
- einschließlich eng vernetzter Leitungszellen

Aufz. 2-4: Faktoren globaler Dimension34

Damit lässt sich Terrorismus als eine Form politischer Gewalt überschaubarer Organisationen mit einer erkennbaren Kommandokette oder konspirativen Zellen- struktur erklären.35 Er benutzt Gewalt als Mittel, um eine Öffentlichkeit zu errei- chen und für die eigenen Interessen zu motivieren oder um die Allgemeinheit ein- zuschüchtern. Im Vordergrund stehen substaatlichen Gruppen oder nichtstaatli- chen Gebilde.36 Die Akteure der Gruppe stehen neben der staatlichen Gewalt. In Anlehnung an MELIAN, L. (2007) lässt sich Terrorismus damit als die planmäßige bewusste Anwendung von Schrecken zur Erzielung politischer, sozialer oder mili- tärischer Ziele verstehen. Hinter dieser Annahme steht die Auffassung, dass der jeweilige Zweck alle Mittel zur Erreichung dieses Zieles rechtfertigt. Die Existenz des Terrors geht in Einklang mit der Rolle der Öffentlichkeit, insb. die der Medi- en. Sie dienen als Verbreitungsmedium. Eine Verantwortungszuweisung vorzu- nehmen37 wäre zu weit gegriffen und würde einer Verantwortlichkeit von HENRY FORD für die Todesopfer im Straßenverkehr und von ALBERT EINSTEIN für die Atombomben in Nagasaki und Hiroshima gleichkommen.

Die Existenz des Terrorismus, insb. in Bezug auf den Islamismus, bedingt das Verständnis für die Rationalität des terroristischen Handeln. So ist die Wahl der Mittel in Bezug auf den Zweck immer von Erfolgskriterien motiviert. Der Rück- griff auf Selbstmordanschläge wird durch den Erfolg aus der Vergangenheit be- gründet.38 Wie einem Wirtschaftsunternehmen verschiedene Marketinginstrumen- te zur Verfügung stehen, greift eine Terrororganisation auf ihre Instrumente zu- rück, um einen Erfolg zu ermöglichen, der auf ihrer ausgerichteten instrumentel- len Strategie basiert.39 Er sei „schockierend, blutig, kosteneffizient, sicher und schwer zu verhindern“.40 So ist erst nach 2001 die Führungsrolle im Bereich der Selbstmordattentate von den Tamil Tigers41 an die Islamisten übergegangen. Dem zahlenmäßig überlegenen „religiös motivierten“ Terrorismus des Islam stehen christliche Fundamentalisten42, jüdische und hinduistische Terroristengruppen sowie bestimmte Sekten43 gegenüber. Nach den eschatologisch motivierten Vor- stellungen aus dem säkularen Bereich44 gab es in den letzten Jahren eine umge- kehrte Trendwende zur religiösen Motivation.45

2.4 Islamistischer Terrorismus

Der Jihadismus46 ist ein primär sunnitisch-arabisch geprägter, sich religiös legitimierender Terrorismus. Seine Wurzeln liegen in der Historie. Grundlage bildet die extremistische Auslegung der fünf Säulen des Islam:

1. „Shahad“, d.h. Allah als alleiniger Gott
2. „Salat“ ist das rituelle, fünfmal tägliche Gebet
3. „Zakat“ ist die Gabe von Almosen an Bedürftige
4. „Saum“ als die Form des Fastens im Ramadan
5. „Hadsch“ für die Wallfahrt nach Mekka und Medina

Aufz. 2-5: Fünf Säulen des Islam47

Damit ist eine translogische Vorentscheidung geprägt, die die ethische Moral ei- ner Gesellschaftsform als Vorgabe für die eigenen Werte versteht. Neben den fünf Säulen steht der Jihad („Djihad“) als einer der zwei Säulen der Ausbreitung des Islam. Nach den ersten Überlieferungen im 7. Jahrhundert wurde er im 13. Jahr- hundert in der islamischen Ulema48 aber auch durch IBN TAIYYMIA49 schriftliche fixiert. Letzterer versuchte, die Einheit des Islam wiederherzustellen, nachdem der Sturm der Mongolen die arabischen Völker zurückdrängte. Seine Lehren flossen in den Wahhâbismus / al-Muwahhidun50 und finden sich auch in der ägyptischen Muslimbruderschaft wieder. Sie bilden für USAMA BIN LADEN51 die Grundlage seiner vereinten Doktrin. Der Jihadismus selbst stellt keine Neuerung dar.

Der Jihadismus kennzeichnet sich als Weiterentwicklung der klassischen defensi- ven tellurischen Partisanen, da er den Typus des urbanen Jihadisten geformt hat. Dieser nutzt nicht oder schwer zu schützende Infrastruktur des Gegners als An- griffsziel. Jihadismus selbst ist eine Form des asymmetrischen Krieges, der wei- terhin nach der klassischen Kriegsdefinition von CLAUSEWITZ52 einen Akt der Gewalt darstellt, um dem Gegner den eigenen Willen aufzuzwingen. Dieser urba- ne Jihadist findet seine Ausformung auch im indigenen homegrown terrorism.

Der Jihadismus stellt sich als Terrorismus von unten dar, der islamische und west- liche Staaten attackiert, um diese abzuschaffen bzw. zu einer Verhaltensänderung ihrer Politik zu bewegen. Das Ziel besteht in der Errichtung eines globalen sunni- tischen Kalifats53. Al-Qaida54 nimmt in ihrem Trainingshandbuch Al Quaeda Ma- nual ausdrücklich auf das 1924 in der neu errichteten Türkei von KEMAL ATA- TÜRK55 abgeschaffte Kalifat Bezug. Mitglieder der al-Qaida sind hauptsächlich VWXY von arabisch: Z[VY Wissendem)ء:48 islamische Religionsgelehrte (arabisch Angehörige der Unter- und Mittelschichten in den islamischen Ländern. Daneben hat sich der in den westlichen Staaten entstandene indigene homegrown terrorism entwickelt.

Der Jihadismus ist „exklusiver“ Terrorismus, da nach dem Trainingshandbuch nur Muslime Jihadisten sein dürfen. Gleichwohl existieren Fälle, wo auch Konverti- ten Jihadisten geworden sind (was sich nicht widerspricht). Er ist auch exklusiv, da al-Qaida eine sunnitisch-ägyptisch-saudi-arabisch geprägte Organisation ist, die auch einen Jihad gegen Schiiten führt. Dabei haben die Schiiten eine lange Märtyrertradition in ihrer Historie und waren 1983 die ersten Muslime, die mittels Selbstmordattentaten die USA und Frankreich aus Beirut vertrieben. Die bekann- teste schiitische Terrorgruppe ist die vom Iran und Syrien finanzierte Hizb Allah.

Der Jihadismus ist kommunikativer Terrorismus, da die Attentate nicht primär wegen Zerstörung und Opferzahlen ausgeführt werden, sondern um eine Botschaft global zu verbreiten, wobei die Massenmedien als Übertragungsmittel dienen. Die Attentate forderten in der Vergangenheit immer mehr Opfer unter Muslimen. Damit stellt sich eine Veränderung der Entwicklung ein, die in der Zukunft beach- tet werden sollte.

Jihadismus ist billiger Terrorismus. Diese Aussage gilt allerdings nur für die vari- ablen Kosten des Jihadismus. Die terroristischen Kosten unterteilen sich in die administrativen Kosten der „geistigen“ Führung für Marketing, Kommunikation und Know-How-Bereitstellung56 und die variablen Kosten der eigentlichen An- schlagsbegehung, die im Weiteren als variable terroristische Kosten bezeichnet werden. Die Kosten für den Anschlag des 11.09.2001 nach den geringsten Kos- tenschätzungen auf mindestens 5 Mio. Dollar geschätzt, während Schäden in Höhe von ca. 60 Mrd. Dollar entstanden.57 Die Attentäter von London haben ins- gesamt 8.000 Pfund58 benötigt, um ihre Anschläge durchzuführen. Die versuchten Anschläge auf die Regionalzüge in Koblenz und Bonn lagen unter 50 Euro. Damit lässt sich auch eine gefährliche Entwicklung zur neuen Kosteneffizienz von An- schlägen herleiten. Der Erfolg der staatlichen Finanzermittlung in den terroristi- schen Zielländern zur Auffindung von Terrorzellen erscheint damit fragwürdig.

Jihadismus ist aber auch kreativer Terrorismus. Er stellt sich auf die jeweilige Situation vor Ort ein und hat mit dem urbanen Jihadisten einen neuen Kämpfertypus entwickelt.

Jihadismus ist Franchising-Terrorismus. Jeder Jihadist und jede jihadistische Gruppe oder Zelle kann unter dem Markennamen „al-Qaida“ Anschläge unter eigener Regie durchführen, wenn sie in den Zielen übereinstimmt. Al-Qaida selbst stellt, wenn überhaupt, nur noch logistische und/oder finanzielle Hilfe. USAMA BIN LADEN und AYMAN AL-ZAWAHIRI haben dabei die Rolle eines Mythos übernommen. Die heutige Generation der Jihadisten operiert unabhängig von den Anweisungen der „ersten“ al-Qaida-Kämpfer. Die Beseitigung oder Bekämpfung dieser ersten Gruppe kann damit nicht zum Erfolg führen.

Kennzeichen der Strategie/Attentate:

1. Swamming Taktik: Zeitgleiche Attacken auf mehrer Ziele
2. Soft Targets: Angriffe auf schwer zu schützende Ziele (insb. die Zivilbe- völkerung)
3. Body Count: hohe Opferzahlen
4. Erregung globalen Medieninteresses
5. Symbolische Politik: Attacken auf politische, militärische oder ökonomi- sche „Wahrzeichen“, die als feindlich angesehen werden

Aufz. 2-6: Strategien und Kennzeichen59

Jihadismus hat sich zum „symbiotischen Terrorismus“ entwickelt, bei dem sich religiöser Terrorismus und gewinnorientierte Organisierte Kriminalität (OK) ver- binden. Die dritte Säule der Symbiose stellt die Proliferation dar. Jihadistische Gruppen versuchen nach wie vor (bisher ohne größeren Erfolg) in den Besitz der kritischen Masse für den Bau atomarer, biologischer oder chemischer Bomben zu gelangen. Neben den Einsatz konventioneller Mittel geht derzeitig die größte Ge- fahr von sog. schmutzigen Bomben aus. Hierbei handelt es sich um unkonventio- nelle oder konventionelle Sprengkörper, deren Ladung mit radioaktivem Material angereichert wird.

Jihadismus ist virtueller Terrorismus. Das nicht zu überwachende Internet hat sich zur Rekrutierungs-, Mobilisierungs- und Finanzierungsquelle Nummer eins entwickelt. So werden Selbstmordattentate im Irak professionell gefilmt und unverzüglich ins Netz gestellt. Die Zielgruppe besteht heute primär aus jungen, gebildeten Muslimen der Mittelschicht in den westlichen Gesellschaften, die für den Jihad geworben werden sollen.60

Jihadismus ist gruppenspezifischer Terrorismus. Im Verhältnis zu früheren Formen des Terrorismus können gruppendynamische Tendenzen festgestellt werden. Die Mitglieder jihadistischer Zellen benötigen den Gruppendruck zur Ausführung von Gewalttaten. Erst die Gruppe konstruiert ein manichäisches Weltbild mit einer Überhöhung des Märtyrers. Dadurch wird die Gruppe zusammengeschweißt. Sie schirmt sich gegen außen ab und bildet nach innen ein homogenes Kollektiv. Der Bruch zwischen dem Einzelnen und der Gruppe könnte zu einer Reprogrammierung des Individuums führen.

In Europa entwickelt sich der Jihadismus zu einem indigenen homegrown terrorism. Die Jihadisten stammen aus dem Zielland der Anschläge. Zu einem bestimmten Zeitpunkt werden sie radikalisiert. Grundlage der Entwicklung bilden Internet, persönliche Kontakte und gezielte Marketingmaßnahmen. Die Indoktri- nation selbst erfolgt zumeist im Umfeld von Moscheen und Kulturzentren. Nur hier findet eine unmittelbare Identifikation des Kampfaufrufes mit der miss- brauchten Religion dar. In der Neuzeit wird zunehmend das Internet nicht nur als Plattform, sondern auch als Kriegsschauplatz von sog. Cyberjihadisten verwandt. Spätestens seit 2008 gibt es Software in fortgeschrittenen Versionen, die gegen vermeintlich feindliche Webseiten zum Einsatz kommt und diese durch eine An- fragenüberlastung stört. Die Effizienz der Software ergibt sich aus der Anzahl der Angreifer, die diese auf ihren eigenen Rechnern installieren und gleichzeitig ge- gen eine vorher definierte Webseite zu einem bestimmten Zeitpunkt vorgehen.

Durch die Schwemme an politischen, insb. islamistischen Gruppen findet seit ei- niger Zeit eine Spezialisierung statt. Islamischer Terrorismus ist zum einen durch die teilweise oder vollständige radikale Interpretation des Islam und zum anderen durch die Durchsetzung dieser Auslegung mittels Gewalt einschließlich der Rechtfertigung dieser Gewalt als geheiligtes Mittel definiert.61 Entgegen der gene- rellen Auffassung setzt sich der Kernbereich der terroristischen Islamisten durch wohlhabende, privilegierte, ausgebildete und freie Personen zusammen.62 Den Schwerpunkt der 2006 inhaftierten islamistischen Gesinnungspersonen bilden nordafrikanische Staatsangehörige.63 Insgesamt kann von einem zunehmenden Markt des Terrors gesprochen werden.64 Ein Erklärungsansatz der Radikalisierung bietet HIRSCHMANN, K. (2007) mit dem 3-2-1-Modell.65 Hiernach gibt es im Glauben der Islamisten für den Islam drei Feinde, die mittels zwei Methoden den Islam bedrohen und nur durch eine Art und Weise bekämpft werden können. Bei den drei Feinden handelt es sich um Kreuzfahrer, Juden und Handlanger. Damit wird erkennbar, dass die Islamisten (bedingt u.a. auch durch offizielle arabische Schulbücher) die Einmischungen und Interventionen des Westens heute in die Tradition der Kreuzfahrer stellen. Von Handlangern wird gesprochen, wenn Re- gierungen in arabischen Ländern für die Fundamentalisten zu westliche Werte vertreten. Diese Feinde handeln durch:

1. Die Besetzung von muslimischem Gebiet
2. Die Verdrängung der Werte der muslimischen Gesellschaft (in Anlehnung an den Kulturimperialismus)

Aufz. 2-7: Feindbild66

Die Verteidigung kann daher nur durch eine gemeinsame Anstrengung unternommen werden, die auf Gott gefälligem Weg liegt.67

Um innerhalb der Gruppe der Kämpfer zu besonderem Ruhm und Ehre zu gelan- gen, ist ein Wettbewerb zur Brutalität, Effizienz und Medialität entstanden. Die verschiedenen Gruppen agieren als Mitbewerber in einem konkurrenzorientierten Wettkampf mit dem Inhalt der gewaltsamen Kommunikation. Aus diesem Grund bilden sich Gruppen mit besonderer Radikalität und Gewaltpotential heraus. Diese abgeschaltet.

Gruppen müssen als Brennpunkt in der terroristischen Szene betrachtet werden. Für die zukünftige Arbeit der Exekutiven sind sie damit Schwerpunkt der Präventions- und Ermittlungstätigkeiten. Hierzu gehört die sog. Salafisten-Gruppe68 für Predigt und Kampf69. Das Wort Salafisten bezieht sich auf die ersten Muslime.70 Die gleichnamige fundamentalistische Bewegung wurde von dem Ägypter RASCHID RIDA (1865-1935) gegründet.

Es handelt sich dabei um eine radikale islamistische Gruppierung aus Algerien, die sich am 25. Januar 2007 in die Organisation al-Qaida des islamischen Magh- reb71 umbenannte. Geschichtlich geht die ehemalige Salafisten-Gruppe für Pre- digt und Kampf auf die Gründung von HASSAN HATTAB 1998 zurück. Als früheres Mitglied der Groupe Islamique Armé, der größten militant-muslimischen Bewe- gung Algeriens, soll er Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida haben. Seine jetzige Organisation gilt als die am besten organisierte und bewaffnete Gruppe.72 Auf das Konto dieser Gruppe gehen die Selbstmordattentate am 11. April 2007 auf den Amtssitz des algerischen Ministerpräsidenten und ein Polizeikommissariat im Osten Algiers. Dabei starben insgesamt 33 Personen. 222 weitere wurden ver- letzt. Durch die Anschläge auf das öffentliche Verkehrsnetz in Madrid erhielt eine andere radikale Gruppe traurige Berühmtheit. Die Groupe Islamique Combattant Morrocain (GICM) operiert nachweislich in den Ländern Afghanistan, Belgien, Dänemark, Ägypten, Frankreich, Marokko, Türkei und Großbritannien. Ihr Ziel war ursprünglich die Bildung eines islamistischen Staates Marokko. Ihre Grün- dung geht auf das Jahr 1967 zurück.

Im Jahr 1993 wurde die GICM unter einem anderen Namen von Veteranen des Afghanistan-Krieges in Pakistan wiederhergestellt. Ihre Finanzierung erfolgte anfänglich auch durch das Terrornetzwerk El Qaida73 zurück. Am 21. März wur- de bekannt, dass der Sprengstoff für die Anschläge vermutlich aus einem astur- ischen Bergwerk stammte. Gegen Ende März 2004 führte eine Spur nach Deutschland. Einer der festgenommenen Marokkaner lebte jahrelang legal in der Bundesrepublik. Er wurde von den Behörden als extremistisch eingestuft. Nach

Mitteilung der deutschen Sicherheitsbehörden erlaubte die derzeitige Gesetzeslage keine Maßnahmen der deutschen Behörden, die den Anschlag verhindern hätten können. Die Finanzierung des Anschlags, insb. der tatsächliche Kapitalfluss, konnte nicht bis zum Ursprung und Verursacher ermittelt werden.74 Hierauf hat insb. die EU reagiert.75 Daneben gibt es eine große Anzahl von islamistischen Organisationen mit Bezug zum Terrorismus, die lediglich national aktiv oder der- zeit inaktiv sind bzw. deren Anschlagsverhalten nur gering in der westlichen Öf- fentlichkeit registriert wird.76 Die Motivation der Terroristen wird überwiegend auf die extreme Auslegung des Islam begründet. Hiernach ist Gewalt ein adäqua- tes Mittel bzw. ein sakramentaler Akt zur Durchsetzung der Religionsverbrei- tung.77 In welchem Umfang dies uneingeschränkt gelten kann und welche Indika- toren gefährdend bzw. schützend für Nationalstaaten wirken, sollen die nachfol- genden Kapitel beleuchten.

3 Ökonomie des Terrorismus

3.1 Vorangestellt

Landläufig wird unter der Ökonomie die nutzenmotivierte, maximierte Kapitalwirtschaft verstanden. Tatsächlich suchen die Wirtschaftswissenschaften nach Lösung von Allokationsproblemen. Hintergrund der Fürsprache zur kapitalgesteuerten Ökonomie bildet die optimierte Versorgung der Bevölkerung mit Gütern. Sie ist die einzige Möglichkeit ein dauerhaftes und gleichgewichtiges Optimum der gesellschaftlichen Wohlfahrt zu erzeugen. Gleichzeitig sind dem Markt dann Grenzen zu setzen, wenn zu befürchten ist, dass die gewünschte Konkurrenzsituation auf der Angebots- und Nachfragenseite verlassen wird.

In der Ökonomischen Betrachtung des Terrorismus bildet diese Arbeit eine Grundlage des Verständnisses zur Erklärung des Phänomens Terrorismus. Es werden wirtschaftswissenschaftliche Methoden auf den Terrorismus angewandt und Erklärungen abgeleitet. Bei der Gewinnmaximierung handelt es sich um eine mögliche Motivationsgrundlage für menschliches Verhalten. Bei terroristischen Verhaltensweisen kommen weitere Motivatoren hinzu. Verallgemeinert man nun den ökonomischen zu einem ökonomisierten Nutzen durch Erweiterung der Menge aller Motivatoren auf mögliche Auslöser von Terrorismus, lassen sich in dieser abstrahierten Menge neue Wirkungsketten erkennen.

3.2 Wirksamkeiten

Die Auswahl des Umschlagortes erfolgt ökonomisch nach dem relativen Mini- mum der Transportkosten. Die Förderung beginnt an dem ökonomisch sinnvolls- ten Standort, soweit die Kosten von den zu erwarteten Einnahmen gedeckt wer- den. Mit steigendem Preis maximiert ein gewinnorientiertes Unternehmen seine Produktion, soweit es ihm möglich ist. Gegebenenfalls wird kurzfristig die Ma- schinenkapazität auch im suboptimalen Bereich ausgelastet, d.h. der Maschinen- verschleiß erhöht sich relativ mehr zur Fördermenge.78 Soweit die höhere Ab- satzmenge auf Dauer sichergestellt werden kann, wird das Unternehmen den Pro- duktionsbereich ausweiten.

[...]


1 siehe hierzu z.B. KIRCHGÄSSNER, G., Homo oeconomicus (2000, S. 15f.)

2 siehe hierzu Altruismus, z.B. bei RUCHT, D. (2001: 962-983)

3 vgl. FREY, B. / LÜCHINGER, S. / STUTZER, A. (2005a: 4ff)

4 vgl. FREY, B. / LÜCHINGER, S. / STUTZER, A. (2005a: 5)

5 Im Falle der Anschläge vom 11. September 2001 z.B. ca. 25 bis 60 Mrd. Euro.

6 so FREY, B. / LÜCHINGER, S. / STUTZER, A. (2005a: 5) richtig weiter

7 wie FREY, B. / LÜCHINGER, S. / STUTZER, A. (2005a: 5)

8 siehe hierzu „3. Weltkrieg“ LINDLAU, D.(2007), aber auch schon KRANZ, U. (2002)

9 vgl. KIENZLER, K. (1990, S. 69)

10 vgl. GRÜNSCHLOß, A. (1999: Einleitung)

11 vgl. KIENZLER, K. (1990, S. 67)

12 vgl. HOLTHAUS, S. (2003, S. 47)

13 anders hierzu WIEßNER, G., zitiert nach GRÜNSCHLOß, A. (1999, 2.Abschnitt), der von einer „Enttabuisierung des Lebens als Folge einer extrem offenbarungsgläubigen Fassung des Wahrheitsbegriffs“ spricht.

14 vgl. JARITZ, F. (2007: 9)

15 Der Begriff wird für den Autor für unglücklich gehalten, da er den Bestand von zwei sich annähernd gleich entwickelte Gesellschaftsformen voraussetzt. Tatsächlich handelt es sich um einen nicht vergleichbaren Entwicklungs- und Ideologiestand.

16 vgl. JARITZ, F. (2007: 9)

17 vgl. GRÜNSCHLOß, A. (1999: 5. Abschnitt)

18 vgl. JOEST, W. (1983: 737)

19 in der Bundesrepublik Deutschland z.B. die Freiheitlich Demokratische Grundordnung (FDGO), u.a. genannt in § 92 Abs.2 StGB und § 4 BVerfSchG

20 in Anlehnung an MEYER, W. (2006: 3 ff.)

21 so z.B. BEINERT, W. (1991: 63 ff.)

22 vgl. die Objektformel des BVERFG - BVerfGE 9, 167 (171); 87, 209 (228) „der Einzelne darf nicht zum bloßen Objekt staatlichen Handelns werden“

23 anders hierzu SCHÄUBLE, W. (2007)

24 Die Forschung nach Ursachen und Überzeugungen zum Verkauf des Produkts „Zugehörigkeit zu einer extremen Gruppe“ weist deutliche Analogien zum Marketing, insb. bei Haustürgeschäf-

25 vgl. hierzu die Entwicklungsgeschichte der Partei „Die Grünen“ in den 80er Jahren und zunehmenden Einzug der „neuen Linken“ in dt. Landtage. Eine mittelfristige Regierungsbeteiligung erscheint auch in traditionell konservative Bundesländer (z.B. Thüringen) möglich.

26 aus LEXIKON DER INNENPOLITIK (2007) unter http://www.bmi.de vom 18. März 2008

27 Es sei auf die Anschläge von Polizeistationen und Militärkonvois in Tschetschenien verwiesen. 11

28 Die Attentate von New York, Madrid und London hatten kaum das Ziel, die dortigen Regierun- gen zu destabilisieren. Vielmehr galten auch sie weitreichenden strategischen Zielen von Al- Qaida.

29 vgl. EU-RAHMENBESCHLUSS (2002/475/JI)

30 vgl. EU-RAHMENBESCHLUSS(2002/475/IJ, Art. 1 Abs. 1)

31 vgl. MELIAN, L. (2007): Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts: Terrorismus in einer globalisierten Welt.

32 Hierzu gehören z.B. die Anschläge auf die israelische Nationalmannschaft während der olympischen Spiele in München 1972.

33 vgl. MELIAN, L. (2007): Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts: Terrorismus in einer globalisierten Welt.

34 vgl. MELIAN, L. (2007): Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts: Terrorismus in einer globalisierten Welt - weitergehende schriftliche Ausführungen.

35 vgl. HOFFMAN, B. (2006, S. 79)

36 vgl. HOFFMAN, B. (2006, S. 80)

37 wie dies HOFFMAN, B. (2006, S. 81 f.) tut

38 vgl. HOFFMAN, B. (2006, S. 243)

39 vgl. HOFFMAN, B. (2006, S. 258)

40 vgl. HOFFMAN, B. (2006, ebenda)

41 nationalistische Separatistengruppe in Sri Lanka

42 wie z.B. in den Vereinigten Staaten oder auch in Teilen von Afrika

43 hier z.B. die Aum-Sekte in Japan, die tausende Menschen mit Giftgasanschlägen töten wollte

44 wobei auch hier eine klassische Einteilung in links oder rechts bzw. nationalistisch oder anarchisch möglich ist

45 vgl. HOFFMAN, B. (2006, S. 166)

46 Ausführungen nach SPENGLER (2007)

47 vgl. MEYER, W. (2006: 4)

48 islamische Religionsgelehrte (arabisch:[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] von arabisch: [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Wissendem)

49 Lebte von 1263 bis 1327 christlicher Zeitrechnung

50 die bis heute Staatsreligion in Saudi-Arabien ist

51 auch: OSAMA BIN LADEN

52 vgl. CLAUSEWITZ, K. V. (1832, Kap.1 Abschnitt 2) lebte vom 17. Juli 1780 bis 16. November 1831, später preußischer General (ab April 1814). Sein Buch erschien 1832 und ist noch heute ein militärtaktisches Standardwerk.

53 abcXd, „Nachfolger, Stellvertreter, Kalif“) bzw. chalīfa rasūlر^_ل ا53 arabischen chilāfa (arabisch: e Allāh, was wörtlich „die Nachfolger eines Propheten Allāhs“ bedeutet. Es handelt sich dabei um eine islamische Regierungsform, bei der säkulare, also weltliche und geistliche Führerschaft in einer Person (dem Kalifen) vereint werden.

54 al-Qāida) „die Sitzende“ heißt frei übersetzt Basis oder Stütz-اhYVi[ة:54 al-Qaida (arabisch punkt. Sie versteht sich auch als das Fundament des islamistischen Terrorismus.

55 Erster Regierungspräsident der aus dem Osmanischen Reich hervorgegangenen Türkei nach dem Ersten Weltkrieg 1919 bis 1924.

56 Hier als „terroristische Fixkosten“ bezeichnet.

57 zuzüglich der getöteten Menschen

58 ca. 15.000 Euro

59 Ausführungen nach SPENGLER (2007)

60 So z.B. einer der Hauptbeschuldigten BARBAR AHMAD in England, der mit „Azzam.com“ eine der führenden Webseiten geleitet und auf seinem College Jihadisten anwarb. Die Seite wurde

61 vgl. HOFFMAN, B., (2006, S. 83 und 89 bis 97)

62 so der ehemalige radikale Islamist TAWFIK HAMID unter http://myblog.de/politicallyincorrect /cat/23271/0/Terrorismus, Zugriff vor 2007

63 vgl. TE-SAT (2007: 3)

64 vgl. TE-SAT (2007, ebenda)

65 vgl. HIRSCHMANN, K. (2007): Bin Laden als neuer Typ des Terroristen - Islamistische Netzwerkstrukturen und ihr Rekrutierungsprozedere in Deutschland

66 vgl. HIRSCHMANN, K. (2007) ebenda

67 Begriffliche Übersetzung für Djihad; die Durchsetzung der Ziele mit Gewalt ist die Auslegung. 19

68 siehe hierzu DALY, S. (2006)

69 , französisch: Groupe Salafiste pourا aYVWm[Vnco[ا^YhX[ acbXl[ة واVji[ل69 arabisch la Prédication et le Combat, GSPC

70 arabisch:salafiyya, salafi, die Vorfahren

71 französisch: Organisation al-Qaïda au Maghreb islamique

72 Einstufung der USA als eine der gefährlichsten Terrorgruppierungen der Welt.

73 zur Problematik der Finanzierung durch das Terrornetz El Qaida sei auf das Problem El Qaida als Marke verwiesen (im Nachgang wird El Qaida und al-Qaida synonym verwendet)

74 siehe hierzu Spanische Polizei identifiziert Hauptattentäter von Madrid in DER TAGESSPIEGEL vom 18. Oktober 2004

75 siehe hierzu z.B. Vorschlag des AUSSCHUSSES DER REGIONEN vom 17. November 2005

76 einen guten Überblick hierzu bildet der jährliche COUNTRY REPORTS ON TERRORISM (2006) des United States Department of State Office of Coordinator for Counterterrorism (S. 183 ff.)

77 vgl. HOFFMAN, B. (2006, S. 89 bis 97)

78 vgl. SCHÄFER, H.-B. / OTT, K. (2000, S. 81)

Ende der Leseprobe aus 101 Seiten

Details

Titel
Ökonomische Theorie des Terrorismus
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik & Polizeiwissenschaft)
Note
2,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
101
Katalognummer
V155624
ISBN (eBook)
9783640686636
ISBN (Buch)
9783640686896
Dateigröße
1049 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kriminologie, Terrorismus, Extremismus, Fundamentalismus
Arbeit zitieren
Carsten V. Mueller (Autor), 2010, Ökonomische Theorie des Terrorismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155624

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