Das Einsetzen von Marketingmaßnahmen zu bestimmten Zeitpunkten eines Produktlebens gestaltet sich oft als schwierig. Der Produktlebenszyklus eignet sich aufgrund seiner Übersichtlichkeit dazu, Maßnahmen auf verschiedene Zeiträume einzuordnen. In der Automobilindustrie wird der Produktlebenszyklus als Modelllebenszyklus bezeichnet. Ziel dieser Arbeit ist es Maßnahmen für verschiedene Phasen des Modelllebens zu erarbeiten. Dadurch sollen Marketingaktivitäten und deren Zeitpunkt bereits frühzeitig planbar sein, um nicht kurzfristig auf vorhersehbare Entwicklungen reagieren zu müssen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Deutscher Automobilmarkt
1.2 Vorgehensweise
1.3 Zielsetzung
2. Theoretische und Begriffliche Grundlagen
2.1 Steuerung
2.2 Produktlebenszyklus
2.3 Modelle in der Automobilwirtschaft
2.4 Modelllebenszyklen in der Automobilwirtschaft
2.5 Marketing in der Automobilwirtschaft
2.5.1 Produktpolitik
2.5.2 Preispolitik
2.5.3 Distributionspolitik
2.5.4 Kommunikationspolitik
3. Steuerung von Modelllebenszyklen in der Automobilwirtschaft
3.1 Steuerung der Modell-Einführungsphase
3.2 Steuerung der Modell-Wachstumsphase
3.3 Steuerung der Modell-Reifephase
3.4 Steuerung der Modell-Sättigungsphase
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, spezifische Marketingmaßnahmen für die verschiedenen Phasen des Modelllebenszyklus in der deutschen Automobilwirtschaft zu erarbeiten, um eine frühzeitige und planbare Absatzsteuerung zu ermöglichen. Dabei wird analysiert, wie Automobilhersteller durch gezielte Produkt-, Preis-, Distributions- und Kommunikationspolitik den Erfolg eines Fahrzeugmodells von der Einführung bis zur Sättigung beeinflussen können.
- Analyse des Modelllebenszyklus-Konzepts im Automobilsektor
- Differenzierung der Marketinginstrumente nach Modellphasen
- Untersuchung von Strategien bei Modellwechseln und Modellpflege
- Bewertung von Skimming- und Penetrationsstrategien in der Praxis
- Einfluss von Zielgruppenpräferenzen auf den Modellzyklus
Auszug aus dem Buch
2.5.2 Preispolitik
Die Preispolitik umfasst alle Informations- und Aktionsentscheidungen einer Unternehmung, welche die Durchsetzung einer geforderten monetären Gegenleistung für angebotene Sach- und Dienstleistungen betreffen. Außerdem spielen auch Leistungen ideeller Natur, wie das Markenimage eine wichtige Rolle bei der Preisfindung. Der Preis hat in der Automobilwirtschaft verschiedene Bedeutungen und kann in die zwei Hauptgruppen, Anschaffungskosten und den Life-Cycle-Costs, unterteilt werden. Der Anschaffungspreis tritt in Form des Listenpreises, also der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers oder als Transaktionspreis, den vom Kunden letztendlich bezahlten Preis, auf. Die Life-Cycle-Costs hingegen betrachten die Gesamtkosten eines Fahrzeugs über einen bestimmten Zeitraum hinweg. Diese setzen sich aus dem Wertverlust, also der Differenz des Neuwagenpreises zum Restwert bei erstmaligem Besitzerwechsel des Automobils, sowie den gesamten Betriebskosten eines Fahrzeugs für diesen Zeitraum zusammen. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird unter Preis der Listenpreis des Herstellers verstanden.
Preissenkungen in der Automobilindustrie werden aus mehreren Gründen meist nicht offen kommuniziert. Zum Einen wirken sich offene Preisminderungen negativ auf die Restwerte von älteren Fahrzeugen aus, zum Anderen wird die Preisglaubwürdigkeit des Unternehmens geschädigt, was bei Kunden die kurz vor der Preissenkung gekauft haben, zu Verärgerungen führt. Außerdem behindern Preisnachlässe in einer späten Phase des Modelllebenszyklus, die Einführung des Nachfolgemodells, da Kunden den darauf folgenden deutlichen Preisaufschlag beim Modellwechsel, als nicht gerechtfertigt wahrnehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Entwicklung des deutschen Automobilmarktes sowie die Methodik und Zielsetzung der Arbeit zur Steuerung von Modelllebenszyklen.
2. Theoretische und Begriffliche Grundlagen: Erläutert die theoretischen Basismodelle des Produktlebenszyklus und überträgt diese auf die spezifischen Rahmenbedingungen und Marketinginstrumente der Automobilbranche.
3. Steuerung von Modelllebenszyklen in der Automobilwirtschaft: Detaillierte Betrachtung der notwendigen Marketingmaßnahmen in den vier Phasen Einführung, Wachstum, Reife und Sättigung.
4. Fazit: Kritische Würdigung der Anwendung des Lebenszyklusmodells als Planungsinstrument für die langfristige Steuerung von Modellzyklen.
Schlüsselwörter
Automobilwirtschaft, Modelllebenszyklus, Produktpolitik, Preispolitik, Distributionspolitik, Kommunikationspolitik, Modellpflege, Markteinführung, Wachstumsphase, Reifephase, Sättigungsphase, Marketingmix, Absatzsteuerung, Skimming-Strategie, Modellwechsel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung des Produktlebenszyklus-Konzepts auf den Automobilmarkt und untersucht, wie Hersteller ihre Marketingmaßnahmen phasenabhängig steuern können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die vier Phasen des Modelllebenszyklus sowie die Instrumente des Marketing-Mix: Produkt-, Preis-, Distributions- und Kommunikationspolitik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Maßnahmen für verschiedene Phasen eines Automobillebenszyklus zu erarbeiten, um Marketingaktivitäten und deren Zeitpunkte frühzeitig planbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literatur- und theoriebasierte Analyse, die durch Fallbeispiele und Branchenstudien (wie z.B. zu VW Golf oder BMW) ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen und eine detaillierte, phasenbezogene Untersuchung der Steuerungsmaßnahmen in der Automobilindustrie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Modelllebenszyklus, Automobilwirtschaft, Modellpflege, Marketing-Strategien und Absatzsteuerung.
Wie unterscheiden sich die Strategien bei einem Modellwechsel?
Bei einem Nachfolgemodell orientieren sich Hersteller am Listenpreis des Vorgängers, während sie bei einer komplett neuen Baureihe mehr preisstrategische Spielräume haben.
Warum sind direkte Preissenkungen in der Automobilbranche problematisch?
Direkte Preissenkungen gefährden die Restwerte bestehender Fahrzeuge und schaden der Preisglaubwürdigkeit beim Kunden, weshalb oft indirekte Maßnahmen wie Sondermodelle genutzt werden.
- Citation du texte
- Simon Löffler (Auteur), 2010, Modelllebenszyklen in der Automobilwirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155646