Den Zusammenhang zwischen Bevölkerungsentwicklung und der damit verbundenen Belastung der Sozialsicherungssysteme als ein gegenwärtiges Schlüsselproblem sollen die Schüler kennen lernen. Sie untersuchen mit Hilfe verschiedener grafischer Darstellungen den Altersaufbau der Bevölkerung von einer „Pyramide“ (1910) über eine „zerzauste Wettertanne“ (1950/ 1999) bis hin zum „henkellosen Krug“ (2050). Bei einer „Bevölkerungspyramide“ ist jede nachfolgende Generation größer als die vorangegangene, was auf eine höhere Geburtenrate (Fertilität) hinweist, aber auch auf eine hohe Sterblichkeit, denn die Jahrgänge werden nach oben hin immer kleiner. Die „zerzauste Wettertanne“ lässt die tiefen Einkerbungen durch die beiden Weltkriege deutlich werden. Die Altersstruktur ist geprägt durch die geburtenstarken mittleren Jahrgänge und einen schwachen Sockel der unter 25 Jährigen. Der in den 60er Jahren einsetzende Geburtenrückgang wird als Pillenknick bezeichnet. Alle diese Einschnitte wirken bis in die Gegenwart fort, so dass momentan bereits für die kommenden Generationen die Väter und Mütter fehlen. Als Folge werden die jüngeren Jahrgänge immer mehr ausgedünnt, während die stärker besetzten Jahrgänge ins Rentenalter hineinwachsen. Dies führt dazu, dass der Alteraufbau mehr einem „henkellosen Krug“ gleicht, da die mittleren und jüngeren Jahrgänge zugunsten der älteren Jahrgänge abnehmen und sich so der „Altersquotient“ weiter verschlechtert.
Ausgehend von diesen Untersuchungsergebnissen suchen die Schüler nach möglichen Ursachen für diese anhaltende Entwicklung. Im engen Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung stehen auch aktuelle Herausforderungen im Bereich der Familienpolitik. „Es wird immer wieder zutreffend festgestellt, dass das System der Sozialpolitik Familien vielfach benachteiligt.“ Während etwa der Unterhalt der älteren Generationen durch sozialpolitische Umverteilung von der Gesellschaft getragen wird, obliegt der Unterhalt der Familien diesen überwiegend selbst. Zugleich profitiert aber die Gesellschaft von den verschiedenen Leistungen der Familie, nämlich allein dadurch, dass durch Kinder die Fortexistenz der Gesellschaft und der Sozialpolitik ermöglicht wird. Mit Hilfe verschiedener Fachaufsätze, Grafiken und Tabellen zur Sicherung und Zukunft der staatlichen Sozialpolitik sollen die Schüler mögliche Ursachen für die demografische Entwicklung erkennen, Auswirkungen auf die Sozialsicherungssysteme benennen und nach Lösungsstrategien suchen.
Inhaltsverzeichnis
1. BEDINGUNGSANALYSE
1.1. INNERE SITUATION
1.2. ÄUßERE SITUATION
2. DIDAKTISCH-METHODISCHE ÜBERLEGUNGEN UND BEGRÜNDUNGEN
2.1. STELLUNG DER STUNDE IN DER STOFFEINHEIT
2.2. AUSWAHL UND BEGRÜNDUNG DER INHALTE
2.3. AUSWAHL UND BEGRÜNDUNG DER LERNZIELE
2.4. BEGRÜNDUNG DER DIDAKTISCHEN STUFUNG DES UNTERRICHTS UND DES GEWÄHLTEN METHODENKONZEPTES
3. GEPLANTER UNTERRICHTSVERLAUF
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das primäre Ziel des Stundenentwurfs ist es, den Schülern ein Verständnis für die demografische Entwicklung Deutschlands und deren weitreichende Konsequenzen für die sozialen Sicherungssysteme zu vermitteln. Die zentrale Forschungsfrage lautet dabei: „Führt die demografische Entwicklung Deutschlands zu einer Veränderung der sozialen Sicherungssysteme?“
- Analyse des demografischen Wandels (Alterung und Schrumpfung der Gesellschaft)
- Untersuchung der Ursachen für sinkende Geburtenraten und steigende Lebenserwartung
- Kritische Auseinandersetzung mit dem Generationenvertrag als Finanzierungsgrundlage
- Förderung von Methodenkompetenz durch die Analyse von Statistiken und Bevölkerungsmodellen
- Diskussion politischer Lösungsansätze wie Familienpolitik und private Vorsorge
Auszug aus dem Buch
1.1. Innere Situation
Im Grundkurs 12 Sozialkunde der IGS G lernen 3 Jungen und 11 Mädchen. Die Lerngruppe setzt sich aus Schülerinnen und Schülern dreier Stammkurse zusammen. Fachlehrer dieses Grundkurses ist mein Mentor, der mir seit Beginn des Schuljahres die Möglichkeit bietet, den Unterricht in diesem Kurs eigenverantwortlich zu führen. Der Kurs wurde auf Grundlage der Einwahlmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler in das Kurssystem, das an der IGS die Jahrgangsstufen 12 und 13 umfasst, erst zu Beginn des Schuljahres in dieser Form gebildet. Bereits in der Klassenstufe 11 unterrichtete ich die Schülerinnen und Schüler im Fach Sozialkunde seit April 2004. Der Grundkurs setzt sich aus den ehemaligen zwei 11. Klassen zusammen. Ein Schüler wiederholt die 12. Jahrgangsstufe.
Da sich die Schülerinnen und Schüler bereits aus dem vergangenen Schuljahr kennen, findet man eine angenehme und konfliktfreie Lernsituation im Grundkurs vor. Dies zeigte sich auch in den ersten Stunden des neuen Schuljahres, in denen die Schülerinnen und Schüler untereinander einen freundschaftlichen Umgangston pflegten, offen und ehrlich miteinander umgingen, zugleich aber auch kritisch untereinander sind. Das Lern- und Sozialklima innerhalb der Lerngruppe empfinde ich auch aufgrund der kleinen Größe als gefestigt und sehr angenehm.
Zusammenfassung der Kapitel
BEDINGUNGSANALYSE: Beschreibung der lernpsychologischen, sozialen und äußeren Rahmenbedingungen der Lerngruppe und des Unterrichtsraums.
DIDAKTISCH-METHODISCHE ÜBERLEGUNGEN UND BEGRÜNDUNGEN: Herleitung der unterrichtlichen Einordnung, der Themenwahl sowie der gewählten Lernziele und Methoden unter Berücksichtigung lehrplanrelevanter Prinzipien.
GEPLANTER UNTERRICHTSVERLAUF: Detaillierte tabellarische Darstellung der geplanten Unterrichtsphasen mit zeitlichem Ablauf, Methoden und Medieneinsatz.
Schlüsselwörter
Demografischer Wandel, Soziale Sicherungssysteme, Generationenvertrag, Altersstruktur, Sozialstrukturanalyse, Fertilität, Bevölkerungsentwicklung, Sozialpolitik, Rentensystem, Handlungsorientierter Unterricht, Methodenkompetenz, Bevölkerungsspyramide, Familienpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Dokument?
Es handelt sich um einen detaillierten Stundenentwurf für eine benotete Lehrprobe im Fach Sozialkunde in einem Grundkurs der 12. Klasse.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Lehrprobe?
Im Zentrum steht der demografische Wandel in Deutschland, dessen Auswirkungen auf die Alterssicherung und die damit verbundenen Herausforderungen für den Sozialstaat.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Die Schüler sollen die Ursachen der demografischen Entwicklung erkennen, deren Auswirkungen auf die Sozialsysteme analysieren und eigenständig Lösungsstrategien diskutieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit basiert auf einem handlungsorientierten und problemorientierten Ansatz nach Wolfgang Hilligen und nutzt Methoden wie Brainstorming, Gruppenpuzzle und Expertenrunden.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bedingungsanalyse der Lerngruppe, didaktisch-methodische Begründungen für das Vorgehen sowie die konkrete Verlaufsplanung der Stunde.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Generationenvertrag, Bevölkerungsstruktur, Sozialpolitik und handlungsorientierte Didaktik aus.
Warum spielt die „aktuelle Minute“ eine Rolle im Unterrichtskonzept?
Sie dient dazu, das Prinzip der Schülerorientierung umzusetzen und aktuelle gesellschaftspolitische Themen in den Unterrichtsfluss zu integrieren.
Wie werden die Schüler in der Erarbeitungsphase aktiviert?
Die Schüler analysieren in Partnerarbeit Schaubilder zur Altersstruktur (Pyramide, Wettertanne) und entwickeln Prognosen für das Jahr 2050, was ihre Sach- und Methodenkompetenz fördert.
Welche Rolle nimmt der Lehrer ein?
Der Lehrer fungiert im handlungsorientierten Unterricht zunehmend als Lernbegleiter, Berater und Organisator des Lernprozesses.
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- Toralf Schenk (Author), 2004, Führt die demografische Entwicklung Deutschlands zu einer Veränderung der sozialen Sicherungssysteme?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155657