In der Facharbeit soll die kognitive Metapherntheorie von Lakoff und Johnson in ausführlicher Abgrenzung und Wertung zu konventionellen Metapherntheorien dargestellt werden.
Aristoteles, der früheste bekannte Überlieferer zur Metapher, soll, ganz der Chronologie entsprechend, zuerst Erwähnung finden. Sein Ansatz soll mit Quintilian, der die Metapher wirkungsorientierter behandelt hat, ergänzt werden.
Diese beiden Ansätze wurden reduziert auf eine Substitutionstheorie, die anschließend in Grundzügen skizziert und dann mit Einbezug wichtiger linguistischer Fachbegriffe, einer ausführlichen Kritik unterzogen wird, da in ihrer Kritik schon wesentliche Thesen der pragmatisch entwickelten Interaktionstheorie enthalten sind. Sie stellt ein bedeutender Vorläufer der kognitiven Metapherntheorie von Lakoff und Johnson dar. Um die ausführliche Abgrenzung abzuschließen wird auch sie einer Kritik unterzogen. Nun folgt die Einführung in kognitive Ansätze und anschließende Darstellung der kognitiven Metapherntheorie von Lakoff und Johnson. Schließlich soll das Thema abgeschlossen werden, indem eine ausführliche eigene Wertung der verschiedenen Ansätze hinsichtlich ihrem Nutzen und ihrer Erklärungsweite dargelegt wird. Die Schlussbemerkung dient der Danksagung. Es folgen Literaturverzeichnis und Schlusserklärung.
Alle Bilder der Arbeit wurden vom Verfasser eigens für die Facharbeit angefertigt. Hervorhebungen im Text sind kursiv gedruckt. Fettgedruckte Hervorhebungen in Zitaten wurden für das einheitliche Erscheinungsbild der Arbeit in kursive Hervorhebungen umgewandelt
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Leben in Metaphern
1.2 Vorgehensweise
2. Die Metapher im Wandel der Zeiten und Kritiken
2.1 Substitutionstheorien: Metapher bei Aristoteles und Quintilian
2.2 Kritik an substitutionstheoretischen Ansätzen
2.3 Pragmatische Interaktionstheorie
2.4 Kritik an der pragmatischen Interaktionstheorie
2.5 Erste kognitive Ansätze
3. Kognitive Metapherntheorie von Lakoff und Johnson
3.1 Von der Erfahrung zur konzeptuellen Metapher
3.2 Arten der Metapher
3.2.1 Orientierungsmetaphern und kulturelle Kohärenz
3.2.2 Ontologische Metaphern
3.2.3 Sonderfälle: Personifikation, Metonymie, Synekdoche
3.2.4 Die Strukturmetaphern
3.3 Die traditionelle Metapher in der kognitiven Metapherntheorie
3.4 Versöhnung von Objektivismus und Subjektivismus
3.5 Kritik an der kognitiven Metapherntheorie von Lakoff und Johnson
4. Einordnung und eigene Wertung der unterschiedlichen Ansätze
5. Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die kognitive Metapherntheorie von Lakoff und Johnson umfassend darzustellen, sie von traditionellen, konventionellen Metapherntheorien abzugrenzen und einer kritischen Wertung zu unterziehen, um die Komplementarität der verschiedenen theoretischen Ansätze aufzuzeigen.
- Historische Entwicklung und Kritik der Substitutionstheorien
- Analyse der pragmatischen Interaktionstheorie
- Grundlagen der kognitiven Metapherntheorie (konzeptuelle Metaphern, Orientierungs- und Strukturmetaphern)
- Die kognitive Metapherntheorie als Paradigmenwechsel im Sprachverständnis
- Synthese und Bewertung der verschiedenen Ansätze zur Metaphernanalyse
Auszug aus dem Buch
3.1 Von der Erfahrung zur konzeptuellen Metapher
Die kognitive Metapherntheorie von Lakoff und Johnson setzt von Grund auf anders an, als die bisher besprochenen Theorien. Daher wird sie von Kohl ja auch als „Paradigmenwechsel“ beschrieben. Lakoff und Johnson heben den Metaphernbegriff von der sprachlichen auf eine mentale Ebene.
Sie beginnen nicht bei der Sprache, sondern beim Denken, bei der Kognition des Menschen. Die Grundlage fürs Denken stellt für sie die Erfahrung dar. Unsere Erfahrungen kategorisieren wir nach Basiserfahrungen. Solche Basiserfahrungen nennen sie emergent, sie bilden sich quasi selbständig bei der Interaktion des Menschen mit seiner Umwelt heraus. Dazu zählen beispielsweise räumliche Strukturen wie „oben“ und „unten“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit von Metaphern im Alltag, von der Werbung bis zur Politik, und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Die Metapher im Wandel der Zeiten und Kritiken: Dieses Kapitel arbeitet die historische Entwicklung auf, beginnend bei den Substitutionstheorien von Aristoteles und Quintilian über die Interaktionstheorie bis hin zu ersten kognitiven Ansätzen, und unterzieht diese einer Kritik.
3. Kognitive Metapherntheorie von Lakoff und Johnson: Hier wird der zentrale Ansatz der Arbeit erläutert, der Metaphern als mentale Konzepte begreift, die auf physischen Basiserfahrungen beruhen, und es werden verschiedene Metapherntypen sowie die Kritik an dieser Theorie behandelt.
4. Einordnung und eigene Wertung der unterschiedlichen Ansätze: Dieses Kapitel setzt die vorgestellten Theorien in einen Gesamtzusammenhang und argumentiert für eine komplementäre Sichtweise, in der die Wahl der Theorie von der jeweiligen Fragestellung abhängt.
5. Schlussbemerkungen: Die Schlussbemerkungen reflektieren kurz die methodische Problematik der sprachlichen Analyse.
Schlüsselwörter
Kognitive Metapherntheorie, Lakoff und Johnson, Konzeptuelle Metapher, Substitutionstheorie, Interaktionstheorie, Orientierungsmetapher, Ontologische Metapher, Strukturmetapher, Konzeptualisierung, Mapping, Basiserfahrung, Sprachphilosophie, Metonymie, Bildspender, Bildempfänger.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung und kritischen Wertung der kognitiven Metapherntheorie von Lakoff und Johnson im Vergleich zu konventionellen Metapherntheorien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung von Metapherntheorien, die kognitive linguistische Perspektive, das Verhältnis von Denken und Sprache sowie die methodische Einordnung von Metaphernanalyseverfahren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den "Paradigmenwechsel" durch die kognitive Metapherntheorie herauszuarbeiten und aufzuzeigen, wie sich verschiedene Metapherntheorien in der Praxis ergänzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer kritischen Literaturanalyse und dem Vergleich linguistischer Ansätze basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung (Aristoteles, Interaktionstheorie) und eine ausführliche Darstellung der Theorie von Lakoff und Johnson sowie deren kritische Würdigung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Kognitive Metapherntheorie, Konzeptuelle Metapher, Paradigmenwechsel, Substitutionstheorie und kontextuelle Bedeutung.
Wie unterscheidet sich die kognitive Metapherntheorie von traditionellen Ansätzen?
Während traditionelle Theorien Metaphern oft als bloßen Sprachschmuck oder Abweichung von der Norm betrachten, verlagern Lakoff und Johnson Metaphern von der sprachlichen auf eine mentale, kognitive Ebene und sehen sie als fundamentale Struktur unseres Denkens.
Warum ist die Unterscheidung zwischen "richtig" und "angemessen" in der Arbeit wichtig?
Der Autor argumentiert, dass keine Theorie universell "richtig" ist, sondern dass die Wahl der Theorie von der konkreten Fragestellung und dem zu untersuchenden Kontext abhängt ("angemessen" vs. "unangemessen").
Was versteht man unter dem Mapping-Prozess bei Lakoff und Johnson?
Das Mapping (oder die Konzeptualisierung) ist der kognitive Prozess, bei dem ein komplexes Konzept durch ein weniger komplexes, oft physisch verankertes Konzept strukturiert wird (z.B. LIEBE IST EINE REISE).
Welches Fazit zieht der Verfasser zur theoretischen Vielfalt?
Der Verfasser sieht die Vielfalt der Metapherntheorien als Chance und plädiert für einen komplementären Ansatz, bei dem verschiedene Theorien je nach analytischem Fokus (Text vs. Sprache im großen Zusammenhang) gezielt eingesetzt werden sollten.
- Quote paper
- Lukas Geiger (Author), 2010, Darstellung der kognitiven Metapherntheorie von Lakoff und Johnson in ausführlicher Abgrenzung und Wertung zu konventionellen Theorien , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155697