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Perspektiven für die französische Sprache in einer zunehmend globalisierten Welt

Titre: Perspektiven für die französische Sprache in einer zunehmend globalisierten Welt

Mémoire (de fin d'études) , 2010 , 98 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Marie-Claire Kozik (Auteur)

Science de Langue / Linguistique (interdisciplinaire)
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Résumé Extrait Résumé des informations

Das kulturelle Bewusstsein und nationale Selbstverständnis der Franzosen drückt sich in der Wertschätzung und in dem Schutz der eigenen Sprache aus. Was in anderen europäischen Mitgliedsstaaten eher skeptisch wahrgenommen und als rückwärtsgerichtete nationalistische Tendenz gewertet wird, ist in Frankreich Ausdruck eines unbelasteten Kulturbewusstseins. Schon längst leitet Frankreich seine Stellung in der Welt und in Europa aus einer politischen und militärischen Vormachtsstellung ab, sondern aus den Eigenheiten seiner Geschichte und seines kulturellen Erbes. Demnach ist die weltweite Verbreitung der französischen Sprache eine traditionelle und universelle Priorität der französischen Kulturdiplomatie.
Die Globalisierung hat den weltweiten Wirtschaftsraum in seiner Einheit als auch den weltweiten Kulturbereich durch seine vielschichtigen und komplexen Prozesse grundlegend verändert. Verschiedene Kulturkreise greifen ineinander, so dass teilweise traditionelle Formen der kulturellen Identität vermehrt in Frage gestellt oder sogar aufgelöst werden. Hier zeigt sich, dass der mögliche Verlust der eigenen Identität von vielen als Bedrohung wahrgenommen wird – so auch in Frankreich. Die Geschichte der ‚Grande Nation’ verdeutlicht, dass Sprache kulturelle Identität schafft.
Im Zuge der Globalisierung finden auch sprachliche Veränderungen statt – das Gewicht der Weltsprachen verschiebt sich. Die meisten Weltsprachen entstanden hauptsächlich durch Expansionen von Staaten und andauernde Hegemonie. Galt in der Antike noch das Babylonische und im 17. Jahrhundert das Französische als bevorzugte Sprachen, nehmen gegenwärtig das Spanische oder das Arabische an Bedeutung zu.
Es stellt sich demnach die Frage, ob sich die Franzosen und auch der frankophone Sprachraum aufgrund der Globalisierung vor dem Geltungsverlust des Französischen fürchten müssen. Geografisch gesehen wird die französische Sprache unter einen harten Wettbewerb gestellt, sowohl in Europa als auch in Afrika. Das Englische hat sich nicht nur in Frankreich, sondern auch in Europa als lingua franca gefestigt, auf einem Kontinent, wo es eigentlich keine Geschichte hat. Auf dem afrikanischen Kontinent, wo sich die Mehrheit der Französischsprechenden befindet, gibt der Wettbewerb mit anderen Sprachen Anlass zur Sorge. Eigentlich soll Afrika dem Französischen einen stetigen Anwachsen sowie einen Platz in der internationalen Sprachgemeinschaft des 21. Jahrhunderts garantieren.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle der französischen Sprache – von der Vergangenheit bis in die Gegenwart

2.1. Das Zeitalter Louis XIV und der Absolutismus

2.2. Das Zeitalter der Aufklärung

2.3. Die Dritte Republik

2.4. Frankreich und der Kolonialismus

2.4.1. Grundzüge der französischen Kolonialpolitik

2.4.2. Interessen und Nutzen der Kolonien

2.4.3. Das Ende der kolonialen Herrschaft

2.5. Frankreich im 21. Jahrhundert

2.5.1. Die Verbreitung der französischen Sprache

2.5.2. Der politische Status Frankreichs

3. Herausforderungen für die französische Sprache vor dem Hintergrund der Globalisierung

3.1. Englisch als lingua franca

3.2. Mandarin und Hindi – zukünftige Weltsprachen?

3.2.1. Der Aufstieg der Schwellenländer China und Indien

3.2.2. Wirtschaftliche und sprachliche Folgen

3.3. Die Renaissance des Arabischen in Nordafrika

4. Frankreichs Maßnahmen zum Schutz und zur Verbreitung der französischen Sprache

4.1. Nationale Maßnahmen

4.1.1. Das Verbot sämtlicher Fremdwörter

4.1.2. Diskurswechsel in der französischen Sprachpolitik

4.2. Maßnahmen in der Europäischen Union

4.2.1. Rolle des Französischen in der EU

4.2.2. Förderung des Französischen in den europäischen Institutionen

4.3. Die Frankophonie

4.3.1. Entstehung und Ideologie

4.3.2. Die Frankophonie als Global Player

4.3.3. Die Bedeutung der Frankophonie für Frankreich

4.4. Frankreichs Kampf für den Erhalt der französischen Sprache am Beispiel Afrikas

4.4.1. Das Französische in Afrika

4.4.2. Maßnahmen zur Förderung des Französischen in Afrika

4.4.3. Gründe für eine französische Präsenz in Afrika

5. Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die Rolle und den Stellenwert der französischen Sprache in einer zunehmend globalisierten Welt, geprägt durch die Vormachtstellung des Englischen sowie aufstrebende Weltsprachen wie Mandarin und Hindi. Ziel ist es, den Einfluss von Globalisierungsprozessen auf die französische Sprachpolitik zu analysieren und aufzuzeigen, wie Frankreich durch gezielte nationale und internationale Maßnahmen – insbesondere im Rahmen der Frankophonie – versucht, den Status seiner Sprache zu erhalten und auszuweiten.

  • Historische Entwicklung der französischen Sprachpolitik und deren Zusammenhang mit kulturellem Selbstverständnis.
  • Analyse globaler sprachpolitischer Herausforderungen wie der Dominanz des Englischen und dem Aufstieg neuer Weltsprachen.
  • Untersuchung der Bedeutung und Instrumentalisierung der Frankophonie als politisches und kulturelles Netzwerk.
  • Bewertung von Frankreichs Maßnahmen zum Schutz der eigenen Sprache in Europa und Afrika.

Auszug aus dem Buch

2.4.1. Grundzüge der französischen Kolonialpolitik

Frankreichs Blick auf das Phänomen der Kolonisation lässt sich wohl am klarsten mit der Definition vom französischen Essayisten und Ökonomen Leroy-Beaulieu zusammenfassen:

„Die Kolonisation ist die expansive Kraft des Volkes, seine Fähigkeit, sich zu vermehren; sie ist seine Ausbreitung und Vervielfachung über die Erde; sie ist die Unterwerfung der Menschheit oder seines großen Teils derselben unter seine Sprache, seine Sitten, seine Kultur [“ses idées“] und seine Gesetze. Ein Volk, das kolonisiert, legt damit den Grundstein seiner zukünftigen Größe und Vorherrschaft.“40

Der politische Aspekt liegt dabei auf der Ausbreitung der Gattung, verknüpft mit dem Streben nach kultureller Hegemonie. Jene Tendenz würde lange Zeit die französische Expansion kennzeichnen.41

Unter den Zielen der Assimilation kommt der französischen Sprache eine wichtige Rolle zu: „Die Sprache hat immer die Macht begleitet“42 – die Überzeugung von Elio Antonio de Nebrija von 1492 gilt, abgesehen von Ausnahmen, auch noch heute. Wie bereits im vergangenen Kapitel erläutert, verfolgt schon im Absolutismus Louis XIV. die machtpolitische Einflussnahme in den europäischen Gebieten durch die Verbreitung und vor allem durch den verpflichtenden Gebrauch der französischen Sprache. Für den Sonnenkönig ist die sprachliche Vereinheitlichung Voraussetzung für die politische Vormachtstellung in Europa.43 Und so steht auch die Sprache im Dienst der kolonialen Eroberung. Sie dient als Medium der Herrschaftspraxis. Ob demzufolge auch Herrschaft durch Sprache entstehen kann, wird im weiten Verlauf dieser Arbeit analysiert.

Frankreich bestreitet zwei Expansionsprozesse mit unterschiedlicher geographischer Ausrichtung. Die Kolonialmacht orientiert sich in ihrem ersten Kolonialreich von 1534 bis 1815 auf Nordamerika und die Antillen. Jacques Cartier entdeckt den Sankt-Lorenz-Strom und eröffnet damit die Möglichkeit für die Erschließung eines amerikanischen Großreiches.44

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der französischen Sprache als Teil des kulturellen Selbstverständnisses der Franzosen ein und umreißt die Herausforderungen durch die Globalisierung sowie die Gliederung der Arbeit.

2. Die Rolle der französischen Sprache – von der Vergangenheit bis in die Gegenwart: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der französischen Sprachpolitik nach, von den Anfängen unter dem Absolutismus und der Aufklärung über die Kolonialzeit bis hin zur Situation im 21. Jahrhundert.

3. Herausforderungen für die französische Sprache vor dem Hintergrund der Globalisierung: Es werden die zentralen globalen Bedrohungen analysiert, darunter die Rolle des Englischen als lingua franca, der Aufstieg von Mandarin und Hindi sowie die Arabisierungstendenzen im Maghreb.

4. Frankreichs Maßnahmen zum Schutz und zur Verbreitung der französischen Sprache: Dieses Kapitel erläutert die nationalen Gesetze zum Schutz der Sprache sowie die Strategien Frankreichs innerhalb der EU und des Netzwerks der Frankophonie, um den internationalen Einfluss zu wahren.

5. Schlussbetrachtung und Ausblick: Abschließend wird die Debatte um die Globalisierung resümiert und eine Perspektive für den Erhalt und die Zukunft des Französischen als Welt- und Kultursprache formuliert.

Schlüsselwörter

Frankreich, französische Sprache, Globalisierung, Frankophonie, Sprachpolitik, Kolonialismus, mission civilisatrice, Weltsprachen, Englisch, Mandarin, Hindi, Arabisierung, kulturelle Identität, Diplomatie, internationale Organisationen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht den Stellenwert der französischen Sprache angesichts globaler Veränderungen und analysiert Frankreichs Bemühungen, den Einfluss seiner Sprache durch gezielte politische und kulturelle Maßnahmen zu sichern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit fokussiert sich auf die historische Sprachpolitik Frankreichs, den globalen Wettbewerb der Sprachen, die Rolle der Frankophonie sowie Frankreichs konkretes Vorgehen zum Schutz des Französischen auf nationaler, europäischer und afrikanischer Ebene.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Frankreich mit den Herausforderungen der Globalisierung für seine sprachliche Vormachtstellung umgeht und welche Rolle die französische Sprache einnehmen muss, um sich in einer Welt konkurrierender kultureller und linguistischer Ambitionen eine Zukunft zu garantieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse historischer Sprachpolitik, politologischer Konzepte zur kulturellen Macht sowie der Untersuchung aktueller internationaler Organisationen und Abkommen im Kontext der Sprachverbreitung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung der Sprache, die Analyse globaler Herausforderungen wie Englisch, Mandarin und Hindi sowie eine detaillierte Betrachtung von Frankreichs Schutzmaßnahmen und der Bedeutung der Frankophonie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Schlagworte sind Frankreich, Sprachpolitik, Globalisierung, Frankophonie, kulturelle Identität und die internationale Verbreitung der französischen Sprache.

Welchen Einfluss spielt das Konzept der "mission civilisatrice" in der Arbeit?

Die "zivilisatorische Mission" wird als zentrales historisches Legitimationskonzept der französischen Kolonialpolitik dargestellt, welches die Durchsetzung der französischen Sprache und Lebensweise eng mit politischer Machtausübung verknüpft.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Maghreb für die Zukunft des Französischen?

Die Autorin sieht die Zukunft des Französischen im Maghreb als prekär an, da dort durch eine vehemente Arabisierungspolitik der öffentliche Raum für das Französische schwindet, obwohl es bei den dortigen Eliten weiterhin als Sprache der Moderne hoch geschätzt wird.

Fin de l'extrait de 98 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Perspektiven für die französische Sprache in einer zunehmend globalisierten Welt
Université
Free University of Berlin
Note
2,0
Auteur
Marie-Claire Kozik (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
98
N° de catalogue
V155782
ISBN (ebook)
9783640687220
Langue
allemand
mots-clé
Frankophonie Afrika Louis IV Sprachpolitik Kolonialismus Politik sprachwissenschaft lingua franca Englisch Anglizismen Weltsprachen Chinesisch Hindi Fremdwörter Europäische Union
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Marie-Claire Kozik (Auteur), 2010, Perspektiven für die französische Sprache in einer zunehmend globalisierten Welt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155782
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Extrait de  98  pages
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