[...] Zu Beginn meiner Arbeit wird die Mediennutzung heutiger Generationen
beschrieben. Es werden Studien des Medienpädagogischen Forschungsbundes
Südwest und des Instituts für angewandte Kindermedienforschung herangezogen.
Im Anschluss daran wird die Rolle des Buches im Medienverbund erläutert.
Damit verbunden ist die Veränderung der Funktionen von Lektüre.
Im Kapitel Gute Zeiten? Schlechte Zeiten? wird das Buch im Medienverbund
anhand der Begleitbücher zur Fernsehserie Gute Zeiten, schlechte Zeiten
verdeutlicht. Es wird gezeigt, welche Bedeutung Filmbücher für Kinder und
Jugendliche haben. In einem weiteren Kapitel wird auf die Auswirkungen der „medialen
Veränderungen“ auf die Leseförderung eingegangen. Die veränderten
Bedingungen dürfen nicht unberücksichtigt bleiben. Die Notwendigkeit eines
Konzeptwechsels in der Leseförderung und im Literaturunterricht wird aufgezeigt.
Abschließend werden die wichtigsten Aspekte resümiert.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die Mediennutzung
Das Buch im Medienverbund
Gute Zeiten? Schlechte Zeiten?
Konzeptwechsel in der Leseförderung
Resümee
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die veränderte Mediensozialisation von Kindern und Jugendlichen durch den Einfluss audiovisueller Medien und analysiert, wie dieser Wandel einen neuen Ansatz in der schulischen und außerschulischen Leseförderung notwendig macht. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie das Buch als Medium in einem multimedialen Umfeld bestehen kann und welche Rolle dabei insbesondere medienverbundene Literatur, wie etwa Fan-Begleitbücher zu Fernsehserien, für die Lesemotivation spielt.
- Wandel des Medienverhaltens von Kindern und Jugendlichen
- Die Rolle des Buches im modernen Medienverbund
- Analyse der Lesemotivation durch medienverbundene Literatur
- Bedeutung von Filmbüchern als Brücke zur Lesekultur
- Erforderliche Anpassungen in der Leseförderung und im Literaturunterricht
Auszug aus dem Buch
Gute Zeiten? Schlechte Zeiten?
Die beliebtesten Fernsehsendungen der Jungen waren 2004 laut JIM-Studie Krimis und Mystery Serien. Die Mädchen bevorzugen dagegen die Daily Soaps. Die Fernsehserie Gute Zeiten, schlechte Zeiten ist die am häufigsten gesehene Daily Soap.
Eine Studie des Instituts für angewandte Kindermedienforschung zeigte, dass 1999 15% der Kernzielgruppe, also der 12- bis 13-jährigen Mädchen, die Begleitbücher zur Serie lasen. Begleitbücher sind wesentlich populärer als anspruchsvolle Jugendliteratur von Astrid Lindgren, Michael Ende oder Erich Kästner, welche nur von 10% der Kindern gelesen wurde. Für Jungen scheinen die Begleitbücher zu Gute Zeiten, schlechte Zeiten nicht interessant zu sein. Der Anteil der männlichen Leser betrug nämlich nur ein Prozent.
Die Gute Zeiten, schlechte Zeiten Begleitbücher werden von verschiedenen Autoren unter dem Verlagspseudonym Anna Leoni verfasst. Die Bücher erscheinen fast monatlich als Hardcover mit Erstauflagen von 30.000 Exemplaren im Dino Verlag. Viele Titel haben mittlerweile eine Gesamtauflage von jeweils 100.000 Exemplaren erreicht. In den Begleitbüchern werden Episoden der Fernsehserie nacherzählt. Die Bücher thematisieren überwiegend Freundschaft und Liebe. Sie haben Titel wie Meine große Liebe oder Trouble in der Girls WG.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung thematisiert die durch audiovisuelle Medien veränderte Mediensozialisation und leitet daraus die Notwendigkeit für einen Konzeptwechsel in der Leseförderung ab.
Die Mediennutzung: Dieses Kapitel beschreibt den massiven Wandel der Mediennutzung heutiger Generationen, in denen audiovisuelle Medien als Leitmedien fungieren und das Buch oft eine untergeordnete Rolle einnimmt.
Das Buch im Medienverbund: Es wird erläutert, wie Bücher in Medienverbünden positioniert werden und welche Rolle Begleitbücher bei der Vermittlung von Medienereignissen und der Befriedigung von Informationsbedürfnissen spielen.
Gute Zeiten? Schlechte Zeiten?: Anhand des konkreten Fallbeispiels der Begleitbücher zur gleichnamigen Daily Soap wird analysiert, welche Motive Kinder und Jugendliche zur Lektüre von Filmbüchern bewegen.
Konzeptwechsel in der Leseförderung: Das Kapitel fordert eine Anpassung der Leseförderung an die Interessen Heranwachsender, wobei Trivialliteratur als Einstieg und Mittel zur Medienerziehung begriffen werden sollte.
Resümee: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass die Einbeziehung der Interessen Heranwachsender und die Anerkennung des Medienverbundes für eine erfolgreiche Lesemotivation unumgänglich sind.
Schlüsselwörter
Mediensozialisation, Leseförderung, Medienverbund, Jugendliteratur, Leseverhalten, Trivialliteratur, Filmbücher, JIM-Studie, Lesemotivation, Mediennutzung, Literaturunterricht, Medienerziehung, Identifikationsfiguren, Daily Soap, Medienereignisse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen der veränderten Medienwelt auf das Leseverhalten und die Lesesozialisation von Kindern und Jugendlichen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Felder sind die Mediennutzung, die Bedeutung des Buches im Medienverbund, die Lesemotivation sowie notwendige Veränderungen in der pädagogischen Leseförderung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Pädagogen durch die Einbeziehung der aktuellen Medieninteressen Heranwachsender – etwa durch die Nutzung von Begleitliteratur – eine effektivere Leseförderung gestalten können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse aktueller Studien, wie die JIM-Studie, sowie auf fachliterarische Abhandlungen zum Medienverhalten Heranwachsender.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil analysiert die Konkurrenz zwischen Printmedien und audiovisuellen Medien sowie die Funktion von Büchern in Medienverbünden, exemplifiziert durch die Begleitbücher zur Serie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Mediensozialisation, Leseförderung, Medienverbund und Lesemotivation geprägt.
Warum sind Begleitbücher für Wenig-Leser besonders attraktiv?
Da die Jugendlichen die Szenen und Charaktere bereits aus der Fernsehserie kennen, fällt der Einstieg in die Lektüre leichter und die visuelle Vorprägung unterstützt das Textverständnis.
Welche Rolle spielt die "Trivialliteratur" im Konzept der Autorin?
Die Autorin plädiert dafür, Trivialliteratur nicht pauschal abzulehnen, sondern als notwendige Brücke und Einstieg zu nutzen, um Jugendliche an literarische Inhalte heranzuführen.
Warum verliert das Buch laut der Arbeit an Bedeutung?
Die Arbeit stellt fest, dass audiovisuelle Medien durch ihre emotionale Intensität und die Ansprache mehrerer Sinneskanäle oft realistischer und unterhaltsamer auf Heranwachsende wirken als herkömmliche Schriftmedien.
- Citar trabajo
- Tamara Bauer (Autor), 2006, Literalität und Mediensozialisation, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155784