Historische Darstellung und musikwissenschaftliche Analyse der Bearbeitung Bach'scher Werke zwischen 1960 und 1992 in den Bereichen Swing/Jazz, Synthesizer, Rockmusik und Popmusik. 72 Seiten
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
I. Allgemeiner Teil
Bearbeitung
Die besondere Eignung der Werke Bachs
Auswertung der Diskographie
Rezeption in Musikwissenschaft und -pädagogik
II. Historisch-analytischer Teil
A. Swing und Jazz
Swing
The Swingle Singers
Notenbeispiel 1
Jacques Loussier
Notenbeispiele 2 - 6
B. Synthesizer-Bearbeitungen
Walter (Wendy) Carlos
Reinhard Lindner
Notenbeispiel 7
C. Rockmusik
Allgemeines
Ekseption
Andere Rock-Bearbeitungen
Notenbeispiele 8 - 12
D. Popmusik
Allgemeines
James Last
Andere Pop-Bearbeitungen
Notenbeispiele 13 - 15
III. Zusammenfassung und Bewertung
IV. Anhang
Verzeichnis der Hörbeispiele
Zeittafel
Diskographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Bearbeitungen der Werke von Johann Sebastian Bach in den Genres Jazz, Rock und Popmusik. Ziel ist es, die spezifischen Bearbeitungsmuster und Transformationstechniken der verschiedenen Künstler analytisch zu erfassen, diese einzuordnen und im Kontext ihrer musikalischen sowie pädagogischen Rezeption kritisch zu bewerten.
- Analyse von Bearbeitungstechniken und Stilrichtungen (Jazz, Rock, Pop, Synthesizer).
- Untersuchung der strukturellen Veränderungen von Bachs Werken in der Unterhaltungsmusik.
- Kritische Auseinandersetzung mit den Motiven und dem künstlerischen Anspruch der Interpreten.
- Vergleich zwischen dem "Original" und den jeweiligen modernen Adaptionen.
- Einordnung der "Baroque-Rock"-Bewegung und ihres Einflusses auf die Musikgeschichte.
Auszug aus dem Buch
Die besondere Eignung der Werke Bachs
Zur Beantwortung der Frage, wieso gerade die Werke Bachs sich in solchem Maß zur Bearbeitung angeboten haben und anbieten, müssen zunächst zwei Faktoren berücksichtigt werden: Zum einen - so trivial es klingt - die Tatsache, daß Johann Sebastian Bach gemeinsam mit Beethoven und Mozart eben zu den bekanntesten Meistern der Musikgeschichte gehört (wer bearbeitet schon Werke von Pachelbel oder Kuhnau?). Zum anderen der Umstand, daß im Barock das Komponieren mehr Tagesgeschäft denn "Geniestreich" war und dem Interpreten noch eine entscheidendere Rolle zukam: Barockmusik ist zu weiten Teilen ursprünglich "zu bearbeitende" Musik gewesen.
"So wird die Häufigkeit, ja Notwendigkeit von Bearbeitungen im weitesten Sinne für Bach deutlich. Manches muß schon im Vergleich zum Urtext eingesetzt oder improvisiert werden: die Generalbaßausfüllungen, die Ornamentik und Ausführung der Kadenzen...; die Dynamik, die nur selten angezeigt wurde; endlich die Wahl anderer Instrumente als die der Bachzeit."
Dem Verlust der Aufführungstradition zwischen Bachs Tod 1750 und Mendelssohns Aufführung der Matthäuspassion 1829, sowie dem starken Zugriff der Romantik auf die Interpretationsweise und (bis heute) die Hörgewohnheiten des Publikums ist es zuzuschreiben, daß sich erst jetzt - 240 Jahre später - der Begriff der "historischen Aufführungspraxis" in breiten Schichten der Musikhörer durchzusetzen beginnt - freilich auf Kosten einer Kommerzialisierung, die der Suche nach der Wahrheit nicht immer zuträglich ist...
Zusammenfassung der Kapitel
I. Allgemeiner Teil: Dieser Teil legt die theoretischen Grundlagen zum Phänomen der musikalischen Bearbeitung und begründet die besondere Eignung von Bachs Werken für moderne Adaptionen.
II. Historisch-analytischer Teil: Hier erfolgt die detaillierte Untersuchung und Gegenüberstellung von Bearbeitungen in den Sparten Swing/Jazz, Synthesizer-Adaptionen, Rockmusik und Popmusik anhand zahlreicher Beispiele.
III. Zusammenfassung und Bewertung: Dieses Kapitel fasst die verschiedenen Bearbeitungsmethoden zusammen und bewertet die untersuchten Arbeiten nach handwerklichen, stilistischen und ästhetischen Kriterien.
IV. Anhang: Der Anhang enthält ein systematisches Verzeichnis der Hörbeispiele, eine Zeittafel der musikalischen Entwicklungen sowie eine umfassende Diskographie der untersuchten Aufnahmen.
Schlüsselwörter
Johann Sebastian Bach, Musikbearbeitung, Jazz, Rockmusik, Popmusik, Synthesizer, Baroque-Rock, Swingle Singers, Jacques Loussier, Wendy Carlos, James Last, Ekseption, Musikpädagogik, Transkription, Aufführungspraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Einordnung von Musikbearbeitungen bachscher Werke durch Interpreten der Unterhaltungsmusik zwischen 1960 und 1990.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die zentralen Felder sind Jazz, Rock, Popmusik sowie die spezifische Rolle der Synthesizer-Musik bei der Adaption barocker Kompositionen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die systematische Erfassung von Bearbeitungstechniken und der Vergleich, wie unterschiedliche Stile Bachs Originalmusik transformieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine historisch-analytische Methode verwendet, die durch eine umfangreiche Diskographie und eigene Höralysen der entsprechenden Musikbeispiele gestützt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden einzelne Künstler wie die Swingle Singers, Jacques Loussier, Wendy Carlos, Ekseption und James Last in separaten Kapiteln auf Basis ihrer Bach-Bearbeitungen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt?
Wesentliche Begriffe sind Bach-Bearbeitung, Baroque-Rock, Synthesizer-Musik, musikalischer Stiltransfer und die kritische Rezeption in der Musikwissenschaft.
Welche Bedeutung kommt der "historischen Aufführungspraxis" laut dem Autor zu?
Der Autor ordnet die historische Aufführungspraxis als eine späte Gegenbewegung zum Verlust der Tradition seit dem 19. Jahrhundert ein, weist jedoch auf die Gefahr der Kommerzialisierung hin.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Rock- und Pop-Adaptionen?
Der Autor unterscheidet primär über das Instrumentarium (Gitarre/Hammond-Orgel bei Rock vs. "weichere" Pop-Varianten) sowie über die musikalische Intention der jeweiligen Produzenten.
- Quote paper
- Tobias Bücklein (Author), 1993, Switched-On-Bach, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155807