Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Children and Youth

Jugendgewalt in Deutschland

Verbreitung, Ausprägungen und sozialisatorische Ursachen

Title: Jugendgewalt in Deutschland

Diploma Thesis , 2010 , 98 Pages , Grade: 1,8

Autor:in: Sven Zimmermann (Author)

Sociology - Children and Youth
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In dieser Diplomarbeit soll es um das vielbeachtete Thema Jugendgewalt gehen, eine Thematik, welche in ganz besonderem Maße die Öffentlichkeit interessiert und dafür prädestiniert ist, Gemüter zu erhitzen. Jugendgewalt besitzt in der heutigen Zeit einen festen Platz in der öffentlichen Diskussion. Kommt es dann noch zu außerordentlich schweren Fällen von Jugendgewalt, werden diese besonders aufmerksam von den Medien begleitet und dominieren häufig die mediale Berichterstattung. In der Folge werden die verschiedensten Schlussfolgerungen getroffen, Experten befragt und Handlungsempfehlungen ausgesprochen. Oftmals wird ein trostloses Bild des Zustandes, in dem sich die heutige Jugend befindet, gezeichnet und die Zukunft der Gesellschaft in Frage gestellt. Schlagzeilen in großen deutschen Tageszeitungen zu jugendlichen Tätern wie „Sperrt das Pack weg“ (Bild 2009: 1) sind in diesem Zusammenhang nicht selten anzutreffen. Es wird verallgemeinert und übertrieben. Eine umfangreiche Auseinandersetzung mit den Ursachen von Jugendgewalt, ihren verschiedenen Ausprägungen und des allgemeinen Zustandes der Jugend ist nur in Einzelfällen anzutreffen, welche allerdings häufig nicht im Blickfeld der breiten Öffentlichkeit liegen. Hinzu kommt, dass die Problematik immer nur dann die Gesellschaft in einen angemessenen Umfang zu interessieren scheint, wenn es zu den angesprochenen, besonders spektakulären Fällen von Jugendgewalt kommt. Eine differenzierte Auseinandersetzung ist in diesen Phasen allerdings nicht zu erwarten, da infolge der Taten eher ein Klima von Hysterie und Ablehnung herrscht.
Auf Basis dieser Fakten entstand die Intention zu der vorliegenden Arbeit. Ziel dieser soll es sein, die Problematik vertiefend zu beleuchten und somit den Anstoß für einen differenzierteren Blick auf das Problemfeld zu geben.
Diese Aufgabenstellung soll mit der Beantwortung der folgenden Fragen erreicht werden:

1. Welche Formen von Jugendgewalt gibt es?
2. Hat der Umfang von Jugendgewalt in den vergangenen Jahren zugenommen?
3. Welche Auswirkungen haben die Sozialisationsinstanzen auf die Ausbildung
Jugendgewalttätigen Verhaltens

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Lebensphase Jugend

2.1 Die Lebensphase Jugend im gesellschaftlichen Zusammenhang

2.1.1 Die historische Entstehung der Lebensphase Jugend und ihre Expansion

2.1.2 Abgrenzung der Lebensphase Jugend zur Lebensphase Kindheit

2.1.3 Abgrenzung der Lebensphase Jugend zum Erwachsensein

2.2 Die Entwicklungsaufgaben in der Lebensphase Jugend

2.2.1 Probleme bei der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben

2.2.2 Transition und Moratorium

2.3 Die Entwicklung der Identität und Persönlichkeit

2.4 Jugendkulturen

3 Gewalt

3.1 Gewaltbegriffe

3.1.1 Zur Abgrenzung von Gewalt und Aggression

3.1.2 Zur Abgrenzung von Gewalt, abweichendem Verhalten und Kriminalität

3.2 Entwicklung einer zweckmäßigen Definition von Jugendgewalt

4 Jugendgewalt in Deutschland

4.1 Formen von Jugendgewalt

4.1.1 Bullying

4.1.2 Cyber - Bullying

4.1.3 Happy Slapping

4.1.4 School Shootings

4.1.5 Rechtsextreme Jugendgewalt

4.2 Zusammenfassung

5 Die Bedeutung der Sozialisationsinstanzen

5.1 Die Sozialisationstheorie

5.2 Die Sozialisationsinstanzen

5.2.1 Die Familie

5.2.2 Die Schule

5.2.3 Die Gleichaltrigengruppe

5.3 Die Bedeutung der Herkunft

5.4 Der Kreislauf der Gewalt

6 Resümee

7 Verzeichnisse

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, ein differenziertes Verständnis für das viel diskutierte Phänomen der Jugendgewalt in Deutschland zu schaffen, indem sie über die mediale Hysterie hinausblickt, Ursachen beleuchtet und die Relevanz verschiedener Sozialisationsinstanzen untersucht. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, wie Jugendgewalt in ihren Formen zu definieren ist, wie es um ihre Verbreitung steht und welchen Einfluss Familie, Schule sowie Gleichaltrigengruppen auf die Entwicklung gewalttätigen Verhaltens nehmen.

  • Strukturelle Analyse der Lebensphase Jugend und deren Entwicklungsaufgaben.
  • Differenzierung zentraler Gewaltbegriffe (personal vs. strukturell, Aggression, Devianz).
  • Empirische Einordnung der Verbreitung und Formen von Jugendgewalt (Bullying, Cyber-Bullying, Happy Slapping, School Shootings, rechtsextreme Gewalt).
  • Untersuchung des "Kreislaufs der Gewalt" durch Sozialisationsinstanzen wie Familie, Schule und Peergroups.

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Bullying

„[...] ich hab mich angemeldet,weil meine Freundin unbedingt Hilfe braucht.Sie wird seit vier Jahren von Mitschülern mal mehr,mal weniger gemobbt,in der Hinsicht,dass sie sich immer dumme Sprüche über ihre Kleidung,ihr Make-Up und ihre Interessen anhören muss und ihr ganz oft z.B. die Stühle weggezogen werden,wenn sie sich setzt.Wenn sie an denen vorbei läuft,stöhnen die manchmal und flüstern ihr zu :"oh ****,du törnst mich sooo an" oder so was.Außerdem haben sie sich über die Sachen,die sie zum Essen mitgenommen hat,lustig gemacht,so dass sie sich irgentwann zum Essen auf der Toilette versteckt hat.In den letzten Monaten ist es immer schlimmer geworden.“ (Mobbingforum 2009)

Dieser Erfahrungsbericht aus einem Selbsthilfeforum im Internet für Opfer von Mobbing oder auch Bullying fasst gut zusammen, was unter dieser Form von Jugendgewalt zu verstehen ist. Im deutschsprachigen Raum hat sich dabei die Bezeichnung Mobbing durchgesetzt, obwohl dies auch ein spezifisches anderes Phänomen, welches sich hauptsächlich auf den Arbeitsplatz beschränkt, bezeichnet. Oftmals werden allerdings auch beide Begriffe synonym verwendet, wie etwa auch in sozialwissenschaftlichen Untersuchungen, die sich mit dieser Form der Jugendgewalt befassen (vgl. Fuchs et al. 2009). Aufgrunddessen werden in den folgenden Ausführungen vereinzelt ebenso beide Begriffe gleichermaßen verwendet, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Wenn in der Folge von Mobbing die Rede ist, sind damit explizit die spezifischen Merkmale des Bullying gemeint, dessen Hauptmerkmale im folgenden dargestellt werden sollen.

Bullying bezeichnet eine weit verbreitete Form von jugendgewaltätigen Verhalten, welches sich hauptsächlich in der Schule abspielt. Dies liegt in dem Fakt begründet, dass junge Menschen in der Schule mit Abstand die meiste Zeit verbringen und sich dort die zwischenmenschlichen Kontaktmöglichkeiten der Jugendphase konzentrieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Jugendgewalt ein, thematisiert die mediale Verzerrung der Problematik und formuliert das Ziel der Arbeit, einen differenzierten Blick auf Ursachen und Ausprägungen zu werfen.

2 Die Lebensphase Jugend: Dieses Kapitel skizziert die Lebensphase Jugend als biografiebestimmende Phase, analysiert die historischen Bedingungen sowie die zentralen Entwicklungsaufgaben und Konzepte wie Transition und Moratorium.

3 Gewalt: Hier erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung mit dem schwierigen Gewaltbegriff und dessen Abgrenzung zu Aggression, abweichendem Verhalten und Kriminalität, um eine Arbeitsdefinition für Jugendgewalt zu erarbeiten.

4 Jugendgewalt in Deutschland: Dieser Hauptteil analysiert die tatsächliche Verbreitung von Jugendgewalt auf Basis von Schülerbefragungen und detailliert spezifische Formen wie Bullying, Cyber-Bullying, Happy Slapping, School Shootings und rechtsextreme Jugendgewalt.

5 Die Bedeutung der Sozialisationsinstanzen: In diesem Kapitel wird die Sozialisationstheorie angewandt, um den Einfluss von Familie, Schule und Gleichaltrigengruppen auf die Entstehung gewalttätigen Verhaltens zu untersuchen und das Modell des "Kreislaufs der Gewalt" zu begründen.

6 Resümee: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammen und formuliert weiterführende Hypothesen zur Dynamik und Prävention von Jugendgewalt.

Schlüsselwörter

Jugendgewalt, Lebensphase Jugend, Sozialisation, Bullying, Cyber-Bullying, Happy Slapping, School Shootings, Rechtsextremismus, Kriminalstatistik, Dunkelfeld, Familie, Schule, Peergroup, Gewaltprävention, Entwicklungsaufgaben.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit dem viel beachteten Thema Jugendgewalt, wobei sie das Ziel verfolgt, das Phänomen jenseits medialer Aufregung wissenschaftlich fundiert zu beleuchten.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Schwerpunkte sind die Definition von Gewalt, die aktuelle Verbreitung und Formen von Jugendgewalt in Deutschland sowie der tiefgreifende Einfluss der Sozialisationsinstanzen Familie, Schule und Gleichaltrigengruppen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie Jugendgewalt definiert werden kann, welches Ausmaß sie tatsächlich hat und wie verschiedene Sozialisationsinstanzen die Entstehung gewalttätigen Verhaltens begünstigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische Herleitung soziologischer Begriffe und zieht zur empirischen Untermauerung vor allem repräsentative Studien des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens (KFN) heran.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Formen von Jugendgewalt, von klassischem Bullying bis hin zu School Shootings, detailliert erläutert. Anschließend erfolgt eine Analyse des "Kreislaufs der Gewalt" innerhalb der Sozialisationsinstanzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Jugendgewalt, Sozialisation, Bullying, Kriminalstatistik, Dunkelfeld und Prävention charakterisieren.

Inwieweit spielt die Schule eine Rolle bei der Entstehung von Jugendgewalt?

Die Schule wird als "komplexes soziales Erfahrungsfeld" betrachtet. Negativer Leistungsdruck, eine belastete Lehrer-Schüler-Beziehung sowie die soziale Selektion an bestimmten Schulformen können laut Autor das Risiko für abweichendes Verhalten erhöhen.

Was versteht der Autor unter dem "Kreislauf der Gewalt"?

Der Begriff beschreibt, wie sich negative Einflüsse aus Familie, Schule und Gleichaltrigengruppen gegenseitig verstärken können, wodurch es für betroffene Jugendliche besonders schwer wird, aus einem gewaltgeprägten Verhalten auszubrechen.

Excerpt out of 98 pages  - scroll top

Details

Title
Jugendgewalt in Deutschland
Subtitle
Verbreitung, Ausprägungen und sozialisatorische Ursachen
College
University of Leipzig  (Institut für Soziologie)
Grade
1,8
Author
Sven Zimmermann (Author)
Publication Year
2010
Pages
98
Catalog Number
V155862
ISBN (eBook)
9783640690398
ISBN (Book)
9783640690886
Language
German
Tags
Soziologie Jugendsoziologie Gewalt Jugendgewalt Sozialisation Bullying Cyber Bullying Amoklauf School Shooting KfN Sozialisationsinstanzen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Zimmermann (Author), 2010, Jugendgewalt in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155862
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  98  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint