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"The Stanford Prison Experiment". Der kritische Umgang mit methodischen Fragen in Buch, Drehbuch und Film

Title: "The Stanford Prison Experiment". Der kritische Umgang mit methodischen Fragen in Buch, Drehbuch und Film

Term Paper , 2021 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Gerhard Wisnewski (Author)

Film Science
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Der Film "The Stanford Prison Experiment" (2015) basiert auf einer wahren Geschichte - jedenfalls auf der Geschichte, die der damalige Experimentator in seinem Buch "The Lucifer Effect" (2007) erzählt. Über 50 Jahre nach dem legendären psychologischen Experiment sind aber sowohl Versuchsaufbau als auch die Ergebnisse und die beteiligten Wissenschaftler verstärkt in die Kritik geraten.

Die vorliegende Arbeit fragt, inwieweit der Film einerseits Zimbardos retrospektive, teilweise selbstkritische Sicht auf Aussagen und Methodik seines Experiments wiedergibt. Andererseits, wo der Film von eben dieser abweicht.
Diese Arbeit erhebt nicht den Anspruch, zu beantworten, ob die verfilmten Geschehnisse wirklich so stattgefunden haben. Hier geht es vorrangig um einen Vergleich der Narrative, von Buchvorlage über Drehbuch zum Film.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Produktion: Kontext und Einfluss

2.1 Tim Talbott und zwei Regisseure

2.2 Tim Talbott und das Ehepaar Zimbardo

3. Filmanalyse: Methodische Fragen in Buch, Drehbuch und Film

3.1 Kernbotschaften

3.2 Figur Zimbardo: Einflussnahme und Voreingenommenheit

4. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den kritischen Umgang mit methodischen Fragen bei der filmischen Adaption des Stanford Prison Experiments. Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie sich der Film "The Stanford Prison Experiment" (2015) gegenüber der psychologischen Buchvorlage "The Lucifer Effect" von Philip Zimbardo verhält und inwieweit er sich von Zimbardos retrospektiver Selbstdarstellung emanzipiert bzw. diese übernimmt.

  • Prozess der filmischen Produktion und Drehbuchentwicklung
  • Vergleich zwischen psychologischer Fachliteratur und filmischer Narration
  • Dramaturgische Umsetzung methodischer Experimenteigenschaften
  • Die Doppelrolle Philip Zimbardos zwischen Forscher und Regisseur
  • Methodische Probleme und ethische Fragestellungen in der Darstellung

Auszug aus dem Buch

3.1 Kernbotschaften

Nachdem der Film mit dem Druck der Zeitungsanzeige eingestiegen ist und anschließend die Bewerbungsgespräche in einer Montage abgehandelt worden sind, sehen wir das Auswahlverfahren der Probanden: Die drei Experimentatoren stehen vor einem Tisch mit Fotoabzügen der Bewerber. Es wird eine Münze geworfen, danach werden zwei Fotos auf zwei Gruppen aufgeteilt: Je nachdem, ob Kopf oder Zahl oben liegt, wird ein Foto entweder nach links zu den „Gefangenen“ oder nach rechts zu den „Wärtern“ einsortiert. Den letzten Wurf tätigt Zimbardo, die Münze fliegt in Zeitlupe durch die Luft. Ihr Auftreffen entscheidet, dass Daniel zum „Gefangenen“ 8612 und Christopher zum „Wärter“ wird. Wie sich im Lauf der Handlung zeigen wird, sind die beiden zwei Extreme: Daniel rebelliert mehr gegen das System als jeder andere Häftling, Christopher wird der härteste unter den Wärtern.

Später im Film, nachdem Daniel entlassen worden ist, entbrennt im Kontrollraum eine Diskussion unter den Forschern über die soziale Dynamik zwischen dem „Häftling“ 8612 und dem harten Wärter Christopher, der inzwischen den Spitznamen „John Wayne“ erhalten hat. Als ein Streit entsteht, schließt Zimbardo die Debatte mit dem Satz: „No, here's the point: The only thing that separates those two was a coin flip“. Zehn Spielfilmminuten später wird die Münze mit einer Detailaufnahme betont, als Zimbardo in einem Gang wartet und sie zwischen seinen Fingern hin und her gleiten lässt. Diese Szene ist im Drehbuch enthalten und kann als wörtliche Übernahme in den Film gedeutet werden. Die Debatte zwischen den Akademikern über das Ausscheiden von 8612 kommt ebenfalls im Drehbuch vor, allerdings ohne Zimbardos Schlussargument. Äquivalent dazu spricht Talbott dem Münzwurf zu, „unmittelbares Schicksal eines Teilnehmers“ zu bestimmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Stanford Prison Experiment ein, skizziert die historische Bedeutung sowie die Intention der Arbeit, den Entstehungsprozess und die methodische Analyse der filmischen Umsetzung zu untersuchen.

2. Produktion: Kontext und Einfluss: Es wird der Entwicklungsprozess des Drehbuchs von Tim Talbott beleuchtet, wobei besonders die Zusammenarbeit mit dem Ehepaar Zimbardo und die unterschiedlichen Einflüsse der Regisseure herausgearbeitet werden.

3. Filmanalyse: Methodische Fragen in Buch, Drehbuch und Film: In diesem Hauptteil wird ein detaillierter Vergleich zwischen Buchvorlage und Film vorgenommen, um die Darstellung der Kernbotschaften und Zimbardos Einflussnahme auf das Experiment zu dekonstruieren.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass der Film einerseits methodische Mängel übernimmt, andererseits aber kritisch hinterfragt, wie sehr Zimbardo als Versuchsleiter und Gelehrter seine eigene Darstellung im Prozess beeinflusst hat.

Schlüsselwörter

Stanford Prison Experiment, Philip Zimbardo, The Lucifer Effect, Tim Talbott, Filmanalyse, methodische Fragen, Regie, Drehbuch, Psychologie, Rollenverhalten, soziale Dynamik, Filmadaption, Versuchsaufbau, Ethik, Selbstdarstellung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der filmischen Aufarbeitung des Stanford Prison Experiments und untersucht, inwieweit der Spielfilm "The Stanford Prison Experiment" von 2015 die wissenschaftlichen Vorlagen von Philip Zimbardo widerspiegelt oder kritisch hinterfragt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Themen gehören die Drehbuchentwicklung, die Einflussnahme der beteiligten Filmemacher, die filmische Narration wissenschaftlicher Experimente sowie der kritische Umgang mit Zimbardos eigener Darstellung seiner Rolle.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob und wie der Film die Perspektive von Zimbardo wiedergibt und inwieweit er über dessen eigene Selbstreflexion hinausgeht oder diese eher stützt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine vergleichende Filmanalyse, bei der Szenen aus dem Film gegen Drehbuchversionen, Zimbardos Buch "The Lucifer Effect" und dokumentierte Produktionsbedingungen gehalten werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Kernbotschaften, wie dem symbolischen "Münzwurf", sowie die Untersuchung von Zimbardos Figur als Forscher, die zwischen neutraler Beobachtung und manipulativen Eingriffen schwankt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Stanford Prison Experiment, Filmanalyse, Zimbardo, Drehbuchentwicklung, wissenschaftliche Neutralität und ethische Fragestellungen.

Welche Rolle spielt die Münze im Film?

Die Münze dient als zentrales filmisches Leitmotiv, das die vermeintliche Zufälligkeit der Rollenverteilung zwischen Wärtern und Gefangenen betont und laut Narrativ den einzigen Unterschied zwischen den Probanden markiert.

Wie unterscheidet sich der Film in der Darstellung von Zimbardos "guard orientation"?

Während im Buch Zimbardo die Einweisung der Wärter detailliert beschreibt, wird dieser Aspekt im Film teilweise gestrafft oder visuell umgedeutet, um die Neutralität oder Voreingenommenheit des Forschers dramatischer in Szene zu setzen.

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Details

Title
"The Stanford Prison Experiment". Der kritische Umgang mit methodischen Fragen in Buch, Drehbuch und Film
College
Television and Film Academy Munich
Course
Aufbauseminar Medienwissenschaften
Grade
1,0
Author
Gerhard Wisnewski (Author)
Publication Year
2021
Pages
21
Catalog Number
V1558853
ISBN (PDF)
9783389111000
ISBN (Book)
9783389111017
Language
German
Tags
Stanford Prison Experiment Zimbardo Lucifer Effect 1971 Psychologie psychologisches Experiment
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gerhard Wisnewski (Author), 2021, "The Stanford Prison Experiment". Der kritische Umgang mit methodischen Fragen in Buch, Drehbuch und Film, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1558853
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