Grammatikvermittlung: Deutsch als Fremdsprachenunterricht

Das Präteritum


Hausarbeit, 2006

18 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Das Präteritum
1.1 Verwendung des Präteritums
1.2 Formen des Präteritums

2 Analyse zweier Lehrwerke in Hinblick auf die Verwendung des Präteritums
2.1 Vorstellung der beiden Lehrwerke
2.1.1 Delfin
2.1.2 Das Deutschmobil
2.2 Verwendung des Präteritums im Vergleich
2.2.1 Delfin
2.2.2 Das Deutschmobil
2.3 Zusammenfassung

3 Schlussdiskussion : Didaktische Eignung der dargestellten Übungen

4 Literaturverzeichnis

1 Das Präteritum

Das Präteritum bezeichnet vergangene Sachverhalte und ist das spezifische Tempus der Erzählung. Aktzeit und Betrachtzeit liegen vor der Sprechzeit, dh. wenn man darüber spricht, ist das Geschehene längst vergangen. Es gilt Aktz = Betrz, Betrz u. Aktz vor Sprz, - Modu, +/- Colloqu, +/- Adv

In dieser formelhaften Darstellung steht Aktz als Abkürzung für die Aktzeit, Betrz für die Betrachtzeit, Sprz für die Sprechzeit, der Zeit also, in der Satz vom Sprecher geäußert wird und Modu für den (in diesem Fall fehlenden) Modalfaktor der Vermutung. Colloqu drückt die Sprechhaltung aus, entspricht der Stil nicht der üblichen umgangssprachlichen Verwendung der Tempusformen, wird dies durch – Colloqu gekennzeichnet. Temporalbestimmungen, abgekürzt durch Adv, sind im Präteritum nicht obligatorisch.[1]

1.1 Verwendung des Präteritums

a. in direkter Rede:

Das Präteritum kann Verwendung finden, um gegenwärtige Sachverhalte zu beschreiben, etwa wenn es in der erlebten Rede heißt: „Er fragte den Arzt: Bin ich wirklich so schwer krank?“[2] Hier steht die direkte Rede im Präsens und gibt die Perspektive der handelnden Person wieder, das Geschehen fand allerdings bereits in der Vergangenheit statt, von der Handlung wird in der 3. Person berichtet.

b. in indirekter Rede: Er fragte sich, ob er wirklich so schwer krank sei.[3]

In diesem Fall steht der Hauptsatz im Präteritum, der Nebensatz im Konjunktiv Präsens. Wiederum soll ein gegenwärtiger Sachverhalt beschrieben werden, ebenso wie unter Punkt c.

c. in der erlebten Rede: War er wirklich so schwer krank?

d. statt des Präsens: Wie war doch Ihr Name?[4]

Selten, aber doch wird das Präteritum an Stelle des Präsens gebraucht. Es sind dies erstarrte Floskeln, in denen zwar der gegenwärtige Sachverhalt gemeint ist, der Sprecher sich jedoch an einer schon vorher bestehenden Situation orientiert.[5]

1.2 Formen des Präteritums

Das Präteritum wird gebildet, indem man zwischen Stamm und Persönalendung ein –t- einfügt wird, in der 2. Person Singular und Plural ein –te-, und in der 3. Person Singular, die ja im Präsens schon auf –t- endet, wird zusätzlich bei den regelmäßigen Verben ein –e angefügt, und zwar

a. wenn der Stamm auf –d- oder –t- endet: du arbeit-e-t-est

b. wenn der Stamm auf –m oder –n endet und dem m oder n ein anderer Konsonant (außer l oder r) vorangeht: du atm-e-t-est

a) Schwache Verben

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Endungen der regelmäßigen (hier: schwachen) Verben sind demnach –te, -test, -te, -ten, -tet und

-ten. Bei den trennbaren Verben wird das Präfix nachgestellt, die Formen des Präteritums bleiben die selben.

b) Modalverben: Im Fall der Modalverben (wollen, sollen, können, dürfen, müssen) werden die Präteritumsendungen an den jeweiligen Stamm angehängt. Das ö in können wird zu einem o, das ü in dürfen und müssen zu einem u.

c) unregelmäßige Verben:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei den unregelmäßigen Verben kommt es zu einem Vokalwechsel, bei denken ändert sich nicht nur der Vokal, sondern nk wird zu ch, aus dem Infinitiv denken wird so in der 1. Person Präteritum ich dachte.

d) Starke Verben

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hier bei den starken Verben kommt es zu einem Vokalwechsel, die zum Stamm dazugehörigen Endungen sind in der 2. Person Singular –st, im Plural –en, -t, -en. In der 1. und 3. Person Singular wird keine zusätzliche Endung mehr angehängt.

e) Das Passiv: Die Bildung des Präteritums erfolgt im Passiv durch wurde + obengenannte Präteritumsendungen plus Partizip II.[6]

2 Analyse zweier Lehrwerke in Hinblick auf die Verwendung des Präteritums

2.1 Vorstellung der beiden Lehrwerke

2.1.1 Delfin

Das Lehrwerk Delfin richtet sich an Erwachsene und Jugendliche ab etwa 16 Jahren. Ziel ist laut Umschlagtext, „systematisch die wesentlichen sprachlichen Fertigkeiten“ zu vermitteln. Dementsprechend beginnt jede Lektion zunächst mit einem doppelseitigen Einstieg, der in Thema und Grammatik des jeweiligen Kapitels einführt. Darauf folgen Arbeitsschwerpunkte zu den vier Fertigkeiten Lesen, Hören, Sprechen und Schreiben. Es existiert sowohl eine zweibändige als auch eine einbändige Version des Lehrbuchs. Dazu gehören dann noch jeweils entweder ein bzw. zwei Bände als Arbeitsbuch, sowie je zwei CD`s mit den Sprechübungen bzw. zwei Kassetten, die neben diesen Sprechübungen auch noch Hörverstehenstexte und die Diktate aus dem Buch enthalten.

[...]


[1] vgl dazu auch: Gerhard Helbig, Joachim Buscha: Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht. Leipzig: VEB Verlag Enzyklopädie 1975, S. 126

[2] ebd., S. 126

[3] ebd., S. 126

[4] ebd., S. 126

[5] vgl dazu auch: Gerhard Helbig, Joachim Buscha: Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht. Leipzig: VEB Verlag Enzyklopädie 1975, S. 127

[6] Vgl. dazu auch: Gerhard Helbig, Joachim Buscha: Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht. Leipzig: VEB Verlag Enzyklopädie 1975, S. 127

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Grammatikvermittlung: Deutsch als Fremdsprachenunterricht
Untertitel
Das Präteritum
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Proseminar Grammatikvermittlung im Deutsch als Fremdspracheunterricht
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
18
Katalognummer
V155892
ISBN (eBook)
9783640698189
ISBN (Buch)
9783640698424
Dateigröße
538 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grammatikvermittlung, Deutsch, Fremdsprachenunterricht, Präteritum
Arbeit zitieren
Mag. Eva Lirsch (Autor), 2006, Grammatikvermittlung: Deutsch als Fremdsprachenunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155892

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