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Die religiösen und ethischen Grundlagen der Stammzellenforschung in Israel

Titre: Die religiösen und ethischen Grundlagen der Stammzellenforschung in Israel

Dossier / Travail de Séminaire , 2007 , 15 Pages , Note: 1,1

Autor:in: Frank D. Lemke (Auteur)

Théologie - Divers
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Die Stammzellenforschung erregt die Gemüter vieler Wissenschaftler: Die einen
erwarten durch sie revolutionäre Erfolge für die Behandlung bislang unheilbarer
Krankheiten, die anderen weisen wegen ethischen Bedenken die Forschung am ungeborenen Leben zurück. Das Beispiel der deutschen Debatte um ein Stammzellengesetz im Forschungsausschuss des Bundestags am 9. Mai 2007 zeigt, wie umstritten das
Thema ist. Ethische Bedenken gegen eine Lockerung der Gesetzeslage wiegen schwer. In neun von 15 Ländern der Europäischen Union ist die Forschung an embyonalen
Stammzellen verboten. In Israel gibt es kein Gesetz, das die Stammzellenforschung reguliert. Deswegen gilt die israelische Forschung als eine der am weitesten fortgeschrittene: Im Januar 2007 gelang es dort zum ersten Mal aus embryonalen Stammzellen Herzzellen wachsen zu lassen. Die Instanz, an der ethische Fragestellungen zur Stammzellenforschung in Israel
gemessen werden, ist das göttliche Gesetz. Dieses göttliche Gesetz wird von
Rabbinern, die juristische Instanzen sind, nach ethischen, geschichtlichen, sozialen und politischen Kriterien interpretiert, so dass Gerechtigkeit für das Wohl menschlichen Lebens auf der Erde verwirklicht werden kann. Aus diesem Grund sind die ethische und religiöse Dimension in der israelischen Stammzellforschung eng miteinander verwoben. Ziel dieser Ausarbeitung ist es, die Methoden und Chancen der Stammzellenforschung darzustellen, die ethischen Einwände zu skizzieren und die
religiösen und ethischen Grundlagen der Stammzellenforschung aus jüdischer
Perspektive herauszuarbeiten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Forschungs- und Quellenlage

2. Was sind Stammzellen?

3. Methoden und Chancen der Stammzellforschung

4. Das ethische Dilemma

5. Religiöse und ethische Grundlagen aus jüdischer Perspektive

5.1 Der Stellenwert eines Embryos im göttlichen Gesetz

5.2 Das höchste Gebot im Judentum

6. Die juristische Auslegung anhand von zwei Beispielen

7. Der Standpunkt der jüdischen Glaubensgemeinschaften

8. Der aktuelle Stand der Forschung und Perspektiven

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit befasst sich mit der ethischen Bewertung der Stammzellforschung aus der spezifischen Sicht des Judentums. Ziel ist es, die grundlegenden religiösen und juristischen Argumentationslinien innerhalb der jüdischen Tradition zu analysieren und aufzuzeigen, wie diese auf moderne bioethische Fragestellungen angewandt werden.

  • Wissenschaftliche Grundlagen und Gewinnungsmethoden von Stammzellen
  • Das ethische Spannungsfeld zwischen Lebensschutz und Heilungschancen
  • Interpretation des Status des Embryos innerhalb des jüdischen Rechts (Halacha)
  • Bedeutung des Pikuach Nefesch (Lebensrettung) als ethische Verpflichtung
  • Positionierung verschiedener jüdischer Strömungen zur Forschung

Auszug aus dem Buch

Religiöse und ethische Grundlagen aus jüdischer Perspektive

Die ethischen Werte und Normen der jüdischen Tradition sind eng verbunden mit dem göttlichen Gesetz, der Tora. Sie ist die Grundlage der jüdischen Rechtsprechung und damit auch in der Stammzellendebatte Maßstab jeder ethischen Abwägung. Da die Tora keine direkten Aussagen zu Problematiken wie der Stammzellenforschung macht, ist es die Aufgabe von Rabbinern das göttliche Gesetz auf solche Probleme anzuwenden. Der Talmud als Sammlung einer langen Tradition mündlicher Interpretation der Tora, ist für die Rechtsprechung im Judentum ebenso verbindlich wie die Halacha.

Die Kernfrage ob und wann einem Embryo Menschenwürde zugesprochen werden kann oder nicht stellt sich auch im Judentum. Texte aus dem Talmud sowie der Tora sind hier Basis die Diskussion der Rabbiner. Im Traktat TB Niddah 30a heißt es: „Wenn [eine Frau] am vierzigsten Tage [der Schwangerschaft] etwas ausstößt, so braucht sie keine Geburt zu berücksichtigen [es gilt, als ob sie nie schwanger war], wenn am einundvierzigsten, so verweile sie wie bei einem Knaben und einem Mädchen als Menstruierende.“

Aus dieser Textpassage geht hervor, daß die Gewinnung von embryonalen Stammzellen in den ersten vierzig Tagen nach der Befruchtung von jüdischer Seite nicht als Mord am ungeborenen Leben gesehen wird und prinzipiell akzeptiert ist. Der Traktat Jabmuth 69b unterstützt diese Akzeptanz: „[Der Same ist] bis zum vierzigsten Tage nichts weiter als Wasser [maya be’alma].“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Kontroverse der Stammzellforschung und Darstellung der Problematik zwischen Heilungschancen und ethischen Bedenken.

1. Forschungs- und Quellenlage: Vorstellung der wissenschaftlichen und religiösen Quellenbasis, insbesondere unter Berücksichtigung rabbinischer Schriften.

2. Was sind Stammzellen?: Erläuterung der biologischen Eigenschaften von Stammzellen sowie deren Differenzierungspotenzial.

3. Methoden und Chancen der Stammzellforschung: Beschreibung technischer Verfahren zur Gewinnung von Stammzellen und der medizinischen Hoffnung auf Therapien.

4. Das ethische Dilemma: Diskussion der gegensätzlichen Argumente bezüglich der moralischen Zulässigkeit der Zerstörung von Embryonen.

5. Religiöse und ethische Grundlagen aus jüdischer Perspektive: Analyse des jüdischen Rechtsrahmens und der Interpretation des Embryonenstatus.

6. Die juristische Auslegung anhand von zwei Beispielen: Konkretisierung der Anwendung halachischer Prinzipien auf die Stammzellthematik.

7. Der Standpunkt der jüdischen Glaubensgemeinschaften: Übersicht über die Positionen reformierter, konservativer und orthodoxer Strömungen.

8. Der aktuelle Stand der Forschung und Perspektiven: Ausblick auf technologische Entwicklungen, wie die iPS-Zellen, und deren Einfluss auf die ethische Debatte.

Schlüsselwörter

Stammzellforschung, Judentum, Tora, Talmud, Halacha, Pikuach Nefesch, Embryonenschutz, Bioethik, Stammzellen, Lebensrettung, Rabbiner, Ethik, Menschenwürde, Medizinethik, Stammzellgesetz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die ethische und religiöse Bewertung der Stammzellforschung unter besonderer Berücksichtigung jüdischer Traditionen und Rechtstexte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Schutz des menschlichen Lebens, die Definition des Embryonenstatus und das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichem Fortschritt und religiösen Werten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die ethischen Einwände sowie die religiösen Begründungen der jüdischen Perspektive zur Stammzellforschung fundiert herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theologisch-ethischen Analyse, die klassische jüdische Quellentexte (Tora, Talmud) mit modernen bioethischen Diskursen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Behandelt werden die biologischen Grundlagen, das ethische Dilemma der Embryonenforschung, die Interpretation des göttlichen Gesetzes und die Haltungen der verschiedenen jüdischen Strömungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Stammzellen, Judentum, Embryonenstatus, Pikuach Nefesch, Bioethik und religiöse Normen.

Welche Rolle spielt das Prinzip "Pikuach Nefesch"?

Es fungiert als höchstes Gebot, welches die Rettung eines Menschenlebens über fast alle anderen religiösen Gesetze stellt und somit die medizinische Forschung legitimieren kann.

Wie bewertet das Judentum die ersten 40 Tage nach der Befruchtung?

Basierend auf dem Talmud gilt der Embryo in dieser frühen Phase als „Wasser“ (maya be’alma), weshalb die Gewinnung von Stammzellen zu diesem Zeitpunkt nach verbreiteter jüdischer Auffassung nicht als Mord gewertet wird.

Unterscheiden sich die jüdischen Strömungen in ihrer Haltung?

Ja, wobei jedoch alle drei Hauptströmungen (reformiert, konservativ, orthodox) die Forschung prinzipiell befürworten, sofern sie der Heilung von Krankheiten dient.

Gibt es Grenzen für die Forschung aus jüdischer Sicht?

Die Forschung soll sich auf das Ziel der Heilung beschränken; eine reine Selektion nach genetischen Merkmalen oder eine Instrumentalisierung zur Erlangung von "Unsterblichkeit" wird kritisch gesehen.

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Résumé des informations

Titre
Die religiösen und ethischen Grundlagen der Stammzellenforschung in Israel
Université
University of Frankfurt (Main)  (Religionswissenschaft)
Cours
Die aktuelle Debatte über Sterbehilfe, Transsexualität und Gentechnologie aus jüdischer Sicht
Note
1,1
Auteur
Frank D. Lemke (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
15
N° de catalogue
V155929
ISBN (ebook)
9783640687756
ISBN (Livre)
9783640687909
Langue
allemand
mots-clé
Stammzellenforschung Israel Sterbehilfe Transsexualität Gentechnologie jüdische religiöse ethische Grundlagen Embryo juristische Auslegung Gesetz Methoden Chancen Perspektiven Dilemma Gott Judentum Thora Tora Torah Stammzellen Medizin Krankheiten Forschung Forschungen ungeborenes Leben Rabbi Rabbiner Körperzellen Tochterzellen Zellteilung Differnzierungspotential Differenzierungspotential Befruchtung Glauben pluripotent multipotent Keimzellen Keimzelle Zellersatztherapie Zellersatztherapien Eizelle Zellmasse Klonen Parkinson Multiple Sklerose Talmud Rechtsprechung Pikkuach nefesh Diabetes Stammzellengesetz Stammzellentherapie 9. Mai 2007 09.05.07 09.05.2007 9.5.2007 Forschungsausschuss Bundestag Menschenwürde Herzzellen
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Citation du texte
Frank D. Lemke (Auteur), 2007, Die religiösen und ethischen Grundlagen der Stammzellenforschung in Israel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155929
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Extrait de  15  pages
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