In meiner folgenden Hausarbeit werde ich darauf eingehen, warum es die leichte Sprache beziehungsweise einfache Sprache gibt und wieso diese so bedeutend in unserer Sprache und Gesellschaft ist. Außerdem werde ich anhand eines geeigneten Textausschnittes die vorherrschenden Regeln anwenden und eine Übersetzung anfertigen.
Am 28. Mai feiert die Leichte Sprache ihren internationalen Tag. Dieser Tag soll verdeutlichen, wie wichtig Informationen und Texte in verständlicher Sprache für Menschen mit eingeschränkter Sprach – oder Lesekompetenz sind. Leichte Sprache hilft somit schwierige Informationen zu verstehen und den Sinn dahinter zu ergreifen.
Texte in Leichter Sprache informieren den Leser in einer verständlichen Form. Dabei richten sich diese an Menschen mit Einschränkungen beim Lesen und Verstehen, Menschen mit Lernschwierigkeiten oder an Menschen, die nicht sicher in diesem Falle die Sprache Deutsch sprechen.
Wichtig zu erwähnen ist, dass die Leichte Sprache lediglich ein zusätzliches Angebot ist. Sie ersetzt keineswegs den Originaltext und verdrängt dabei auch nicht die Standard- oder Fachsprache. Texte in Leichter Sprache haben somit auch keine Rechtskraft.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung / Heranführung
2. Entstehung und Regelwerk der Leichten Sprache
3. Übersetzung und Analyse: „Till Eulenspiegel“
3.1. Original – vorgegebener Text „Till Eulenspiegel“
3.2 Regensburger Analysetool „RATTE 2.0“
3.3 Originaltext „Till Eulenspiegel“ überarbeitet
3.4 Übersetzung in die Leichte Sprache
3.5 Übersetzter Text „Till Eulenspiegel“ in die Leichte Sprache
3.6 Analyse der Übersetzung des Textes in leichter Sprache „Till Eulenspiegel“
4. Zusammenfassung / Fazit
5. Quellen / Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Relevanz der Leichten Sprache im Kontext der Fachsprache und hinterfragt, ob eine Substitution der Standard- oder Fachsprache erfolgt. Anhand des Textausschnitts „Till Eulenspiegel“ wird eine praktische Übersetzung in Leichte Sprache vorgenommen, um die Anwendung regulatorischer Regeln aufzuzeigen und sprachliche Veränderungen zu analysieren.
- Bedeutung von Verständlichkeit und Barrierefreiheit in der Gesellschaft
- Regelwerk und theoretische Grundlagen der Leichten Sprache
- Methodische Anwendung und Analyse mittels "RATTE 2.0"
- Kontrastive Untersuchung von Normal- und Leichter Sprache
Auszug aus dem Buch
3.3 Originaltext „Till Eulenspiegel“ überarbeitet
Im nachfolgenden Text sind, die zu übersetzenden beziehungsweise zu veränderten Wörter rot markiert. Des Weiteren müssen der Aufbau des Textes und die Konstruktion der Sätze überarbeitet werden.
Till Eulenspiegel
Wie Eulenspiegel in Magdeburg verkündete, vom Rathauserker fliegen zu wollen, und wie er die Zuschauer mit Spottreden zurückwies
Bald nach dieser Zeit, als Eulenspiegel ein Küster gewesen war, kam er in die Stadt Magdeburg und vollführte dort viele Streiche. Davon wurde sein Name so bekannt, daß man von Eulenspiegel allerhand zu erzählen wußte. Die angesehensten Bürger der Stadt baten ihn, er solle etwas Abenteuerliches und Gauklerisches treiben. Da sagte er, er wolle das tun und auf das Rathaus steigen und vom Erker herabfliegen. Nun erhob sich ein Geschrei in der ganzen Stadt. jung und alt versammelten sich auf dem Markt und wollten sehen, wie er flog.
Eulenspiegel stand auf dem Erker des Rathauses, bewegte die Arme und gebärdete sich, als ob er fliegen wolle. Die Leute standen, rissen Augen und Mäuler auf und meinten tatsächlich, daß er fliegen würde. Da begann Eulenspiegel zu lachen und rief: „Ich meinte, es gäbe keinen Toren oder Narren in der Welt außer mir. Nun sehe ich aber, daß hier die ganze Stadt voller Toren ist. Und wenn ihr mir alle sagtet, daß ihr fliegen wolltet, ich glaubte es nicht. Aber ihr glaubt mir, einem Toren! Wie sollte ich fliegen können? Ich bin doch weder Gans noch Vogel! Auch habe ich keine Fittiche, und ohne Fittiche oder Federn kann niemand fliegen. Nun seht ihr wohl, daß es erlogen ist.“ Damit kehrte er sich um, lief vom Erker und ließ das Volk stehen. Die einen fluchten, die anderen lachten und sagten: „Ist er auch ein Schalksnarr, so hat er dennoch wahr gesprochen!“ (https://www.projekt-gutenberg.org/bote/eulenspg/eulen16.html)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung / Heranführung: Diese Einleitung begründet die Relevanz der Verständlichkeit von Texten und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, Leichte Sprache anhand eines Beispiels praktisch anzuwenden.
2. Entstehung und Regelwerk der Leichten Sprache: Hier wird der Ursprung der Leichten Sprache in der Behindertenrechtsbewegung dargelegt und das für die Arbeit grundlegende Regelwerk skizziert.
3. Übersetzung und Analyse: „Till Eulenspiegel“: Dieses Kapitel bildet den Kern der Arbeit und umfasst die Analyse des Ausgangstextes, dessen schrittweise Übersetzung unter Anwendung verschiedener Regeln sowie die anschließende analytische Auswertung der Ergebnisse.
4. Zusammenfassung / Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Fachsprache und Leichte Sprache keine Konkurrenz darstellen, sondern sich ergänzen, und betont die Notwendigkeit der Balance zwischen Verständlichkeit und Detailtreue.
5. Quellen / Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Literatur und Online-Ressourcen.
Schlüsselwörter
Leichte Sprache, Fachsprache, Barrierefreiheit, Till Eulenspiegel, Textanalyse, RATTE 2.0, Inklusion, Sprachvariation, Verständlichkeit, Regelwerk, Satzbau, Wortwahl, Sprachbarrieren, Kommunikation, Übersetzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Leichter Sprache zur Standard- bzw. Fachsprache und setzt sich mit den Herausforderungen auseinander, einen komplexen Text in verständliche Sprachformen zu übertragen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Barrierefreiheit, die linguistischen Regeln der Leichten Sprache und deren praktische Anwendung an einem historischen Textbeispiel.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Leichte Sprache funktioniert und ob sie die Fachsprache verdrängt oder eher als notwendige Ergänzung für eine inklusive Gesellschaft agiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine angewandte linguistische Methode genutzt, unterstützt durch das Regensburger Analysetool "RATTE 2.0", um die Textqualität vor und nach der Übersetzung objektiv zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beinhaltet die theoretische Einordnung, die methodische Analyse mittels RATTE 2.0 sowie eine detaillierte, regelbasierte Übersetzung von "Till Eulenspiegel" inklusive Begründung der vorgenommenen Anpassungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Leichte Sprache, Barrierefreiheit, Textanalyse, Inklusion und Kommunikation.
Warum wurde "Till Eulenspiegel" als Textbeispiel gewählt?
Der Text dient als herausforderndes Beispiel, um zu zeigen, wie kulturelle Anspielungen und komplexe Syntax in eine für Menschen mit Einschränkungen zugängliche Form überführt werden können.
Was bedeutet das "Zwei-Tempus-System" in der Leichten Sprache laut Autor?
Die Arbeit erläutert, dass dieses System – primär Präsens und Perfekt – dazu dient, dem Lesenden einen unmittelbaren Wahrnehmungsraum zu vermitteln und Komplexität zu reduzieren.
Welche Rolle spielt die "negative Sprache" in der Übersetzung?
Die Autorin/der Autor nutzt negative Sprache bewusst als Stilmittel zur Betonung von Widersprüchen, wobei diese Wörter zur besseren Sichtbarkeit fett markiert werden.
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- Anonym (Autor:in), 2024, Verdrängt die Leichte Sprache die Fachsprache?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1559307