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Ausgestaltung der zukünftigen Hochschulfinanzierung unter allokativen und distributiven Gesichtspunkten

Grundlagen Kosten-Nutzen-Äquivalenter Studiengebühren

Title: Ausgestaltung der zukünftigen Hochschulfinanzierung unter allokativen und distributiven Gesichtspunkten

Bachelor Thesis , 2008 , 57 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Burak Öztoprak (Author)

Economics - Micro-economics
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Summary Excerpt Details

Das Ziel der vorliegenden Arbeit liegt darin, eine zukunftsfähige Finanzierungskonzeption für den tertiären Bildungsbereich herauszuarbeiten und dabei allokative und distributive Gesichtspunkte gleichermaßen zu berücksichtigen. Insbesondere werden dabei auch die Studiengebühren, welche inzwischen ihre politische Legitimation erlangt haben, vor allem im Hinblick auf den vereinheitlichten Erhebungsmodus kritisch gewürdigt.
Dazu werden im zweiten Kapitel allokative Überlegungen angestellt. Die Analyse zeigt, dass Hochschulbildung als solches kein reines öffentliches Gut ist und insoweit scheidet ein gebührenfreier Zugang zur Hochschulbildung aus. Allerdings lassen sich sowohl in der Bildungsproduktions- als auch in der Bildungsausreifungsphase vielfältige Externalitäten auf die Hochschulbildung zurückführen, die soziale Investitionen zwingend erforderlich machen. Ganz offensichtlich handelt es sich im Bereich der Hochschulbildung um ein Mischfinanzierungsgut.
Das dritte Kapitel behandelt die verteilungspolitischen Überlegungen. Die empirischen Befunde zeigen, dass die Studienabsolventen in einer Längsschnittsbetrachtung erheblich höheren Nutzen vereinnahmen als sie Kosten – durch Steuerzahlungen in der Erwerbsperiode – tragen, sodass im Ergebnis Umverteilungseffekte von einkommensschwächeren zu einkommensstärkeren Haushalten stattfinden, die verteilungspolitisch nicht gerechtfertigt sind. Demgegenüber sind die Ergebnisse der Querschnittsbetrachtung als politisch erwünscht einzustufen; obgleich das Redistributionsmaß als bescheiden angesehen werden darf.
Im vierten Kapitel werden die Ausgestaltungskriterien für eine kohärente Finanzierungskonzeption abgeleitet und grundlegende Überlegungen zu den Differenzierungsansätzen in der Gebührenerhebung diskutiert.
Im fünften Kapitel wird zunächst ein Differenzierungsansatz (Proportionalansatz) aus der Literatur kritisch gewürdigt. Es wird aufgezeigt, dass dieses differenzierte Studienentgeltmodell einen eklatanten Schwachpunkt aufweist. Dieses Modell impliziert, dass die Divergenz zischen privaten und sozialen Erträgen gleich null ist. Eine Fehleinschätzung mit weitreichenden Folgen für die Bildungsnachfrage, welche in diesem Fall abnehmen würde.
Als Gegenentwurf wird ein Kosten-Nutzen-äquivalentes Studienentgeltsystem modelliert, welches sowohl Steuerfinanzierungs- und Gebührenfinanzierungskomponenten, als auch einen Differenzierungsansatz berücksichtigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Aufbau

2 Allokative Betrachtungen

2.1 Allokationsfunktion

2.1.1 Theorie der öffentlichen Güter

2.1.2 Externe Effekte

2.1.2.1 Produktivitätssteigernde externe Effekte

2.1.2.2 Wohnortbezogene externe Effekte

2.1.2.3 Atmosphärische externe Effekte

2.2 Zusammenfassung allokativer Betrachtungen

3 Theoretische und empirische Betrachtungen zur Distributionsfunktion

3.1 Querschnittsbetrachtung

3.2 Längsschnittsbetrachtung

3.3 Zusammenfassung der Querschnitts- und Längsschnittsbetrachtung

4 Ausgestaltungskriterien für die Hochschulfinanzierung

4.1 Effizienzpolitische Ausgestaltungskriterien

4.2 Distributionspolitische Ausgestaltungskriterien

4.3 Grundlagen der Gebührendifferenzierung

5 Differenzierung von Studiengebühren

5.1 Differenzierte Studienentgelte nach dem Proportionalansatz

5.2 Kosten- Nutzen-Äquivalent orientiertes Studienentgeltsystem

5.3 Das „Higher Education Contribution“-System (HECS)

5.4 Nutzen-Äquivalente Studiengebühren

6 Resümee

6.1 Schlussfolgerungen

6.2 Aktuelle Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die verteilungspolitischen Effekte einer einheitlichen Studiengebühr im deutschen Hochschulsystem unter Berücksichtigung allokativer und distributiver Aspekte. Ziel ist es, ein differenziertes Studiengebührenmodell zu entwickeln, das den Anforderungen an Kosten-Nutzen-Äquivalenz gerecht wird und Fehlsteuerungen durch pauschale Gebühren vermeidet.

  • Allokative Effizienz und externe Effekte der Hochschulbildung
  • Verteilungswirkungen staatlicher Studienfinanzierung (Querschnitts- vs. Längsschnittsbetrachtung)
  • Methoden der Gebührendifferenzierung (Kosten-Nutzen-Ansätze)
  • Analyse und Kritik bestehender Finanzierungsmodelle (z. B. HECS)

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Theorie der öffentlichen Güter

Die staatliche Finanzierung von Hochschulbildung wird u. a. mit dem überwiegenden Charakter eines öffentlichen Gutes begründet (vgl. STRAUBHAAR/WINZ 1992, S. 54). Sofern die Hochschulbildung tatsächlich die Eigenschaften eines öffentlichen Gutes aufweist, erscheint das Szenario des Marktversagens äußert realistisch. Die (Nicht-) Identifizierung eines öffentlichen Gutes als solches, kann anhand der Kriterien Ausschlussfähigkeit und Rivalität im Konsum ermittelt werden (vgl. MUSGRAVE/MUSGRAVE/KULLMER 1990, S. 55 f.). Im Folgenden wird das Gut Hochschulbildung anhand dieser beiden Kriterien geprüft. Die Tabelle veranschaulicht die Klassifizierung von Güterarten unter Berücksichtung der oben genannten Kriterien.

Nicht-Ausschlussfähigkeit bedeutet, dass ein Nutzer vom Genuss eines Gutes nicht ausgeschlossen werden kann. Die Ausschlussfähigkeit ist eine notwendige Bedingung zur Konstituierung einer Marktgängigkeit. Ohne Ausschlussfähigkeit werden demzufolge mögliche Konsumenten ihre Zahlungsbereitschaft nicht offenbaren. Zahlungsbereitschaft für ein Gut zu zeigen, aus deren Nutzung man nicht ausgeschlossen werden kann, wäre irrational (vgl. HEISE 2005, S. 40 f.).

Nicht-Rivalität bedeutet, dass im Rahmen gewisser Kapazitätsgrenzen, mehrere Nutzer ein Gut konsumieren können, ohne dass der Zustand des Gutes sich qualitativ oder quantitativ verschlechtert. Das Gut wird nicht aufgezehrt. Aufgrund dieser Eigenschaften findet keine Rivalität durch die gleichzeitige Inanspruchnahme statt (vgl. HOLTZMANN 1994, S. 29).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit problematisiert die bisherige Hochschulfinanzierung in Form der Vollsubventionierung und begründet die Notwendigkeit einer ökonomischen Analyse für eine mögliche Neuausrichtung.

2 Allokative Betrachtungen: Dieses Kapitel prüft, inwieweit Hochschulbildung die Kriterien öffentlicher Güter erfüllt und analysiert dabei externe Effekte, um den staatlichen Finanzierungsbedarf zu begründen.

3 Theoretische und empirische Betrachtungen zur Distributionsfunktion: Die Verteilungswirkungen staatlicher Finanzierung werden anhand von Querschnitts- und Längsschnittanalysen untersucht, wobei insbesondere Umverteilungseffekte zwischen sozialen Schichten und Fächergruppen im Fokus stehen.

4 Ausgestaltungskriterien für die Hochschulfinanzierung: Basierend auf den vorangegangenen Analysen werden Kriterien abgeleitet, die bei der Gestaltung eines effizienten und gerechten Finanzierungssystems politisch und ökonomisch relevant sind.

5 Differenzierung von Studiengebühren: Dieses Kapitel stellt verschiedene Modellrechnungen vor, die eine fachbezogene Differenzierung der Studiengebühren als Alternative zur einheitlichen Gebührenerhebung aufzeigen.

6 Resümee: Die Arbeit schließt mit einem Fazit zu den untersuchten Reformoptionen und ordnet die Ergebnisse in den Kontext aktueller hochschulpolitischer Diskussionen ein.

Schlüsselwörter

Hochschulfinanzierung, Studiengebühren, Allokative Betrachtungen, Externe Effekte, Distributionsfunktion, Humankapitaltheorie, Nutzen-Äquivalenz, Proportionalansatz, Quersubventionen, Längsschnittsbetrachtung, Marktversagen, Hochschulbildung, Kosten-Nutzen-Analyse, Bildungsrendite, Verteilungswirkung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die ökonomischen Grundlagen der Hochschulfinanzierung in Deutschland, insbesondere unter dem Aspekt, ob und wie Studiengebühren unter allokativen und distributiven Gesichtspunkten gestaltet werden sollten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Prüfung der Hochschulbildung als öffentliches Gut, die Analyse von Externalitäten, Verteilungswirkungen durch staatliche Subventionen und die Möglichkeiten einer fachbezogenen Gebührendifferenzierung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, auf Basis einer Kosten-Nutzen-Äquivalenz-Betrachtung ein Modell für Studiengebühren zu entwickeln, das unerwünschte Quersubventionen zwischen Fächergruppen minimiert und die Finanzierungslücken der Hochschulen effizient adressiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt finanzwissenschaftliche Analysetools, insbesondere Inzidenzanalysen (Nutznießer- und Abgabeninzidenz) sowie quantitative Modellberechnungen zur Ermittlung von Nettoeffekten über den Lebenszyklus von Studierenden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Finanzwissenschaft (öffentliche Güter, externe Effekte), eine empirische Untersuchung der Umverteilungseffekte im deutschen System sowie die Entwicklung und Diskussion spezifischer Differenzierungsvorschläge für Studiengebühren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Studiengebühren, Kosten-Nutzen-Äquivalenz, externe Effekte, Redistributionsausmaß und Umverteilungswirkungen.

Wie unterscheidet sich die Querschnitts- von der Längsschnittsbetrachtung?

Die Querschnittsbetrachtung fokussiert auf Verteilungseffekte zwischen Haushalten zu einem bestimmten Zeitpunkt, während die Längsschnittsbetrachtung den gesamten Lebenszyklus des Studierenden betrachtet, um die tatsächliche Belastung und den Nutzen durch die Hochschulbildung zu erfassen.

Warum wird die einheitliche Studiengebühr in der Arbeit kritisch gesehen?

Die einheitliche Studiengebühr wird kritisiert, da sie die unterschiedlichen Kostenstrukturen der Fächergruppen und das divergierende Einkommenspotenzial der Absolventen nicht berücksichtigt, was zu signifikanten Quersubventionen und Verzerrungen führt.

Welche Rolle spielt das australische Modell in der Untersuchung?

Das australische HECS-System dient als internationales Referenzbeispiel für ein differenziertes Studiengebührenmodell, das Beiträge nach Studiengängen staffelt und damit den zukünftigen Erträgen der Ausbildung Rechnung trägt.

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Details

Title
Ausgestaltung der zukünftigen Hochschulfinanzierung unter allokativen und distributiven Gesichtspunkten
Subtitle
Grundlagen Kosten-Nutzen-Äquivalenter Studiengebühren
College
University of Hamburg
Grade
1,3
Author
Burak Öztoprak (Author)
Publication Year
2008
Pages
57
Catalog Number
V155938
ISBN (eBook)
9783640694235
ISBN (Book)
9783640695072
Language
German
Tags
Ausgestaltung Hochschulfinanzierung Kosten-Nutzen-Äquivalenter Studiengebühren Allokation Distribution Hochschulbildung Externe Effekte Gebührendifferenzierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Burak Öztoprak (Author), 2008, Ausgestaltung der zukünftigen Hochschulfinanzierung unter allokativen und distributiven Gesichtspunkten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155938
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