Über 80 % aller Hilfe- und Pflegebedürftigen werden in Familien versorgt. Trotz hoher eigen Belastung in finanzieller, psychischer und zeitlicher Hinsicht scheuen Familien pflegebedürftige Mitglieder in Pflegeheime "„abzuschieben"“. Diese Arbeit setzt sich sowohl mit der Position der Pflegepersonen als auch mit der Position des Zupflegenden auseinander.
Inhaltsverzeichnis
1.) Einleitung
2.) Die Infratest-Studie
3.) Hilfs- und Pflegebedürftige in der Bundesrepublik Deutschland
4.) Alter und Geschlecht der Pflegebedürftigen
5.) Alter, Geschlecht und Familienstand der Pflegenden
6.) Zusammenfassende Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Familie als Solidargemeinschaft bei der Pflege von hilfs- und pflegebedürftigen Angehörigen in der Bundesrepublik Deutschland, wobei der Fokus insbesondere auf der soziodemografischen Struktur der Pflegenden und Gepflegten liegt.
- Analyse der häuslichen Pflegesituation unter Einbeziehung der Infratest-Studie von 1996.
- Untersuchung der Alters- und Geschlechtsverteilung bei Pflegebedürftigen.
- Identifikation der primären Pflegepersonen nach Alter, Geschlecht und Familienstand.
- Reflexion über Solidarität innerhalb moderner Familienstrukturen.
- Diskussion der Belastungssituation pflegender Angehöriger.
Auszug aus dem Buch
3.) Hilfs- und Pflegebedürftige in der Bundesrepublik Deutschland
Ab diesem Kapitel werde ich mich ebenfalls auf den Artikel von Donald Bender in „Eigeninteresse oder Solidarität“ beziehen. Bender zieht neben der Infratest-Studie noch die Analyse aus dem Familiensurvey des DJI von 1998 und die Dreigenerationen-Untersuchung des DJI von 1990 als Quellen hinzu.
In der Bundesrepublik Deutschland leben insgesamt ca. 82,3 Millionen (Datenreport 2002; S.28). Davon sind 4,7 % hilfe- und pflegebedürftig, dies entspricht etwa 3,67 Millionen Menschen (Bien; S.225).
Wobei man bedenken muss, dass diese Zahlen sich auf den Infratest von 1996 beziehen. Die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland hat in den letzten Jahren zugenommen. Somit würden die 4,7 % nun ca. 3,87 Millionen Menschen entsprechen. Da ich mich aber mit dem Infratest von 1996 beschäftige, weil noch keine Studie für das Jahr 2002 vorliegt, werde ich weiterhin mit den Zahlen von 1996 arbeiten.
Von den 3,67 Millionen Hilfs- und Pflegebedürftigen brauchen ca. 1,57 Millionen regelmäßige Pflege. Unter regelmäßigem Pflegebedarf versteht man einen „mindestens mehrfachen wöchentlichen Bedarf an Unterstützung bei der Ausführung von körperbezogenen alltäglichen Verrichtungen.“(Bundesministerium 1996; S.17). Damit sind Tätigkeiten im Bereich der Hygiene, Ernährung und Bewegungsmöglichkeit gemeint.
Von diesen 1,57 Millionen werden 1,2 Millionen in den Familien gepflegt, die restlichen 450.000 hilfsbedürftigen Personen werden in Pflegeheimen betreut und unterstützt.
Zusammenfassung der Kapitel
1.) Einleitung: Die Einleitung schildert die persönliche Motivation der Autorin durch eigene Familienerfahrungen und definiert das Ziel, Pflegepersonen und Gepflegte näher zu untersuchen.
2.) Die Infratest-Studie: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Grundlagen, den Auftraggeber und den Umfang der Infratest-Studie von 1996, die als empirische Basis dient.
3.) Hilfs- und Pflegebedürftige in der Bundesrepublik Deutschland: Hier werden statistische Daten zur Anzahl und Versorgungssituation von Pflegebedürftigen analysiert, wobei die Familie als zentrale Versorgungsinstanz hervorgehoben wird.
4.) Alter und Geschlecht der Pflegebedürftigen: Das Kapitel beleuchtet, dass insbesondere Frauen über 65 Jahren von Pflegebedürftigkeit betroffen sind und die Unterstützung meist innerhalb der Familie erfolgt.
5.) Alter, Geschlecht und Familienstand der Pflegenden: Die Untersuchung zeigt auf, dass überwiegend verheiratete Frauen zwischen 40 und 75 Jahren die Hauptpflegearbeit leisten.
6.) Zusammenfassende Schlussbemerkung: Abschließend wird konstatiert, dass innerhalb der Familie trotz hoher Belastung ein starker Zusammenhalt besteht, der gesellschaftliche Anerkennung und Entlastung verdient.
Schlüsselwörter
Familie, Pflege, Solidarität, Infratest, Pflegende Angehörige, Pflegebedürftigkeit, Sozialstaat, Hausarbeit, Altenpflege, Demografie, Geschlechterrollen, Mehrgenerationenfamilie, Pflegebelastung, Empirische Erhebung, Lebenswelten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die soziale Bedeutung der Familie als Pflegesystem für hilfs- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der statistischen Erfassung der Pflegesituation, der Demografie der Pflegenden und der Frage der Solidarität innerhalb von Familien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Struktur von Pflegepersonen und deren Pfleglingen zu gewinnen sowie die Frage zu klären, wer wen pflegt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Sekundäranalyse empirischer Daten, primär gestützt auf den Infratest des Bundesministeriums aus dem Jahr 1996.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Datenlage zur Pflegebedürftigkeit, die demografischen Merkmale von Pflegenden und Gepflegten sowie sozioökonomische Einflussfaktoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Pflegebedürftigkeit, Familie, Solidarität, Pflegebelastung und Demografie beschreiben.
Warum leisten überwiegend Frauen die Pflegearbeit?
Laut den Daten in der Arbeit liegt dies unter anderem an geringeren Einkommen der Frauen in der Ehe sowie traditionellen Rollenbildern.
Spielt die Solidarität in modernen Familien noch eine wichtige Rolle?
Ja, entgegen der Annahme eines wachsenden Egoismus in der Gesellschaft zeigt die Untersuchung, dass über 80 % der Pflegebedürftigen weiterhin innerhalb der Familie versorgt werden.
- Arbeit zitieren
- Diplom Germanistik/Journalistik (NF: Soziologie) Simone Gier (Autor:in), 2003, Familie als Soldiargemeinschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155960