Für die vorliegende Hausarbeit habe ich das Thema: „Der Ton macht die Musik. – Die Kommunikation im Orchester“ gewählt. Das Interesse an dieser Thematik ist insbesondere auf meine eigene Biographie zurückzuführen. Seit meinem elften Lebensjahr spiele ich Schlagzeug und seit einiger Zeit zusätzlich Trompete in einem Blasorchester. Desweiteren bin ich auf verschiedenen Veranstaltungen als Dirigent tätig. Zahlreiche Konzerte sowie Orchesterproben mit verschiedenen Klangkörpern haben meine Erfahrungen geprägt und erweitert. Aus diesem Grund stellen sich mir folgende Fragen:
„Wie funktioniert die Kommunikation in einem Orchester?“
„Welche Faktoren beeinflussen diese Kommunikation?“
„Welche Funktion erfüllen der Dirigent sowie die Musiker im Kommunikationsprozess?“
„Wie kann Kommunikation in einem Orchester gut gelingen?“
In der vorliegenden Arbeit werde ich mich bemühen unter Berücksichtigung eigener Erfahrungen als Musiker und Dirigent und mit Hilfe anerkannter Theorien und Ausführungen diese Fragen zu beantworten.
Hierbei betrachte ich die Musik als Kommunikationsmittel. Als exemplarisches Beispiel für die Sprache des Dirigenten habe ich Herbert von Karajan gewählt, dessen Stil ich anhand verschiedener Filmausschnitte versuchen werde, zu analysieren.
Aufgrund der gestiegenen Anzahl von Profi- und Laienorchestern, gewinnt die orchestrale Kommunikation, meiner Meinung nach, immer mehr an Bedeutung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition
2.1 Kommunikation
2.2 Orchester – Musiker – Dirigent
3. Kommunikation im Orchester
3.1 Musik als eine Form der Kommunikation
3.2 Kommunikation in der Orchesterprobe
3.3 Die „4 Seiten einer Nachricht“ in der Orchesterprobe
4. Die Sprache des Dirigenten
4.1 Mimik – Gestik - Körpersprache
4.2 Der Taktstock als die erweiterte Stimme des Dirigenten
4.3 Exemplarisches Beispiel: Herbert von Karajan
5. Dirigent und Orchester – Überlegungen zu einer gelungenen Kommunikation
6. Zusammenfassung/Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die komplexen kommunikativen Prozesse innerhalb eines Orchesters. Ziel ist es, unter Einbeziehung kommunikationstheoretischer Modelle und der Analyse des Dirigierstils von Herbert von Karajan aufzuzeigen, wie ein effektives Miteinander zwischen Musikern und Dirigenten gelingen kann.
- Grundlagen der Kommunikation im Orchester
- Einflussfaktoren orchestraler Kommunikation
- Die Rolle der Körpersprache und des Taktstocks
- Die Bedeutung der Persönlichkeit des Dirigenten
- Anwendung kommunikationstheoretischer Modelle (z.B. Schulz von Thun)
Auszug aus dem Buch
Die „4 Seiten einer Nachricht“ in der Orchesterprobe
Der Kommunikationswissenschaftler Friedemann Schulz von Thun entwickelte 1981 das Kommunikationsmodell „Die 4 Seiten einer Nachricht“. Dies basiert u.a. auf das von Paul Watzlawick definierten zweiten Axioms der Kommunikation: „Jede Kommunikation beinhaltet einen Inhalts- und Beziehungsaspekt.“ Um die vorliegende Hausarbeit kommunikationstheoretisch zu erweitern, werde ich dieses Modell anhand eines Beispiels aus der Orchesterprobe kurz erläutern.
Beispielsituation aus der Orchesterprobe: Der Dirigent („Sender“) sagt zum Trompeter („Empfänger“): „Du spielst generell zu laut!“
Nach Schulz von Thun besitzt jede Nachricht 4 Seiten, die beachtet werden sollten. 1. Seite: Der Sachinhalt (oder: Worüber ich informiere) „Zunächst enthält die Nachricht eine Sachinformation.“ Im Bespiel wird etwas über die Dynamik eines einzelnen Musikers erfahren – er (der Musiker) spielt zu laut.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der persönlichen Motivation des Autors und der Forschungsfragen bezüglich der Kommunikation im Orchester.
2. Begriffsdefinition: Erläuterung der zentralen Termini Kommunikation, Orchester, Musiker und Dirigent sowie deren wechselseitiger Zusammenhang.
3. Kommunikation im Orchester: Untersuchung der musikalischen Kommunikation als Mittel der Gefühlsmittlung und Reflexion des Probenalltags.
4. Die Sprache des Dirigenten: Analyse der nonverbalen Kommunikation durch Körpersprache und die Funktion des Taktstocks am Beispiel von Herbert von Karajan.
5. Dirigent und Orchester – Überlegungen zu einer gelungenen Kommunikation: Zusammenstellung von Grundvoraussetzungen und methodischen Ansätzen zur Optimierung des orchestralen Kommunikationsprozesses.
6. Zusammenfassung/Fazit: Resümee über die Notwendigkeit der Reflexion kommunikativer Prozesse für ein erfolgreiches Musizieren.
Schlüsselwörter
Orchester, Kommunikation, Dirigent, Musik, Körpersprache, Taktstock, Probenarbeit, Schulz von Thun, Herbert von Karajan, Soziale Arbeit, Interaktion, Gruppendynamik, Musikpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die vielfältigen Kommunikationsstrukturen innerhalb eines Orchesters und wie diese das gemeinsame Musizieren beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die verbale und nonverbale Kommunikation, die Rolle des Dirigenten und die Anwendung psychologischer Kommunikationsmodelle im musikalischen Kontext.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, wie Kommunikation in einem Orchester funktioniert, welche Faktoren sie beeinflussen und wie sie erfolgreich gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf Fachliteratur, kommunikationstheoretische Modelle sowie eigene praktische Erfahrungen als Musiker und Dirigent.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Probenatmosphäre, die Rolle von Körpersprache und Taktstock sowie das Wirken berühmter Dirigenten wie Herbert von Karajan.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Orchesterkommunikation, Dirigat, musikalische Interaktion und pädagogische Aspekte der Probenarbeit.
Welche Bedeutung hat das Modell von Schulz von Thun für den Autor?
Das Modell der "4 Seiten einer Nachricht" dient als theoretisches Werkzeug, um die Dynamik zwischen Dirigent und Musiker präzise zu entschlüsseln.
Wie bewertet der Autor den Einfluss von Herbert von Karajan?
Karajan wird als hochbegabter Praktiker und Perfektionist analysiert, dessen Stil exemplarisch für die Macht und Wirkung dirigierender Kommunikation steht.
Warum wird der Taktstock als "erweiterte Stimme" bezeichnet?
Er dient nicht zur Klangerzeugung selbst, sondern als präzises Werkzeug des Dirigenten, um musikalische Vorstellungen zu visualisieren und zu lenken.
Welchen Bezug stellt der Autor zur Sozialen Arbeit her?
Methoden der Sozialarbeit wie Mediation und Empowerment werden als Ansätze identifiziert, um die Orchesterkommunikation konstruktiv zu verbessern.
- Quote paper
- Tim Wersig (Author), 2009, „Der Ton macht die Musik." – Die Kommunikation im Orchester, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156051