Die Bedeutung von Software hat in den vergangenen Jahrzehnten beständig zugenommen. Sie ist heute eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Prozesse im wirtschaftlichen aber auch täglichen Bereich.
Die Kosten der Software haben diejenigen der Hardware schon längst überschritten. Dies zeigt auch die Wichtigkeit auf der finanzwirtschaftlichen Seite.
Die Bedeutung einer Software zeigt aber auch eine Abhängigkeit von deren Funktionsfähigkeit und Aktualität. Um im wirtschaftlichen Bereich konkurrenzfähig zu bleiben, ist eine Neuimplementierung von aktueller Software von großer Bedeutung. Umso erstaunlicher ist es, dass empirische Untersuchungen1 zeigen, dass 2/3 aller neuen Projekte nicht die geforderte Produktqualität erreichen, 20 % der umfangreichen Projekte mit Zeitverzögerung fertig gestellt werden und 20 % aller Softwareprojekte erfolglos gestoppt werden.
Zuerst werden in dieser Arbeit die Definitionen eines Softwareprojekts festgelegt, dann die allgemeinen Faktoren für den Mißerfolg aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Es wird folgend ein Bezug zu der Fallstudie hergestellt um dann am Ende ein Fazit zu ziehen.
Ziel dieser Arbeit ist es, anhand der Betrachtung einer Fallstudie die anfängliche Fehlentwicklung eines Softwareprojekts zu betrachten und daraus Faktoren abzuleiten, warum Softwareprojekte in dieser großen Menge scheitern und welche Überlegungen und Vorarbeiten nötig sind, um das Scheitern derartiger Softwareprojekte zu verhindern.
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1 Caspers, J., Patterns of Software System Failure and Success, 1996.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1. Definition Software
2.2. Definition Projekt
3. Faktoren für das Scheitern von Projekten
3.1. Risikofaktoren nach Friedrich und Kuptz
3.1.1. allgemeine Faktoren
3.1.2. personelle und institutionelle Faktoren
3.1.3. fachliche und methodische Projektrisiken
3.2. Risikofaktoren nach Franke und Fürnrohr
3.3. Risikofaktoren nach IT-Runaway-Studie von KPMG
3.3.1. Anforderungsanalyse und Spezifikation
3.3.2. Projektplanung und Durchführung
3.3.3. Technologie
3.3.4. Projektfremde Gründe
4. Bezug zur Fallstudie
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, anhand einer konkreten Fallstudie die Ursachen für das Scheitern von Softwareprojekten zu analysieren und daraus präventive Maßnahmen und Erfolgskriterien abzuleiten.
- Identifikation und Klassifizierung zentraler Risikofaktoren im Softwaremanagement.
- Vergleich theoretischer Risikomodelle nach verschiedenen Experten und Studien.
- Analyse des Einflusses personeller und institutioneller Rahmenbedingungen auf den Projekterfolg.
- Untersuchung technischer und methodischer Defizite in der Projektplanung und Durchführung.
- Ableitung von Empfehlungen zur Vermeidung von Fehlentwicklungen durch strukturiertes Management.
Auszug aus dem Buch
3. Faktoren für das Scheitern von Projekten
Die Risikohöhe nimmt mit Größe und Komplexität der geplanten Software und den Schnittstellen zum Nachbarsystem überproportional zu. Häufig ist auch eine unzureichende Strukturierung zu beobachten. Wichtig ist auch, dass die speziellen Risikofaktoren des Software-Projekts in die Planung des Projekts mit einbezogen werden müssen.
Folgende Punkte im Personalbereich können dazu beitragen, dass ein Projekt scheitert, oder nicht in geplanter Art und Weise umgesetzt werden kann:
- mangelhafte Unterstützung durch die Geschäftsführung
- unzureichende Freistellung des Projektleiters
- Spannungen und Konflikte im Projektteam
- Fehlende Benutzerakzeptanz
- mangelhafte Information der Fachabteilung
- unzureichende Fachkompetenz der Teammitglieder
- Kompetenzmangel und Intrigenwirtschaft zwischen Projektteam und Anwendern
- Kommunikationsprobleme zwischen Team und Anwendern
- Abteilungsdenken mit „Scheuklappen“
- Demotivation der Anwender aufgrund früherer Projektfehlschläge
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Abhängigkeit von funktionsfähiger Software im wirtschaftlichen Alltag und stellt die Problematik der hohen Ausfallrate von Softwareprojekten dar.
2. Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Software und Projekt im Kontext der DIN 69901, um ein gemeinsames Verständnis für die weitere Analyse zu schaffen.
3. Faktoren für das Scheitern von Projekten: Hier werden verschiedene Risikomodelle und Studien analysiert, um personelle, methodische, technologische und umfeldbezogene Ursachen für Projektmisserfolge zu identifizieren.
4. Bezug zur Fallstudie: In diesem Kapitel werden die theoretisch erarbeiteten Risikofaktoren auf ein konkretes Fallbeispiel angewendet, um dort spezifische Fehler in der Durchführung aufzuzeigen.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine gründliche Planung, klare Zielvorgaben und eine starke Managementunterstützung wesentliche Erfolgsfaktoren darstellen, um das Scheitern von Softwareprojekten zu minimieren.
Schlüsselwörter
Softwareprojekt, Projektmanagement, Risikofaktoren, Scheitern von Projekten, Anforderungsanalyse, Projektplanung, Projektmitarbeiter, Projektziel, IT-Runaway-Studie, Softwarequalität, Fehlentwicklung, Meilensteine, Projektcontrolling, Ressourcenmanagement, Systemarchitektur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, warum ein Großteil der Softwareprojekte ihre Ziele nicht erreicht oder ganz scheitert, und untersucht die dahinterliegenden Ursachen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen personelle Risikofaktoren, methodische Fehler in der Planung, technologische Defizite sowie die Bedeutung von Managementunterstützung.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es, Faktoren für den Misserfolg von Softwareprojekten zu identifizieren und Überlegungen für notwendige Vorarbeiten zu entwickeln, um das Scheitern künftig zu verhindern.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse bestehender Risikomodelle und kombiniert diese mit einer deduktiven Anwendung auf eine konkrete Fallstudie.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil behandelt theoretische Risikokataloge von Experten wie Friedrich, Kuptz und Franke sowie Erkenntnisse aus der IT-Runaway-Studie von KPMG.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Typische Schlagworte sind Projektmanagement, Risikofaktoren, Softwareprojekt, Fehlentwicklung, Planungsmethodik und Projektcontrolling.
Warum spielt die Planungsphase laut Autor eine so große Rolle?
Die Planungsphase ist entscheidend, um den finanziellen Aufwand und den Zeitrahmen realistisch abzustecken; Zeitdruck in dieser Phase führt oft zum späteren Scheitern.
Welche Rolle spielt das Personal bei einem Softwareprojekt?
Das Personal ist ein zentraler Faktor; unzureichende Fachkompetenz, Konflikte im Team oder mangelnde Freistellung des Projektleiters können ein Projekt erheblich gefährden.
- Citar trabajo
- Alexander Gohm (Autor), 2010, Fehler, die den Mißerfolg von Softwareprojekten verursachen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156116