Gegenstand der hier vorgestellten Masterarbeit sind die erbschaft- und schenkungsteuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten bei der Übertragung von Grundbesitz. Dabei werden die Übertragungswege sowohl im Erbfall als auch im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge untersucht. Der Leser erhält einen Überblick über die Bewertungsverfahren, die zur Ermittlung des Grundbesitzwertes erforderlich sind. Zudem werden sowohl die erbschaft- und schenkungsteuerlichen Auswirkungen als auch die ertragsteuerlichen Konsequenzen analysiert. Die vorliegende Arbeit bildet somit eine Grundlage für die Auswahl geeigneter Gestaltungsmöglichkeiten zur Planung und Minimierung der steuerlichen Belastung.
Inhaltsverzeichnis
- Kurzfassung
- Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 1.1 Problemstellung
- 1.2 Zielsetzung
- 1.3 Aufbau und Struktur der Arbeit
- 2 Übertragungsformen von Grundbesitz
- 2.1 Erwerb von Todes wegen
- 2.1.1 Gesetzliche Erbfolge
- 2.1.2 Gewillkürte Erbfolge
- 2.2 Schenkung unter Lebenden
- 2.1 Erwerb von Todes wegen
- 3 Begriff des Grundbesitzes im Sinne der Erbschaft- und Schenkungsteuer
- 3.1 Unbebaute Grundstücke
- 3.2 Bebaute Grundstücke
- 3.3 Sonderfälle
- 3.3.1 Erbbaurecht und Erbbaugrundstück
- 3.3.2 Gebäude auf fremdem Grund und Boden
- 3.3.3 Grundstücke im Zustand der Bebauung
- 4 Bewertungsverfahren
- 4.1 Bewertung unbebauter Grundstücke
- 4.2 Bewertung bebauter Grundstücke
- 4.2.1 Vergleichswertverfahren
- 4.2.2 Ertragswertverfahren
- 4.2.3 Sachwertverfahren
- 4.3 Bewertung in Sonderfällen
- 4.3.1 Bewertung des Erbbaurechts
- 4.3.2 Bewertung des Erbbaugrundstücks
- 4.3.3 Bewertung von Gebäuden auf fremdem Grund und Boden
- 4.3.4 Bewertung von Grundstücken im Zustand der Bebauung
- 4.4 Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts § 198 BewG
- 5 Gestaltungsmöglichkeiten
- 5.1 Ausschöpfung der persönlichen Freibeträge alle zehn Jahre
- 5.2 Optimierung der Steuersätze
- 5.3 Inanspruchnahme von Steuerbefreiungen und Steuerbegünstigungen
- 5.3.1 Steuerbefreiungen im Zusammenhang mit dem Familienheim
- 5.3.2 Steuerbefreiungen für denkmalgeschützte Immobilien
- 5.3.3 Verschonungsregelung für zu Wohnzwecken vermietete Grundstücke
- 5.4 Kettenschenkung
- 5.5 Übertragung unter Nießbrauchsvorbehalt
- 5.5.1 Nießbraucharten
- 5.5.2 Ermittlung des Kapitalwerts
- 5.5.3 Folgen der vorzeitigen Beendigung des Nießbrauchs
- 5.5.4 Ertragsteuerliche Behandlung
- 5.6 Nachfolgeregelung durch Gründung eines Familienunternehmens
- 5.6.1 Rechtsformwahl
- 5.6.2 Erbschaftsteuerliche Besonderheiten für Wohnungsunternehmen
- 5.6.3 Ertragsteuerliche Behandlung der Einbringung von Immobilien in ein Wohnungsunternehmen
- 5.6.4 Ertragsteuerliche Behandlung von Vermietungseinkünften
- 5.6.5 Ertragsteuerliche Behandlung der Immobilienveräußerung durch das Wohnungsunternehmen
- 5.6.6 Ertragsteuerliche Behandlung der Übertragung eines Anteils am Wohnungsunternehmen
- 5.7 Teilentgeltliche Veräußerung
- 5.8 Vollentgeltliche Veräußerung
- 6 Schlussbetrachtung
- 6.1 Zusammenfassung
- 6.2 Kritische Würdigung
- Abbildungsverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit analysiert umfassend die erbschaft- und schenkungsteuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten bei der Übertragung von Grundbesitz, sowohl im Erbfall als auch im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge. Das Hauptziel ist es, dem Leser einen detaillierten Überblick über die steuerlichen Konsequenzen der verschiedenen Gestaltungsoptionen zu geben und eine Grundlage für die Minimierung der steuerlichen Belastung zu schaffen.
- Vergleich der Übertragungswege im Erbfall und unter Lebenden
- Analyse der Bewertung von Grundbesitz für Erbschaft- und Schenkungsteuerzwecke
- Beleuchtung steuerlicher Freibeträge und Optimierung von Steuersätzen
- Detaillierte Darstellung von Steuerbefreiungen und -begünstigungen für Immobilien
- Untersuchung von Nießbrauchgestaltungen und deren ertragsteuerlichen Folgen
- Betrachtung der Nachfolgeregelung durch Familiengesellschaften und deren steuerliche Auswirkungen
Auszug aus dem Buch
Ertragsteuerliche Behandlung
Die ertragsteuerliche Zuordnung der Einkünfte, sowie deren Behandlung, wird von der Finanzverwaltung im Nießbraucherlass geregelt.309 Die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sind demjenigen zuzurechnen, der den Tatbestand der Vermietung und Verpachtung im Sinne des § 21 EStG verwirklicht und hierdurch Einkünfte erzielt. Der Tatbestand der Vermietung und Verpachtung im Sinne des § 21 EStG wird durch denjenigen verwirklicht, der die Rechte und Pflichten eines Vermieters trägt und anderen ein Gebäude oder ein Grundstück zur Nutzung überlässt und hierfür ein Entgelt erhält. Die Einkünfte sind einem zur Nutzung Berechtigten dann zuzuordnen, wenn diesem die volle Besitz- und Verwaltungsbefugnis in Bezug auf das Grundstück zusteht.310 Der Nießbraucher tritt gemäß § 567 BGB in die Rechtsstellung des Eigentümers als Vermieter ein.311
Die ertragsteuerliche Behandlung der Nießbrauchgestaltung ist abhängig von der gewählten Nießbrauchart.312
Der Zuwendungsnießbrauch kann entgeltlich, teilentgeltlich aber auch unentgeltlich bestellt werden.313 Grundsätzlich liegt ein Zuwendungsnießbrauch vor, wenn der Eigentümer dem Begünstigten ein Nießbrauchrecht an der Immobilie einräumt.314 Ein zivilrechtlich wirksam bestellter und tatsächlich durchgeführter Zuwendungsnießbrauch hat zur Folge, dass die Vermietungseinkünfte fortan dem Nießbraucher zuzurechnen sind.315 Gleichwohl sind dem Eigentümer keine Einkünfte aus dem mit Nießbrauch belasteten Grundstück zuzurechnen.316 Ein unentgeltlicher Nießbrauch liegt vor, wenn sich der Wert der Gegenleistung auf weniger als 10 % des Werts des Nießbrauchs beläuft.317 Die unentgeltliche Bestellung des Zuwendungsnießbrauchs hat zur Folge, dass weder der Eigentümer noch der Nießbraucher die Abschreibung des Gebäudes als Werbungskosten geltend machen kann.318
Ein Vorbehaltsnießbrauch liegt vor, wenn das Grundstück auf einen anderen Eigentümer übertragen wird, der bisherige Eigentümer sich jedoch ein Nießbrauchrecht an dem übertragenen Grundstück vorbehält.332 Die Bestellung eines Vorbehaltsnießbrauchs stellt keine Gegenleistung des Erwerbers dar.333 Der ehemalige Eigentümer des Grundstücks, der nun Nießbraucher ist, erzielt Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung i. S. d. § 21 Abs. 1 Satz 1 EStG.334 Er darf weiterhin die Abschreibung des Gebäudes als Werbungskosten steuerlich in Abzug bringen.335 Dem neuen Eigentümer des mit Nießbrauch belasteten Grundstücks steht kein Werbungskostenabzug zu, da ihm keine Einnahmen zuzurechnen sind.336
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 Einleitung: Stellt die Problemstellung der steigenden Erbschaft- und Schenkungsteuerlast bei Immobilienübertragungen dar und legt die Ziele und den Aufbau der Arbeit fest.
Kapitel 2 Übertragungsformen von Grundbesitz: Erläutert die verschiedenen rechtlichen Wege der Grundbesitzübertragung, sowohl im Todesfall (gesetzliche/gewillkürte Erbfolge) als auch unter Lebenden (Schenkung).
Kapitel 3 Begriff des Grundbesitzes im Sinne der Erbschaft- und Schenkungsteuer: Definiert den Grundbesitzbegriff für steuerliche Zwecke und unterscheidet zwischen unbebauten, bebauten und Sonderfällen von Grundstücken.
Kapitel 4 Bewertungsverfahren: Beschreibt die verschiedenen Methoden zur Wertermittlung von Grundbesitz (Vergleichswert-, Ertragswert-, Sachwertverfahren) für erbschaft- und schenkungsteuerliche Zwecke.
Kapitel 5 Gestaltungsmöglichkeiten: Analysiert diverse Strategien zur Minimierung der Steuerlast bei der Immobilienübertragung, einschließlich Freibeträgen, Steuerbefreiungen, Nießbrauch und Familienunternehmen.
Kapitel 6 Schlussbetrachtung: Fasst die Erkenntnisse der Arbeit zusammen und würdigt die Bedeutung einer frühzeitigen und individuellen Steuerplanung für die Vermögensnachfolge.
Schlüsselwörter
Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer, Grundbesitz, Immobilien, Vermögensnachfolge, Bewertungsverfahren, Nießbrauch, Familienheim, Familienunternehmen, Steueroptimierung, Freibeträge, Ertragsteuer, Gestaltungsmöglichkeiten, Grunderwerbsteuer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten bei der Übertragung von Grundbesitz im Kontext der Erbschaft- und Schenkungsteuer, unter Berücksichtigung der ertragsteuerlichen Konsequenzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die verschiedenen Übertragungsformen von Grundbesitz, die Bewertung von Immobilien für Steuerzwecke, spezifische Gestaltungsmöglichkeiten zur Steueroptimierung und deren ertragsteuerliche Auswirkungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die erbschaft- und schenkungsteuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten bei der Übertragung von Grundbesitz zu analysieren und dem Leser Wege zur steueroptimalen Vermögensnachfolge aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine analytische Methode, indem sie die gesetzlichen Vorschriften und steuerlichen Konsequenzen von Immobilienübertragungen detailliert untersucht und verschiedene Gestaltungsmodelle vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Übertragungsformen von Grundbesitz, der Begriff des Grundbesitzes im Sinne der Erbschaft- und Schenkungsteuer, die verschiedenen Bewertungsverfahren sowie umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten zur Steueroptimierung behandelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer, Grundbesitz, Immobilien, Vermögensnachfolge, Bewertungsverfahren, Nießbrauch, Familienunternehmen, Steueroptimierung, Freibeträge.
Wie werden unbebaute und bebaute Grundstücke für die Erbschaft- und Schenkungsteuer bewertet?
Unbebaute Grundstücke werden im Wesentlichen durch Multiplikation der Grundstücksfläche mit dem Bodenrichtwert bewertet, während bebaute Grundstücke je nach Art und Nutzung über das Vergleichswert-, Ertragswert- oder Sachwertverfahren bewertet werden.
Welche besonderen Steuerbefreiungen gibt es für die Übertragung eines Familienheims?
Ein Familienheim kann unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei auf den überlebenden Ehegatten oder auf Kinder übertragen werden, wobei bei Kindern eine Begrenzung der Wohnfläche auf 200 m² besteht und eine Eigennutzung erforderlich ist.
Was ist der Unterschied zwischen Vorbehalts- und Zuwendungsnießbrauch in der steuerlichen Behandlung?
Beim Vorbehaltsnießbrauch überträgt der Schenker die Immobilie, behält sich aber das Nießbrauchrecht vor und erzielt weiterhin die Mieteinnahmen. Beim Zuwendungsnießbrauch räumt der Eigentümer einem Begünstigten das Nießbrauchrecht ein, wodurch die Mieteinnahmen und damit die Besteuerung auf den Nießbraucher verlagert werden.
Wann ist die Gründung eines Familienunternehmens für die Immobiliennachfolge sinnvoll?
Die Gründung eines Familienunternehmens ist insbesondere bei größeren oder komplexeren Immobilienvermögen sinnvoll, um eine Zersplitterung des Vermögens zu verhindern, die Nutzung von Freibeträgen zu optimieren und langfristig eine rentable Vermögensverwaltung zu gewährleisten.
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- Anonym (Author), 2024, Erbschaft- und schenkungsteuerliche Gestaltungsmöglichkeiten bei der Übertragung von Grundbesitz unter Berücksichtigung der Ertragsteuer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1561192