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Bedingungen des SchülerInnenengagements im Fremdsprachenunterricht

Unter Brücksichtigung geschlechtsspezifischer Interessen und Motivationen

Título: Bedingungen des SchülerInnenengagements im Fremdsprachenunterricht

Tesis de Maestría , 2008 , 53 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Stefanie Fuchs (Autor)

Didáctica - Didáctica general, objetivos de la educación, métodos
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Mädchen sind von Natur aus die besseren Fremdsprachenlerner; ihnen liegt das im Blut. So sagen die Lehrer und Eltern. Aber auch die Wissenschaft beschäftigt sich seit einigen Jahren mit Geschlechterdifferenzen im Leistungsniveau der Kinder und sucht nach Ursachen und Erklärungsversuchen.
Während sich die Mehrheit der Forschungsarbeiten mit den
vermeintlichen Leistungsdefiziten der Mädchen in mathematischen und
naturwissenschaftlichen Bereichen beschäftigen, gibt es für die unterschiedlichen Leistungsniveaus im gesteuerten Fremdspracherwerb noch nicht annähernd viele wissenschaftliche Studien. Doch die weit verbreitete Auffassung der weiblichen Überlegenheit im Fremdsprachenerwerb kann nicht nur auf die Naturgegebenheiten
zurückzuführen sein.

Gibt es tatsächlich kognitive Geschlechtsunterschiede? Welche
Einflussfaktoren spielen neben den biologischen Faktoren außerdem eine Rolle? Wie kann das Geschlecht Interesse und Selbstkonzept beeinflussen und zu unterschiedlichen Leistungen im Fremdspracherwerb führen? Haben sich Geschlechterrollen durch wissenschaftliche Erkenntnisse verändert oder bleiben sie trotz moderner Konzepte und Theorien fest in der Gesellschaft verankert? Welche Maßnahmen müssten getroffen werden, um die Geschlechterdifferenzen im gesteuerten Fremdspracherwerb in der Schule zu verringern?

Da sich die Arbeit mit dem Geschlechtsbegriff und dem gesteuerten Fremdspracherwerb in der Schule beschäftigt, soll der erste Teil vorrangig der Einführung in das Forschungsfeld sowie der Darstellung grundlegender Begriffe dienen. Es werden u. a. die Lerntheorien und die Entwicklung sowie Bedeutung des Selbstbildes dargestellt. Des Weiteren wird auf die Entwicklung der Geschlechtsidentität als auch auf den Erwerb von Geschlechterrollen und die damit verbundenen geschlechtsspezifischen Verhaltensmuster kurz eingegangen. In dem letzten Abschnitt des ersten Teils der Arbeit werden nicht nur Geschlechterrollen und Geschlechtsstereotype im historischen Kontext betrachtet, sondern es soll hierbei auch einführend erklärt werden, weshalb Wissenschaftler, aber auch ein Großteil der Gesellschaft
der Meinung sind, dass Mädchen und Frauen im (gesteuerten) Femdsprachenerwerb den Jungen und Männern überlegen seien.Abschließend wird herauszustellen versucht, welche Konsequenzen sich aus der aktuellen Forschungslage und den entwickelten Konzepten für den zukünftigen Fremdsprachunterricht ableiten lassen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

TEIL I: GRUNDLEGENDE BEGRIFFE UND BEFUNDE ZUR ENTWICKLUNG VON GESCHLECHTSIDENTITÄTEN, GESCHLECHTERROLLEN UND GESCHLECHTSSPEZIFISCHEN UNTERSCHIEDEN IM FREMDSPRACHENERWERB

1. Die Variable Geschlecht in verschiedenen wissenschaftlichen Kontexten

1.1 Biologisch begründete Geschlechterdifferenzen

1.2 Erklärungsansätze für psychologische Geschlechtsunterschiede

1.2.1 Geschlechtsidentitäten und Geschlechterrollen

1.3 Lerntheoretische Konzepte zur Erklärung von Geschlechtsdifferenzen

1.3.1 Behavioristische Lerntheorien und Verhaltensanalyse

1.3.2 Beobachtungslernen, Lernen am Modell und die sozial-kognitive Lerntheorie

1.4 Selbstkonzept – Einflussfaktoren und Entwicklung

1.4.1 Die Rolle der Eltern und Familie

1.4.2 Die Rolle der Gleichaltrigen im Kontext Schule

1.5 Entwicklungs- und Veränderungspotential der Geschlechterrollen und Geschlechterbilder im historischen Überblick

TEIL II: ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR KOGNITIVE GESCHLECHTERDIFFERENZEN UND DIE ROLLE VON MOTIVATION UND INTERESSE BEIM GESTEUERTEN FREMDSPRACHERWERB

2. Kognitive Geschlechtsunterschiede

2.1 Leistungsdifferenzen in verbalen Fähigkeiten

3. Interesse und Motivation am Fremdsprachenunterricht

3.1 Instrumentelle und integrative Motivation

3.2 Intrinsische und extrinsische Motivation und der Einfluss der Selbstbestimmung auf den gesteuerten Fremdsprachenerwerb

3.3 Das Zusammenspiel von Kausalattribution, Motivation und Selbstkonzept – erklärt es Geschlechtsunterschiede?

3.4 Konsequenzen für den Fremdsprachenunterricht in der Schule

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem biologischen und sozialen Geschlecht sowie dem gesteuerten Fremdsprachenerwerb in der Schule, um die weit verbreitete Annahme einer weiblichen Überlegenheit kritisch zu hinterfragen und die Rolle individueller Einflussfaktoren wie Motivation und Selbstkonzept zu beleuchten.

  • Biologische und soziale Determinanten von Geschlechtsunterschieden
  • Lerntheoretische Konzepte zur Entstehung von Geschlechterrollen
  • Kognitive Unterschiede und die Rolle der Interessenforschung
  • Einfluss von Motivation, Selbstkonzept und Attribution auf den Lernerfolg
  • Konsequenzen für die pädagogische Praxis und Unterrichtsgestaltung

Auszug aus dem Buch

1. Die Variable Geschlecht in verschiedenen wissenschaftlichen Kontexten

Damit die Variable Geschlecht im Zusammenhang mit der Fremdsprachenforschung untersucht werden kann, werden vorrangig Definitionen und Erklärungsansätze für Geschlechterbilder und geschlechtsspezifische Leistungsdifferenzen in unterschiedlichen wissenschaftlichen Kontexten betrachtet, um in das Forschungsfeld einzuführen. Dabei soll auch deutlich werden, inwiefern sich verschiedene Auffassungen der Geschlechterrollen sowie Geschlechterdifferenzen aufgrund historischer Entwicklungen verändert haben.

1.1 Biologisch begründete Geschlechterdifferenzen

Zunächst unterscheidet man das Geschlecht von Männern und Frauen durch die jeweiligen biologischen Merkmale, unter welchen vornehmlich die verschiedenen Funktionen bei der Fortpflanzung (Reproduktion) sowie die hormonellen und anatomischen (körperlichen) Unterschiede verstanden werden (vgl. Klann-Delius 2005; Richter 1996; Zimbardo et al. 2004). Asendorpf hebt dabei zusätzlich den Aspekt hervor, dass „[biologisches] Geschlecht… auf genetischer (und nicht wie alltäglich auf anatomischer) Ebene untersucht werden [sollte]“, denn die Chromosomenstellung, XX oder XY, ist verantwortlich für die weiteren hormonellen und damit anatomischen als auch psychologischen Entwicklungsprozesse in der pränatalen Phase sowie nach der Geburt (Ibid. 2004: 377; vgl. Richter 1996). Durch die Aktivität der Chromosomenanlage mit dem genetischen Material kommt es innerhalb der ersten zwölf Wochen bei männlichen und weiblichen Feten zur Herausbildung der entsprechenden Keimdrüsenanlagen (Hoden, Eierstöcke), die dann wiederum bestimmte Sexualhormone produzieren. „Es wäre aber falsch anzunehmen, dass ab diesem Alter Progesteron nur von genetisch weiblichen und Androgene nur von genetisch männlichen Feten produziert würden“ (Asendorpf 2004: 377). Vielmehr handelt es sich um ein quantitatives Verhältnis der Hormonproduktion, welches das hormonelle Geschlecht definiert; d.h., dass alle Feten sowohl männliche als auch weibliche Hormone in verschiedenen Mengen je nach Geschlechtsdrüsenanlage produzieren (vgl. ibid.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Variable Geschlecht in verschiedenen wissenschaftlichen Kontexten: Einführung in die Forschungsfrage und Untersuchung der biologischen sowie sozialen Grundlagen von Geschlechtsdifferenzen.

2. Kognitive Geschlechtsunterschiede: Auseinandersetzung mit neurowissenschaftlichen Erklärungsansätzen für angebliche kognitive Leistungsunterschiede und Kritik an der Forschungslage.

3. Interesse und Motivation am Fremdsprachenunterricht: Analyse der Bedeutung von Motivationstypen und deren Zusammenspiel mit dem Selbstkonzept für den Erfolg im Fremdsprachenlernen.

Schlüsselwörter

Geschlecht, Fremdsprachenerwerb, Geschlechterrollen, Motivation, Selbstkonzept, Sozialisation, Kognitive Unterschiede, Attribution, Stereotype, Fremdsprachenunterricht, Identitätsfindung, Leistungsdifferenzen, Geschlechtsidentität, Pädagogik, Lernbiologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die wissenschaftlich verbreitete Annahme, dass Mädchen beim Fremdsprachenlernen Jungen überlegen seien, und beleuchtet kritisch, wie Geschlechterrollen und biologische Mythen diese Wahrnehmung beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die biologische Geschlechterdifferenzierung, lerntheoretische Sozialisationsprozesse, das Selbstkonzept von Lernenden sowie die motivationalen Aspekte im modernen Fremdsprachenunterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, ob die vermeintliche weibliche Superiorität in Sprachen tatsächlich biologisch fundiert ist oder ob sie ein soziales Konstrukt darstellt, das durch gesellschaftliche Erwartungen und die Forschung selbst aufrechterhalten wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der kritischen Auseinandersetzung mit bestehenden Studien aus der Psychologie, Soziologie und Fremdsprachendidaktik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Geschlechterbildern, die Rolle von Eltern und Gleichaltrigen, kognitive Erklärungsmodelle sowie die Bedeutung von integrativer und instrumenteller Motivation für den schulischen Lernerfolg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Geschlecht, Motivation, Fremdsprachenerwerb, Geschlechterrollen, Selbstkonzept, Sozialisation und Attribution.

Inwieweit spielt das "Hirngeschlecht" eine Rolle?

Die Arbeit verdeutlicht, dass die Suche nach einem "Hirngeschlecht" oft weniger wissenschaftlich fundiert ist als vielmehr der Versuch, gesellschaftliche Vorstellungen von Mann und Frau durch neurowissenschaftliche Befunde zu rechtfertigen.

Warum ist die Motivation für den Fremdsprachenunterricht so wichtig?

Motivation ist ein dynamischer, individueller Prozess, der den Lernerfolg massiv beeinflusst. Die Arbeit zeigt auf, dass Motivation nicht geschlechtsspezifisch ist, sondern stark durch Unterrichtsgestaltung und persönliche Einstellungen geprägt wird.

Final del extracto de 53 páginas  - subir

Detalles

Título
Bedingungen des SchülerInnenengagements im Fremdsprachenunterricht
Subtítulo
Unter Brücksichtigung geschlechtsspezifischer Interessen und Motivationen
Universidad
University of Erfurt
Calificación
1,3
Autor
Stefanie Fuchs (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
53
No. de catálogo
V156149
ISBN (Ebook)
9783640690565
ISBN (Libro)
9783640691005
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bedingungen SchülerInnenengagements Fremdsprachenunterricht Unter Brücksichtigung Interessen Motivationen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Stefanie Fuchs (Autor), 2008, Bedingungen des SchülerInnenengagements im Fremdsprachenunterricht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156149
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Extracto de  53  Páginas
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