Nachdem Unternehmen ihre Produktion optimiert (Lean Production) und die Führungsebenen gestrafft (Lean Management) haben, werden nun die Sachressourcen wie Immobilien, Liegenschaften und Infrastruktur optimiert. Das Facility Management verhilft Unternehmen zur Nutzung weiterer Einsparpotenziale. Eine pauschale Aussage zu diesen ist bedingt durch verschiedene Interpretationen von FM und infolge unterschiedlicher Ausgangssituationen in den Betrieben nicht möglich – das Facility Management wird in jedem Unternehmen sehr individuell gestaltet. Durch die Professionalisierung der Gebäude- und Anlagenbewirtschaftung mit Hilfe neuer Managementmethoden (Benchmarking, Outsourcing), neuer Entwicklungen in der Gebäudetechnik sowie durch ein erhöhtes Kostenbewusstsein und der qualitativen Dienstleistungsorientierung wird ein Zuwachs an Nutzen sowie Einsparungen realisiert.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Nutzereinbeziehung als Erfolgsfaktor für das Facility Management. Als Einleitung wird in Kapitel 1 der Facility Management Markt und seine Entwicklung kurz dargestellt. Die beiden Hauptakteure, der Nutzer und der Anbieter, werden vorgestellt und anhand unterschiedlicher Kriterien klassifiziert. Ebenfalls werden Erwartungen und Ziele beider Gruppen angesprochen.
In Kapitel 2 wird auf das Hauptthema, die Nutzereinbeziehung als Erfolgsfaktor, eingegangen. Eingangs werden Nutzenpotenziale aufgezeigt, also wie überhaupt ein konkreter Nutzen für die Zielgruppe erzeugt werden kann. Anschließend werden verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, wie Nutzer in das Facility Management einbezogen werden können, und diese anhand von Praxisbeispielen erläutert. Es folgen Anreizmechanismen für den Anbieter, die bei ihm eine von Nutzer beabsichtigte bestimmte Verhaltensweise verstärken sollen. Der letzte Abschnitt in diesem Kapitel beschäftigt sich mit der Vertragsgestaltung im Facility Management, angesprochen werden vor allem Grundsätze sowie Besonderheiten, die bei der Aufstellung des Vertrages beachtet werden sollten.
Mit einem kurzen Ausblick in Kapitel 3 schließt die vorliegende Arbeit. Hier wird zusammengefasst, wie beide Vertragspartner, sowohl Nutzer und Anbieter von Facility Management, im Endeffekt durch eine enge Zusammenarbeit profitieren können.
Inhaltsverzeichnis
1 DER FACILITY MANAGEMENT MARKT
1.1 Nutzer
1.2 Anbieter
2 NUTZEREINBEZIEHUNG ALS ERFOLGSFAKTOR
2.1 Nutzenpotenziale
2.2 Möglichkeiten der Nutzereinbeziehung
2.2.1 Kommunikation
2.2.2 Helpdesk
2.2.3 Nutzerbefragung
2.2.4 Den Nutzer zum „Sparen erziehen“
2.3 Anreizmechanismen für den Anbieter
2.3.1 Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm
2.3.2 Vergütungsmechanismen
2.3.3 Service-Level-Agreements
2.4 Vertragsgestaltung
3 AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der aktiven Einbeziehung von Nutzern als wesentlichen Erfolgsfaktor im Facility Management (FM). Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Einbindung der Anwender nicht nur die Servicequalität verbessert, sondern auch die Betriebskosten gesenkt und die Effizienz der Immobilienbewirtschaftung gesteigert werden kann.
- Marktentwicklung und Akteure im Facility Management
- Methoden zur aktiven Nutzereinbeziehung (Kommunikation, Helpdesk, Befragungen)
- Strategien zur Verhaltensbeeinflussung (z.B. Energiemanagement)
- Anreizsysteme zur Förderung einer hohen Servicequalität
- Vertragsgestaltung als Steuerungsinstrument zwischen Nutzer und Dienstleister
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Kommunikation
Um bei Anbieter und Nutzer einen unterschiedlichen Informationsstand bei der Erstellung bestimmter Leistungen zu einem vorgegebenen Standard (Informationsasymmetrie) inklusive den daraus resultierenden Mehrkosten zu vermeiden, empfiehlt sich die Verwendung von geeigneten Kommunikationsmitteln. Generell kann man sagen, dass der Anbieter gegenüber dem Nutzer einen Informationsvorsprung hinsichtlich der Erstellung von Leistungen hat. Der Nutzer hingegen hat dem Anbieter gegenüber einen Informationsvorsprung bezüglich der Definition der zu erstellenden/erbringenden Leistungen. Geeignete Kommunikationsmittel führen neben einer Verringerung der Informationsasymmetrien und des Konfliktpotenzials zu einer Steigerung der Zufriedenheit und Transparenz, zur schnelleren Entscheidungsfindung und der Vermeidung von Fehlentwicklungen. Eine gute Kommunikation zwischen den Beteiligten ist dann gegeben, wenn:
eine funktionierende Informationsverteilung existiert,
regelmäßig Treffen und zielorientierte Besprechungen stattfinden,
im Falle von Konflikten formale, festgelegte Schlichtungsmechanismen greifen und
eine Dokumentation der einzelnen Arbeitsschritte und Entscheidungsfindungsprozesse vorliegt.
Intensiviert man die Informations- und Kommunikationsprozesse innerhalb des Facility Managements, so lassen sich speziell folgende Nutzenpotenziale herausarbeiten:
verbesserter Informationsfluss (schnellerer Zugriff, bessere Steuerung),
Anschaulichkeit sowie Verfügbarkeit von Daten und Informationen,
höhere Flexibilität in der Planung,
Möglichkeit des Controlling,
optimale Vorbereitung von Veränderungsprozessen durch neue Möglichkeiten zur Erstellung von Variantenvergleichen, Prognosen und Szenarien und
ziehen von Wissen aus Datenbeständen, z.B. durch Statistiken über Stör- und Schadensfälle.
Zusammenfassung der Kapitel
1 DER FACILITY MANAGEMENT MARKT: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Entwicklung des FM-Marktes in Deutschland und klassifiziert die Rollen von Nutzern und Anbietern.
2 NUTZEREINBEZIEHUNG ALS ERFOLGSFAKTOR: Das Hauptkapitel erläutert theoretische und praktische Ansätze, wie durch direkte Einbindung der Nutzer Immobilien effizienter bewirtschaftet werden können.
3 AUSBLICK: Das Schlusskapitel fasst die Notwendigkeit einer engen Kooperation zwischen Vertragspartnern zusammen und betont die Rolle qualifizierter Mitarbeiter für den langfristigen Erfolg.
Schlüsselwörter
Facility Management, Nutzereinbeziehung, Nutzenpotenziale, Immobilienbewirtschaftung, Service-Level-Agreements, Bonus-Malus-System, Kommunikationsmanagement, Helpdesk, Nutzerbefragung, Energiemanagement, Vertragsgestaltung, Kosteneinsparung, Dienstleistungsqualität, Facility-Akteure, Outsourcing.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Einbindung von Nutzern in Facility-Management-Prozesse als strategisches Instrument, um die Qualität zu sichern und die Wirtschaftlichkeit von Gebäuden zu optimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Kommunikation, der Implementierung von Helpdesk-Systemen, der Durchführung von Nutzerbefragungen und der rechtlichen Vertragsgestaltung zwischen Nutzer und Dienstleister.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein kooperativer Ansatz zwischen FM-Anbieter und Nutzer zu einer Win-Win-Situation führt, indem Bedürfnisse besser erfüllt und Kosten durch optimierte Prozesse gesenkt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse der aktuellen Fachliteratur zum Thema strategisches Facility Management.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden konkrete Methoden der Nutzereinbindung sowie Anreizsysteme für Dienstleister (wie Vergütungsmodelle und Service-Level-Agreements) detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Facility Management, Nutzereinbeziehung, Service-Level-Agreements, Bonus-Malus-System und Immobilienwirtschaft.
Welche Rolle spielt die Nutzereinbeziehung beim Energiemanagement?
Da das Nutzerverhalten einen hohen Kostenfaktor darstellt, wird aufgezeigt, wie durch Motivation oder technische Gebäudeautomation (z.B. Heizungssteuerung) Energie effizienter genutzt werden kann.
Warum wird die Vertragsgestaltung als kritisch angesehen?
Unklare Verträge gelten als Hauptursache für Konflikte. Die Arbeit empfiehlt daher eine klare, logische Gliederung und den Einsatz von Bonus-Malus-Systemen zur Steuerung der Dienstleisterqualität.
- Citar trabajo
- Gabriele Schubert (Autor), Nadine Anding (Autor), 2010, Nutzereinbeziehung als Erfolgsfaktor für Facility Management, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156207