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Korruption - Überblick zum Stand der Forschung

Titre: Korruption - Überblick zum Stand der Forschung

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2010 , 19 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Diplom-Ökonom Paul Ramm (Auteur)

Gestion d'entreprise - Politique économique
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So alt und so abwechslungsreich wie die Menschheit ist auch die Korruption. Nicht nur in der Tagespresse ist dieses Thema kaum mehr wegzudenken. Fälle wie der Schmiergeldskandal bei Siemens oder das allgemein hohe Korruptionsniveau in Verwaltung, Politik und Wirtschaft des sich aktuell in Finanznöten befindlichen EU-Staates Griechenland werden umfangreich diskutiert. Das Ausmaß der Korruption scheint allerdings von Land zu Land bzw. von Kultur zu Kultur zu differenzieren. So weisen bspw. Entwicklungsländer tendenziell eine höhere Korruptionsrate auf als Industrienationen (Vgl. Transparency International 2010a). Zu hinterfragen ist allerdings, welche Faktoren dafür ursächlich sind. Des Weiteren wird Korruption unterschiedlich empfunden. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie ein Wahrnehmungsphänomen ist (Vgl. von Alemann 2005, S. 14, 23 und Moroff 2005): Entscheidend ist insofern, was eigentlich als Korruption aufgefasst wird und was eben nicht, und nicht nur, wie viel von dem tatsächlich korrupten Verhalten aufgedeckt und wahrgenommen wird.
Zu hinterfragen bleibt außerdem, wie es eigentlich zu korruptem Verhalten kommen kann und welche gesamtwirtschaftlichen Effekte diese Art des „abweichenden Verhaltens“ haben können. Welchen Erklärungsbeitrag vermag die Korruptionsforschung dazu zu liefern? Ist es der Forschung überhaupt möglich, dieser Verhaltensweise auf den Grund zu gehen? Denn nur wenn die Entstehungsursachen bekannt sind, ist auch eine effektive Korruptionsbekämpfung möglich.
Der Begriff Korruption wird alltäglich gebraucht, ohne im Grunde eindeutig zu wissen, welcher Sachverhalt damit umrissen wird. Um dem zu entgegnen, wird im zweiten Kapital der Begriff näher erläutert. Im darauf folgenden dritten Abschnitt werden die empirische und die experimentelle Korruptionsforschung vorgestellt und auf die jeweiligen Möglichkeiten und Grenzen eingegangen. Das vierte Kapitel stellt letztlich den Schwerpunkt dieser Ausarbeitung dar. In diesem wird der aktuelle Stand der Korruptionsforschung wiedergegeben, indem größtenteils aktuelle experimentelle Studien vorgestellt werden. Dieser 4. Abschnitt ist weiterhin unterteilt in den jeweiligen Gegenstand der Untersuchung (Effekte). Warum korruptes Verhalten überhabt vorkommt und welche möglichen Auswirkungen diese Handlungsweise hat, wird im vorletzten Kapitel durchleuchtet. Eine kritische Schlussbetrachtung rundet diese Ausarbeitung ab.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff der Korruption

3. Empirische und experimentelle Korruptionsforschung

4. Stand der Korruptionsforschung

4.1. Einfluss von Eigennutz, Reziprozität, Fairness und Moral

4.2. Gender- und Kultureffekte

4.3. Korruptionsbekämpfung

5. Ursachen und Folgen von Korruption

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Korruptionsforschung, mit einem besonderen Schwerpunkt auf experimentellen wirtschaftswissenschaftlichen Studien, um Ursachen und Auswirkungen korrupten Verhaltens sowie Ansätze zu dessen Bekämpfung zu analysieren.

  • Grundlagen und Begriffsbestimmung von Korruption
  • Methodische Ansätze der empirischen und experimentellen Korruptionsforschung
  • Einflussfaktoren wie Eigennutz, Reziprozität, Moral sowie Gender- und Kultureffekte
  • Analyse der Wirksamkeit verschiedener Anti-Korruptionsmaßnahmen
  • Ökonomische Folgen von Korruption auf Wachstum, Investitionen und Umwelt

Auszug aus dem Buch

4.1. Einfluss von Eigennutz, Reziprozität, Fairness und Moral

Wie einige Untersuchungen darlegen, vermag Reziprozität dauerhafte Korruptionsbeziehungen zu bewirken (Vgl. bspw. Renner 2004). Gemeinhin entsteht Reziprozität durch das Gefühl, jemandem etwas zurückgeben zu müssen, wenn man ein Geschenk oder eine Leistung von ebendieser Person erhalten hat. Der Agent fühlt sich demnach verpflichtet, sich für eine erhaltene Zuwendung erkenntlich zu zeigen, indem er im Sinne des Korrumpierenden agiert. Generell wird reziprokes Verhalten nicht als unsittlich oder schlecht aufgefasst, sondern gilt als „soziale Norm“ (Renner 2004, S. 294). Das einzig amoralische am Handelsakt in Korruptionsdelikten ist der einer dritten Person dadurch bereitete Nachteil.

Die Studie von Frank und Schulze (2000), der ein Experiment mit Kinogängern eines studentischen Filmclubs zugrunde liegt, offenbarte, dass zwar moralische Bedenken gegenüber der geschädigten dritten Person bestehen, diese die eigentliche korrupte Verhaltensweise jedoch nicht abzuwenden vermögen. In diesem Experiment verhielten sich 28 % der Teilnehmer absolut egoistisch. Sie nahmen das maximal mögliche Bestechungsgeld an und fügten so der dritten Partei den höchstmöglichen Schaden zu. Etwas über 10 % der Probanden verhielten sich demgegenüber ehrlich, indem sie sich nicht bestechen ließen und so im Sinne der dritten Partei entschieden. Der Rest, was die Mehrheit der Teilnehmer ausmachte, entschied sich für den Mittelweg. Sie entschieden sich für einen Kompromiss aus Unbestechlichkeit und Egoismus gegenüber der dritten Partei.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Korruption ein, beleuchtet deren Wahrnehmungscharakter und erläutert die methodische Herangehensweise der vorliegenden Arbeit.

2. Zum Begriff der Korruption: Dieses Kapitel definiert Korruption als Missbrauch von anvertrauter Macht zum privaten Nutzen und betrachtet sie als beidseitig ausgehandelte Nutzenmaximierung.

3. Empirische und experimentelle Korruptionsforschung: Hier werden die methodischen Ansätze – empirische Querschnittsanalysen und kontrollierte Laborexperimente – gegenübergestellt und deren Möglichkeiten sowie Grenzen diskutiert.

4. Stand der Korruptionsforschung: Dieses Kapitel bildet den Schwerpunkt und analysiert psychologische Einflussfaktoren, geschlechts- und kulturspezifische Unterschiede sowie verschiedene Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung.

5. Ursachen und Folgen von Korruption: Dieser Abschnitt erörtert die wesentlichen Ursachen wie Machtmissbrauch und mangelndes Unrechtsbewusstsein sowie die negativen makroökonomischen Folgen von Korruption.

6. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit effektiver, am Risiko und Sanktionen orientierter Bekämpfungsstrategien.

Schlüsselwörter

Korruption, Korruptionsforschung, Laborexperiment, Reziprozität, Eigennutz, Anti-Korruptionsmaßnahmen, Personalrotation, Bestechung, Prinzipal-Agent-Theorie, ökonomische Folgen, Wachstumshemmung, Transparenz, Moral, Anreizstrukturen, Korruptionsbekämpfung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit befasst sich mit einem Überblick über den aktuellen Stand der Korruptionsforschung, insbesondere unter dem Blickwinkel der experimentellen Wirtschaftsforschung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Definition von Korruption, die Erforschung ihrer Ursachen und Folgen sowie die Analyse der Wirksamkeit von Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das korrupte Verhalten von Wirtschaftssubjekten zu entwickeln, um daraus effektive Strategien zur Korruptionsbekämpfung ableiten zu können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung existierender empirischer Daten sowie experimenteller Studien, die in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur zum Thema Korruption publiziert wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert psychologische und soziale Faktoren (Eigennutz, Reziprozität), geschlechtsspezifische Unterschiede, notwendige Anti-Korruptionsmaßnahmen sowie die negativen Auswirkungen von Korruption auf das Wirtschaftswachstum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Korruptionsforschung, Laborexperimente, Reziprozität, Anti-Korruptionsmaßnahmen, Bestechung und makroökonomische Auswirkungen.

Warum ist das Thema "Reziprozität" für die Korruptionsforschung so bedeutend?

Reziprozität erklärt, warum stabile Korruptionsbeziehungen entstehen: Der Empfänger eines Schmiergeldes fühlt sich verpflichtet, sich erkenntlich zu zeigen, was die Korruption verfestigt.

Welchen Einfluss haben höhere Beamtengehälter laut den untersuchten Studien?

Obwohl theoretisch vermutet wird, dass höhere Löhne die Korruption senken, zeigen experimentelle Studien, dass dies allein oft nicht ausreicht; entscheidend ist vor allem das wahrgenommene Risiko der Entdeckung und Bestrafung.

Warum wird Personalrotation als effektive Maßnahme genannt?

Personalrotation verhindert die Bildung stabiler, reziproker Tauschbeziehungen zwischen den Korruptionspartnern, was die Hemmschwelle und die Gelegenheit für korruptes Verhalten signifikant reduziert.

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Résumé des informations

Titre
Korruption - Überblick zum Stand der Forschung
Université
University of Kassel
Cours
Experimentelle Wirtschaftsforschung
Note
1,7
Auteur
Diplom-Ökonom Paul Ramm (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
19
N° de catalogue
V156336
ISBN (ebook)
9783640697304
ISBN (Livre)
9783640697113
Langue
allemand
mots-clé
Korruption Korruptionsforschung Experimentelle Wirtschaftsforschung Empirische Korruptionsforschung Eigennutz Reziprozität Fairness Moral Gendereffekt Kultureffekt Korruptionsbekämpfung Korruptionsrate Transparency International Corruption Perception Index Tauschbeziehung Nutzenmaximierung Korrumpierende Korrumpierte Gegenleistung Anti-Korruptionsmaßnahmen Kontrollexperiment Reziprozitätsverhältnisse Experiment Opportunitätskosten
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Diplom-Ökonom Paul Ramm (Auteur), 2010, Korruption - Überblick zum Stand der Forschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156336
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Extrait de  19  pages
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