Strategien mit Optionen


Hausarbeit, 2009
29 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Wesen der Option

3. Der Grundgedanke des Handels mit Optionen

4. Strategische Analyse eines Optionsgeschäfts

5. Grundstrategien im Optionsgeschäft
5.1. Long Call
5.2. Short Call
5.3. Long Put
5.4. Short Put

6. Strategien aus Optionskombinationen
6.1. Straddles
6.2. Strangles
6.3. Bull und Bear Spread

7. Schlussbetrachtung

Literatur- und Quellenverzeichnis

Eidesstattliche Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Rechte, Pflichten und Verlustrisiko bei Optionen

Abbildung 2: Einem Optionsgeschäft vorgeschaltete Analysen

Abbildung 3: Payoff aus dem Kauf einer Kaufoption (Long Call)

Abbildung 4: Payoff aus dem Verkauf einer Kaufoption (Short Call)

Abbildung 5: Payoff aus dem Kauf einer Verkaufsoption (Long Put)

Abbildung 6: Payoff aus dem Verkauf einer Verkaufsoption (Short Put)

Abbildung 7: Payoff aus einem Long Straddle

Abbildung 8: Auszahlung und Gewinn aus einem Long Straddle

Abbildung 9: Payoff aus einem Short Straddle

Abbildung 10: Payoff aus einem Long Strangle

Abbildung 11: Payoff aus einem Short Strangle

Abbildung 12: Payoff aus einem Bull-Spread

Abbildung 13: Payoff aus einem Bear-Spread

1. Einleitung

Insbesondere in der aktuellen Finanzmarktlage, getrieben von immer düstereren Weltwirt- schaftsprognosen, gerät eine Wertpapiergattung in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussi- on: die Derivate. Oft werden diese - wohl zu unrecht - in einem Atemzug mit Spekulation und der dadurch negativen Folgen auf die Realwirtschaft genannt. Dabei wird übersehen, dass die ursprüngliche Implikation, die mit diesen Wertpapieren verfolgt wird, die Absicherung bestimmter Positionen (bestehender und in der Zukunft zu erwerbender) ist. Diese Grundin- tention wird auch dadurch untermauert, dass während der Finanzmarktkrise der verstärkte Einsatz von Derivaten (hauptsächlich Optionen und Futures) zu beobachten ist. So ist es dem Weltmarktführer in diesem Bereich, der Chicago Mercantile Exchange (CME), im Berichts- jahr 2008 gelungen, einen Rekordumsatz zu erzielen. Im Durchschnitt des letzten Jahres sind 13 Mio. Kontrakte täglich abgeschlossen worden. Das entspricht einem Plus von 4 % gegenüber dem Vorjahr1. Bereits im November 2007 schrieb das Handelsblatt, das SubprimeDebakel mache Terminbörsen zu den Gewinnern2. Auf der anderen Seite ist in der aktuellen Lage jedoch mit einer zunehmenden Überwachung des Handels mit Derivaten zu rechnen, speziell bei Hedge Funds. Beispielsweise verlängerte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) den ungedeckten Leerverkaufsverbot (Naked Short Selling3 ) von elf Finanzaktien nochmals bis zum 31. März 2009, um so die exzessiven Preisbewegungen, die die Finanzmarktstabilität gefährden könnten und folglich enorme Nachteile für das komplette Finanzsystem bedeuten würden, zu begrenzen4.

Die Option, eine zu den Derivaten zu zählende Wertpapierart, ermöglicht eine Vielzahl von Strategien. Diese werden durch den (kombinierten) Einsatz unterschiedlicher Optionstypen vollzogen. Die Zielsetzung dabei ist, in jeder Finanzmarktentwicklung einen Gewinn zu reali- sieren. D. h. nun, ganz egal ob die Märkte steigen, fallen oder seitwärts tendieren, es soll letztendlich immer ein positives Ergebnis gewährleistet sein. Wie dies praktisch umgesetzt werden kann, wird in dieser schriftlichen Ausarbeitung dargelegt. Die Arbeit ist folgenderma- ßen aufgebaut: Zuerst wird darauf eingegangen, was sich hinter dem derivativen Finanzin- strument Option verbirgt und wie dieses ausgestaltet ist. Im Anschluss darauf wird vorgestellt,

welcher Grundgedanke sich hinter dem Einsatz von Optionen verbirgt und welche strategi- schen Fragestellungen geklärt werden sollten, bevor es zum Handeln kommt. Der wesentliche Part dieser Arbeit folgt mit der Erörterung und Analyse der vier Grundstrategien im Optionsgeschäft und darauf aufbauend den Strategien aus Optionskombinationen. Eine Schlussbetrachtung schließt diese Ausarbeitung ab.

2. Zum Wesen der Option

Die Zielsetzung, welche mit dem Handeln von Optionen verfolgt wird, ist von Personengruppe zu Personengruppe ganz unterschiedlich: Während Hedger bereits vorhandene bzw. geplante Portfoliopositionen gegen Preisrisiken absichern und Arbitrageure Preisineffizienzen zwischen ein und demselben Wertpapier risikolos auszunutzen vermögen, beabsichtigen Spekulanten einen schnellen Gewinn zu machen, indem sie auf - meistens kurzfristige - Preisschwankungen eines dem Termingeschäft unterlegten Objekts wetten5.

Die Option gehört zu der Finanzinstrumentgattung Derivat, das sich dadurch auszeichnet, dass es von einem ihm zu Grunde liegenden Basiswert (z.B. Rohstoffe, Aktien etc.) abgeleitet ist und sich stets auf dessen Entwicklung bezieht6. Die Investition erfolgt also nicht in den Ba- siswert selbst, dieser stellt jedoch die Quelle ebendieser Investition dar. Es geht um die Parti- zipation an der Veränderung des Basiswerts, auch Underlying genannt, auf welches das Ter- mingeschäft lautet.

Dabei ist eine Option ein bedingtes - im Gegensatz zu Futures - Termingeschäft, welches überdies zeitlich befristet ist. Bedingt deshalb, weil sie seitens des Käufers nicht unbedingt ausgeübt werden muss, er kann sie also verfallen lassen. D. h. der Käufer (Inhaber) hat das Recht zu wählen, ob die Transaktion nun stattfindet oder eben nicht. Dahingegen ist der Verkäufer (Stillhalter) einer Option verpflichtet, diese zu erfüllen. D. h. er muss seine Transaktionsbereitschaft aufrechterhalten. Bei Abschluss des Kontraktes entrichtet der Käufer (LongPosition) an den Verkäufer (Short-Position) die Optionsprämie. Zweiter muss jedoch im Gegensatz zum Ersten mit eventuellen späteren Verbindlichkeiten rechnen7.

Der einem Optionsgeschäft zu Grunde liegende Ausübungspreis (Strike), zu dem der Basis- wert ge- bzw. verkauft werden muss, sollte die Option ausgeübt werden, wird bereits beim Abschluss vereinbart8. Bei der Fälligkeit einer Option wird zwischen der europäischen (Euro- pean-Style) und der amerikanischen (American-Style) Variante unterschieden. Während bei der ersteren die Option nur am Laufzeitende, also am letzten Handelstag, ausgeübt werden kann, ist es bei der Zweitgenannten während der gesamten Laufzeit möglich9. Die Rechte, Pflichten sowie das größtmögliche Verlustrisiko der beteiligten Parteien Käufer und Verkäufer sind in der nachfolgenden Abbildung zusammenfassend dargestellt.

Abbildung 1: Rechte, Pflichten und Verlustrisiko bei Optionen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Verlustrisiko Optionsprämie Nahezu unbegrenzt

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Bloss und Ernst (2008), S. 29.

Im Allgemeinen wird zwischen zwei Optionstypen unterschieden10: Auf der einen Seite die Kaufoption (Call) und auf der anderen die Verkaufsoption (Put). Bei der Erstgenannten erhält der Käufer das Recht, den vereinbarten zu Grunde liegenden Basiswert (Underlying) zu dem beim Vertragsabschluss festgelegten Basispreis (Strike) in einer bestimmten Quantität (Kon- traktgröße) sowie zu einem fixen Termin (europäisch) bzw. binnen einer bestimmten Zeit- spanne (amerikanisch) zu kaufen. Mittels einer Put-Option hingegen erlangt der Käufer das Recht, den Basiswert unter zuvor genannten Eigenschaften zu verkaufen. Die im Kontrakt festgelegte Fälligkeit bzw. das Verfallsdatum gibt dabei den Tag wieder, an dem das Termin- geschäft verfällt. Der Verkäufer hat kein Wahlrecht, denn er ist stets an den Wunsch des Käu- fers gebunden. Übt der Käufer die Option aus, ist der Verkäufer entweder zur/m Liefe- rung/Verkauf (Call) oder zur/m Abnahme/Kauf (Put) verpflichtet. Im Gegenzug erhält er je- doch die vom Käufer zu entrichtende Prämie. Aus diesem Grund ergeben sich die jeweiligen in der Abbildung erfassten Verlustrisiken. Bei der Ausübung einer Option sind für den Käufer (Inhaber) beträchtliche Gewinne erzielbar, wodurch auf der anderen Seite dem Verkäufer (Stillhalter) der Option nahezu unbegrenzte Verluste drohen11. Dabei ist nennenswert, dass jede Option im Endeffekt ein Null-Summen-Spiel ist12: Der Gewinn bzw. Verlust des Inha- bers stellt den Verlust bzw. Gewinn des Stillhalters dar. Es wetten also stets zwei Seiten ge- geneinander, wobei der Gewinn bzw. Verlust konträr ausfällt.

3. Der Grundgedanke des Handels mit Optionen

Mittels Optionen sollen bestehende oder in Zukunft einzugehende Portfoliopositionen abgesi- chert werden, indem Preisrisiken transferiert werden. Der Grundgedanke ein]es Terminge- schäftes liegt demnach in der Absicherung eines bestimmten Preisniveaus. Dabei ist zwischen dem Hedging und der so genannten Portfolio Insurance zu unterscheiden. Unter Hedging13 werden sowohl das Verlust- als auch das Gewinnpotential ausgeschaltet. Dabei soll eine Pla- nungssicherheit geschaffen werden, die mit einem bestimmten gesicherten Preisniveau garan- tiert wird. Insbesondere auf Industrieunternehmen trifft diese Form des Optionshandels zu. Diese möchten beispielsweise das Wechselkursrisiko komplett ausschalten, um die künftigen Cashflows zuverlässiger prognostizieren und somit eine höhere Planungssicherheit gewähr- leisten zu können. Auf der anderen Seite steht die Portfolio Insurance14. Diese definiert sich als eine reine Absicherungsstrategie, mittels derer das Verlustrisiko weitestgehend ausge- schaltet, jedoch das Gewinnpotential weiterhin beibehalten werden soll. Diese Absicherung wird umgesetzt, indem eine Verkaufsoption (Put) auf das Portfolio bzw. den abzusichernden Anteil erworben wird15. Beide Strategien sind allerdings mit anfänglichen Auszahlungen ver- bunden, nämlich der Entrichtung der Optionsprämie. Diese stellt dementsprechend das jewei- lige Verlustpotential dar und ist somit zu berücksichtigen.

Zur Umsetzung einer dieser Absicherungsstrategien wäre das so genannte „Short Basiswert“ denkbar16. Dabei wird der abzusichernde Anteil am Portfolio einfach verkauft. Dies ist vergleichsweise unkompliziert umzusetzen, aus dem Gesichtspunkt der Effektivität jedoch zu verwerfen. Denn der Hebel einer Option ist wesentlich Höher, so dass ein relativ kleiner Betrag zur Realisierung der Absicherungsstrategie eingesetzt werden muss. Dazu ist die Kenntnis des Hedge-Ratio erforderlich. Dieser gibt an, wie viele Optionen für die abzusichernde Position vonnöten sind, um eine vollständige Neutralisierung dessen Kursveränderungen herzustellen. Dieser lässt sich folgendermaßen ermitteln17:

Anzahl Kontrakte = (Anzahl Aktien/ Kontraktgröße) x (1/ Delta der Option)18

Bei einer Veränderung des Delta müssen entsprechend Optionen nachgekauft oder veräußert werden, damit der ursprünglich abgesicherte Anteil voll abgesichert bleibt.

4. Strategische Analyse eines Optionsgeschäfts

Bevor eine Investition in Optionen erfolgen kann, sollten folgende Analyseschritte abgehandelt werden, damit dem Anleger klar wird, aus welcher Intention und überhaupt wie eine Optionsstrategie umgesetzt werden kann bzw. soll.

Abbildung 2: Einem Optionsgeschäft vorgeschaltete Analysen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Demuth (1993), S. 203.

Am Anfang stehen die Analyse des Basiswertes und damit die Frage nach dem zu besichern- den Underlying, beispielsweise einer Aktie, eines Rohstoffs oder einer Währung. Hier schließt sich die Meinung des Anlegers hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung des speziel- len Basisobjektes an. Denn für eine Optionsstrategie, wie im Weiteren zu sehen sein wird, ist es äußerst wichtig, die Kursveränderung des Basiswertes vorab einzuschätzen, um die passen- de Option zu kaufen bzw. zu verkaufen. Es geht also um die Einschätzung, ob der Basiswert steigt, fällt, seitwärts tendiert oder einfach nur einer starken Volatilität in beide Richtungen ausgesetzt sein wird. Daneben spielt die Intensität der jeweiligen Entwicklung eine nicht un- wesentliche Rolle. Weiterhin ist die Frage nach dem Timing entscheidend. Dies wird anhand der Technischen Analyse, die aus Kursverläufen Anzeichen für das richtige Timing abzuleiten versucht19, zu beantworten bestrebt. Ferner ist vom Anleger zu entscheiden, wie die Option im Portfolio aus Diversifikationsgesichtspunkten zu bewerten ist. Wichtig ist, wie hoch der Anteil der Optionen am gesamten Depot ausmachen soll (Asset Allocation). Erst im Anschluss an diese Analyseschritte tritt die tatsächliche Optionsanalyse. Schließlich wird hier darüber entschieden, welche Option mit welchen Merkmalen als die aussichtsreichste für eine Anlage erscheint20. Nun ist es möglich die Ergebnisse zusammenfassend in eine Anlagestrategie umzusetzen und daraus die erhofften Ergebnisse zu generieren.

Die hier vorgestellten Analysepunkte beanspruchen jedoch keinen Anspruch auf Vollständig- keit, denn die Finanzmärkte werden daneben von vielerlei anderen Faktoren beeinflusst. Ins- besondere ist die Psychologie des Marktes zu nennen, die allerdings nur sehr schwer zu analy- sieren ist21. Nicht zuletzt der Wissenschaftszweig Behavioural Finance setzt an diesem Punkt an und versucht das Verhalten der Marktakteure zu erklären, um daraus Handelsstrategien abzuleiten.

5. Grundstrategien im Optionsgeschäft

An dieser Stelle wird auf die vier Grundstrategien, die mittels Optionen umgesetzt werden können, eingegangen.22 Diese lassen sich auch als reine Strategien bezeichnen, denn sie sehen den Kauf (Long) bzw. den Verkauf23 (Short) einer einzelnen Optionsgattung vor. Hierbei werden also keine Kombinationen mit verschiedenen Merkmalen ausgestatteter Optionen vollzogen. Um jedoch weitere Optionsstrategien (Kombinationen) konstruieren zu können, ist es zwingend notwendig, diese vier Grundpositionen nachzuvollziehen. Denn schließlich bauen die weiteren Strategien auf ebendiesen vier auf, sie stellen demnach die Basis. Wie zu sehen sein wird, generiert eine Long-Position, d. h. der Kauf einer Option (Call oder Put), einen konvexen Payoff, wohingegen die Strategie, eine Short-Position einzunehmen, d. h. eine Option (Call oder Put) zu schreiben, einen konkaven Payoff aufweist24.

5.1. Long Call

Bei der Erwartung eines stark steigenden Kurses des zu Grunde liegenden Basisobjekts (bul- lish25 ) bietet sich die Strategie Long Call an. Umgesetzt wird diese Strategie mit dem Kauf (Long) einer Kaufoption (Call). Der Anleger erwirbt hierbei folglich das Recht, indessen nicht die Pflicht, das Basisobjekt mittels eines Calls während bzw. am Ende der Laufzeit zu kaufen, wobei dieser an Wert gewinnt, sollten die Erwartungen des Investors eintreffen. Beim „einfa- chen“ Kauf des Underlyings wäre zwar derselbe Effekt bewirkt worden, jedoch müsste ver- gleichsweise wesentlich mehr Kapital eingesetzt werden. Das investierte Kapital wird mit Hilfe des Calls also gehebelt. Für den Investor besteht dabei aber keine Nachschussverpflich- tung, dieser unterliegt lediglich dem Ausgangsrisiko (Prämienzahlung)26. Der Inhaber dieser Option kann beim Eintreffen seiner Prognose, also einem stark steigenden Underlying, einen potentiell unbegrenzten Gewinn realisieren. Dahingegen beläuft sich das Verlustrisiko bei einer gegenläufigen Bewegung, also einem fallenden Kurs des Basisobjekts, maximal auf die gezahlte Prämie. Es kann folglich höchstens der Preis des Calls verloren werden, wobei dies einem Totalverlust gleichkommt. Die Optionsprämie ist vom Investor an die Gegenpartei, in diesem Fall den Stillhalter (Short Call), der die Option verkauft hat, zu entrichten. Demge- genüber ist der Inhaber der gegenläufigen Short Call-Position dazu verpflichtet, das Underly- ing zu liefern, sobald der Inhaber des Long Calls dies fordert27.

Auf das Beispiel in der Abbildung 3 bezogen bedeutet das Folgendes28: Es wird eine Long Call-Position auf die Aktie X mit dem Basispreis 50€ für den Preis von 3€ (Optionsprämie) eingegangen. Das Laufzeitende ist der Monat Juni. Der Investor erhält mit dieser Option das Recht, die Aktie X am Verfallstag zum vereinbarten Preis von 50€ zu erwerben. Dafür wird eine Prämienzahlung in Höhe von 3€ fällig, welche unmittelbar bei Kontraktabschluss zu ent- richten ist. Der Break-Even Point, also der Punkt, ab dem der Optionskäufer (Long) einen Gewinn erzielt, liegt in diesem Beispiel bei 53€. Dieser Betrag setzt sich einmal aus dem Ba- sispreis, zu dem die Aktie erworben werden kann und der Verkäufer (Short) liefern müsste, und zum anderen aus der Aufwendung für das Optionsgeschäft, also der Prämienzahlung in Höhe von 3€, zusammen. Demgemäß ist die Gesamtanalyse entscheidend. Bei der Gewinn- bzw. Verlustbetrachtung sind drei Szenarien denkbar: Fällt die Aktie unter den Basispreis von 50€ (out of the money29 ), so tritt der Totalverlust ein, d.h. die Option verfällt wertlos und der Inhaber des Calls erleidet am Verfallstag30 den höchstmöglichen Verlust in Höhe der gezahl- ten Prämie (Anfangsinvestition). Der Investor verzichtet demnach auf sein Recht der Aus- übung, denn es würde für ihn keinen Sinn machen, die Aktie für 50€ zu erwerben, wobei der aktuelle Kurswert unter diesem Betrag notiert31

[...]


1 Vgl. Rettberg (2009): „Terminbörsen sind Gewinner der Finanzkrise - Anleger nutzen verstärkt Optionen und Futures“, http://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/anleger-nutzen-verstaerkt-optionen-und- futures;2121856 (Stand: 16.03.2009).

2 Vgl. Rettberg (2007), S. B1.

3 Darunter ist der Verkauf von Anteilen an z.B. Wertpapieren zu verstehen, ohne diese allerdings selbst zu besitzen oder zumindest ein Zugriffsrecht auf diese zu haben. Vgl. dazu Kapitel 5.2. Short Call.

4 Vgl. BaFin (2008): „Allgemeinverfügung der BaFin vom 17. Dezember 2008 zur Verlängerung der Regelun- gen der Allgemeinverfügungen vom 19. und 21. September 2008“, http://www.bafin.de/cln_116/nn_722758/sid_657861E222EB07B80BD178030F67397C/nsc_true/SharedDocs/ Aufsichtsrecht/DE/Verfuegungen/vf__081219__leerverk__verlaenger.html (Stand: 16.03.2009).

5 Vgl. Marzi (1993), S. 185 ff. und Bloss und Ernst (2008), S. 8 f.

6 Vgl. Bloss und Ernst (2008), S. 10.

7 Vgl. Hull (2006), S. 230.

8 Vgl. Spremann (2006), S. 570 sowie Bloss und Ernst (2008), S. 6.

9 Die Differenzierung geht jedoch nicht aus geografischen Gegebenheiten hervor. Vgl. dazu Hull (2006), S. 228; Spremann (2006), S. 571 sowie Bloss und Ernst (2008), S. 29.

10 Vgl. dazu Bloss und Ernst (2008), S. 27 f.; Spremann (2006), S. 570 f. sowie Hull (2006), S. 228.

11 Vgl. Spremann (2006), S. 578.

12 Vgl. Hull (2006), S. 230 sowie Spremann (2006), S. 572.

13 Vgl. dazu Bloss und Ernst (2008), S. 10.

14 Vgl. dazu Hull (2006), S. 443 ff.

15 Dies ist als Beispiel zu verstehen, wie die Portfolio Insurance als eine Strategie mit Optionen umgesetzt wer- den kann. Ist auch unter der Bezeichnung Protected-Put-Buying bekannt. Vgl. ausführlich Spremann (2006), S. 607 ff.

16 Vgl. Bloss und Ernst (2008), S. 63.

17 Vgl. ebd. S. 64. Das Hedge-Ratio ist auch unter den Begriffen Delta-Heging, Neutral Hedge Ratio oder Equivalence Ratio bekannt. Vgl. Francis und Ibbotson (2002), S. 843 und Hull (2006), S. 421.

18 Das Delta gibt die Veränderung des Optionswertes aufgrund einer Veränderung des Preises des Basiswertes wieder. Es ist als Sensitivitätsmaß bzw. die Steigung der Funktion zu verstehen, welche die Beziehung zwi- schen dem Optionswert und dem Preis des Basiswertes angibt. Vgl. Hull (2006), S. 421 und Francis und Ibbot- son (2002), S. 843.

19 Vgl. Spremann (2006), S. 50.

20 Vgl. Demuth (1993), S. 201.

21 Vgl. ebd. S. 202.

22 Bei den hier im Weiteren folgenden Ausführungen wird unterstellt, dass den Optionen eine Aktie zu Grunde liegt (Underlying) und keine Kosten/Gebühren (Anfangskosten) in diesem Zusammenhang anfallen. Ferner wird die europäische Option zu Grunde gelegt, der Zeitwert des Geldes wird vernachlässigt und die Darstel- lung (Grafiken) der Auszahlung an den Investor erfolgt als Funktion des Aktienkurses bei Fälligkeit.

23 Wird auch als das Schreiben einer Option bezeichnet.

24 Vgl. Spremann (2006), S. 578.

25 Vgl. Figlewski (1990), S. 47.

26 Vgl. Bloss und Ernst (2008), S. 55.

27 Vgl. ebd. S. 56.

28 Vgl. dazu das Beispiel von Hull (2006), S. 30 f. i.V.m. S. 228 f. sowie Bloss und Ernst (2008), S. 57 f.

29 Aus dem Geld (out of the money, OTM) liegt eine Call Option, wenn der Kurswert der Aktie (Underlying) unter dem Basispreis liegt. Vgl. Hull (2006), S. 235; Spremann (2006), S. 575 sowie Bloss und Ernst (2008), S. 38.

30 In diesem Fall ist das der dritte Freitag im Juni. Der dritte Freitag im Monat gilt international als der Ver- fallstag, an dem der letzte Börsenhandel von Termingeschäften stattfindet. Der dritte Freitag im Endmonat ei- nes Quartals wird auch als „Hexensabbat“ bzw. „dreifach großer Verfallstag“ bezeichnet. Denn zu diesem Termin verfallen synchron neben Optionen auf Einzelwerte und Optionen auf Indices auch noch die FutureKontrakte. Vgl. Bloss und Ernst (2008), S. 6. i.V.m S. 221.

31 Vgl. Hull (2006), S. 228.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Strategien mit Optionen
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Financial Engineering
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
29
Katalognummer
V156337
ISBN (eBook)
9783640699773
ISBN (Buch)
9783640700165
Dateigröße
744 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Optionen, Terminkontrakte, Optionshandel, Optionsgeschäft, Grundstrategien, Optionskombinationen, Long Call, Short Call, Long Put, Short Put, Straddles, Strangles, Bull Spread, Bear Spread, Payoff, Futures, Leerverkauf, Naked Short Selling, Optionsprämie, Finanzinstrument, Derivat, Basiswert, Underlying, Termingeschäft, Inhaber, Ausübungspreis, Strike, European- Style, American-Style, Kaufoption, Call, Verkaufsoption, Put, Hedging, Portfolio Insurance, Delta, Technische-Analyse, Chartanalyse, Portfolio-Analyse, Asset Allocation, bullish, bearish, Break-Even
Arbeit zitieren
Diplom-Ökonom Paul Ramm (Autor), 2009, Strategien mit Optionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156337

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