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Inklusion und Exklusion: Zur Bedeutung von Leistungs- und Publikumsrollen

Title: Inklusion und Exklusion: Zur Bedeutung von Leistungs- und Publikumsrollen

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michaela Braun (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Die Adresse ist einer der Grundbegriffe der Medienwissenschaft, denn durch sie werden erst die Hörer, Leser und Zuschauer erreicht und auf verschiedenste Art und Weise adressiert. Doch wie entsteht erst eine Adresse für eine Person? Und was sind die Folgen, wenn jemand nicht adressiert wird? Inklusion und Exklusion von Kommunikation sind für jede Person entscheidende Faktoren, um am sozialen Leben teilzunehmen. Sie organisieren seine Stellung in der Gesellschaft. Im Fall von Inklusion durch Adressierung kann dies sowohl eine passiv beobachtende Publikumsrolle als auch eine aktive Leistungsrolle sein, die die Person innehat.
In der vorliegenden Arbeit wird die Inklusion und Exklusion von Personen in das Gesellschaftssystem mit Bezug auf Rudolf Stichweh erläutert. Dabei werden vor allem seine Ausführungen über Inklusion in die Funktionssysteme durch die Übernahme von Leistungs- und Publikumsrollen genauer betrachtet. Als Grundlage für diese Thesen dient hier Niklas Luhmanns Systemtheorie, auf die sich Stichweh fortwährend bezieht.
Zunächst wird im ersten Teil die Entstehung und Bedeutung der sozialen Adresse erläutert, durch die der Zugang zu Kommunikation geregelt ist und die für jeden Menschen ein Inklusions-/Exklusionsprofil kreiert. Anschließend werden Rudolf Stichwehs Thesen zur Soziologie von Inklusion und Exklusion betrachtet, wobei zuerst die Unterscheidung von Inklusion und Exklusion, bei der die funktionale Differenzierung der Gesellschaft eine große Rolle spielt, dargelegt wird. Im Anschluss daran werden Stichwehs Thesen mit anderen Forschungspositionen verglichen, um die Besonderheit seiner Argumentationsweise aufzuzeigen. Im folgenden Teil werden Leistungs- und Publikumsrollen genauer betrachtet, wobei zunächst die verschiedenen Formen von Inklusion in die Funktionssysteme und dann die Überbrückungsformen zur Überwindung der Passivität einer reinen Publikumsrolle dargelegt werden. Danach werden Stichwehs Erkenntnisse kurz am Beispiel des Fernsehens auf die Praxis übertragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die soziale Adresse

III. Rudolf Stichwehs Thesen zur Soziologie der Inklusion und Exklusion

1. Die Unterscheidung von Inklusion und Exklusion

2. Vergleich mit anderen Forschungspositionen

3. Leistungs- und Publikumsrollen

3.1. Formen von Inklusion in Funktionssysteme

3.2. Ausgleichs- und Überbrückungsmechanismen

IV. Anwendung der Theorie: Telemediale Inklusion und Exklusion

V. Fazit

VI. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die systemtheoretischen Konzepte von Inklusion und Exklusion nach Rudolf Stichweh und deren Bedeutung für die Rollenverteilung zwischen Leistungsträgern und Publikum. Ziel ist es, diese theoretischen Erkenntnisse auf das Funktionssystem der Massenmedien, speziell das Fernsehen, zu übertragen und die Dynamiken der Adressierung zu analysieren.

  • Systemtheoretische Grundlagen der sozialen Adresse
  • Unterscheidung von Inklusion und Exklusion als hierarchische Opposition
  • Funktionen und Ausdifferenzierung von Leistungs- und Publikumsrollen
  • Überbrückungsmechanismen zur Überwindung passiver Publikumsrollen
  • Mediale Praktiken der Adressierung im Fernsehen

Auszug aus dem Buch

3.1. Formen von Inklusion in Funktionssysteme

Stichweh erläutert, dass Inklusion in jedem Funktionssystem verschiedene Formen annimmt. Somit nehmen auch die Beziehungen der einzelnen Leistungs- und Publikumsrollenträger in den jeweiligen Funktionssystemen sehr verschiedene Formen an. Stichweh unterscheidet hierfür sechs verschiedene Varianten von Inklusion.

1. Inklusion als professionelle Betreuung

In Funktionssystemen wie dem Gesundheitssystem, Erziehungssystem, Recht und Religion beispielsweise ist Inklusion als professionelle Betreuung des Publikums durch die Leistungsrollenträger organisiert. Der Leistungsrollenträger tritt hier als Professioneller auf und der Publikumsrollenträger als Klient und Mitglied in der betreuten Gruppe. Dabei hat Interaktion und somit auch Respezifikation eine große Bedeutung für den Vollzug von Inklusion. Der einzelne Leistungsrollenträger erledigt den symbolisch wichtigsten Teil in diesen Interaktionssystemen, die aus einer möglichst kleinen Zahl an Leistungs- und Publikumsrollenträger bestehen, was eine optimale Betreuung durch wechselseitige Kenntnis garantieren soll. Diese Art von Inklusion trifft laut Stichweh auf die Funktionssysteme zu, in denen eine Berufsgruppe in Professioneller/Klienten-Interaktion das Inklusionsproblem eines Funktionssystems verwaltet.

2. Inklusion über exit/voice-Optionen (Politik, Wirtschaft)

Im zweiten Typ von Funktionssystemen wie Sport, Politik, Wirtschaft, Kunst und Massenmedien, wird Inklusion geregelt, indem dem Publikum als einzig vorkommende Äußerungsformen ‚exit’ und ‚voice’ zugesprochen werden. Nur so kann das Publikum kommunikative Äußerungen in das System einfließen lassen. Diese werden allerdings nicht individuell erfasst, sondern ermöglichen als „quantitative Aggregation von Äußerungen“ einen Verstehensprozess. Nur in der großen Zahl sind die Äußerungen für das System und die Leistungsrollenträger des Systems interpretationsrelevant. Anders als im ersten Typ von Inklusion ist hier keine direkte Interaktion der Komplementärrolleninhaber nötig. Die quantitativen Publikumsäußerungen können zum einen als ‚exit’ erscheinen, was einer ja/nein Option entspricht. Oder aber sie treten als ‚ja’ auf, was eine unbegrenzte Äußerungsvielfalt besitzt, die vom System aber in wenigen standardisierten Kategorien wahrgenommen werden muss, damit quantitative Operationen anschließbar sind.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in die medienwissenschaftliche Bedeutung der Adresse und die systemtheoretische Relevanz von Inklusion und Exklusion.

II. Die soziale Adresse: Erläuterung der Entstehung sozialer Adressen als Voraussetzung für die Teilhabe an Kommunikation innerhalb der Systemtheorie.

III. Rudolf Stichwehs Thesen zur Soziologie der Inklusion und Exklusion: Darstellung der systemtheoretischen Differenzierung zwischen Inklusion und Exklusion sowie der Rollenmodelle von Leistungsträgern und Publikum.

IV. Anwendung der Theorie: Telemediale Inklusion und Exklusion: Übertragung der theoretischen Konzepte auf das Fernsehen als Massenmedium unter Berücksichtigung von Publikumsbeteiligung.

V. Fazit: Zusammenfassende Würdigung der Stichwehschen Thesen und deren Validität im Kontext medialer Beobachtungsprozesse.

VI. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen.

Schlüsselwörter

Inklusion, Exklusion, Soziale Adresse, Systemtheorie, Rudolf Stichweh, Niklas Luhmann, Leistungsrollen, Publikumsrollen, Funktionssysteme, Massenmedien, Fernsehen, Polykontexturalität, Autopoiesis, Kommunikation, Beobachtung 2. Ordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Konzepte von Inklusion und Exklusion in der modernen Gesellschaft basierend auf der Systemtheorie, insbesondere im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Leistungsträgern und Publikum.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit befasst sich mit der sozialen Adressierung, der funktionalen Differenzierung der Gesellschaft und der Art und Weise, wie Individuen in verschiedene Funktionssysteme eingebunden oder daraus ausgeschlossen werden.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Stichwehs theoretische Ausführungen zu Leistungs- und Publikumsrollen zu erläutern und deren praktische Anwendung im Medium Fernsehen zu veranschaulichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Medienanalyse, die sich maßgeblich auf Niklas Luhmanns Systemtheorie und die soziologischen Analysen von Rudolf Stichweh stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen der sozialen Adresse und Stichwehs Thesen zur Inklusion/Exklusion erarbeitet, mit anderen Forschungspositionen wie denen von Robert Castel verglichen und schließlich auf das Fernsehen angewandt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Inklusion, Exklusion, soziale Adresse, Leistungsrolle, Publikumsrolle, Systemtheorie und funktionale Differenzierung.

Wie unterscheidet sich Stichwehs Ansatz von dem von Robert Castel?

Während Castel Inklusion und Exklusion als Symmetrie in einem Behältermodell betrachtet, sieht Stichweh sie als hierarchische Opposition innerhalb globaler, auf Kommunikation basierender Funktionssysteme.

Warum spielt das Fernsehen bei der Inklusionsanalyse eine besondere Rolle?

Das Fernsehen dient als Praxisbeispiel, um zu zeigen, wie durch Publikumsbeteiligung (z.B. bei Castingshows) die Grenze zwischen passiver Publikumsrolle und aktiver Leistungsrolle zunehmend durchlässig wird.

Was bedeutet der Begriff „Beobachter 2. Ordnung“ in diesem Kontext?

Das Publikum fungiert als Beobachter 2. Ordnung, indem es das System (Fernsehen) beobachtet und durch diese Beobachtung (z.B. Nichtakzeptanz von Sendungen) aktiv die Strukturbildung und Differenzierung des Systems beeinflusst.

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Details

Title
Inklusion und Exklusion: Zur Bedeutung von Leistungs- und Publikumsrollen
College
University of Cologne  (Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft)
Course
Komparatistische Medienanalyse: Mediale Praktiken der Adressierung
Grade
1,0
Author
Michaela Braun (Author)
Publication Year
2010
Pages
19
Catalog Number
V156351
ISBN (eBook)
9783640692163
ISBN (Book)
9783640692545
Language
German
Tags
Inklusion Exklusion Bedeutung Leistungs- Publikumsrollen Stichweh Luhmann Adresse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michaela Braun (Author), 2010, Inklusion und Exklusion: Zur Bedeutung von Leistungs- und Publikumsrollen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156351
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