Mobbing und Cybermobbing sind in der heutigen Zeit Begriffe, mit denen viele Schüler schon persönliche Erfahrungen gemacht haben. In der gesamten EU bestätigen Forschungen und Umfragen, dass die Häufigkeit von Mobbingfällen zunimmt.
Lange ist Mobbing nicht mehr nur physische oder verbale Gewalt, sondern wird auch durch das Medium Internet auf eine viel weitreichendere Ebene getragen. Es ist also zu erkennen, dass Mobbing ein stetig wachsendes Problem ist, mit dem sich immer mehr Schüler konfrontiert sehen.
Dem Thema wird durch folgende Fragestellung nachgegangen: Wie entsteht Mobbing aus pädagogisch-psychologischer Sicht und welche Präventionsmaßnahmen gibt es? Die Arbeit gliedert sich wie folgt: Zu Beginn werden die beiden Begriffe Mobbing und die Unterkategorie des Cybermobbings definiert. Weiters wird erklärt, welche Faktoren das Risiko erhöhen, dass Mobbing oder aggressives Verhalten im Klassenraum entstehen kann. Darauf aufbauend wird das bekannteste Modell zur Entstehung von Mobbing nach Dan Olweus erklärt und wichtige klassenspezifische Aspekte, wie die Rolle der Lehrkraft und die Wichtigkeit der Gruppe, werden definiert. Weiters werden Maßnahmen zur Prävention von Mobbing erklärt und auch das Anti-Mobbing-Programm von Olweus näher betrachtet. Zum Abschluss wird die Arbeit noch zusammengefasst, wichtige Aspekte werden hervorgehoben, ein Fazit zur Wirksamkeit von Olweus Arbeit wird gezogen und Denkanstöße werden gegeben, die zukünftige Forschungen in diesem Themengebiet bekräftigen sollen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Definition: Mobbing
2.1.1 Definition: Cybermobbing
2.2 Psychologische Dimensionen des Mobbings
2.2.1 Bedeutung für die Klasse
3 Ursachen und Risikofaktoren
3.1 Personenbezogene Faktoren
3.2 Technologische Aspekte zur Entstehung
4 Pädagogisch-psychologische Perspektive zur Entstehung von Mobbing
4.1 Erklärung durch theoretische Modelle
4.1.1 Die individuelle Ebene
4.1.2 Die Mikroebene
4.1.3 Die Mesoebene
4.1.4 Die Makroebene
4.1.5 Besonderheit des Modells
4.2 Modell des sozialen Machtungleichgewichts
4.3 Rolle der Lehrkraft
4.4 Bedeutung von Peer-Gruppen
5 Präventionsprogramme bei Mobbing
5.1 Olweus Bullying Prevention Program (OBPP)
5.1.1 Studie zur Wirksamkeit des OBPP
5.2 Weitere Präventionsmaßnahmen
6 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entstehungsursachen von Mobbing und Cybermobbing aus pädagogisch-psychologischer Sicht, um daraus effektive Präventionsmaßnahmen abzuleiten, wobei der Fokus auf dem pädagogischen Ansatz von Dan Olweus liegt.
- Definition und psychologische Auswirkungen von Mobbing und Cybermobbing.
- Analyse von Ursachen und Risikofaktoren im schulischen Umfeld.
- Vorstellung des sozial-ökologischen Modells und des Machtungleichgewichts nach Olweus.
- Die Rolle von Lehrkräften und Peer-Gruppen in der Prävention.
- Evaluierung von Präventionsprogrammen, insbesondere des Olweus Bullying Prevention Program (OBPP).
Auszug aus dem Buch
4.1 Erklärung durch theoretische Modelle
Der ehemalige Schuldirektor entwickelte ein weltweit bekanntes Modell zur Entstehung von Mobbing, das sozial-ökologische Modell. Im Groben beschreibt das Modell Mobbing als komplexes Phänomen, das durch verschiedene Faktoren auf unterschiedlichen Ebenen beeinflusst wird. Oft wird auch vom Modell des sozialen Ungleichgewichts gesprochen, welches mit den Arbeiten von Olweus verbunden wird. Dabei wird die Rolle des Machtungleichgewichts in der Dynamik von Täter und Opfer in den Mittelpunkt gestellt (Olweus, 2014).
Im Folgenden werden die Ebenen des sozial-ökologischen Modells genauer beschrieben.
4.1.1 Die individuelle Ebene
Diese erste Ebene wird auch die der Person genannt. Hier spielen die biologischen und charakteristischen Faktoren eines Individuums die Hauptrolle. Sie beschreibt alle Fähigkeiten der Opfer (Erscheinung, Charakter, Psyche usw.) der Täter und sonstiger Beteiligter (Group). Auf dieser Ebene werden also grundlegende von den beteiligten Personen ausgehende Faktoren beschrieben, die zur Entstehung von Mobbing beitragen (Wachs, Hess, Scheithauer, & Schubarth, 2016, S. 56)
4.1.2 Die Mikroebene
Auf der zweiten Ebene beschreibt Beziehungen im direkten sozialen Umfeld des Opfers, wie Familie, Freunde und Mitschülern. Hierbei ist es auch wichtig, diese Beziehungen zu betrachten, wenn sie sich als Konflikte äußern. Familienstreitigkeiten, Erziehungsstile und Gruppendynamiken. Bei Opfern tritt meist ein Fehlen von Beziehungen, sei es im Familiären als auch im Freundschaftskontext, auf. Oft haben diese Personen auch soziale Zurückweisung erfahren, eine restriktive Erziehung erlebt und einen allgemein niedrigen familiären Zusammenhalt. Bei Tätern treten häufig ein bestrafender Erziehungsstil, Gewalterfahrungen und eine instabile Beziehung der Eltern im sozialen Profil auf. In der Gruppe sind diese Menschen meist populärer als ihre Opfer und häufig Mitglieder in devianten Jugendgruppen (Wachs, Hess, Scheithauer, & Schubarth, 2016, S. 56-57)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Aktualität des Problems Mobbing und Aufstellung der Forschungsfrage.
2 Theoretischer Hintergrund: Definition der Begriffe Mobbing und Cybermobbing sowie Erläuterung der psychologischen Dimensionen für Individuum und Klasse.
3 Ursachen und Risikofaktoren: Untersuchung von personen- und technikbezogenen Faktoren, die die Entstehung von Mobbing begünstigen.
4 Pädagogisch-psychologische Perspektive zur Entstehung von Mobbing: Vorstellung des sozial-ökologischen Modells und des Machtungleichgewichts sowie die Bedeutung von Lehrkraft und Peer-Gruppen.
5 Präventionsprogramme bei Mobbing: Detaillierte Betrachtung des Olweus Bullying Prevention Programs und weiterer Interventionsmaßnahmen.
6 Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Ergebnisse sowie Reflexion der Wirksamkeit von Olweus' Präventionsansätzen.
Schlüsselwörter
Mobbing, Cybermobbing, Prävention, Dan Olweus, OBPP, Schulalltag, Machtungleichgewicht, Sozialpsychologie, Gruppendynamik, Lehrerrolle, soziale Isolation, Lernklima, Schulkultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entstehung von Mobbing und Cybermobbing an Schulen, um auf dieser Basis effektive Präventionsstrategien zu identifizieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert sich auf Definitionen von Mobbing, dessen Ursachen auf verschiedenen sozialen Ebenen, die psychologischen Folgen für Betroffene sowie die Rolle von Präventionsprogrammen im schulischen Kontext.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Wie entsteht Mobbing aus pädagogisch-psychologischer Sicht und welche Präventionsmaßnahmen gibt es?“
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor führt eine theoretische Aufarbeitung und literaturbasierte Analyse durch, indem er psychologische Modelle – insbesondere jene von Dan Olweus – mit aktuellen Studienergebnissen und pädagogischen Rahmenbedingungen verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Begriffsbestimmung, psychologische Folgen), die Ursachenanalyse (individuelle und technologische Faktoren) sowie die pädagogisch-psychologische Perspektive (sozial-ökologisches Modell, Rollen von Lehrern und Peers) und endet mit der Vorstellung konkreter Präventionsprogramme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Mobbing, Cybermobbing, Prävention, das Olweus-Programm (OBPP), Machtungleichgewicht und soziale Gruppendynamik.
Welche Rolle spielt die Lehrkraft laut der Arbeit?
Lehrkräfte fungieren als Vorbild und Vertrauensperson; sie sind durch ihre tägliche Präsenz und ihr Eingreifen bei Konflikten entscheidend dafür, ob Mobbing im Entstehungsprozess unterbunden oder durch Ignoranz sogar legitimiert wird.
Worin bestehen die Besonderheiten der technologischen Ursachen bei Cybermobbing?
Cybermobbing unterscheidet sich durch Anonymität der Täter, eine hohe Verbreitungsgeschwindigkeit, die mangelnde emotionale Rückkopplung (fehlende nonverbale Signale) und die permanente Erreichbarkeit der Opfer im digitalen Raum.
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- Andreas Summereder (Author), 2025, Entstehung und Prävention von Mobbing und Cybermobbing im pädagogisch-psychologischen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1563798