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Intertextuelle Bezüge Baudelaires zu Sappho im Gedicht "Lesbos" (1837)

Title: Intertextuelle Bezüge Baudelaires zu Sappho im Gedicht "Lesbos" (1837)

Term Paper , 2024 , 12 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Anonym (Author)

French Studies - Linguistics
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Die griechische Dichterin Sappho ist eine der bedeutendsten Lyrikerinnen der Antike und prägt die europäische Literatur noch Jahrhunderte nach ihrem Tod. Ihre Gedichte, in denen sie vor allem die bittersüße Facette der Liebe und der Begierde, sowie die gleichgeschlechtliche Liebe thematisiert, wurden bereits ab dem 15. Jahrhundert in Literatur, Dichtung und Musik rezipiert. Besonders ihre Darstellung der Liebe als ambivalentes Gefühl zwischen Freude und Schmerz findet großen Anklang, unter anderem bei Charles Baudelaire (1821–1867), einem der bedeutendsten französischen Dichter des 19. Jahrhunderts. In seinem vom Realismus geprägten Gedicht Lesbos aus dem Jahr 1837 greift er diese literarische Tradition auf und setzt sich auf besondere Weise mit Sapphos Werk auseinander. Baudelaire beschreibt die Insel, ähnlich wie Sappho, als Schauplatz der Begierde und verbindet geographische Schönheit mit tiefen emotionalen Themen und übernimmt dabei zentrale Motive der griechischen Dichterin, wie beispielsweise den „bittersüßen“ Aspekt der Liebe.

Die vorliegende Arbeit soll durch eine detaillierte Analyse verschiedener Aspekte untersuchen, inwiefern Baudelaire in seinem Gedicht die sapphische Dichtung aufgreift und sich stilistisch als auch inhaltlich mit den Fragmenten auseinandersetzt. Zunächst sollen jeweils Baudelaires wie auch Sapphos Werke vorgestellt werden. Die darauf aufbauende Textanalyse konzentriert sich auf die inhaltliche und stilistische Analyse des Gedichtes Lesbos, den Vergleich mit ausgewählten Fragmenten aus Sapphos Gedichten sowie die Darstellung der Liebesgeschichte von Sappho und Phaon in Ovids Briefen der Leidenschaft. Abschließend soll in einer kurzen Zusammenfassung der Ergebnisse die Frage beantwortet werden, inwiefern sich in Baudelaires Gedicht Lesbos die sprachlichen und thematischen Elemente der sapphischen Dichtung widerspiegeln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Baudelaires Gedicht Lesbos

3. Die Gedichte der Sappho

4. Gedichtanalyse – Intertextuelle Bezüge zu Sapphos Dichtung

4.1. Stilistische Bezüge

4.2. Inhaltliche Bezüge

4.2.1. Lesbos als Ort der Liebe und Begierde

4.2.2. Der „bittersüße“ Aspekt der Liebe

4.2.3. Körperliche Liebe und moralischer Konflikt

4.2.4. Intertextuelle Bezüge zur griechischen Mythologie

4.2.5. Sappho als tragische Heldin – Intertextuelle Bezüge zu Ovid

5.Baudelaires Lesbos als Hommage und Weiterentwicklung der sapphischen Dichtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert, inwiefern Charles Baudelaire in seinem Gedicht „Lesbos“ die sapphische Dichtung aufgreift sowie stilistisch und inhaltlich verarbeitet. Ziel ist es, die intertextuellen Verbindungen zwischen Baudelaires Werk und den antiken Fragmenten der griechischen Dichterin Sappho herauszuarbeiten und die Interpretation des Gedichts als moderne Reflexion über Liebe und gesellschaftliche Normen darzulegen.

  • Intertextuelle Analyse von Baudelaires „Lesbos“ und sapphischen Fragmenten
  • Vergleich stilistischer Merkmale und bildhafter Sprache
  • Untersuchung der thematischen Darstellung von Liebe und körperlichem Begehren
  • Reflexion der gesellschaftlichen und moralischen Diskurse des 19. Jahrhunderts
  • Würdigung von Sappho als tragische Heldin im literarischen Kontext

Auszug aus dem Buch

4.2.1. Lesbos als Ort der Liebe und Begierde

Sowohl Sappho als auch Baudelaire beschreiben die Insel Lesbos als einen Ort, der von Sinnlichkeit, Liebe und Leidenschaft geprägt ist. Während Sappho vor allem die Schönheit der Natur betont, die symbolisch für die Leidenschaft zwischen den jungen Mädchen steht, ist bei Baudelaire die Darstellung der ekstatischen Liebe expliziter und direkter. Besonders auffällig ist bei Baudelaire die intensive Schilderung der Küsse. Trotzdem zeigen sich in seinem Gedicht deutliche intertextuelle Bezüge zur sapphischen Dichtung.

Eine zentrale Gemeinsamkeit beider Dichter ist die symbolische Bedeutung von Lesbos als Ort, der für eine sinnliche, gesellschaftlich unkonventionelle Liebe steht. Während Sappho die sinnliche Atmosphäre durch idealisierte Naturbilder vermittelt und dabei die Schönheit sowie die Vergänglichkeit der Liebe betont, zeigt sich dies besonders in Fragment 2: „Drinnen ferner eine Wiese, Pferde weidend, steht in Blüte, mit Frühlingsblumen, und Lüftchen wehen honigsüß“ (Sappho, Fragment 2). Diese synästhetische Beschreibung verkörpert die Schönheit der jungen Mädchen und die Idylle der Liebe, wobei gleichzeitig die Vergänglichkeit dieser Zustände mitschwingt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Rezeptionsgeschichte der antiken Dichterin Sappho durch Charles Baudelaire und Darstellung des Analyserahmens.

2. Baudelaires Gedicht Lesbos: Historischer Kontext der Entstehung von Baudelaires Gedicht und Skizzierung der wesentlichen inhaltlichen Motive des Werks.

3. Die Gedichte der Sappho: Übersicht zum Leben der Dichterin, zu ihrem lyrischen Stil und zur fragmentarischen Überlieferung ihres Schaffens.

4. Gedichtanalyse – Intertextuelle Bezüge zu Sapphos Dichtung: Detaillierte Untersuchung der stilistischen und inhaltlichen Anleihen, einschließlich Mythenbezügen und der Darstellung sapphischer Leidensmotive.

5.Baudelaires Lesbos als Hommage und Weiterentwicklung der sapphischen Dichtung: Kritische Synthese der Analyseergebnisse, die Baudelaires Gedicht als moderne Transformation und bewusste Weiterentwicklung der sapphischen Poetik einordnet.

Schlüsselwörter

Sappho, Charles Baudelaire, Lesbos, Intertextualität, antike Lyrik, bittersüße Liebe, griechische Mythologie, Leidenschaft, literarische Hommage, erotische Bildsprache, Ovid, gesellschaftliche Moral, Fragmentanalyse, Poetik.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Anliegen dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie Charles Baudelaire antike sapphische Motive in sein Gedicht „Lesbos“ aufnimmt und welche intertextuellen Bezüge dabei hergestellt werden.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Begriffe Sinnlichkeit, Liebe, Schmerz, das Konzept des „bittersüßen“ Eros sowie die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Moralvorstellungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Sie fragt danach, inwieweit sich die sprachlichen und thematischen Elemente der sapphischen Dichtung in Baudelaires Gedicht widerspiegeln und ob das Werk als bloße Kopie oder als eigenständige Weiterentwicklung zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine komparative Literaturanalyse angewandt, die intertextuelle Bezüge durch den direkten Vergleich von Sachtexten und Gedichtfragmenten herausarbeitet.

Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine stilistische Untersuchung sowie verschiedene inhaltliche Analyseschwerpunkte wie Mythologie, Naturmetaphorik und die tragische Inszenierung Sapphos.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Literaturwissenschaft, Vergleichende Literaturgeschichte, Antikerezeption, Baudelaire-Studien und Geschlechterrollen in der Literatur gekennzeichnet.

Warum wird Platon in der Analyse von Baudelaires Gedicht erwähnt?

Platon dient als Repräsentant für eine traditionelle, auf geistige Schönheit fixierte Moralvorstellung, die Baudelaire nutzt, um den Gegensatz zu der körperlich-leidenschaftlichen Liebe in seinem Gedicht zu verdeutlichen.

Welche Rolle spielt Ovid für die Interpretation von Sapphos Tod?

Ovid liefert in seinen „Briefen der Leidenschaft“ die erzählerische Grundlage für Sapphos Ende durch Phaon, welche Baudelaire aufgreift, um den Konflikt zwischen Leidenschaft und Selbstaufgabe künstlerisch zuzuspitzen.

Wie unterscheidet sich Baudelaires Bild von „Lesbos“ von Sapphos eigenem Verständnis des Ortes?

Während Sappho Lesbos eher als harmonisches, von Natur- und Götterbezügen geprägtes Refugium darstellt, inszeniert Baudelaire die Insel als Schauplatz eines emotionalen Extremzustands, der auch destruktive und dunkle Seiten der menschlichen Begierde umfasst.

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Details

Title
Intertextuelle Bezüge Baudelaires zu Sappho im Gedicht "Lesbos" (1837)
Grade
2.0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2024
Pages
12
Catalog Number
V1563826
ISBN (PDF)
9783389118221
ISBN (Book)
9783389118238
Language
German
Tags
Sappho Baudelaire Les fleurs du mal Gedichtanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2024, Intertextuelle Bezüge Baudelaires zu Sappho im Gedicht "Lesbos" (1837), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1563826
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