Nachhaltigkeit ist ein zentrales Anliegen mit großer Relevanz in wirtschaftlicher, wissenschaftlicher, sozialer und öffentlicher Hinsicht. Die vorliegende Untersuchung befasst sich mit der quantitativen Analyse von Daten aus einer repräsentativen Studie zum Thema „Nachhaltigkeit“, die 2020 von der Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld GmbH im Auftrag des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung durchgeführt wurde. Ziel der Studie war es, fundierte Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie Nachhaltigkeit in Deutschland wahrgenommen und gelebt wird und welche Faktoren dabei eine entscheidende Rolle spielen.
Die vorliegende Analyse untersucht mithilfe des Datenanalyseprogramms R die Tendenz zur Nachhaltigkeit basierend auf einer Umfrage, deren Daten aus der GESIS-Studie ZA7685 entnommen wurden (Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld GmbH, 2021; OpenAI, 2024/2025; R Core Team, 2024). Ziel der Untersuchung ist es, die Einstellungen der Befragten zu Nachhaltigkeit in einer neuen Variablen zu bündeln und zu analysieren, ob sich diese Einstellungen nach dem Schulabschluss unterscheiden. Die Auswertung erfolgt in mehreren Schritten: Zunächst wird die Stichprobe anhand der Variablen Alter, Geschlecht und höchster Schulabschluss beschrieben. Anschließend wird eine neue Variable „Nachhaltigkeit“ mittels eines Durchschnittswertes aus sieben speziellen Variablen erstellt, welche die Antworten der Befragten zu verschiedenen Nachhaltigkeitsaspekten zusammenfasst. Nach der deskriptiven Analyse der neuen Variable, werden in einer inferenzstatistischen Analyse die Unterschiede zwischen den Gruppen untersucht.
Die Stichprobe umfasst 1.004 deutschsprachige Bürger*innen ab 16 Jahren, die auf zwölf Altersgruppen verteilt sind. Auf Seite 9 des Fragebogens wurde die Frage nach dem Alter gestellt (Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld GmbH, 2021). Die Analyse der Altersverteilung zeigt, dass der Modus – der Wert, der am häufigsten vorkommt - in dieser Stichprobe die Altersgruppe der 50- 59-Jährigen umfasst. 228 Personen haben diese Kategorie gewählt. Das arithmetische Mittel (Durchschnittsalter) sowie der Median wurden bewusst nicht berechnet, da keine konkreten Altersangaben vorliegen und dies sonst zu Ungenauigkeiten führen würde. Neben der Altersstruktur ist auch die Geschlechterverteilung der Stichprobe von Interesse...
Inhaltsverzeichnis
1 Analyse der Nachhaltigkeitstendenz in Abhängigkeit vom Schulabschluss
1.1 Stichprobenbeschreibung anhand der Variablen Alter, Geschlecht und Schulabschluss
1.2 Erstellung einer neuen Variable „Nachhaltigkeit“ und deskriptive Analyse
1.3 Inferenzstatistische Analyse und Interpretation der Ergebnisse
1.4 Diskussion – mögliche Limitationen
2 Bewertung der internen Konsistenz und Itemeigenschaften mit Blick auf Skalenoptimierung
2.1 Testgütekriterium: Reliabilität / interne Konsistenz
2.2 Analyse der internen Konsistenz der Variablen V1A, V1B, V1C, V1I, V1J, V1L, V1N
Zielsetzung und Themenfelder
Diese Arbeit widmet sich der quantitativen Datenanalyse einer repräsentativen Umfrage zum Thema Nachhaltigkeit. Das primäre Ziel besteht darin, durch die Bildung einer aggregierten Variable die Einstellungen der Befragten zu erfassen und zu untersuchen, ob sich diese signifikant in Abhängigkeit vom erreichten Schulabschluss unterscheiden, während gleichzeitig die testtheoretische Qualität des verwendeten Erhebungsinstruments bewertet wird.
- Deskriptive Analyse der Stichprobe hinsichtlich sozio-demografischer Merkmale
- Konstruktion und statistische Validierung der Variable „Nachhaltigkeit“
- Durchführung inferenzstatistischer Gruppenvergleiche mittels Kruskal-Wallis-Test
- Untersuchung der psychometrischen Gütekriterien (interne Konsistenz und Trennschärfe)
- Ableitung von Empfehlungen zur Skalenoptimierung und methodischen Reflexion
Auszug aus dem Buch
1 Analyse der Nachhaltigkeitstendenz in Abhängigkeit vom Schulabschluss
Nachhaltigkeit ist ein zentrales Anliegen mit großer Relevanz in wirtschaftlicher, wissenschaftlicher, sozialer und öffentlicher Hinsicht (Altmeppen, Böttigheimer, Müller, Zademach & Zschaler, 2017, S. 8; Tennert, 2019, S. 160). Die vorliegende Untersuchung befasst sich mit der quantitativen Analyse von Daten aus einer repräsentativen Studie zum Thema „Nachhaltigkeit“, die 2020 von der Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld GmbH im Auftrag des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung durchgeführt wurde. Ziel der Studie war es, fundierte Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie Nachhaltigkeit in Deutschland wahrgenommen und gelebt wird und welche Faktoren dabei eine entscheidende Rolle spielen (Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld GmbH, 2021).
In der quantitativen Sozialforschung werden standardisierte Messinstrumente genutzt, um an relativ großen Stichproben numerische Messwerte zu erheben. Diese Daten dienen der statistischen Auswertung und Überprüfung theoretischer Hypothesen (Döring, 2023, S. 23). Die hier betrachtete Studie greift dieses Prinzip auf, indem sie zwischen dem 4. und 11. November 2020 insgesamt 1.004 zufällig ausgewählte deutschsprachige Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren telefonisch befragte. Dabei wurde eine kombinierte Festnetz- und Mobilfunk-Auswahl eingesetzt, um eine möglichst breite Repräsentation der Bevölkerung zu gewährleisten (Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld GmbH, 2021).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Analyse der Nachhaltigkeitstendenz in Abhängigkeit vom Schulabschluss: Dieses Kapitel beschreibt die Datenbasis, erstellt eine neue Nachhaltigkeitsvariable und untersucht mittels inferenzstatistischer Verfahren, ob sich die Nachhaltigkeitseinstellungen signifikant zwischen den verschiedenen bildungsbasierten Gruppen unterscheiden.
2 Bewertung der internen Konsistenz und Itemeigenschaften mit Blick auf Skalenoptimierung: Hier wird die psychometrische Qualität der Nachhaltigkeitsskala anhand der internen Konsistenz und weiterer Itemkennwerte analysiert, um Potenzial für methodische Verbesserungen des Instruments aufzuzeigen.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Quantitative Datenanalyse, R, Kruskal-Wallis-Test, Interne Konsistenz, Reliabilität, Cronbachs Alpha, Schulabschluss, Sozialforschung, Skalenoptimierung, Validität, Trennschärfe, Statistik, Datenaufbereitung, Umfragedaten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert Daten einer repräsentativen Umfrage zum Thema Nachhaltigkeit, um Zusammenhänge zwischen persönlichen Merkmalen wie dem Schulabschluss und nachhaltigkeitsbezogenen Einstellungen zu identifizieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die deskriptive und inferenzstatistische Analyse von Umfragedaten sowie die testtheoretische Güteprüfung von Skalen im Kontext psychologischer Forschungsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, auf Basis sieben spezifischer Variablen eine Nachhaltigkeitsskala zu bilden und zu prüfen, ob der Bildungsgrad der Befragten einen signifikanten Einfluss auf ihre Nachhaltigkeitsorientierung hat.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Autorin nutzt das Programm R für die Datenanalyse, inklusive nicht-parametrischer Verfahren wie dem Kruskal-Wallis-Test für Gruppenvergleiche sowie konfirmatorischer Faktorenanalysen für die Reliabilitätsprüfung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die statistische Gruppenanalyse (Kapitel 1) und die anschließende Evaluation der internen Konsistenz und Itemeigenschaften des verwendeten Messinstruments (Kapitel 2).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Nachhaltigkeit, quantitative Datenanalyse, statistische Signifikanz, Reliabilität und Skalentheorie beschreiben.
Warum wurde ein nicht-parametrischer Test für die Gruppenvergleiche gewählt?
Für den Gruppenvergleich wurde der Kruskal-Wallis-Test gewählt, da die Daten keine Normalverteilung aufwiesen und es sich um ordinalskalierte Variablen handelt.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin hinsichtlich der Reliabilität der Skala?
Die Autorin stellt fest, dass die Skala eine nur mäßige interne Konsistenz aufweist und empfiehlt daher eine Überarbeitung durch die Bildung von Subskalen oder die Entwicklung präziserer Items.
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- Eva Hagel (Author), 2025, Quantitative Datenanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1564011