Die Supervision als Instrument zur Innensteuerung


Seminararbeit, 2001

23 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkung

2. Einleitung

3. Qualität, Qualitätssicherung, Qualitätsentwicklung

4. Supervision
4.1 Geschichte der Supervision
4.2 Definitionen von Supervision
4.3 Supervisionsformen
4.3.1 Einzelsupervision
4.3.2 Gruppensupervision
4.4 Weitere Differenzierungen von Supervision
4.5 Externe – Interne Supervision
4.6 Verfahren und Methoden in der Supervision
4.7 Supervision – Wer, Wie, Warum?

5. Qualitätssicherung durch Supervision

6. Qualitätssicherung der Supervision

7. Schlussbemerkung

8. Literaturverzeichnis

1. Vorbemerkung

Diese Hausarbeit ist der Versuch das Instrument „Supervision“ vorzustellen. In der Veranstaltung „Grundlagen der Sozialplanung“ habe ich mich für das Thema Supervision entschieden, da ich als Zivildienstleistender mit dieser Methode zum ersten Mal in Kontakt kam, und mich seitdem dafür interessiere.

Bei der Literaturrecherche wurde ich sehr schnell fündig. Es gibt eine Vielzahl von Veröffentlichungen zu diesem Thema. Einerseits hatte ich nun eine sehr große Auswahl, andererseits musste ich nun selektieren, da ich nicht alles verwenden konnte. Ich hoffe dies ist mir gelungen.

Sehr überschaubar fand ich das Buch „Supervision: eine Einführung für soziale Berufe“ von Nando Belardi, das ich zur Vorstellung der Supervision (siehe 4.) hauptsächlich genutzt habe. Das Medium Internet hat mir die Bearbeitung dieser Hausarbeit ebenfalls erleichtert. Die „Deutsche Gesellschaft für Supervision“ ist dort mit einer eigenen Homepage vertreten, auf der man dann durch „links“ auf die Seiten vieler Autoren stoßen kann.

2. Einleitung

„Eine wachsende Konkurrenz zwischen unterschiedlichen Leistungsanbietern und das Recht der Kostenträger, die Qualität der Leistungen zu überprüfen, haben einen wahren „Qualitäts-Boom“ ausgelöst.“[1] Politik und Kostenträger fordern vermehrt Nachweise der Effektivität und Effizienz der sozialen Arbeit.[2] Da jedoch in der sozialen Arbeit Qualität sehr schwer nachweisbar ist, müssen Wege und Lösungen gefunden werden, um dem wachsenden Legitimationsdruck der Kostenträger gerecht zu werden.

Supervision als Instrument der Innensteuerung[3] und „einst zur Qualitätsverbesserung erfunden“[4], trägt bzw. soll dazu beitragen die Qualität von sozialen Einrichtungen zu verbessern, zu sichern und vor allen Dingen weiter zu entwickeln.

Der erste Teil dieser Arbeit gibt einen Überblick über die seit einiger Zeit geführte Qualitätsdiskussion in der sozialen Arbeit, und stellt in diesem Zusammenhang die Begriffe Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung kurz vor. Danach werde ich die Supervision vorstellen, um sie dann anschließend in die Qualitätsdebatte einzuordnen, also wie sie zur Qualitätssicherung und zur Qualitätsentwicklung beitragen kann.

3. Qualität, Qualitätssicherung, Qualitätsentwicklung

Um Qualität in der sozialen Arbeit definieren zu können, müssen Standards festgelegt werden. Betrachtet man sich nun die aktuelle Diskussion, so muss man sich fragen, was im Vordergrund stehen soll - Effektivität oder Effizienz. Das Interesse an Qualität beruht meiner Meinung nach hauptsächlich auf ökonomischen Gesichtspunkten. Die Gelder sind knapp und man will wissen was damit passiert. Durchaus legitim, aber für den sozialen Bereich ist die Einführung neuer sogenannter Qualitätssicherungsmaßnahmen gar nicht so einfach durchzuführen. Viele dieser Modelle kommen ursprünglich aus dem betriebswirtschaftlichen Sektor (Controlling, TQM, Qualitätszirkel, Zertifizierungen usw.) und werden nun einfach in den sozialen Bereich übernommen. Manche sprechen sogar von einer BWL-lisierung sozialer Arbeit. Sicherlich ist der Grundgedanke soziale Arbeit transparenter und nachvollziehbarer zu machen nicht falsch, jedoch sollte man sich stets bewusst sein, das die Bestimmung von Qualität in der sozialen Arbeit weitaus schwieriger ist als in anderen Bereichen.

Zum Begriff Qualität

„Qualität im Sozialbereich ist die positive Bewertung der Beschaffenheit, Nützlichkeit und Güte einer Handlung oder eines Gegenstandes.“[5] Peter Berker differenziert den Begriff Qualität weiter, in dem er ihn in drei Dimensionen unterteilt:

1. Struktur- oder Rahmenqualität (Gesetze, Leitbilder, Vorschriften, Ressourcen wie Geld, Zeit , Personal);
2. Prozess- oder Verlaufsqualität (Prozess ist eine Abfolge von in Wechselbeziehungen stehenden Mitteln und Tätigkeiten, die Eingaben in Ergebnisse umgestalten);
3. Produkt- oder Ergebnisqualität (Produkt ist das Ergebnis des Zusammenwirkens von Strukturen und Prozessen).

Um Qualität in der sozialen Arbeit feststellen zu können müssen Standards formuliert werden. Berker formuliert sie analog zur oben genannten Differenzierung in:

1. Struktur- oder Rahmenstandards (Organisationsform. Vorhalten geeigneter Arbeitsmittel, Räumlichkeiten, Personal, Kooperation von Berufsgruppen, Koordination unterschiedlicher Arbeitsabläufe);
2. Prozess- oder Verlaufsstandards (verbindliche Aussagen über Art, Abfolge und Inhalt des Handelns aller MitarbeiterInnen);
3. Produkt- oder Ergebnisstandards (eindeutige und nachprüfbare Beschreibung der Ergebnisse, die mittels Struktur und Prozess erzielt werden sollen).[6]

Soziale Arbeit ist laut Berker vor allen Dingen Prozess- und Verlaufsarbeit. Die Festlegung von Standards in diesem Bereich ist allerdings schwieriger, als z.B. im Bereich der Strukturqualität, da dort „messbare“ Dinge, wie Zeit, Geld, Räumlichkeiten usw. viel einfacher zu fassen sind.

Prozesse in der sozialen Arbeit sind immer individuell (Konstellation Klient – Sozialarbeiter jedes mal einzigartig) und daher zwar planbar, aber trotzdem nicht wirklich an Standards zu binden. Ein grober Rahmen kann gesteckt werden, der allerdings nur zur Orientierung dient. Ob die Arbeit „qualitativ“ gut war ist schwer zu messen, da Vergleiche durch die eben genannte Individualität der Arbeit nicht unbedingt aufschlussreich sind.

Qualitätssicherung, Qualitätsentwicklung

Unter Qualitätssicherung sind Maßnahmen zu verstehen, die die Qualität der Arbeit, der Strukturen usw. sichern, also erhalten sollen. Beim ersten Lesen hört sich das sehr löblich an, Qualität zu sichern, um auf einem gleichbleibenden Level zu bleiben. Sicherung beinhaltet für mich jedoch ebenfalls ein Stagnieren und ein sich nicht Weiterentwickeln. Um qualitativ gute Arbeit zu leisten, oder anders ausgedrückt, um die angebotene Leistung immer auf dem höchst möglichen Niveau anbieten zu können reicht eine Qualitätssicherung meiner Meinung nach nicht aus. Es müssen Verfahren her, welche die Standards immer und immer wieder überprüfen, um sie dann zu optimieren usw. Ein Kreislauf muss hergestellt werden, der die Arbeit immer wieder in Frage stellt und verändert. Der Begriff Qualitätsentwicklung ist in diesem Zusammenhang aussagekräftiger. Er beinhaltet gleichermaßen Entwicklung und Sicherung von Qualitätsstandards. Entwicklung und Sicherung sollte ein fortwährender Prozess sein, der nie abgeschlossen wird. Ähnlich, wie in anderen Bereichen, beispielsweise in der Wirtschaft, sollte sich die soziale Arbeit immer mit der aktuellen Lage auf dem „Markt“ auseinandersetzen, um auf Veränderungen reagieren und sich dadurch schneller anpassen zu können. Instrumente der Qualitätsentwicklung in der sozialen Arbeit sind Fallbesprechungen, Selbsterfahrung, Fachberatung, Fort- und Weiterbildung, Evaluation und natürlich die Supervision, die ich nun vorstellen werde.

[...]


[1] Meinhold, Marianne in: Lexikon der Sozialarbeit, 2000, S. 551

[2] vgl. Kühl, Wolfgang in: Qualitätsentwicklung durch Supervision, 1999, S. 9

[3] „... alle über die Bezahlung hinausgehenden Maßnahmen einer Organisation zur Motivation und Kontrolle von Arbeitsleistungen, die einen Arbeitenden zu einer inneren Lern- und Bewertungsbewegung anregen (z.B. Supervision, Fortbildung, Kollegiale Beratung, Qualitätszirkel, Selbstevaluation). Berker, Peter in Kühl, Wolfgang: Qualitätsentwicklung durch Supervision, 1999, S.78

[4] vgl. Kühl, Wolfgang in: Qualitätsentwicklung durch Supervision, 1999, S. 9

[5] Berker, Peter in: Supervision, Heft 31/Mai 1997, S. 22

[6] Berker, Peter in Kühl, Wolfgang: Qualitätsentwicklung durch Supervision, 1999, S. 77 f.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Die Supervision als Instrument zur Innensteuerung
Hochschule
Universität Trier  (Abteilung Sozialpädagogik)
Veranstaltung
Seminar: Grundlagen der Sozialplanung
Note
2
Autor
Jahr
2001
Seiten
23
Katalognummer
V15642
ISBN (eBook)
9783638207003
Dateigröße
528 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Supervision, Seminar, Grundlagen, Sozialplanung
Arbeit zitieren
Marcus Peter (Autor), 2001, Die Supervision als Instrument zur Innensteuerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15642

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