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Der Hobrechtplan von 1862 und seine Einflüsse auf das Stadtbild von Berlin

Título: Der Hobrechtplan von 1862 und seine Einflüsse auf das Stadtbild von Berlin

Trabajo , 2008 , 30 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Daniel Ehebrecht (Autor)

Arte - Arquitectura / Historia de la arquitectura, conservación de monumentos
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In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfassten Industrialisierungs- und Urbanisierungstendenzen auch die preußische Hauptstadt Berlin. Diese äußerten sich in wirtschaftlichen Strukturverlagerungen, technischen Entwicklungen und Modernisierungen, einsetzenden Land-Stadt-Migrationen und damit auch in einem Flächen- und Bevölkerungswachstum der Stadt. Um den neuen damit verbundenen Herausforderungen zu begegnen, wurde im Jahre 1958 der Tiefbauarchitekt James Hobrecht mit der Aufstellung eines Bebauungsplanes für die Umgebungen Berlins beauftragt, welcher im Jahre 1862 genehmigt und veröffentlicht wurde. Der Plan ist ein erstmaliger Versuch, die Entwicklung der Stadt durch koordinierte Planung zu steuern. Der Hobrechtplan beeinflusste jedoch nicht nur die folgendenen Wachstumsprozesse Berlins, sondern ermöglichte zugleich den späteren Bau eines modernen Abwassersystems und ließ Raum für die sich nach und nach entwickelnde Verkehrsinfrastruktur. So ermöglichen etwa die breit angelegten Straßen bis heute den geordneten Verkehrsfluss in der Stadt.
Ziel der Arbeit ist es, die Bedeutung dieses Planes für die nachfolgende Entwicklung Berlins einzuordnen und zu bewerten. Sie beschäftigt sich dabei mit den Hintergründen, der Konzeption und den langfristigen Auswirkungen des Hobrechtplanes auf das Stadtbild, die Stadtstrukturen und die Stadtfunktionen. Dabei werden auch die Probleme, welche der Plan mit sich brachte, sowie die teils starke negative Kritik, welche der Plan nach seiner Veröffentlichung erfuhr, erläutert und bewertet.

Extracto


Inhaltsübersicht

1. Einleitung

2. Der Hobrechtplan

2.1 Hintergründe und Absichten der Planaufstellung

2.2 Die Konzeption des Planes

3. Der Hobrechtplan und die städtebauliche Entwicklung Berlins

3.1 Kanalisation und Verkehr

3.2 Bebauung

4. Die Kritik am Hobrechtplan

5. Fazit

6. Anhang

6.1 Tabelle und Abbildungen

6.2 Literatur- und Internetquellen

Zielsetzung & Themenschwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Hintergründe und die Konzeption des Hobrechtplans von 1862 sowie dessen maßgeblichen Einfluss auf die städtebauliche Entwicklung Berlins im 19. Jahrhundert, wobei insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Verkehrsplanung, Kanalisationsbau und der Entstehung des Mietskasernenwesens analysiert werden.

  • Historische Rahmenbedingungen der Urbanisierung Berlins
  • Konzeptionelle Merkmale und Zielsetzungen des Hobrechtplans
  • Verkehrsinfrastruktur und die Einführung der Schwemmkanalisation
  • Ursachen und Auswirkungen des Mietskasernenbaus
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Stadtplanung der Epoche

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Konzeption des Planes

Die Organisation der Stadtplanung und des Städtebaus war zur Zeit der Aufstellung des Hobrechtplanes keineswegs weit ausgeprägt. Vielmehr wurde sie durch ein ständiges Kompetenzgerangel zwischen den staatlichen und städtischen Verwaltungsinstitutionen behindert. Laut Gesetz war die Festlegung von Bauordnungen dem Staat und damit der Baupolizei zugeordnet, die wiederum eine Abteilung des Polizeipräsidiums war. Erst 1853 hatte es eine neue Baupolizei Ordnung gegeben, die die Richtlinien für die Bebauung der Grundstücke festlegte und dabei vor allem auf Sicherheitsbestimmungen wert legte, die wiederum dem Schutz vor Feuer dienen sollten. Die Aufgabe der Erarbeitung von Bebauungsplänen wurde 1855 durch einen Erlass des Handelsministeriums den Gemeinden überlassen, die dadurch auch verpflichtet werden sollten, die Kosten für den Erwerb von Flächen für den Straßenbau zu tragen. Dabei muss erwähnt werden, dass man unter Bebauungsplänen damals eher die Bestimmung von Straßenfluchtlinien und nicht die Vorgabe für die Art der Bebauung von Grundstücken verstand.

Da allerdings ein Paragraph der Bauordnung von 1853 bestimmte, dass die Fluchtlinien vom Polizeipräsidium festzulegen seien, bestand das Präsidium trotz des Erlasses von 1855 darauf, die Fluchtlinien und damit den Bebauungsplan in der eigenen Behörde aufzustellen. Der „Bebauungsplan der Umgebungen Berlins“ legte demzufolge keine Richtlinien und Bestimmungen für die Art der Bebauung fest. Diese waren ja gesetzlich durch die Bauordnung von 1853 vorgegeben und lagen somit auch nicht im Kompetenzbereich von Hobrecht. Was ihm blieb war also lediglich die Aufstellung eines Fluchtlinienplanes, in dem er festlegte, „welche Grundstücke mit Gebäuden besetzt werden können und welche für öffentliche Straßen und Plätze bestimmt sind.“ Bei der Planung von Straßen und Plätzen hatte er dabei den königlichen Repräsentationswünschen entgegenzukommen, die sich am bereits erwähnten Pariser Vorbild orientieren sollten; dies blieb jedoch nicht der einzige Einfluss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Urbanisierungsprozesse des 19. Jahrhunderts in Berlin ein und stellt den Hobrechtplan als ersten Versuch einer koordinierten Stadtplanung vor.

2. Der Hobrechtplan: Dieses Kapitel erläutert die wirtschaftlichen und sozialen Hintergründe der Planaufstellung sowie die konkrete Konzeption des Fluchtlinienplanes.

3. Der Hobrechtplan und die städtebauliche Entwicklung Berlins: Der Abschnitt beleuchtet, wie der Plan die technische Infrastruktur, insbesondere das Kanalisationssystem und den Schienenverkehr, sowie die Bauweise in der wachsenden Metropole beeinflusste.

4. Die Kritik am Hobrechtplan: Hier werden die zeitgenössische und spätere Kritik an der mangelnden Bestimmung der Grundstücksnutzung und der daraus resultierenden Bodenspekulation und Mietskasernenproblematik dargestellt.

5. Fazit: Das Fazit bewertet den Hobrechtplan als bedeutende Arbeitsgrundlage für die Berliner Stadtplanung, trotz der sozialen und baulichen Probleme, die durch die Entstehung der Mietskasernen entstanden.

6. Anhang: Der Anhang enthält statistische Daten zur Bevölkerungsentwicklung sowie historisches Bildmaterial und die zugrunde liegende Literatur.

Schlüsselwörter

Hobrechtplan, Berlin, Urbanisierung, Stadtplanung, 19. Jahrhundert, Infrastruktur, Kanalisation, Mietskasernen, Bodenspekulation, Verkehrsnetz, Industrialisierung, Baupolizei, Fluchtlinienplan, Bevölkerungsentwicklung, Stadtentwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den 1862 genehmigten Hobrechtplan als eines der ersten umfassenden Instrumente zur Steuerung der städtebaulichen Expansion Berlins im 19. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die historische Stadtplanung, die infrastrukturelle Erschließung durch Verkehr und Kanalisation sowie die sozialen Folgen der massiven Bautätigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Einfluss des Hobrechtplans auf die Entwicklung Berlins zu erläutern und zu bewerten, inwieweit er als Lösungsansatz oder Katalysator für die städtischen Herausforderungen dieser Zeit fungierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische und strukturelle Analyse, die auf der Auswertung von zeitgenössischen Planungsunterlagen, Bauordnungen und fachwissenschaftlicher Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung des Plans, der technischen Umsetzung des Kanalisationssystems und Verkehrsnetzes sowie der kritischen Untersuchung der Auswirkungen auf das Berliner Wohnungsbauwesen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Hobrechtplan, Berliner Urbanisierung, Mietskasernen und historische Stadtplanung zusammenfassen.

Welche Rolle spielte die Bauordnung von 1853 bei der Planung?

Die Bauordnung von 1853 war maßgeblich, da sie die Kompetenzen der Stadtplanung einschränkte und Hobrecht nur die Festlegung von Fluchtlinien ermöglichte, ohne die bauliche Nutzung innerhalb der Blöcke regulieren zu können.

Wie bewertet der Autor die Kritik an Hobrecht hinsichtlich der Mietskasernen?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Hobrechtplan zwar die räumliche Voraussetzung schuf, der Vorwurf der Alleinschuld an den Mietskasernen jedoch nicht haltbar ist, da auch spekulative Faktoren und unzureichende Bauordnungen eine entscheidende Rolle spielten.

Final del extracto de 30 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Hobrechtplan von 1862 und seine Einflüsse auf das Stadtbild von Berlin
Universidad
University of Osnabrück  (Fachbereich Kultur- und Geowissenschaften)
Curso
Urbanisierung im 19.Jahrhundert
Calificación
1,0
Autor
Daniel Ehebrecht (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
30
No. de catálogo
V156486
ISBN (Ebook)
9783640704668
ISBN (Libro)
9783640705832
Idioma
Alemán
Etiqueta
Hobrechtplan Einflüsse Stadtbild Berlin
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Daniel Ehebrecht (Autor), 2008, Der Hobrechtplan von 1862 und seine Einflüsse auf das Stadtbild von Berlin, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156486
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