„Hartz 4“ ist ein allgegenwärtiges Thema, egal ob in den Medien oder beispielsweise im Wahlkampf des Jahres 2009, in dem sich unter anderem „DIE LINKE“ klar gegen dieses Gesetz positioniert. Einer der Slogans des Bundestagswahlkampf dieser Partei lautete: "Hartz 4" abwählen.
Zumindest „die Linke“, die mittlerweile eine der etablierten Parteien im Bundestag darstellt, scheint sich zu dem Thema „Hartz 4“ klar zu positionieren. Es stellt sich aber die Frage: Was genau ist „Hartz 4“ und was war mit dessen Einführung bezweckt?
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit genau diesem Thema. Es wird versucht zu klären, welche Auswirkungen „Hartz 4“ auf den Arbeitsmarkt hat. Das bedeutet, es muss zuerst geklärt werden, was genau dieses Gesetz ausmacht. Diese Klärung erfolgt unter Zuhilfenahme der aktuellen Sozialgesetzbücher, im Besonderen des Sozialgesetzbuches II oder kurz SGB II. Im zweiten Abschnitt wird „Hartz 4“ theoretisch eingeordnet. Das bedeutet, es werden zwei verschiedene Arbeitsmarkttheorien untersucht, die jeweils eine andere Sicht auf die Entstehung von Arbeitslosigkeit und deren Beseitigung haben. Die erste Theorie wird die Neoklassik sein, die zweite wird die „General-Theory“ von Keynes sein. Nach dieser theoretischen Betrachtung, werden die Aspekte des vierten Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt in diese Theorien eingeordnet.Der letzte Teil wird die Auswirkungen dieses Gesetzes auf den Arbeitsmarkt behandeln. Das Gesetz wird in seinen Hauptpunkten evaluiert. Dazu werden aktuelle Studien herangezogen, die sich mit den einzelnen Aspekten von „Hartz 4“ und deren Auswirkungen beschäftigen. Abschließend wird ein Fazit gezogen, in dem die Ergebnisse zusammengefasst werden.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. „Hartz 4“ – Das vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt
2.1 Ursachen für die Einführung von „Hartz 4“
2.2 „Hartz 4“ - Ein Überblick
2.3 Kreis berechtigter Personen
2.3.1 Hilfebedürftigkeit
2.3.2 Erwerbsfähigkeit
2.3.3 Bedarfsgemeinschaften
2.3.4 Kinder
2.4 Leistungsgrundsätze
2.5 Leistungsarten
2.5.1 Geldleistungen
2.5.2 Dienstleistungen
2.5.3 Sachleistungen
2.6 Die Grundsätze des Forderns und Förderns
2.6.1 Fordern
2.6.2 Fördern
3. Die Theoretische Einordnung von „Hartz 4“
3.1 Die neoklassische Arbeitsmarkttheorie
3.1.1 Das neoklassische Arbeitsangebot
3.1.2 Die neoklassische Arbeitsnachfrage
3.2 Der Keynesianismus
3.2.1 Die allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes
3.2.2 Schema der „General Theorie“
3.2.3 Die effektive Nachfrage
3.2.4 Konsum, Ersparnis und Investition
3.3 Zusammenfassung
4. Die Auswirkungen von „Hartz 4“ auf den Arbeitsmarkt
4.1 Einleitung
4.2 Die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes
4.3 Die Belebung am Arbeitsmarkt – Mehr als nur ein konjunktureller Effekt?
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der „Hartz 4“-Reformen auf den deutschen Arbeitsmarkt, mit dem Ziel zu klären, welche strukturellen Veränderungen durch das Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt initiiert wurden und ob die gesetzten Ziele in der Praxis erreicht werden konnten.
- Analyse der gesetzlichen Grundlagen des SGB II und der Leistungsgrundsätze.
- Theoretische Einordnung von Hartz 4 in die neoklassische Arbeitsmarkttheorie und den Keynesianismus.
- Untersuchung des Forderns und Förderns inklusive Sanktionsmechanismen.
- Empirische Betrachtung der Arbeitsmarktentwicklung und der Wirksamkeit von Aktivierungsmaßnahmen.
Auszug aus dem Buch
Die „Um-jeden-Preis-Arbeiter“
Die erste Gruppe wird durch die „Um-jeden-Preis-Arbeiter“ repräsentiert. Diese wird durch einen bedingungslosen Einsatz gekennzeichnet, die Erwerbslosigkeit zu beenden. Weiterhin wird jede sich bietende Chance genutzt, wieder in das Erwerbsleben einzusteigen. Zu diesen Arbeitslosen zählen Aufstocker und Selbstständige sowie junge relativ gut ausgebildete Arbeitslose, die den Übergang in das Erwerbsleben aus unterschiedlichen Gründen nicht geschafft haben. Diese zeichnet ein hohes Selbstbewusstsein aus, das mit der Überzeugung verknüpft ist, Arbeit zu finden.
Bei dieser Gruppe geht der Arbeitswunsch nicht von verschärften Zumutbarkeitsregelungen und Sanktionsmaßnahmen aus, sondern ist in einer normativen Grundorientierung fest verankert.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Vorstellung der Relevanz des Themas „Hartz 4“ im gesellschaftlichen und politischen Kontext sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.
2. „Hartz 4“ – Das vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt: Detaillierte Darstellung des SGB II, der Anspruchsberechtigten, Leistungsgrundsätze sowie der Prinzipien des Forderns und Förderns.
3. Die Theoretische Einordnung von „Hartz 4“: Analyse der Reform vor dem Hintergrund der neoklassischen Arbeitsmarkttheorie und des Keynesianismus zur Erklärung von Arbeitslosigkeit.
4. Die Auswirkungen von „Hartz 4“ auf den Arbeitsmarkt: Evaluation der tatsächlichen Auswirkungen der Reformen auf den Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung von Strukturdaten und konjunkturellen Entwicklungen.
5. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse mit dem Resultat, dass die positiven Arbeitsmarktentwicklungen eher auf konjunkturelle Effekte als auf die Hartz-Reformen zurückzuführen sind.
Schlüsselwörter
Hartz 4, SGB II, Arbeitsmarkt, Arbeitslosigkeit, Neoklassik, Keynesianismus, Fordern und Fördern, Sanktionen, Arbeitslosengeld II, Vermittlung, Arbeitsmarkttheorie, Eingliederungsvereinbarung, Reservationslohn, Langzeitarbeitslosigkeit, Konjunktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem „Vierten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ (Hartz 4) und analysiert dessen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt.
Welche wissenschaftlichen Theorien werden zur Analyse herangezogen?
Es werden zwei ökonomische Hauptströmungen gegenübergestellt: die neoklassische Arbeitsmarkttheorie und der Keynesianismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Wirkungsweise der Hartz-IV-Reformen zu prüfen und zu bewerten, ob die Maßnahmen tatsächlich zur Senkung der Arbeitslosigkeit beigetragen haben oder ob andere Faktoren dominieren.
Was versteht man unter dem Prinzip des „Forderns und Förderns“?
Dies ist ein zentraler Grundsatz des SGB II, der sowohl die Eigenverantwortung der Hilfebedürftigen betont (Fordern) als auch die Unterstützung durch die Bundesagentur für Arbeit (Fördern) in den Vordergrund stellt.
Welche Rolle spielen die Sanktionsmechanismen in der Arbeit?
Die Sanktionen werden als Instrumente der Aktivierung untersucht, wobei kritisch hinterfragt wird, ob diese tatsächlich zu einer schnelleren Integration in den Arbeitsmarkt führen oder lediglich den Druck auf die Betroffenen erhöhen.
Welche Personengruppen werden im Hinblick auf ihre Arbeitsbereitschaft unterschieden?
Die Arbeit kategorisiert Langzeitleistungsempfänger in drei Gruppen: die „Um-jeden-Preis-Arbeiter“, die „Als-ob-Arbeitenden“ und die „bewussten Nicht-Arbeiter“.
Warum kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass die Sanktionen bei vielen Arbeitslosen wirkungslos sind?
Die Studie zeigt, dass der Großteil der Bezieher bereits eine hohe Arbeitsbereitschaft besitzt und ihr Reservationslohn ohnehin am unteren Ende der Lohnskala liegt, weshalb Sanktionen das Verhalten nicht mehr positiv beeinflussen können.
Inwiefern beeinflusst der konjunkturelle Effekt die Ergebnisse der Reformbewertung?
Die Analyse legt nahe, dass die Rückgänge bei der Arbeitslosigkeit in den Jahren nach Einführung von Hartz 4 primär durch eine allgemeine wirtschaftliche Erholung (Konjunkturzyklus) und nicht durch die spezifischen gesetzlichen Reformen zu erklären sind.
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- Tobias Hoffmann (Author), 2009, Die Auswirkungen von "Hartz 4" auf den Arbeitsmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156508