Das Burnoutsyndrom - Eine Gefahr für Mitarbeiter und die Organisation

Eine Betrachtung der Entstehungsgründe und der Gegenmaßnahmen


Seminararbeit, 2010

21 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Definition:ress

3.0 Thematik und Vorgehensweise

4.0 Definition des Burnout -ndroms
4.1 Allgemeine Definition

5.0 Dermptomatik des Burnoutndroms
5.1 Der Verlauf des Burnoutndroms
5.1.1 Der Enthusiasmus
5.1.2 Das reduzierte Engagement
5.1.3 Die emotionale Reaktion
5.1.4 Der Leistungsabbau
5.1.5 Die Verflachung
5.1.6 Die psychosomatische Reaktion
5.1.7 Die Verzweiflung

6.0 Ursachen und Entstehung des Burnoutndroms
6.1 Das Individuum und seine Umwelt

7.0 Burnout und die Organisation
7.1 Die besonders gefährdeten Personengruppen
7.2 Fehler innerhalb der Organisation und Begünstigung des Burnouts

8.0 Präventive Maßnahmen und Verhinderung von Burnout
8.1 Burnout Prävention – Ein Vorteil für die Organisation
8.2 Burnout Prävention: Die Maßnahmen

9.0 Fazit

10.0 Literaturverzeichnis

1.0 Einleitung

„Die Welt und die Art sie zu begreifen ändert sich. Diese Aussage gilt nicht nur im Zeitalter des 21. Jahrhunderts, sondern lässt sich sozioökonomisch vielmehr als ein laufender und immer währender Prozess verstehen, der die Menschheit von je her begleitet. Zweifelsohne vollzog sich diese Veränderung im letzten Jahrhundert durch Fortschritt in Technik und Wissenschaft wesentlich schneller als jemals zuvor. Der Mensch ist in der heutigen Welt, die sich immer rasender entwickelt noch viel mehr dazu gezwungen sich anzupassen als früher.“[1]Ein Wesensmerkmal dieser rasanten Veränderungen ist vor allem auch ein Wandel in Organisationsstrukturen, sowie die Form und Arbeitsweise innerhalb vieler Unternehmen. Dieser Wandel war zunächst durch die Industrialisierung und die Einführung des Taylorismus gekennzeichnet. Der Taylorismus sorgte jedoch durch seine Gleichschaltung von Arbeitsprozessen, für eine systematische Dequalifizierung von Arbeitern.

In den letzten 30 Jahren zeichnet sich ein krasser Gegensatz zu dieser Entwicklung ab. „Unter dem Diktat eines autonomen Globalisierungsprozesses, kam es zur Erhöhung der Qualifikationsansprüche an Arbeitnehmer. Vor allem des Management von fast allen Unternehmen der Industrieländer ist davon betroffen.“[2]Die Forderung nach Kompetenzerwerb und „Multitasking Fähigkeit“ wurde laut. Nicht nur der Manager, sondern auch der normale Handwerker mutiert in den letzten Jahren zum „Alleskönner“, der sich zielstrebig darauf versteht in einer wettbewerbsorientierten Ellenbogengesellschaft durchzusetzen. Angetrieben von der Angst zu versagen und somit den Arbeitsplatz zu verlieren, zwingt sich mancher Mensch mehr zu geben als er eigentlich geben kann. Der einfachehreiner beherrscht nicht mehr nur das Handwerk an sich, sondern führt in der Regel einen Betrieb, schreibt Rechnungen, macht die Buchhaltung, jongliert mit Kosten und Aufträgen, führt Kundengespräche, ist Familienvater, Bauherr, Chef und Ehemann. Die Berufsgruppen, die gemeinhin als Führungspositionen gelten, stehen jedoch noch etwas mehr unter diesem permanenten Erfolgsdruck und sind oft gezwungen einen andauernden meist zu hohen Arbeitseinsatz zu erbringen. Zu langes Arbeiten ohne Pause und das Gefühl, dass der Tag zu wenigeunden hat, ist vielmehr Normalität alsltenheit im Alltag vieler Menschen. Dies bleibt, wie die nun folgende Untersuchung zeigen wird, natürlich nicht ohne Folgen. Durch die gestiegenen Anforderungen und den Erwartungsdruck, der sich heute auf denhultern vieler arbeitender Menschen auftürmt, kommt es nicht selten zu Ausfällen, die nicht nur von physischer Natur sind. Ein Bericht der DAK aus dem Jahre 2008 verdeutlichte, dass „[…]10,2 Prozent der krankheitsbedingten Fehltage auf psychische Erkrankungen zurückzuführen sind.[3]Diese Zahl ist durchaus alarmierend, denn die psychischen Erkrankungen stehen inzwischen auf Platz vier deratistiken. Vor allem für Unternehmen und Organisationen stellen die genannten Zahlen ein Problem dar, welches in der Planung und Unternehmensphilosophie schon allein wegen der auftretenden Kosten nicht vernachlässigt werden darf. Psychische Erkrankungen entstehen in den meisten Fällen durch die soeben beschriebene Überbeanspruchung eines Menschen. Die Überbeanspruchung äußert sich inress. Deshalb soll zunächst erläutert werden, was die Wissenschaft unter „Stress“ versteht.

2.0 Definition:ress

Stress ist ein „intensive[r] unangenehme[r]annungszustand“, welcher „aus der Befürchtung entsteht, dass eine 1) stark aversive, 2) subjektiv zeitlich nahe (oder bereits eingetretene) und 3) subjektiv lang andauerndetuation sehr wahrscheinlich nicht vollständig kontrollierbar ist, deren Vermeidung aber subjektiv wichtig erscheint“,[4]um die eigene Bedürfnisbefriedigung als Essenz menschlichen Lebenssinns zu erreichen.[5]Beiress handelt es sich demzufolge um eine potentielle oder schon reale Gefahrensituation für das eigene Wohlbefinden, welche auscht des Betroffenen die eigenen Fähigkeiten, die so genannte „Anpassungskapazität“, übertrifft oder zumindest in Frage stellt.[6]

3.0 Thematik und Vorgehensweise

Die Vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einer besonderen Form der psychischenresserkrankung, „(…)welches sich in den letzten Jahren vom Forschungsgegenstand zum Thema öffentlicher Diskussion entwickelt hat:“[7]– Das Burnout –ndrom. Das sogenannte „Ausbrennen“ stellt, wie bereits angedeutet, eine ernst zunehmende Gefahr für Organisationen dar. Zentrale Fragestellung der Untersuchung ist, wie das Auftreten dieses Krankheitsbildes verhindert werden kann. Das Anliegen des Verfassers ist es dabei imhwerpunkt die Gefahren und Auswirkungen des Burnout-Syndroms für die Organisation und die Arbeit darzustellen. Dabei sollen Gründe für das Auftreten der Krankheit deutlich gemacht werden und diemptomatik des „Ausbrennens“ ausführlich skizziert werden. Im Anschluss sollen vor allem Gegenmaßnahmen zur Linderung und Heilung dargelegt werden, um auf Basis dieser Erkenntnisse, Rückschlüsse auf mögliche präventive Maßnahmen zur Verhinderung des Auftretens der Krankheit ziehen zu können. Besonders im Fokus stehen dabei vorbeugende Maßnahmen, die seitens der Organisation getroffen werden können, um einem Burnout der Organisationsmitglieder vorzubeugen.

Bevor jedoch auf die angedeutete Problemstellung eingegangen wird, ist es unablässig die Begrifflichkeit des Burnout-Syndroms genau zu definieren. Nach ausgiebiger Literaturrecherche, wurde seitens des Verfassers festgestellt, dass das Burnout –ndrom eine Erkrankung ist, die nur schwer fassbar gemacht werden kann. Vorwiegender Grund für diese Tatsache ist, dass die Krankheit eine Vielzahl vonmptomen aufweist, die abhängig vom Individuum unterschiedlich stark zur Geltung kommen. Es wurde offensichtlich, dass vor allem die sogenannten „helfenden Berufsgruppen“, also Erzieher, Pfleger und alle Arbeiten, bei denen mit anderen Menschen kommuniziert und interagiert werden muss, besonders stark vom „Ausbrennen“ betroffen sind. Dabei wurde auch deutlich, dass die Gründe für das Auftreten dieses Krankheitsbildes von höchst unterschiedlicher Natur sind.“[8]Dies wirft beim Erforschen des „Burnout –ndroms“ einigehwierigkeiten auf.

4.0 Definition des Burnout -ndroms

Die oben geschilderte Problematik, bezüglich der Vielschichtigkeit dermptomatik, zwingt den Verfasser mehrere Definitionsversuche zu betrachten, denn „[…]alle einschlägigen Versuche eine handhabbare verbale Definition zu formulieren, sind bis heute entweder zu umfassend, oder zu spezifisch.“[9]Um diesem Dilemma Herr zu werden, versuchte man die Begrifflichkeit in der Vergangenheit sowohl verbal zu umschreiben, als auch auf quantitative Art und Weise messbar zu machen. Es ist für die weitere Untersuchung von großer Wichtigkeit einige ausgewählte Definitionen gegenüberzustellen und verschiedene Betrachtungsweisen ausführlich zu erläutern, um den „Burnout“ von einer normalen Depression abzugrenzen.

4.1 Allgemeine Definition

Einer der Pioniere, der die Begrifflichkeit des „Ausbrennens“ erstmals in den psychologischen Diskurs einbrachte, war J. Freudenberger. „Er erkannte das Auftreten des Phänomens „Burnout“ zunächst inzialberufen. Um 1976 rückten durch seine Arbeiten auch andere Berufsgruppen in den Focus der Wissenschaft.[10]Es ist bei der Vielzahl, der im Umlauf befindlichen Definitionsversuche unumgänglich, eine Einschränkung vorzunehmen. Da sich der Verfasser schwerpunktmäßig mit der Minimierung der „Burnout – Risiken“ auscht der Organisation befasst, muss an dieserelle auf Erklärungen, die lediglich die beratenden Berufe fokussieren, verzichtet werden. Freudenberger beschreibt den Burnout als eine …

Erschöpfung aufgrund von Überforderungen, die von innen oder von außen - durch Familie, Arbeit, Freunde, Liebhaber, Wertesysteme oder die Gesellschaft - kommen kann und einer Person Energie, Bewältigungsmechanismen und innere Kraft raubt. Burnout ist ein Gefühlszustand, der begleitet ist von übermäßigemress, und der schließlich persönliche Motivationen, Einstellungen und Verhalten beeinträchtigt.“[11]

Freudenberger erkennt im „Burnout-Syndrom“ einen Zustand des Ausgebrannt seins, dessen Auslöser vielerlei Faktoren sein können. Die allgemeine Medizin umschreibt das Phänomen ähnlich.

„Ein Burnout-Syndrom ist ein Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit, das als Endzustand einer Entwicklungslinie bezeichnet werden kann, die mit idealistischer Begeisterung beginnt und über frustrierende Erlebnisse zu Desillusionierung und Apathie, psychosomatischen Erkrankungen und Depression oder Aggressivität und einer erhöhtenchtgefährdung führt.[12]

Auffallend ist, dass beide Definitionen neben mehrerenmptomen auch einige Ursachen für einen Burnout durchblicken lassen. Während Freudenberger feststellt, dass der Burnout letztlich nicht nur durch die Arbeit, sondern durch viele Formen desresses verursacht wird, beschreibt die allgemeine Medizin das „Burnoutndrom“ als den„Endzustand einer ganzen Entwicklungslinie.“Aus diesem Grunde, ist es in den Augen des Verfassers nicht möglich diese Erkrankung an einem konkreten und alleinigen Auslöser festzumachen. Es ist bereits zu erkennen, dass eine Vielzahl an Faktoren und Umständen gemeinsam auftreten müssen, damit ein Mensch diesen Endzustand erreicht. Da jedes Individuum eigene Charakterzüge, eigeneärken undhwächen, sowie natürlich auch völlig unterschiedliche Lebensumstände mit sich bringt, streiten sich die Experten nicht selten um den Befund des Burnout.[13]Es ist also wichtig den Verlauf der Krankheit zu untersuchen. Es ist deutlich geworden, dass das Burnoutndrom nur das Endprodukt einer langen und schleichenden Entwicklung ist. Es genügt dabei nicht, den Zugang zum „Burnoutndrom“ über eine oder mehrere Definitionen zu suchen. Vielmehr kommt es darauf an die eben erwähnte Entwicklungslinie zu verstehen und die Entwicklung vom einfachenress, hin zum Burnout zu erfassen. Im nächsten Kapitel soll ein Versuch unternommen werden die verschiedenen Entwicklungsphasen zu skizzieren und somit auch diemptomatik des Burnout zu umschreiben.

[...]


[1]Berger, Thomas2009, 1

[2]Bolder, Axel2007, 813-834

[3]DAK – Gesundheitsreport2008, 12

[4]Greif1989, 432

[5]Vgl. Rensing2006, 49

[6]Vgl. Greif1989, 432

[7]Vgl. Liezcke, M.S./Schuh, H.1995, 147

[8]Vgl. Czamler, E.2008, p. 1

[9]Vgl. Burnisch2006,14

[10]Vgl. Burnisch2006,6

[11]Freudenberger, North1994, 27

[12]De Gruyter2007,52

[13]vgl. Burisch2006 15f

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Das Burnoutsyndrom - Eine Gefahr für Mitarbeiter und die Organisation
Untertitel
Eine Betrachtung der Entstehungsgründe und der Gegenmaßnahmen
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V156532
ISBN (eBook)
9783640701438
ISBN (Buch)
9783640700318
Dateigröße
608 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Burnout, Personalführung, Stresserkrankung
Arbeit zitieren
Thomas Berger (Autor), 2010, Das Burnoutsyndrom - Eine Gefahr für Mitarbeiter und die Organisation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156532

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