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Schulangst im Kontext Sportunterricht

Title: Schulangst im Kontext Sportunterricht

Examination Thesis , 2010 , 101 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Andreas Nauhardt (Author)

Sport - Sport Psychology
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Angst – die „Farbe unseres Lebens“ (Richter, 2000, S. 15) - ist ein normalpsychologisches Phänomen und buntes bzw. vielfältiges Gefühl, das alle Menschen kennen und im Laufe ihres Lebens schon empfunden haben. In ihrer farbenfrohen Erscheinung motiviert sie uns einerseits zum Handeln, aktiviert Körper und Geist und warnt uns vor Gefahren, während uns ihre dunkle Seite zittern, erstarren oder anscheinend ersticken lässt und uns nicht selten unserer Handlungsfreiheit beraubt. Als primärer Affekt setzt Angst wichtige Signale, denn sie versetzt uns in die Lage, Gefahren und bedrohliche Situationen zu erkennen, zu bewerten und zu unterscheiden. Durch diese elementare Warnfunktion trug die Angst erheblich zum Überleben der menschlichen Spezies bei. Erfolgen jedoch die falschen Reaktionen auf Umweltreize, werden also beispielsweise Gefahren zu hoch oder zu niedrig eingeschätzt, dann kann sich dies auf das Leben und die Weiterentwicklung des jeweiligen Menschen ungünstig auswirken. Eine angemessene und ausgewogene Angstbalance hat also eine schützende Wirkung, denn grundsätzlich ist das menschliche Handeln darauf ausgerichtet, gefährliche Situationen zu vermeiden und durch Erfahrungen planvoll zu handeln. Zu-viel oder zuwenig Angst beeinträchtigt unser Leben und erstreckt sich dabei auf alle Bereiche des Alltags, demzufolge auch auf die Schule – den jahrelangen Lebens- und Erfahrungsraum unserer Kindes- und Jugendjahre (vgl. von Hen-tig, 2003, S. 189).
Zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen geben deutlich zu verstehen, dass Schul- und Leistungsversagen sowie Unterrichtsstörungen auf das besondere Phänomen der Angst von Schülern zurückzuführen sind (vgl. Klupsch-Sahlmann & Kottmann, 1992, S. 7).
Auch wenn das Gefühl der Angst als unvermeidbarer Bestandteil des menschlichen Lebens anzusehen ist, erscheint eine einfache Akzeptanz der schulbezogenen Ängste bei Kindern und Jugendlichen als nicht legitim. Den Großteil ihres jugendlichen Lebens verbringen sie tagtäglich in der Schule und entwickeln an diesem Ort ihre Persönlichkeit – sie reifen zu stabilen, handlungsfähigen Menschen. Die dafür notwendigen, elementaren Entwicklungsschritte zur Anlagenentfaltung gelingen jedoch nur schwierig in einem ungeschützten Umfeld, beeinträchtigt durch Angst vor tyrannisierenden Mitschülern, vor autoritären Lehrern und vor Zeugnissen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen zum Verständnis von Angst

2.1 Angstdefinition und Angstkonzepte

2.1.1 Definition von Angst

2.1.2 Angst und Furcht

2.1.3 Angst als Zustand und als Wesenszug

2.2 Theorien zur Angstentstehung

2.2.1 Psychoanalytischer Ansatz

2.2.2 Behavioristischer Ansatz

2.2.3 Kognitionstheoretischer Ansatz

2.3 Funktionen der Angst

2.3.1 Schutzfunktion

2.3.2 Antriebsregulation

2.3.3 Entwicklungsrelevanz

2.4 Schulangst als spezielle Form der Angst

3 Schulangst der Schüler

3.1 Auslöser und Ursachen

3.1.1 Soziokulturelle Bedingungen

3.1.2 Familiäre Sozialisation

3.1.3 Institution Schule

3.2 Erscheinungsformen

3.3 Symptomatik und Folgen

3.3.1 Physiologische Ebene

3.3.2 Subjektive Ebene

3.3.3 Verhaltensebene

4 Schulangst der Lehrer

4.1 Soziale Erwünschtheit und Tabuisierung

4.2 Auslöser und Ursachen

4.3 Erscheinungsformen

4.4 Auswirkungen und Konsequenzen

4.4.1 Temporäre bzw. vorübergehende Folgen

4.4.2 Zeitlich stabile bzw. nachhaltige Folgen

4.4.3 Korrelation zwischen Lehrerangst und Schülerangst

5 Schulangst im Kontext Sportunterricht

5.1 Curriculare Relevanz der Angst im Sportunterricht

5.2 Schülerangst im Sportunterricht

5.2.1 Fachbezogene Ursachen als angstauslösende Situationen

5.2.2 Folgeängste als spezielle Formen von Schülerangst im Sportunterricht

5.2.3 Auswirkungen der Schülerangst im Sportunterricht

5.2.4 Möglichkeiten zum angstabbauenden Sportunterricht

5.3 Lehrerangst im Sportunterricht

5.3.1 Fachbezogene Belastungen als angstauslösende Situationen

5.3.2 Sportlehrerspezifische Ängste

5.3.3 Möglichkeiten zur Bewältigung, Reduktion oder Prävention der Sportlehrerangst

6 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit untersucht das Phänomen der Schulangst im Kontext des Sportunterrichts unter einer zweidimensionalen Perspektive, die sowohl die Ängste der Schüler als auch die der Lehrkräfte betrachtet. Ziel ist es, die spezifischen Ursachen, Erscheinungsformen und Auswirkungen von Angst in diesem pädagogischen Handlungsfeld zu analysieren und adäquate Strategien zur Bewältigung oder Prävention aufzuzeigen.

  • Analyse der allgemeinen psychologischen Grundlagen und Theorien zur Entstehung von Angst.
  • Untersuchung der komplexen Ursachen für Schulangst bei Schülern und Lehrern innerhalb des schulischen Systems.
  • Darstellung der fachspezifischen Besonderheiten des Sportunterrichts als angstauslösende Faktoren.
  • Identifikation von Interventions- und Präventionsmöglichkeiten für einen angstabbauenden Sportunterricht.
  • Aufarbeitung der Korrelation zwischen Lehrer- und Schülerängsten sowie deren Bedeutung für das unterrichtliche Klima.

Auszug aus dem Buch

Angstdefinition und Angstkonzepte

Aus etymologischer und sprachwissenschaftlicher Betrachtungsweise hat der Begriff Angst seine Wurzeln im althochdeutschen Wort „angust“, welches wiederum aus dem lateinischen Hauptwort „angustiae“ (Enge), bzw. aus dem Zeitwort „angere“ stammt, was in etwa „zuschnüren“ oder „beklemmen“ bedeutet (vgl. Wandruszka, 1981, S. 8). Demnach bezeichnet Angst anscheinend einen Zustand, in dem es einem die Kehle zuschnürt und der ein beklemmendes Gefühl in der Brust hervorruft, sodass einem die Luft wegbleibt. Der einzig positive Sinnbezug, nämlich die Sorgfalt, welche zunächst im Mittelhochdeutschen „sorgenvoll“ und „bekümmert“ bedeutete und erst im sprachlichen Wandel der Jahrhunderte einen gutheißenden Charakter erhielt, ist indes verloren gegangen, und Angst wird gewöhnlich ausschließlich mit negativen Konnotationen verbunden.

Obwohl der Begriff Angst aufgrund seiner unmittelbaren Präsenz im alltäglichen Leben intuitiv leicht verständlich zu sein scheint, existieren in der Psychologie zahlreiche und durchaus unterschiedliche Begriffsbestimmungen. Trotz einer immensen Fülle an Literatur und Veröffentlichungen zu diesem Thema, erweist sich eine einheitliche und endgültige Klärung des Begriffs als aussichtsloses Unterfangen. Die zahllosen Definitionsversuche von Theoretikern, Psychologen und Forschern anderer Wissenschaftsbereiche führten am Ende zu einem abstrusen Wirrwarr, wobei sich viele Autoren auf eine Beschreibung der Symptome, durch die sich Angst bemerkbar macht, beschränken. So auch die folgenden Wissenschaftler, deren Veröffentlichungen auf dem Gebiet der Angstforschung als Basiswerke zählen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Angst als „Farbe unseres Lebens“ ein und verortet das Phänomen im Kontext von Schule und Leistungsdruck.

2 Grundlagen zum Verständnis von Angst: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe der Angstpsychologie und stellt grundlegende Theorien sowie Funktionen der Angst vor.

3 Schulangst der Schüler: Hier werden die Ursachen, Erscheinungsformen und Symptome von Schülerängsten analysiert, wobei familiäre und schulische Faktoren im Fokus stehen.

4 Schulangst der Lehrer: Dieser Abschnitt beleuchtet die oft tabuisierte Lehrerangst, deren Ursachen im Anforderungsprofil des Lehrerberufs liegen.

5 Schulangst im Kontext Sportunterricht: Das Hauptkapitel untersucht spezifisch, warum der Sportunterricht ein besonderes Potenzial für die Entstehung von Ängsten bei Schülern und Lehrern birgt.

6 Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und reflektiert die Notwendigkeit eines angstbewussten Umgangs in der schulischen Sportpraxis.

Schlüsselwörter

Schulangst, Angstpsychologie, Lehrerangst, Sportunterricht, Stress, Leistung, Leistungsdruck, Motivation, Psychohygiene, Prävention, Intervention, Verhalten, Bewegungsangst, Schule, Angsttheorien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Schulangst als zweidimensionales Phänomen, das sowohl Schüler als auch Lehrer betrifft, und analysiert dieses im spezifischen Kontext des Sportunterrichts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Angsttheorien, Ursachen der Angstentstehung (soziokulturell, familiär, institutionell), die spezifische Belastungssituation im Sportunterricht sowie Bewältigungsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Rolle der Angst im Kontext von Lernen und Lehren zu hinterfragen und Möglichkeiten aufzuzeigen, diesen Ängsten adäquat zu begegnen, um ein positives Lernklima zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche und -zusammenfassung basiert und diese durch empirische Erkenntnisse fundiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Ängsten bei Schülern und Lehrern im Allgemeinen und überträgt diese Erkenntnisse gezielt auf die fachspezifische Situation im Sportunterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen neben Schulangst und Lehrerangst vor allem Sportunterricht, Leistungsdruck, Prävention, Interaktion und Belastungssituationen.

Welche Rolle spielen curriculare Vorgaben für die Lehrerangst im Sport?

Lehrplanvorgaben, wie die Pflicht zu waghalsigen Übungen oder der Theorieunterricht bei mangelnder Ausstattung, erzeugen laut Arbeit Stress und Entscheidungsängste bei Sportlehrkräften.

Wie korrelieren Lehrer- und Schülerangst?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass ein wechselseitiger Einfluss besteht, wobei die Angst eines Lehrers die Ängstlichkeit der Schüler negativ beeinflussen kann und umgekehrt.

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Details

Title
Schulangst im Kontext Sportunterricht
College
Martin Luther University
Grade
2,0
Author
Andreas Nauhardt (Author)
Publication Year
2010
Pages
101
Catalog Number
V156540
ISBN (eBook)
9783640705160
ISBN (Book)
9783640705689
Language
German
Tags
Schulangst Lehrerangst Schülerangst Angst im Sportunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Nauhardt (Author), 2010, Schulangst im Kontext Sportunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156540
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