Ehrenamtliches Engagement erfährt innerhalb unserer Gesellschaft in den letzten Jahren einen rasanten Aufschwung - sei es auf politischer, sportlicher oder sozialer Ebene. Vielerorts werden sogar Titel wie „Mensch des Jahres“ an besonders engagierte Mitmenschen vergeben. So auch in Oldenburg, wo unlängst über den „Oldenburger des Jahres“ abgestimmt wurde. Diese bemerkenswerte Entwicklung ist Grund genug, die ehrenamtlichen Helfer in Oldenburg hinsichtlich geschlechtsspezifischer Unterschiede einmal zu untersuchen. Gibt es Abweichungen in Art, Motivation und Ausmaß ehrenamtlicher Tätigkeit bei Oldenburger Männern und Frauen im Alter von 18 – 63 Jahren und in welchem Umfang (h/Monat) wird das Ehrenamt eigentlich betrieben? Und lässt sich vielleicht eine Aussage treffen bezüglich der Beweggründe für den unentgeltlichen freiwilligen Dienst an der Gemeinschaft?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das zu untersuchende Spektrum: Der Oldenburger Rat
3. Rahmenbedingungen (Ort, Zeit & Umfeld der Interviews)
4. Verlaufsbeschreibung
5. Konzeptionelle Ergebnisse (Stärken & Schwächen des Fragebogens)
6. Hypothesenüberprüfung
7. Fazit & Ausblick
8. Impressionen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das ehrenamtliche Engagement von Mitgliedern des Oldenburger Rats im Hinblick auf geschlechtsspezifische Unterschiede, Motivation und Zeitaufwand, um ein besseres Verständnis für die Beweggründe freiwilliger gesellschaftlicher Tätigkeit zu gewinnen.
- Analyse von Geschlechterunterschieden im Ehrenamt
- Untersuchung der Motivationsstrukturen für freiwilliges Engagement
- Erfassung des Zeitaufwands pro Monat
- Überprüfung theoretischer Hypothesen anhand empirischer Daten
- Evaluation der methodischen Umsetzung einer Interviewreihe
Auszug aus dem Buch
3. Die Interviews
Passend zur zweiten Ratssitzung am 22. Februar 2010 erschien die Möglichkeit, möglichst viele Ratsmitglieder für unsere Fragebögen- und Interviews über einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung zu haben, sehr gelegen. Im ehemaligen Peter-Friedrich-Ludwig-Hospital in Oldenburg fanden sich die Ratsmitglieder ab 17.00 Uhr zu ersten Vorbesprechungen mit den Fraktionen ein, um danach gemeinsam ab 18.20 Uhr im großen Sitzungssaal die Versammlung zu beginnen. Im Vorfeld der geplanten Interviews erkundigten wir uns bei der Ratsvorsitzenden, Fr. Dr. Niewert-Baumann, ob eine Durchführung unseres Vorhabens zu vertreten sei. Nach ihrem Einverständnis schrieb ich ebenfalls die einzelnen Fraktionen des Rats an, um auch dort die jeweilige Zustimmung für unsere Interviews zu bekommen, um Irritationen oder Missverständnisse seitens der Mitglieder zu vermeiden.
Gegen 17.15 Uhr erreichten wir dann den großen Vorraum des Sitzungssaales, wo wir uns mit zwei Stehtischen positionierten, um auch für die Befragten eine möglichst angenehme (Interview-)Situation zu schaffen. Vereinzelt fanden sich dann die Mitglieder ein und wir fragten freundlich, ob sie uns für eine kurze Befragung zum Thema „Ehrenamtliches Engagement in Oldenburg“ zur Verfügung stehen würden.
Während der Durchführung der Interviews wurde mir besonders bewusst, dass die Fragen nicht nur in einer entsprechenden, also gut zu verstehenden Lautstärke gestellt werden mussten, und dass es außerdem hilfreich war, sie nicht nur trocken abzulesen, sondern während der Frage den Blickkontakt zu suchen. Vielen Befragten gab dies ein Gefühl des Interesses an ihrer Meinung und es bestätigte sie in ihren Aussagen. Neben diesen grundlegenden Feinheiten einer Befragung spielte auch die Körperhaltung eine enorm wichtige Rolle. Ich achtete selbst sehr genau darauf, immer offen zugewandt sowie gerade zu stehen, so dass die Befragung hinsichtlich Körpersprache und Gestik stets eindeutig verstanden werden konnte. Die Interaktion zwischen dem Befragten und mir empfand ich selbst als äußerst spannend, da z.B. die Betonung der Fragen hinsichtlich einzelner Formulierungen den eigentlichen Sinn und die zu erwartende Antwort enorm beeinflussen konnte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Aufschwung des Ehrenamts und leitet daraus die Forschungsfrage nach geschlechtsspezifischen Unterschieden bei den Ratsmitgliedern in Oldenburg ab.
2. Das zu untersuchende Spektrum: Der Oldenburger Rat: Das Kapitel beschreibt die Zusammensetzung und die Aufgaben des Oldenburger Rats als ehrenamtlich tätiges Gremium.
3. Rahmenbedingungen (Ort, Zeit & Umfeld der Interviews): Hier wird der organisatorische Kontext der Befragung erläutert und auf die Bedeutung der Interviewführung sowie der Körpersprache eingegangen.
4. Verlaufsbeschreibung: Dieses Kapitel dokumentiert den reibungslosen Ablauf der Befragung vor und nach der Ratssitzung sowie die allgemeine Atmosphäre vor Ort.
5. Konzeptionelle Ergebnisse (Stärken & Schwächen des Fragebogens): Die kritische Reflexion des Fragebogens zeigt auf, welche Schwierigkeiten sich bei der Gestaltung der Antwortmöglichkeiten ergaben.
6. Hypothesenüberprüfung: Die aufgestellten Hypothesen werden mit den gesammelten Daten abgeglichen und hinsichtlich ihrer Verifizierung oder Falsifikation bewertet.
7. Fazit & Ausblick: Der Autor resümiert das Forschungsprojekt und gibt Empfehlungen für zukünftige Erhebungen, wie etwa schriftliche oder Online-Befragungen.
8. Impressionen: Dieser Abschnitt enthält visuelle Eindrücke der Interviewsituation vor Ort.
Schlüsselwörter
Ehrenamt, Oldenburger Rat, Empirische Sozialforschung, Interviewreihe, Geschlechterunterschiede, Motivation, Ratsmitglieder, Fragebogen, Ehrenamtliches Engagement, Sozialwissenschaften, Qualitative Forschung, Freiwilligendienst, Bürgerengagement, Politische Beteiligung, Feldbericht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das ehrenamtliche Engagement von Ratsmitgliedern in Oldenburg, um geschlechtsspezifische Unterschiede in Motivation und Ausmaß der Tätigkeit zu identifizieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten zählen die Beweggründe für ehrenamtliche Arbeit, die geschlechtsspezifische Verteilung des Zeitaufwands und die allgemeine Struktur des ehrenamtlichen Engagements innerhalb der Kommunalpolitik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, festzustellen, ob es signifikante Unterschiede in Art, Motivation und Umfang des Ehrenamts zwischen Männern und Frauen im Alter von 18 bis 63 Jahren gibt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führte eine empirische Befragung mittels eines strukturierten Fragebogens und direkter Interviews mit den Ratsmitgliedern durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Konzeption des Fragebogens, der Durchführung der Befragung im Umfeld der Ratssitzung sowie der anschließenden Auswertung und Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Ehrenamt, Oldenburger Rat, Motivation, geschlechtsspezifische Analyse und empirische Sozialforschung.
Wie bewertet der Autor die gewählte Erhebungsmethode im Rückblick?
Der Autor erkennt sowohl Stärken als auch Schwächen des Vorgehens, insbesondere bei der Komplexität der Antwortmöglichkeiten im Fragebogen, und schlägt für künftige Projekte alternative Formate wie Online-Befragungen vor.
Welches Ergebnis zeigt sich hinsichtlich der Geschlechterrollen im Ehrenamt?
Die Untersuchung ergab ein weitgehend homogenes Bild; nennenswerte Unterschiede zwischen Männern und Frauen konnten kaum festgestellt werden, wobei lediglich geringe Abweichungen in der Dauer des Engagements sichtbar wurden.
- Citation du texte
- Roman Behrens (Auteur), 2010, Das freiwillige Ehrenamt - eine Feldstudie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156583