Über die Darstellung des aktiven und passiven Anlagestils mit deren Ausprägungen und unter Berücksichtigung des aktuellen Forschungsstandes ist die Zielsetzung dieser Arbeit eine Antwort auf die Frage zu geben, ob aktive Fondsmanager den Markt schlagen. Als Markt wird in der Studie der Aktienmarkt betrachtet. Für den passiven Stil fiel die Wahl der Produktkategorie, um einen Bezug zur Praxis zu erhalten, auf das derzeit boomende Segment der Exchange Traded Funds (ETF). Unter Verwendung wissenschaftlich empirischer Studien und eigener Erhebungen die auf den Zeitraum der letzten 10 Jahre am europäischen Aktienmarkt mit zwei starken Kurseinbrüchen abheben, wird eine Untersuchung zur Outperformancefähigkeit aktiver Manager vorgenommen. Das Resultat bestätigt den bisher bestehenden Tenor, dass aktive Fondsmanager nach Kosten in ihrer Mehrheit die Benchmark nicht schlagen. In der eigenen Untersuchung erweist sich der Value Ansatz, wie bei Fama & French in ihrem 3 Faktoren Modell in langen Zeiträumen als der im aktiven Segment erfolgreichste Ansatz. Langfristig erfolgreiche Fondsmanager im aktiven Segment, sogenannte Ausnahmemanager, zeigen, dass trotz der empirisch nachgewiesenen Überlegenheit des passiven Anlagestils aktive Fondsmanager durchaus eine Outperformance erzielen können. Allerdings scheint dies personenbezogen und nicht Ausfluss eines bestimmten Anlageansatzes zu sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen des Kapitalmarktes
3. Passiver Managementansatz
3.1. Definition und Grundlagen
3.2. Exchange Traded Funds - Abgrenzung zu anderen Indexanlagen
3.3. Risiken und Chancen der Exchange Traded Funds
3.4. Aktuelle Situation des Exchange Traded Fund Marktes
4. Aktiver Managementansatz
4.1. Definition und Grundlagen
4.2. Skizzierung der wichtigsten Aktienanalysetechniken
4.3. Chancen und Risiken aktiv gemanagter Fonds
4.4. Darstellung der Fondskostenstruktur aktiv gemanagter Fonds
5. Aktive versus passive Performance
5.1. Empirische Untersuchungen
5.2. Eigene Forschungsleistung im europäischen Aktienfondsbereich
6. Ausnahmemanager im Aktiensegment
7. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht kritisch die Frage, ob aktive Fondsmanager in der Lage sind, den Markt dauerhaft zu schlagen, und bewertet dies im Vergleich zu einem passiven Investmentansatz anhand von empirischen Studien und eigenen Analysen. Dabei wird insbesondere der Einfluss von Markteinbrüchen und Kostenstrukturen auf die Performance betrachtet.
- Grundlagen des modernen Kapitalmarktes und der Portfoliotheorie
- Analyse der Funktionsweise und Risiken von Exchange Traded Funds (ETFs)
- Vergleich der Performance von aktiven Fonds gegenüber Benchmark-Indizes
- Untersuchung von Value- und Growth-Investmentstilen
- Betrachtung von sogenannten Ausnahmemanagern im Aktiensegment
Auszug aus dem Buch
Aktiver Managementansatz
Ganz im Gegensatz zu den geschilderten passiven ETF Ansätzen (Indexing) besteht die Rolle eines aktiven Fondsmanagements darin, auf Basis von eigenem Research und eigenen Analysen, mit Hilfe eines festgelegten Entscheidungsprozesses zu strategischen Kauf- und Verkaufsentscheidungen zu kommen, mit dem Ziel den Vergleichsindex zu schlagen. Dabei wird versucht durch die Ausnutzung von Ineffizienzen der Märkte und überlegener Analysen eine bessere Entwicklung als ein Vergleichsindex (Benchmark) zu erzielen. Zudem beinhaltet modernes aktives Management die Erkenntnisse der Behavioral Finance, derzufolge Menschen keinesfalls, wie in der Effizienzmarkthypothese vertreten, sich völlig rational ökonomisch verhalten, sondern ebenfalls von Emotionen gesteuert sind und in Extremsituationen zu Herdenverhalten, mit den Folgen von Über- und Untertreibungen, neigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Markteinbrüche und die resultierende wissenschaftliche Debatte zwischen aktivem und passivem Anlagemanagement ein.
2. Theoretische Grundlagen des Kapitalmarktes: Das Kapitel vermittelt die notwendigen finanztheoretischen Grundlagen wie die Portfoliotheorie, die Effizienzmarkthypothese und das CAPM.
3. Passiver Managementansatz: Es erfolgt eine Definition des passiven Investierens, eine Analyse der Exchange Traded Funds sowie eine Darstellung der Chancen und Risiken dieser Anlageform.
4. Aktiver Managementansatz: Hier werden die Definition aktiven Managements, gängige Analysetechniken wie Fundamental- und technische Analyse sowie die Kostenstrukturen aktiv verwalteter Fonds dargelegt.
5. Aktive versus passive Performance: Dieses Kapitel vergleicht wissenschaftliche Erkenntnisse mit eigenen empirischen Untersuchungen zur Outperformancefähigkeit im europäischen Aktienfondsbereich.
6. Ausnahmemanager im Aktiensegment: Es wird untersucht, ob einzelne Manager trotz empirischer Belege gegen den aktiven Ansatz langfristig den Markt schlagen können und welche Prinzipien sie dabei anwenden.
7. Resümee: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass der passive Ansatz für den Durchschnittsanleger meist überlegen ist, während sich langfristig ein hybrides Segment gemanagter ETFs etablieren könnte.
Schlüsselwörter
Aktives Management, Passives Management, Exchange Traded Funds, ETF, Benchmark, Outperformance, Portfoliotheorie, Markteffizienz, Behavioral Finance, Value-Ansatz, Growth-Ansatz, Tracking Error, Fondsmanagement, Kapitalmarkt, Finanzmarktkrise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die wissenschaftlich und praktisch kontrovers diskutierte Frage, ob aktive Fondsmanager den Markt schlagen können oder ob passive Anlagestrategien wie ETFs vorteilhafter sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themenfelder umfassen die moderne Kapitalmarkttheorie, die Funktionsweise von ETFs, die Analysetechniken des aktiven Managements sowie den Performancevergleich zwischen aktiven und passiven Anlagen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den passiven und aktiven Anlagestil detailliert darzustellen und mithilfe von empirischen Forschungsergebnissen sowie einer eigenen Untersuchung zu bewerten, ob aktives Management nach Kosten eine Mehrrendite generieren kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Studien zur Performance von Fonds sowie auf eine eigene empirische Analyse europäischer Aktienfonds im Vergleich zum MSCI Europe über verschiedene Zeiträume.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen, die Definition und Risikobewertung von ETFs, die Methoden des aktiven Managements, eine Performance-Analyse im Kontext der Finanzmarktkrisen sowie eine Würdigung bekannter Ausnahmemanager.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Aktives vs. Passives Management, ETF, Benchmark, Markteffizienz, Outperformance und Value-Investment.
Welchen Stellenwert nimmt die Performanceanalyse im Rahmen der Finanzkrisen ein?
Die Autor stellt fest, dass selbst in den starken Einbrüchen des 21. Jahrhunderts aktive Manager in ihrer Mehrheit die Benchmark nicht schlagen konnten, was die Annahme der Überlegenheit des passiven Stils für Privatanleger stützt.
Welche Rolle spielen sogenannte Ausnahmemanager?
Die Untersuchung erkennt an, dass es zwar Ausnahmen wie Warren Buffett oder Peter Lynch gibt, diese jedoch ihre Erfolge meist persönlichen, auf Value-Prinzipien basierenden Fähigkeiten verdanken, die nicht auf das durchschnittliche Fondsmanagement übertragbar sind.
Wie bewertet die Arbeit die Zukunft des ETF-Marktes?
Der Autor prognostiziert, dass sich neben den rein passiven ETFs und den klassischen aktiven Fonds zunehmend "gemanagte ETFs" als Segment für anspruchsvollere Anleger etablieren werden.
- Citar trabajo
- Thomas Burkhardt (Autor), 2010, Schlagen Fondsmanager den Markt? , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156647