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Zusammenhang zwischen Arbeitsleistung und Arbeitszufriedenheit. Eine kritische Betrachtung der Forschungslage

Título: Zusammenhang zwischen Arbeitsleistung und Arbeitszufriedenheit. Eine kritische Betrachtung der Forschungslage

Tesis , 2008 , 67 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Torben Spitzer (Autor)

Economía de las empresas - Negocios - General
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Der Zusammenhang zwischen der Arbeitsleistung als ein zentraler Baustein der Betriebswirtschaftslehre und der Arbeitszufriedenheit ist bereits seit fast 100 Jahren Gegenstand ausführlicher Untersuchungen.

Ziel dieser Arbeit ist eine kritische Betrachtung des aktuellen Forschungsstandes aus inhaltlicher und methodischer Sicht. Zu diesem Zweck müssen Arbeitsleistung und Arbeitszufriedenheit zunächst klassifiziert und definiert werden, um dann die aktuellen Forschungsstände zum Zusammenhang zwischen diesen beiden Begriffen darzustellen.

Dabei werden sowohl Erhebungen als auch Metastudien berücksichtigt und beleuchtet. Im weiteren Verlauf soll dann anhand von Thesen eine Auseinandersetzung mit der Forschung stattfinden, die in einem konstruktiven Ausblick mündet.

In der psychologischen Erklärung von Leistung nimmt die Motivation des Handelnden eine wichtige Komponente ein. Aus diesem Grund ist es notwendig, innerhalb der Arbeit auch die Wechselbeziehungen von Leistung, Zufriedenheit und Motivation anzuschneiden.

Populärste Untersuchung sind die Untersuchungen bei der Western Electric Company des Forscherteams um Mayo zwischen 1917 und 1932, auch Hawthorne Studien genannt. Diese sind verantwortlich für den Perspektivenwechsel der Human-Relations Bewegung als Gegenpol zum Taylorismus.

Beginnend mit der Vermutung, zufriedene Mitarbeiter arbeiten besser, hält diese Hypothese heute so nicht mehr der empirischen Überprüfung stand. Verschiedene Untersuchungen zeigten mal positive, mal negative, mal gar keine Korrelationen zwischen Arbeitsleistung und -Zufriedenheit, so dass konstatiert werden kann, eine eindeutige Aussage ist aus wissenschaftlicher Sicht heute kaum treffen.

Dabei scheint nach überwiegender Meinung der Zusammenhang klar: So wie glückliche Kühe mehr Milch geben, arbeiten zufriedene Arbeiter besser, sind produktiver und haben eine höhere Arbeitsleistung.

Diese „happy productive worker“ genannte Hypothese konnte so in der Forschung aber bisher nicht bestätigt werden. Dabei hilft es nicht, dass neben der Arbeitsleistung auch die Arbeitszufriedenheit schon in der Definitionsphase Schwierigkeiten bereitet. Auf die Frage "Was ist Arbeitszufriedenheit" gibt es je nach Sichtweise eine große Anzahl unterschiedlicher Antworten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Basis

2.1 Arbeitsleistung

2.1.1 Definitionen der Arbeitsleistung

2.1.2 Voraussetzungen der Arbeitsleistung

2.1.3 Implikationen für die weitere Arbeit

2.2 Arbeitszufriedenheit

2.2.1 Definitionsversuche der Arbeitszufriedenheit

2.2.1.1 Inhaltsorientierte Arbeitszufriedenheitskonzepte

2.2.1.1.1 Bedürfnispyramide nach Maslow

2.2.1.1.2 Das 2-Faktoren Modell nach Herzberger

2.2.2.1 Prozessorientierte Konzepte der Arbeitszufriedenheit

2.2.2.1.1 Die VIE Theorie nach Vroom

2.2.2.1.2 Das dynamische Arbeitszufriedenheits Konzept nach Bruggemann et al.

2.2.2 Messbarkeit der Arbeitszufriedenheit

2.2.2.1 Job Describtive Index (JDI) von Smith, Kendall und Hulin

2.2.2.2 Arbeitsbeschreibungsbogen (ABB) von Neuberger

2.3 Implikationen für die weitere Arbeit

3. Die Korrelation von Arbeitsleistung und Arbeitszufriedenheit

3.1 Primärstudien

3.1.1 Die Hawthorne Studien

3.1.2 Die Studien von Brayfield & Crockett

3.2 Meta-Analysen

3.2.1 Die Studien von Vroom

3.2.2 Die Studien von Six & Eckes

3.2.3 Die Studien von Judge et al.

3.2.4 Die Studien von Harter et al.

3.3 Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und Zwischenergebnis

4. Kritische Betrachtung der Forschung

4.1 Aufstellung und Erläuterung von Thesen zum Stand der Forschung

4.1.1 These 1: Die Arbeitssituation ist dynamisch - die Forschung nicht

4.1.2 These 2: Arbeitszufriedenheit und Arbeitsleistung sind in der Forschung nicht ausreichend abgegrenzt

4.1.3 These 3: Ohne das Bezugssystem der Untersuchung ist die errechnete Korrelation haltlos

4.1.4 These 4: Arbeitszufriedenheit ist als Begriff und Konstrukt zu subjektiv und zu umfassend, um mit dem bisherigen Wissen der Zusammenhänge gemessen werden zu können

4.1.5 These 5: Die Forschung forscht für die Praxis und entfernt sich doch von ihr

4.2 Zusammenfassung der Ergebnisse

5. Ausblick und Empfehlungen für Forschung und Praxis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Diplomarbeit verfolgt das Ziel, den aktuellen Forschungsstand zum Zusammenhang zwischen Arbeitsleistung und Arbeitszufriedenheit kritisch aus inhaltlicher und methodischer Perspektive zu hinterfragen, um die Validität der klassischen Hypothese des „glücklichen und produktiven Arbeiters“ zu überprüfen.

  • Klassifizierung und Definition der Begriffe Arbeitsleistung und Arbeitszufriedenheit
  • Analyse und Bewertung zentraler Primärstudien und Meta-Analysen
  • Diskussion theoretischer Modelle zur Entstehung von Arbeitszufriedenheit und Motivation
  • Kritische Reflexion der Forschungsdefizite anhand definierter Thesen
  • Synthese von Forschungsergebnissen und Praxisanforderungen

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Definitionen der Arbeitsleistung

Arbeitsleistung allgemeingültig zu erfassen, ist beliebig schwierig. So schreibt dann auch Dreitzel (1974, S.31, zitiert aus Faßauer, 2008, S.83) „Der Begriff der Leistung ist mit so vielen Äquivokationen behaftet, dass sich seine wissenschaftliche Verwendung fast verbietet.“. In der Physik bspw. wird Leistung als Arbeit je Zeiteinheit definiert. Je größer also die Arbeit pro Zeiteinheit, desto größer auch die Leistung. Aus ökonomischer Sicht beschreibt Arbeitsleistung das Ergebnis einer zielgerichteten Anstrengung pro Zeiteinheit bei einer bestimmten Qualität (vgl. Brandes 1995). Vereinfacht ausgedrückt bedeutet Arbeitsleistung also die Höhe des erzielten Outputs je Zeiteinheit, wobei der Output zielgerichtet sein und einer definierten Qualität entsprechen muss. Gerade die Zielrichtung ist ein wichtiger und keinesfalls zu vernachlässigender Aspekt, den Schlie (1988, S.66, zitiert nach Faßauer, 2008, S.86) pointiert aufnimmt, indem er feststellt, dass man „das Einschlafen über dem Schreibtisch wohl kaum als Leistung interpretieren würde“.

Schanz wiederrum beschreibt in Anlehnung an Lawler Leistung als mathematische Funktion

Leistung = f (Fähigkeit x Motivation)

(vgl. Schanz 1977, S. 212f.), wobei sich hier durch die Normierung von Fähigkeit und Motivation als Variablen in einem Bereich zwischen 0 und 1 nur ein relativer Leistungswert ermitteln lässt, der das individuelle Leistungsvermögen zum gegebenen Zeitpunkt abbildet. Diese Formel wird in dieser Arbeit als wichtiger Aspekt für die Verbindung von Arbeitsleistung, Motivation und Arbeitszufriedenheit angesehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der Forschung zum Zusammenhang von Arbeitsleistung und Arbeitszufriedenheit ein und erläutert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.

2. Theoretische Basis: Das Kapitel definiert die zentralen Begriffe Arbeitsleistung und Arbeitszufriedenheit, stellt verschiedene theoretische Modelle zur Motivation und Zufriedenheit vor und erörtert deren Messbarkeit durch gängige Fragebogeninstrumente.

3. Die Korrelation von Arbeitsleistung und Arbeitszufriedenheit: Hier werden ausgewählte Primärstudien und Meta-Analysen analysiert, um den empirischen Forschungsstand zur Korrelation der beiden Variablen kritisch zu beleuchten.

4. Kritische Betrachtung der Forschung: Auf Basis von fünf definierten Thesen setzt sich der Autor kritisch mit den bestehenden Forschungsergebnissen auseinander und ergänzt die theoretische Analyse durch eine Kurzerhebung in der Praxis.

5. Ausblick und Empfehlungen für Forschung und Praxis: Der abschließende Teil leitet aus der vorangegangenen Kritik Implikationen ab und gibt Empfehlungen, wie die Forschung in Zukunft praxisrelevanter gestaltet werden kann.

Schlüsselwörter

Arbeitsleistung, Arbeitszufriedenheit, Motivation, Human-Relations-Bewegung, Hawthorne-Studien, Korrelationsanalyse, Meta-Analyse, Herzberg-Modell, Maslow-Bedürfnispyramide, Arbeitsbeschreibungsbogen, Führung, Leistungsmessung, Arbeitsumwelt, psychologische Faktoren, betriebliche Praxis.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?

Die Diplomarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Arbeitsleistung von Mitarbeitern und deren Arbeitszufriedenheit unter kritischer Betrachtung der aktuellen wissenschaftlichen Forschung.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Arbeit fokussiert auf Definitionen von Leistung und Zufriedenheit, verschiedene theoretische Motivationsansätze, empirische Primär- und Sekundärstudien sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Praxisrelevanz dieser Forschung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die häufig als „heilig“ betrachtete „happy productive worker“-Hypothese (dass zufriedene Arbeiter automatisch besser leisten) zu hinterfragen und die methodischen Schwächen der bisherigen Forschung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse (Metastudien) und eine ergänzende, qualitative Kurzerhebung mittels Fachgesprächen unter acht verschiedenen Kollegen, um die theoretischen Thesen mit der Praxis abzugleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Begriffsdefinitionen und Messinstrumente), die Analyse historischer und aktueller Studien zur Korrelation und die kritische Diskussion der Forschung durch spezifische Thesen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Arbeitsleistung, Arbeitszufriedenheit, Korrelation, Meta-Analyse, Motivationstheorien und die kritische Distanz zwischen wissenschaftlicher Forschung und Unternehmenspraxis geprägt.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Judge et al. von früheren Modellen?

Judge et al. integrieren in ihrem Modell die Komplexität bidirektionaler Zusammenhänge und verschiedener Mediatoren/Moderatoren, statt nur von einer simplen, linearen Ursache-Wirkungs-Beziehung auszugehen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Praxisrelevanz?

Der Autor stellt ein Paradoxon fest: Während sich die Forschung stark am Effizienzziel der Wirtschaft orientiert, liefert sie dennoch oft zu generalisierende Ergebnisse, die in der komplexen Unternehmenspraxis nur schwer direkt anwendbar sind.

Final del extracto de 67 páginas  - subir

Detalles

Título
Zusammenhang zwischen Arbeitsleistung und Arbeitszufriedenheit. Eine kritische Betrachtung der Forschungslage
Universidad
University of Hagen
Calificación
1,3
Autor
Torben Spitzer (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
67
No. de catálogo
V156651
ISBN (Ebook)
9783668337404
ISBN (Libro)
9783668337411
Idioma
Alemán
Etiqueta
zusammenhang arbeitsleistung arbeitszufriedenheit eine betrachtung forschungslage
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Torben Spitzer (Autor), 2008, Zusammenhang zwischen Arbeitsleistung und Arbeitszufriedenheit. Eine kritische Betrachtung der Forschungslage, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156651
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