Diese Arbeit nimmt sich des Menschentyps "Querdenker" an und versucht darzustellen, wie sich dieser auf Innovationen auswirkt und welche Rolle er spielt. Dabei soll nach einer kurzen Definition
des Innovationsbegriffes zunächst gezeigt werden, wodurch sich ein Querdenker auszeichnet und welche Aufgabe er zu erfüllen hat. Anschließend wird dies in einen theoretischen Rahmen näher beleuchtet. Zuletzt wird noch gezeigt, inwiefern geschichtliche Beispiele
die Merkmale von Querdenkern verdeutlichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Zur Einführung
2 Querdenker im Innovationsprozess
2.1 Querdenker denken quer
2.2 Abweichendes Verhalten in gesellschaftlichen Konstellationen
2.3 Merkmale des Querdenkers anhand historischer Beispiele
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Rolle von Querdenkern in modernen Innovationsprozessen, definiert deren Charakteristika und analysiert, wie diese abweichenden Denkmuster zur Erschließung neuer Märkte und zur Überwindung festgefahrener Unternehmensstrukturen beitragen können.
- Definition des Innovationsbegriffs und Einordnung des Querdenker-Typs
- Analyse der Dynamik zwischen Querdenkern und Organisationen
- Soziologische Betrachtung von abweichendem Verhalten (Devianz)
- Untersuchung der Abhängigkeit von sogenannten Machtpromotoren
- Historische Fallbeispiele zur Veranschaulichung der Querdenker-Rolle
Auszug aus dem Buch
2.1 Querdenker denken quer
„Querdenken“. Ein Begriff, welcher zunächst unvertraut erscheint und verlangt, in seine zwei Hälften aufgeteilt zu werden. Unter „denken“ versteht Sattelberger (2001) die Verarbeitung von Ideen und Begriffen (…) mit dem Ziel, nicht nur reproduktiv zu sein“ (Sattelberger 2001, S.51), sondern vor allem neue Bedeutungen zu verstehen und Zusammenhänge zwischen verschiedenen Aspekten zu erschließen. Der Begriff „quer“ meint hier besonders, dass sich eine Bewegung vollzieht, die teilweise oder komplett gegen die mehrheitliche Position läuft. Ein „Querdenker“ ist demnach also jemand, der gegen etwas denkt, gegen den Strom, gegen den Mainstream. (vgl. Sattelberger 2001, S.51)
Querdenker haben die Aufgabe tradierte Sichtweisen in Frage zu stellen, unerwartete Denkanstöße zu geben, neue Ideen einzubringen, bestehende Denkmuster zu durchleuchten und unterschiedliche Sichtweisen aufzudecken, um den vielfältigen Dimensionen von bspw. Forschungsfragen, Projektlösungen oder Arbeitsabläufen gerecht zu werden. (vgl. Berthoin Antal/ Krebsbach-Gnath 2001, S.7 ff.) Es existieren weitestgehend keine signifikanten empirischen Studien über den Wert und die Rolle eines Querdenkers. Viele Wissenschaftler wie Sattelberger (2001) berufen sich darum auf individuelle Erfahrungswerte und Praxisbeispiele. Für ihn sind Querdenker autark, da sie ständig und immer wieder neu ihre eigene Legitimation definieren müssen. Denn Querdenker haben kein spezielles Tätigkeitsfeld. Sie werden in diversen Projekten eingesetzt und bekommen die unterschiedlichsten Aufgaben. Der Grund liegt darin, dass sie fast immer entgegen der herrschenden Meinung denken und davon überzeugt sind, dass „erst aus der dialektischen antithetischen Auseinandersetzung neue Wahrheit erwächst“ (Sattelberger 2001, S.52).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Zur Einführung: Der Einstieg beleuchtet die steigende Bedeutung von Innovationen in Krisenzeiten und führt die Rolle des „Querdenkers“ als notwendige Ergänzung zu traditionellen Innovationsstrukturen ein.
2 Querdenker im Innovationsprozess: Dieses Kapitel definiert den Begriff „Querdenken“, analysiert das notwendige abweichende Verhalten aus soziologischer Sicht und beleuchtet die Rolle historischer Beispiele sowie die Abhängigkeit von Machtpromotoren.
2.1 Querdenker denken quer: Dieser Abschnitt expliziert die Wortbedeutung von Querdenken und stellt die Funktion des Querdenkers als kritischen Hinterfrager tradierter Denkmuster dar.
2.2 Abweichendes Verhalten in gesellschaftlichen Konstellationen: Hier wird die soziologische Perspektive auf Devianz eingenommen, um zu erklären, wie Gesellschaften mit Abweichungen umgehen und welche Rolle der „Neinsager“ im Innovationskontext spielt.
2.3 Merkmale des Querdenkers anhand historischer Beispiele: Anhand der Entwicklung der Dampfmaschine und der BSE-Krise wird demonstriert, wie entscheidend die Unterstützung durch Machtpromotoren für die Akzeptanz abweichender Ideen ist.
3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Querdenken weniger ein fester Persönlichkeitstyp als vielmehr eine wertvolle kognitive Fähigkeit ist, um verkrustete Strukturen aufzubrechen.
Schlüsselwörter
Querdenker, Innovation, Innovationsprozess, Devianz, Machtpromotoren, abweichendes Verhalten, Kreativität, Unternehmensentwicklung, Neinsager, Wissensmanagement, Paradigmenwechsel, Ideengenerierung, soziale Normen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Rolle und Funktion von Querdenkern innerhalb von Innovationsprozessen in Organisationen und Unternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen Innovationsmanagement, soziologische Aspekte von abweichendem Verhalten sowie die Bedeutung von Machtstrukturen bei der Durchsetzung neuer Ideen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Querdenker durch das Infragestellen etablierter Denkmuster zur Innovationsfähigkeit beitragen und welche Rahmenbedingungen sie für ihren Erfolg benötigen.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und literaturbasierten Aufarbeitung von Innovations- und Devianztheorien sowie der Auswertung historischer Praxisbeispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit konkret behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition von Querdenkern, die soziologische Einordnung von Devianz in Gesellschaftssystemen und die praktische Abhängigkeit von Sponsoren oder Machtpromotoren.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Querdenker, Innovation, Devianz, Machtpromotoren und das Aufbrechen von Denkmustern.
Warum sind laut Autor Querdenker in Unternehmen oft "Opfer ihres selbst"?
Da sie durch ihre ständige Kritik und das Hinterfragen herrschender Meinungen oft als Störenfriede wahrgenommen werden, geraten sie häufig in soziale Konfliktsituationen und Isolationsprozesse.
Welche Rolle spielt der „Machtpromotor“ für den Erfolg eines Querdenkers?
Ohne Unterstützung durch einflussreiche Personen, die über Macht verfügen, gelingt es Querdenkern oft nicht, ihre innovativen Ideen innerhalb der Organisation durchzusetzen oder öffentliche Akzeptanz zu finden.
Wie unterscheidet sich die positive von der negativen Abweichung?
Die positive Abweichung übertrifft Erwartungen und führt langfristig zur Verschiebung von Normen, während die negative Abweichung (Devianz) das Nichterreichen definierter Standards beschreibt.
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- Michel Beger (Author), 2010, Querdenker im Innovationsprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156686