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Eudaimonia. Die aristotelische Konzeption des vollkommenen Lebens

Titre: Eudaimonia. Die aristotelische Konzeption des vollkommenen Lebens

Essai Scientifique , 2009 , 25 Pages , Note: 6

Autor:in: Patrick Weber (Auteur)

Philosophie - Philosophie antique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Eudaimonia, das „von einem guten (eu) Geist (daimon) begünstigt oder beseelt sein“, ist der zentrale Begriff der aristotelischen Ethik. Verstanden als die „Glückseligkeit“ oder „das vollständig gelungene Leben“,1 ist die Eudaimonia das höchste anzustrebende Gut, das idealiter das Ziel allen Strebens in der persönlichen und politischen Praxis eines Menschen darstellt.
Dieses teleologische Verständnis menschlichen Seins und eines genuin menschlichen Guts ist der Philosophie der Neuzeit, mit einigen wenigen Ausnahmen, weitgehend abhandengekommen.
Die Philosophie getraut sich nicht mehr, das umfassende menschliche Glück zu definieren und lässt „in eudämonistischer Resignation die Individuen mit ihren Präferenzen alleine“.2 Infolge des „unüberwindbaren Pluralismus der Lebensentwürfe“ muss eine moderne Moraltheorie, will sie nicht Gefahr laufen, als subjektivistisch abgelehnt zu werden, „eine strikte Unabhängigkeit gegenüber jeder partikulären Sicht vom guten Leben wahren“.3
Trotz dieser grundsätzlichen Divergenz zwischen antiker und neuzeitlicher Philosophie ist das Interesse an der aristotelischen Ethik ungeschmälert und die Nikomachische Ethik zählt zu den Grundtexten des abendländischen Geistes überhaupt.4 Das liegt möglicherweise daran, dass einzelne Kapitel der Nikomachischen Ethik bis heute nichts an Aktualität verloren haben, so zum Beispiel die Bestimmungen über die Gerechtigkeit oder über die Freundschaft.
Vielleicht ist es auch die Hoffnung, das schlechthin Gute doch noch zu finden, vielleicht auch die Ziellosigkeit der neuzeitlichen Philosophie, die uns immer wieder zurückführt zu Aristoteles und seinem Konzept des gelungenen Lebens. Die Schriften von Alasdair MacIntyre5 oder Philippa Foot6, auf die ich am Schluss der Arbeit kurz eingehen werde, lassen jedenfalls vermuten, dass die moderne Philosophie der antiken nicht notwendig überlegen und deshalb vorzuziehen ist.
[...]
1 Höffe (2005b), S.216.
2 Kersting (2005), S.199.
3 Hübenthal (2002), S.90.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 DIE SUCHE NACH DER GLÜCKSELIGKEIT

1.1 Das höchste Gut

1.2 Die Stellung des höchsten Gutes

1.3 Die Natur des Menschen

2 DAS GLÜCKSELIGE LEBEN

2.1 Das kontemplative Leben des Philosophen

2.1.1 Zurück in die Realität

2.2 Die Eudaimonia des Menschen

2.2.1 Die Rolle der Klugheit

2.2.2 Das Staaten bildende Wesen

3 SCHLUSSBEMERKUNGEN

3.1 Von Göttern und Menschen

3.2 Aussicht

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den zentralen aristotelischen Begriff der Eudaimonia („Glückseligkeit“) und analysiert dessen Einbettung in die teleologische Ethik des Philosophen sowie dessen Bedeutung für das menschliche Handeln in einer Gemeinschaft.

  • Die Bestimmung des höchsten Gutes und seine Hierarchie
  • Die Analyse der aristotelischen Konzeption des kontemplativen Lebens
  • Das Verhältnis von ethischen Tugenden und vernunftbasierter Klugheit
  • Die Bedeutung der sozialen Gemeinschaft für die menschliche Eudaimonia
  • Die Relevanz aristotelischer Ethik für zeitgenössische moralphilosophische Debatten

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Zurück in die Realität

Die (menschliche) Natur, so muss Aristoteles zugeben, genügt sich selber zum Denken nicht. Der denkende Mensch bedarf der körperlichen Gesundheit, der Nahrung und vielem mehr, was zur Notdurft des Lebens gehört. Somit bleibt der Mensch, was er ist, nämlich Mensch und muss sich damit zufrieden geben, nur zeitweilig an der göttlichen Eudaimonia teilhaftig zu werden. Es bleibt ihm aber die Genugtuung, von den Göttern in besonderer Weise geliebt zu werden. Realiter kann derjenige, der das Leben der theoretischen Betrachtung vollzieht, auf zwei Weisen sein Leben organisieren. Erstens könnte er zwischen dem Leben in der Öffentlichkeit und dem Leben als Philosoph abwechseln. Zweitens könnte er sich einfach darauf verlassen, dass er über ein Umfeld verfügt, das ihn von der Notdurft befreit, womit er sein Leben tatsächlich betrachtend verbringen kann. In jedem Falle ist das Leben des Philosophen nur bedingt autark. Es muss es ein weiteres Leben geben, das dem menschlichen Teil des Menschen, insofern als der vollkommene Mensch nicht ausschliesslich göttlich ist, ebenfalls ein Leben in Glückseligkeit ermöglicht. Der Philosoph (der Mann des Denkens, wie ihn Aristoteles an dieser Stelle nennt), sofern er Mensch ist (und das ist er), wird sich wünschen, da er mit anderen Menschen zusammenlebt, auch die ethischen Tugenden auszuüben. Wäre dem nicht so, würde Aristoteles in eklatanter Weise dem widersprechen, was er in der „Politik“ über die Natur des Menschen aussagt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 DIE SUCHE NACH DER GLÜCKSELIGKEIT: Dieses Kapitel führt in den aristotelischen Begriff des höchsten Gutes ein und untersucht, wie dieses als „Glückseligkeit“ definiert und in eine Hierarchie der menschlichen Güter eingeordnet wird.

2 DAS GLÜCKSELIGE LEBEN: Hier wird zwischen dem theoretisch-kontemplativen Leben des Philosophen und der in der Gemeinschaft gelebten, tugendhaften Existenz unterschieden, wobei die Klugheit und die soziale Natur des Menschen zentrale Rollen spielen.

3 SCHLUSSBEMERKUNGEN: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Eudaimonia sowohl das Wissensstreben als auch das soziale Handeln umfasst und betont die bleibende Relevanz aristotelischer Ethik für heutige moralische Fragestellungen.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Eudaimonia, Glückseligkeit, Nikomachische Ethik, Tugend, Arete, kontemplatives Leben, Klugheit, Phronesis, Staat, Gerechtigkeit, praktisches Handeln, Teleologie, Ethik, Menschenbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das aristotelische Konzept der Eudaimonia als höchstes Gut und untersucht, wie es sich in verschiedenen Lebensformen verwirklichen lässt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind das höchste Gut, das kontemplative Leben, die Bedeutung ethischer Tugenden und die Rolle des Menschen als staatlich gebundenes Wesen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Begriff der Eudaimonia bei Aristoteles zu erläutern und aufzuzeigen, wie sich dieser in eine Hierarchie von Gütern einordnet und das menschliche Leben definiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine philologisch-philosophische Analyse der Nikomachischen Ethik, Politik und Schriften zur Seele, ergänzt durch moderne Interpretationsansätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird die Eudaimonia als höchste Tätigkeit der Seele analysiert, wobei zwischen der theoretischen Betrachtung und dem praktischen Handeln innerhalb einer staatlichen Gemeinschaft differenziert wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Eudaimonia, Arete (Tugend), Phronesis (Klugheit) und die Unterscheidung zwischen kontemplativer und politischer Lebensform.

Inwiefern ist der Philosoph Aristoteles heute noch relevant?

Die Arbeit argumentiert, dass Aristoteles eine "brillante Fundgrube" für philosophische Argumente bietet, die trotz historischer Distanz helfen, moderne Fragen nach einem geglückten Leben zu reflektieren.

Warum ist das Leben in der Gemeinschaft für Aristoteles so wichtig?

Weil der Mensch von Natur aus ein Staaten bildendes Wesen ist, kann das "vollendete Leben" nur in der staatlichen Gemeinschaft und durch Gerechtigkeit erlangt werden.

Was bedeutet die "Mesoteslehre" im Kontext dieser Arbeit?

Sie beschreibt das Handeln als das Finden der richtigen Mitte zwischen Übermaß und Mangel, gesteuert durch die Vernunft und die Tugend.

Kann auch ein Nicht-Philosoph ein glückseliges Leben führen?

Ja, Aristoteles erkennt an, dass neben der theoretischen Lebensform auch das tugendhafte Leben des Bürgers innerhalb der Gesellschaft zur Eudaimonia führen kann.

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Résumé des informations

Titre
Eudaimonia. Die aristotelische Konzeption des vollkommenen Lebens
Université
University of Zurich  (Philosophische Fakultät)
Cours
Lizenziatsprüfung
Note
6
Auteur
Patrick Weber (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
25
N° de catalogue
V156714
ISBN (ebook)
9783640703579
ISBN (Livre)
9783640703944
Langue
allemand
mots-clé
Eudaimonia Konzeption Lebens
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Patrick Weber (Auteur), 2009, Eudaimonia. Die aristotelische Konzeption des vollkommenen Lebens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156714
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Extrait de  25  pages
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