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Typische Lebenslagen straffällig gewordener Menschen

Lebensbedingungen, Zukunftsprognosen, Hilfesysteme

Titre: Typische Lebenslagen straffällig gewordener Menschen

Travail d'étude , 2010 , 23 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Sarah Berens (Auteur)

Travail Social
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Résumé Extrait Résumé des informations

Studienarbeit an der Fachhochschule Koblenz, Note: 1,0. Acht Angaben im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, abstrakt.
Die vorliegende Ausarbeitung thematisiert die typischen Lebenslagen von straffällig gewordenen Menschen sowie deren Auswirkungen auf das Leben nach dem Vollzug. Analog dazu werden die Leistungen des Hilfesystems sowie die Folgen des
Strafvollzugs beleuchtet.
Im Zuge der Pluralisierung von Lebenswelten und Individualisierung von Lebensentwürfen, gestaltet sich die Lebensbewältigung für das Individuum komplexer als in traditionalen Gesellschaften. Angesichts des Schwindens normierter Biographien sowie des im politischen und öffentlichen Raum beklagten
Werteverlusts, sind die Grenzen zwischen Normalität und Devianz kaum mehr deutlich zu ziehen. Die konsequente Ausrichtung eines Hilfesystems an der individuellen Lebenslage der Klienten ist somit
der Auftrag der Sozialen Arbeit, um Menschen in kritischen Lebenslagen wirksam helfen zu können. In wie weit dies innerhalb des Strafvollzugs und des Systems der Straffälligenhilfe gelingt, soll das Kernthema dieser Ausarbeitung sein. Diesbezüglich stellt sich die Frage: „Dienen die derzeitigen Systeme des Vollzugs und der
Straffälligenhilfe in ausreichendem Maße dazu, die kritischen Lebenslagen straffällig gewordener Menschen zu stabilisieren und somit den Ausgangspunkt eines integrierenden, entstigmatisierenden, gelingenden Lebens herzustellen?“
Die Ausarbeitung gegrenzt sich dabei auf die Situation der Bundesrepublik
Deutschland.
Im Folgenden soll zunächst die Rolle der Sozialen Arbeit generell sowie speziell im Vollzug beleuchtet werden. Anschließend werden das System der Strafvollzugsanstalt, sowie die Lebenslagen und Lebensbedingungen der Straffälligen betrachtet.
Abschließend soll auf die einzelnen Anpassungsschwierigkeiten des Hilfesystems bezüglich der Lebenslagen der Betroffenen eingegangen werden, bevor durch das Fazit ein Resümee gezogen und auf eventuelle Verbesserungsvorschläge eingegangen wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle der Sozialen Arbeit

2.1 Die Soziale Arbeit im Vollzug

3. Der Umgang mit Randgruppen in der Risikogesellschaft

3.1 Randgruppen

3.2 Risikogesellschaft

3.3 Zukunftsprognosen der Stigmatisierung

4. Der Strafvollzug – eine Totale Institution

5. Lebenswelt der Gefangenen – Traditionen und Rituale

5.1 Verständigung und Übermittlung

5.2 Degradierungen durch Institution und Insassen

5.3 Körperkunst

5.4 Frömmigkeit

6. Lebensbedingungen straffällige gewordener Menschen

6.1 Sozialbiographie: Alter, Nationalität, Familienstand

6.2 Kriminelle Karriere: Haftdauer, Delikte, Vorstrafen

6.3 Materielle Situation: Einkommen, Schulden, Bargeld

6.4 Chancen auf dem Arbeitsmarkt

6.5 Situation der Haftentlassung: Wohn- und Arbeitsperspektiven

7. Defizite des Hilfesystems

7.1 Quantitative Anpassungsprobleme des Hilfesystems an den Bedarf

7.2 Qualitative Anpassungsprobleme des Hilfesystems

7.3 Strukturelle Anpassungsprobleme des Hilfesystems

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die bestehenden Systeme des Strafvollzugs und der Straffälligenhilfe in Deutschland dazu in der Lage sind, die prekären Lebenslagen straffällig gewordener Menschen wirksam zu stabilisieren und eine gelingende Reintegration in die Gesellschaft zu fördern.

  • Analyse der Rolle der Sozialen Arbeit im institutionellen Kontext des Strafvollzugs.
  • Untersuchung der Lebensbedingungen und Stigmatisierungsprozesse von Randgruppen.
  • Herausarbeitung der institutionellen Charakteristika des Strafvollzugs als "totale Institution".
  • Empirische Einordnung der Lebensverhältnisse Haftentlassener (Wohnen, Arbeit, Finanzen).
  • Kritische Bewertung der Defizite des gegenwärtigen Hilfesystems hinsichtlich seiner Bedarfsorientierung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Randgruppen

Laut Peters weisen „einschlägigen Lexika und Wörterbücher“ (Peters 1996, S. 26) bezüglich Angehörigen von Randgruppen drei elementare Charakteristika auf. Im Einzelnen sind dies: das Abweichen von zentral normierten Werten und Verhaltensweisen, was hier unter Devianz subsummiert werden kann. Des Weiteren eine verringerte Partizipation an soziokulturellen Angeboten, oder nach Peters, „das Merkmal der sozialen Ausgeschlossenheit“ (Peters 1996, S. 26) sowie drittens, eine tendenziell schlechte materielle Ausstattung, konkret gemeint ist das Armutsmerkmal.

Auf gesellschaftlich produzierte bzw. anerkannte Randgruppen übertragen, lässt sich jedoch erkennen, das jene Definition unzureichend erscheint, da bspw. staatliche Unterstützungsleistungen beziehende Menschen zwar subjektive bzw. relative Armut erfahren, nicht aber gleichzeitig deviantes Verhalten aufweisen – und dennoch als Randgruppe wahrgenommen werden. Armut ist andererseits nicht zwingend ein Merkmal Vorbestrafter, Prostituierter, Homosexueller, substanz- oder verhaltensgebundener Süchtiger oder Migranten, doch auch diese Menschen werden innerhalb unserer Gesellschaft als Randgruppe wahrgenommen. Innerhalb der Definitionen findet sich folglich kein objektives Merkmal, welches die Randständigkeit dieser Menschen einheitlich erklärt. Peters geht daher von der Stigmatisierung, als zentrales Merkmal von Randgruppen aus. Dabei eröffnet sich gegenüber der Ursache eines Stigmas ein weites Spektrum, bspw. unterstellte Untüchtigkeit gegenüber von Armut Betroffener, oder aber die „Versorgungsinstitution Ehe“ (Peters 1996, S. 27) untergrabende unmoralische Tätigkeit von Prostituierten. Erweitert wird die Definition hier jedoch um die Differenzierung nach „Helfenwollen und Bekämpfenwollen“ (Peters 1996, S. 27), welche jedoch individuell verschieden verläuft. Die Definition unterliegt infolgedessen somit einem subjektiven Verständnis.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik ein, ob die Systeme des Strafvollzugs und der Straffälligenhilfe in der Lage sind, kritische Lebenslagen straffällig gewordener Menschen zu stabilisieren.

2. Die Rolle der Sozialen Arbeit: Es wird analysiert, wie sich das Aufgabenspektrum der Sozialen Arbeit gewandelt hat und warum die Arbeit im Vollzug institutionellen Zwängen unterliegt.

2.1 Die Soziale Arbeit im Vollzug: Dieser Abschnitt beleuchtet, dass Sozialarbeit im Gefängnis oft institutionellen, juristischen und ökonomischen Vorgaben untergeordnet wird, was ihre professionelle Ausrichtung erschwert.

3. Der Umgang mit Randgruppen in der Risikogesellschaft: Hier wird der theoretische Rahmen für die Definition von Randgruppen in der modernen Risikogesellschaft nach Ulrich Beck gelegt.

3.1 Randgruppen: Dieses Kapitel arbeitet die drei zentralen Merkmale von Randgruppen nach Peters heraus: Devianz, soziale Exklusion und materielle Benachteiligung.

3.2 Risikogesellschaft: Es werden die Auswirkungen von Modernisierungsprozessen und der Individualisierung auf soziale Strukturen und die Lebenswelt des Einzelnen dargestellt.

3.3 Zukunftsprognosen der Stigmatisierung: Dieser Teil diskutiert, ob Delinquente in Zukunft eher mit mehr oder weniger Stigmatisierung zu rechnen haben.

4. Der Strafvollzug – eine Totale Institution: Der Strafvollzug wird als Institution analysiert, die den Lebensalltag ihrer Insassen total reglementiert und die Resozialisierung oft behindert.

5. Lebenswelt der Gefangenen – Traditionen und Rituale: Es wird beschrieben, wie trotz institutioneller Isolation innerhalb der Gefängnisse eigene kulturelle Traditionen entstehen.

5.1 Verständigung und Übermittlung: Fokus auf den Vollzugsjargon ("Rotwelsch") und die verbotene Kommunikation sowie den Warenfluss innerhalb der Anstalt.

5.2 Degradierungen durch Institution und Insassen: Analyse der Prozesse der sozialen Degradierung, sowohl durch die Anstaltsleitung als auch innerhalb der Insassenhierarchie.

5.3 Körperkunst: Untersuchung der Funktion von Tätowierungen als Ausdrucksmittel und Statussymbol in der Randkultur des Gefängnisses.

5.4 Frömmigkeit: Darstellung der Bedeutung religiöser Praktiken, die oft eher zur Alltagsbewältigung oder Vorteilsbeschaffung als aus tiefer Frömmigkeit dienen.

6. Lebensbedingungen straffällige gewordener Menschen: Analyse der faktischen Lebensverhältnisse der Klientel vor und nach der Haftentlassung.

6.1 Sozialbiographie: Alter, Nationalität, Familienstand: Zusammenfassung empirischer Daten zu den sozio-demographischen Merkmalen Haftentlassener.

6.2 Kriminelle Karriere: Haftdauer, Delikte, Vorstrafen: Einblick in die kriminologischen Hintergründe der Gefangenen, inklusive Haftdauer und Deliktarten.

6.3 Materielle Situation: Einkommen, Schulden, Bargeld: Aufzeigen der prekären wirtschaftlichen Lage, insbesondere der Verschuldung und fehlender finanzieller Rücklagen.

6.4 Chancen auf dem Arbeitsmarkt: Diskussion der schlechten Bildungsvoraussetzungen und der großen Hürden beim beruflichen Wiedereinstieg.

6.5 Situation der Haftentlassung: Wohn- und Arbeitsperspektiven: Dokumentation der Schwierigkeiten beim Finden von Wohnraum und einer gesicherten Erwerbsquelle nach der Haft.

7. Defizite des Hilfesystems: Kritik an den mangelnden Anpassungsmöglichkeiten des gegenwärtigen Hilfesystems an die komplexen Bedürfnisse der Betroffenen.

7.1 Quantitative Anpassungsprobleme des Hilfesystems an den Bedarf: Untersuchung der Unterfinanzierung und der unzureichenden flächendeckenden Versorgung mit Hilfsangeboten.

7.2 Qualitative Anpassungsprobleme des Hilfesystems: Analyse, warum klassische pädagogische Ansätze oft an der Realität der betroffenen Klienten vorbeigehen.

7.3 Strukturelle Anpassungsprobleme des Hilfesystems: Erörterung der Schwierigkeiten bei der Vernetzung sozialer Dienste und den Druckfaktoren durch Politik und Öffentlichkeit.

8. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage mit Ausblick auf notwendige Verbesserungen in der Straffälligenhilfe.

Schlüsselwörter

Strafvollzug, Soziale Arbeit, Randgruppen, Stigmatisierung, Lebenslagen, Resozialisierung, Risikogesellschaft, Haftentlassung, Straffälligenhilfe, totale Institution, Delinquenz, Wohnungsnot, soziale Exklusion, Hilfeplanung, Wiedereingliederung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Lebenssituationen von straffällig gewordenen Menschen und bewertet kritisch, ob die gegenwärtigen Systeme des Strafvollzugs und der Straffälligenhilfe in der Bundesrepublik Deutschland effektiv dazu beitragen, die Betroffenen erfolgreich in ein delinquenzfreies Leben zu reintegrieren.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Rolle der Sozialen Arbeit im institutionellen Rahmen des Vollzugs, die theoretische Einordnung von Randgruppen in der Risikogesellschaft, die Lebensbedingungen von Inhaftierten sowie die quantitativen, qualitativen und strukturellen Defizite des bestehenden Hilfesystems.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die aktuellen Systeme des Vollzugs und der Straffälligenhilfe ausreichen, um die kritischen Lebenslagen straffälliger Menschen zu stabilisieren und einen Ausgangspunkt für ein integrierendes und entstigmatisierendes Leben zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung und literaturbasierte Analyse (u.a. unter Rückgriff auf empirische Studien wie das "Berliner Forschungsprojekt zur sozialen Situation Haftentlassener"), um die Strukturen des Vollzugs und die Lebensbedingungen der Klienten kritisch zu reflektieren.

Was genau wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Soziale Arbeit und der Strafvollzug theoretisch verortet, gefolgt von einer detaillierten Analyse der "totale Institution" Gefängnis, der Kulturen und Rituale der Insassen, der empirischen Daten zu Lebensbedingungen (Sozialbiographie, Finanzen, Arbeitsmarkt) sowie der Schwachstellen des Hilfesystems.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt am besten?

Wichtige Schlüsselwörter sind Strafvollzug, Lebenslagen, Stigmatisierung, Resozialisierung, Straffälligenhilfe, soziale Exklusion und totale Institution.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Sozialen Arbeit innerhalb des Strafvollzugs?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Soziale Arbeit im Vollzug häufig durch institutionelle, juristische und fiskalische Vorgaben in ihrer Wirksamkeit eingeschränkt wird und oftmals zu fachfremden Aufgaben instrumentalisiert wird, was ihre resozialisierende Wirkung minimiert.

Welchen Einfluss hat die "Risikogesellschaft" nach Ansicht der Autorin auf die Stigmatisierung?

Die Arbeit argumentiert unter Rückgriff auf Helge Peters, dass sich die Stigmatisierung in der Risikogesellschaft differenziert: Während sie für bestimmte Randgruppen abnimmt, nimmt sie für andere, insbesondere Gewaltstraftäter, zu, was die gesellschaftliche Exklusion weiter verschärft.

Welche Rolle spielen Tätowierungen in der beschriebenen "Randkultur" des Gefängnisses?

Tätowierungen dienen in der Haft als Mittel zur Identitätsstiftung, als Statement innerhalb der Insassenhierarchie, als Symbol für erlittene Schmerzen oder als Glücksbringer und sind ein zentrales Element der informellen Randkultur hinter Gittern.

Welche Verbesserungsvorschläge für das Hilfesystem werden im Fazit genannt?

Das Fazit plädiert für eine stärkere Bedarfsorientierung, eine verbesserte Vernetzung ambulanter Dienste, den Grundsatz "Regionalisierung vor Zentralisierung" sowie präventive Ansätze, um eine weitere Stigmatisierung und ein Abgleiten in die Delinquenz zu vermeiden.

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Résumé des informations

Titre
Typische Lebenslagen straffällig gewordener Menschen
Sous-titre
Lebensbedingungen, Zukunftsprognosen, Hilfesysteme
Université
University of Applied Sciences Koblenz
Note
1,0
Auteur
Sarah Berens (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
23
N° de catalogue
V156720
ISBN (ebook)
9783640719457
ISBN (Livre)
9783640719853
Langue
allemand
mots-clé
Straffällige Knast Gefängnis Totale Institution Lebenslagen Soziale Arbeit im Vollzug Randgruppen Stigmatisierung Lebenswelt Kriminalität Chancen Haftentlassung Anpassungsprobleme Hilfesystem
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sarah Berens (Auteur), 2010, Typische Lebenslagen straffällig gewordener Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156720
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Extrait de  23  pages
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