Nach Erfahrung der Creditreform wird im Mittelstand immer noch zu wenig aktives Controlling betrieben. Kleineren Unternehmen fehlen die entsprechend ausgebildeten Mitarbeiter und selbst in größeren Mittelstandsbetrieben ist der Bereich Controlling schlecht entwickelt. Der Mittelstand übersieht hierbei, dass der Einsatz eines Controlling-Systems zur Existenzsicherung beiträgt.
Insbesondere das strategische Controlling findet nicht genügend Beachtung. Vor allen in guten Zeiten wird im Mittelstand keine Notwendigkeit gesehen strategische Planungen durchzuführen. Dies ist aber der falsche Ansatz, denn nur wenn ein Unternehmen sich strategisch richtig positioniert, wird gewährleistet, dass das Unternehmen auch zukünftig erfolgreich bleibt. Vor dem Hintergrund fortschreitender Globalisierung „nehmen nicht nur die möglichen Handlungsalternativen massiv zu, sondern auch deren Konsequenzen“. Mit einem Controlling-System, das sich an der Unternehmensgröße, der Struktur bzw. der Organisation des Unternehmens ausrichtet, kann das Unternehmen die Herausforderungen der Globalisierung besser bewältigen. Die Geschäftsleitung sollte die Daten monatlich analysieren und auswerten um evtl. entsprechende Maßnahmen rechtzeitig veranlassen zu können. Das Controlling hinsichtlich des Kapitalbedarfs, des Risikomanagements und die grundsätzliche Ausrichtung des Unternehmensziels bedarf im Rahmen der Globalisierung einer besonderen Beachtung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Definition Mittelstand
1.2 Problemstellung
1.3 Zielsetzung
2. Herausforderungen des Mittelstandes im Rahmen der Globalisierung
2.1 Chancen für den Mittelstand im Rahmen der Globalisierung
2.2 Risiken für den Mittelstand im Rahmen der Globalisierung
3. Anforderungen an das strategische Controlling
3.1 Aufgaben des strategischen Controllings im Mittelstand
3.2 Instrumente des strategischen Controllings
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Rolle des strategischen Controllings in mittelständischen Unternehmen angesichts der Herausforderungen durch die fortschreitende Globalisierung. Das primäre Ziel ist es, Chancen und Risiken für den Mittelstand aufzuzeigen und die wichtigsten Controlling-Instrumente zu identifizieren, die für eine erfolgreiche strategische Ausrichtung und Existenzsicherung unerlässlich sind.
- Definition und Besonderheiten des deutschen Mittelstands
- Chancen und Risiken der Globalisierung für mittelständische Betriebe
- Die Notwendigkeit eines strategischen Controllings zur Existenzsicherung
- Auswahl und Anwendung relevanter strategischer Controlling-Instrumente
- Anpassung von Management-Systemen an die Anforderungen des Mittelstands
Auszug aus dem Buch
2.2 Risiken für den Mittelstand im Rahmen der Globalisierung
Eröffnet die Globalisierung dem Mittelstand auch Chancen so entstehen aber auch beachtenswerte Risiken. Gerade für kleine Unternehmen sind die Gefahren größer als für ressourcenstarke Großunternehmen. Wird eine Verlagerung nur auf Grund von einem Vergleich der Lohnkosten und Besteuerung entschieden, können auf das Unternehmen leicht Schwierigkeiten zukommen die bis zur Insolvenz führen. Der Heimatstandort wird oft verkleinert oder geschwächt, ohne vorher eine ganzheitliche Standortentscheidung unter Berücksichtigung von den relevanten Standortfaktoren zu treffen. Eine Minderung des Geschäftserfolgs und eine evtl. Rückverlagerung der Produktion sind Konsequenzen einer nicht durchdachten Auslandsverlagerung. Solche Rückverlagerungsgründe können, lt. Aussage von 10 Rückverlagerern, sein:
1) Intransparente Kostenentwicklung der Auslandproduktion
Direkte Kosten wie Folgeinvestitionen, Reisekosten oder Aufwendungen für Dolmetscher und Übersetzungen wurden von der mittelständischen Führung nicht beachtet.
2) Organisatorische Komplexität und hoher Managementaufwand
Mittelständische Unternehmen unterschätzen häufig den Betreuungsaufwand des Auslandsgeschäfts. Viele Planungen, wie Produktion, Fertigungsabstimmung und Weiterbildung, muss zumeist von Deutschland aus organisiert werden.
3) Unterschätzte Konsequenzen räumlicher Entfernung
Die Kontrolle und Abstimmung mit dem Auslandsstandort, erwies sich für die Unternehmen als schwer zu realisieren, da sich diese der direkten Beobachtung auf Grund der räumlichen Distanz entziehen.
4) Fehlende Kompetenz und Personalprobleme im Ausland
Mittelständische Unternehmen die für ihren Auslandsstandort Mitarbeiter vor Ort rekrutierten, beklagten fehlende Initiative, Problemlösungsfähigkeit der Mitarbeiter, sowie Fehlzeiten und hohe Fluktuation.
5) Wenig Verständnis für fremde Kultur und Politik
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel liefert eine quantitative und qualitative Definition des Begriffs Mittelstand und beschreibt die Problemstellung eines oft unterentwickelten Controllings in kleineren Unternehmen.
2. Herausforderungen des Mittelstandes im Rahmen der Globalisierung: Es werden die vielfältigen Chancen, wie Markterschließung und Kostenreduktion, sowie die erheblichen Risiken und organisatorischen Komplexitäten einer internationalen Ausrichtung analysiert.
3. Anforderungen an das strategische Controlling: Dieses Kapitel erläutert die Aufgaben eines strategischen Controllings, insbesondere die Strategiefindung und -kontrolle, und stellt gängige Instrumente wie die Balanced Scorecard vor.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Controlling eine zentrale Funktion zur Existenzsicherung im Mittelstand einnimmt und eine langfristige Strategieentwicklung unerlässlich ist.
Schlüsselwörter
Mittelstand, Controlling, Globalisierung, Strategische Planung, Risikomanagement, Balanced Scorecard, Internationalisierung, Shareholder Value, Unternehmensführung, Existenzsicherung, Markterschließung, Wettbewerbsvorteile, KMU, Strategieentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung eines strategischen Controllings in mittelständischen Unternehmen vor dem Hintergrund der globalen Märkte.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die zentralen Themen sind die Internationalisierung, die Risiken der Standortverlagerung sowie der Einsatz strategischer Führungsinstrumente.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über Chancen und Risiken durch die Globalisierung zu geben und aufzuzeigen, wie Controlling-Instrumente zur strategischen Unternehmenssicherung beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung aktueller Studien, wie z.B. der Studie "Controlling im Mittelstand 2007".
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Herausforderungen der Globalisierung sowie eine detaillierte Vorstellung von Controlling-Instrumenten wie der strategischen Planung, Visionsfindung, BSC und Shareholder Value.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Mittelstand, Strategisches Controlling, Globalisierung, Risikomanagement und Wettbewerbsfähigkeit.
Warum scheitern viele Auslandsprojekte laut der Autorin?
Häufige Gründe sind eine unterschätzte organisatorische Komplexität, zu kurze Planungshorizonte und eine mangelnde Abstimmung zwischen den Standorten.
Welche Rolle spielt Basel II für das Controlling im Mittelstand?
Basel II erhöht den Druck auf eine professionelle Finanzplanung und den Aufbau eines Risikomanagements, um die Bonität und damit die Finanzierungsmöglichkeiten des Unternehmens zu sichern.
- Citation du texte
- Christiane Möller (Auteur), 2007, Herausforderungen an das strategische Controlling im Mittelstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156721