In diesem Überblick stellt der Autor eine Reihe von Entspannungsverfahren im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit bei Patienten mit M.Parkinson dar. Nicht jedes Verfahren ist für jeden Patienten geeignet. Die Besonderheiten der einzelnen Verfahren wie Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, achtsamkeitsbasierte Verfahren, Tiefenentspannung, Yoga, Lach-Yoga, Reiki, Shiatsu und meditative Verfahren werden in Bezug zu den Krankheitssymptomen gesetzt. Hier profitiert der Autor von seiner mehrjährigen Tätigkeit als Leiter des Bereichs für Psychotherapie und Psychoedukation in einer Parkinson-Fachklinik. Dies Buch ist einerseits als schneller Überblick für Patienten, Angehörige und Medizinpersonal gedacht, bietet aber für einige Verfahren schon Anwendungsanleitungen, so dass die sofortige Erprobung möglich ist.
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
Über die Erkrankung
Warum kann Entspannung hilfreich sein für Patienten, die an der Parkinsonschen Erkrankung leiden?
Das Ziel ist ein besseres Leben mit der Parkinson-Erkrankung
Ein Wort an die Angehörigen…
Welches Verfahren ist das richtige?
Wie finde ich einen Experten oder einen Lehrer?
Entspannungstraining nach Jacobson
Instant-PM
Das Autogene Training
Verfahren, für die Sie einen kundigen Partner brauchen
Shiatsu - die japanische Fingerdrucktherapie
Yoga
Entspannung durch „Fingeryoga“ (Mudras)
Lachyoga
Tiefenentspannung durch Fantasiereisen
Achtsamkeitsbasierte Methoden
Körperorientierte Meditation (Body Scan)
Atembasierte Meditation
Buddhistische Meditation
Sitzmeditation
Gehmeditation
Christliche Meditation
Tai Chi
Reiki
Feldenkrais
Schlussbetrachtung
Über den Autor
Zielsetzung & Themen
Dieses Handbuch zielt darauf ab, Parkinson-Patienten, ihren Angehörigen sowie Fachkräften einen praxisnahen Überblick über Entspannungsverfahren zu geben, die den Umgang mit motorischen und nicht-motorischen Krankheitssymptomen im Alltag erleichtern können. Es soll Wege zur Stressbewältigung aufzeigen, um ein höheres Maß an Wohlbefinden und Lebensqualität trotz der Diagnose zu erreichen.
- Grundlagen der Parkinson-Erkrankung und ihrer Symptomvielfalt
- Bedeutung von Stress und Entspannung im Kontext der Parkinson-Erkrankung
- Vorstellung verschiedener Entspannungs- und Meditationsmethoden (z.B. Jacobson, Autogenes Training, Yoga, Achtsamkeit)
- Praktische Anleitungen zur Umsetzung für Patienten und Angehörige
- Hilfestellung bei der Auswahl geeigneter Methoden und Experten
Auszug aus dem Buch
Entspannungstraining nach Jacobson
Der Begründer der Progressiven Muskelentspannung, Edmund Jacobson (1885-1976) beobachtete Anfang des letzten Jahrhunderts, dass Muskelanspannung mit Unruhe, Angst und psychischer Spannung verknüpft ist. Diese Wechselwirkung machte er zur Grundlage seines Entspannungstrainings, wobei es ihm besonders auf die Wahrnehmung des Kontrastes zwischen Muskelanspannung und Muskelentspannung ankam.
Therapieziel soll die frühzeitige Wahrnehmung von muskulären Anspannungszuständen sein. Durch das Training soll es zu Veränderungen auf drei Ebenen kommen, auf der körperlichen Ebene soll die Aktivität des sympathischen Nervensystem gebremst werden und es zu einer Steigerung des parasympathischen kommen, so dass sich Muskeltonus, Herzfrequenz, Atemfrequenz, Blutdruck und Hautleitfähigkeit senken und die Durchblutung in den Hautgefäßen der Extremitäten gesteigert wird. Auf der emotionalen Ebene soll es zu angenehm erlebten Zuständen von Ausgeglichenheit und Ruhe kommen, auf der kognitiven Ebene gibt es subjektive Erlebnisberichte von Harmonie, Konzentration, Erholung.
Die Progressive Muskelrelaxation gehört genau wie Hypnose, Autogenes Training und Biofeedback zu den gut untersuchten Entspannungsverfahren und ist in einem breiten Spektrum wirksam insbesondere bei Erkrankungen, die mit Angst und Anspannung sowie Schlafstörungen einhergehen, aber auch z.B. bei Bluthochdruck und Schmerzzuständen.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorbemerkung: Hinweise für die sichere und sinnvolle Anwendung der Entspannungsübungen.
Über die Erkrankung: Erläuterung der neurologischen Grundlagen des M. Parkinson und der Vielfalt motorischer sowie nicht-motorischer Symptome.
Warum kann Entspannung hilfreich sein für Patienten, die an der Parkinsonschen Erkrankung leiden?: Analyse der stressbedingten Verschlimmerung von Parkinsonsymptomen und des positiven Nutzens von gezielter Entspannung.
Das Ziel ist ein besseres Leben mit der Parkinson-Erkrankung: Strategien zur Verbesserung der Stressbewältigung durch Entspannung, gedankliche Veränderung und Aktivitätsplanung.
Ein Wort an die Angehörigen…: Möglichkeiten der Integration von Entspannungsübungen für Angehörige und zur gemeinsamen Stressbewältigung.
Welches Verfahren ist das richtige?: Orientierungshilfe zur Auswahl individueller Entspannungstechniken.
Wie finde ich einen Experten oder einen Lehrer?: Kriterien für die Auswahl qualifizierter Anbieter von Entspannungskursen.
Entspannungstraining nach Jacobson: Einführung in die Progressive Muskelrelaxation, ihre Wirkungsweise und konkrete Übungsanleitungen.
Instant-PM: Kurzanleitung für die Anwendung der Progressiven Muskelentspannung im Alltag.
Das Autogene Training: Grundlagen und Ablauf der Grundstufe des Autogenen Trainings.
Verfahren, für die Sie einen kundigen Partner brauchen: Übersicht zu Methoden, die fachkundige Anleitung erfordern.
Shiatsu - die japanische Fingerdrucktherapie: Grundlagen der japanischen Fingerdrucktherapie und deren Anwendung bei Parkinson-Patienten.
Yoga: Überblick über Yoga als ganzheitliche Übungsform und deren Anpassung an körperliche Einschränkungen.
Entspannung durch „Fingeryoga“ (Mudras): Beschreibung spezieller Hand- und Fingerstellungen zur Beeinflussung des körperlichen Wohlbefindens.
Lachyoga: Vorstellung des Lachyoga-Konzepts als gesundheitsfördernde und leicht anwendbare Methode.
Tiefenentspannung durch Fantasiereisen: Einsatz von Hypnose-basierten Verfahren zur Entspannung und Stressreduktion.
Achtsamkeitsbasierte Methoden: Definition und Zusammenfassung verschiedener achtsamkeitszentrierter Verfahren.
Körperorientierte Meditation (Body Scan): Anleitung für die achtsamkeitsbasierte Körperwahrnehmung.
Atembasierte Meditation: Darstellung einer leicht erlernbaren Meditationsform im Sitzen.
Buddhistische Meditation: Einordnung buddhistischer Meditationsstile in den Kontext des Alltags.
Sitzmeditation: Praktische Hinweise zur Durchführung von Meditation im Sitzen.
Gehmeditation: Anwendung von Gehmeditation zur Entspannung im Alltag.
Christliche Meditation: Betrachtung des Gebets als Form der Stressbewältigung.
Tai Chi: Vorstellung von Tai Chi als bewegtes Meditationsverfahren.
Reiki: Einordnung von Reiki als passives Entspannungsverfahren.
Feldenkrais: Beschreibung der Feldenkrais-Methode zur Verbesserung der Körperbewusstheit.
Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Gedanken zum Umgang mit der Erkrankung und zur Akzeptanz individueller Möglichkeiten.
Über den Autor: Kurzbiografie des Autors und sein fachlicher Hintergrund.
Schlüsselwörter
Parkinson, Entspannungsverfahren, Stressbewältigung, Lebensqualität, Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Achtsamkeit, Meditation, Yoga, Lachyoga, Shiatsu, Tiefenentspannung, Körperwahrnehmung, Symptombewältigung, Angehörige
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Handbuch grundsätzlich?
Es handelt sich um einen praxisorientierten Leitfaden, der Parkinson-Patienten und deren Umfeld verschiedene Entspannungs- und Meditationsmethoden näherbringt, um den Alltag besser zu bewältigen.
Was sind die zentralen Themenfelder des Buches?
Neben medizinischen Grundlagen der Parkinson-Erkrankung stehen Methoden zur Stressreduktion, körperorientierte Verfahren, Achtsamkeitstraining und Tipps zur Integration dieser Übungen in den Alltag im Fokus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, Betroffenen Werkzeuge an die Hand zu geben, um Symptome besser zu handhaben, Stress zu mindern und ein zufriedeneres Leben mit der Diagnose Parkinson zu führen.
Welche wissenschaftliche Methode wird hier primär verwendet?
Der Autor stützt sich auf seine langjährige fachliche Erfahrung in Psychiatrie, Psychotherapie und Verhaltenstherapie, um evidenzbasierte und traditionelle Entspannungsverfahren für Parkinson-Patienten aufzubereiten.
Was wird im Hauptteil des Buches behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung zahlreicher Verfahren wie Jacobson-Training, Autogenes Training, Yoga, Lachyoga, verschiedene Meditationsformen und Körpertherapien, inklusive konkreter Anleitungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die zentralen Schlagworte sind Parkinson, Entspannung, Stressbewältigung, Achtsamkeit und Lebensqualität.
Eignet sich die Progressive Muskelentspannung für jeden Parkinson-Patienten?
Der Autor weist darauf hin, dass es unterschiedliche Meinungen gibt und bei sehr starkem Rigor Vorsicht geboten sein kann, wobei der überwiegende Teil der Patienten, die regelmäßig üben, von der Methode profitiert.
Welche Rolle spielt die Familie beim Entspannungstraining?
Angehörige können die Übungen ebenfalls zur Vorbeugung und Stressbewältigung nutzen, und gemeinsame Aktivitäten helfen dabei, die Krankheit für Momente in den Hintergrund treten zu lassen.
Wie wichtig ist der „Gruppeneffekt“ beim Üben?
Das Üben in der Gruppe wird als besonders anregend und freudvoll hervorgehoben, da es soziale Kontakte fördert und den festen Bestandteil eines Gruppenablaufs bilden kann.
Ist Lachyoga auch für Patienten geeignet, die körperlich stark eingeschränkt sind?
Ja, Lachyoga ist laut Autor sehr vielseitig und kann bei Bedarf auch vollständig im Sitzen durchgeführt werden, was es für ein breites Spektrum an Patienten zugänglich macht.
- Arbeit zitieren
- Günter Stiewe (Autor:in), 2010, Entspannung bei M. Parkinson, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156772