In der Unternehmensfinanzierung durch Eigenkapital besteht für viele Unternehmen eine zentrale Herausforderung. Mit der Emission von Eigenkapitalanteilen über einen Börsenplatz wird die Zuführung von Eigenkapital in ein Unternehmen ermöglicht. Be-sonders für international ausgerichtete Großunternehmen ist der Gang an die Börse zur Finanzierung von umfangreichen Investitionen zum Teil unabdingbar. Die Anzahl der IPO's ist in den vergangenen Jahren erheblich angestiegen.1 Der Fokus dieser Seminar-arbeit wird auf die Unternehmensbewertung beim IPO gerichtet. Die Beurteilung eines Unternehmenswertes beinhaltet stets subjektive Bestandteile, welche durch die Anwen-dung unterschiedlicher Bewertungsverfahren minimiert werden sollen. Zentrale Frages-tellungen liegen darin, wie der Bewertungsprozess für ein Unternehmen im Rahmen eines Börsenganges vollzogen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
2 Rahmenbedingungen
2.1 Unternehmensbewertung
2.2 Going Public
3 Unternehmensbewertung beim IPO
3.1 Einführung
3.2 Bewertungsverfahren
3.2.1 Discounted Cash Flow - Verfahren
3.2.2 Vergleichsverfahren
3.3 Preisfestsetzungsverfahren
4 Abschlussbetrachtung Bewertungsverfahren
4.1 Kritische Würdigung
4.2 Praktische Anwendung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den komplexen Prozess der Unternehmensbewertung im Kontext eines Börsengangs (IPO). Ziel ist es, die notwendigen Rahmenbedingungen zu erläutern, die gängigen Bewertungsmethoden kritisch zu analysieren und deren praktische Relevanz bei der Bestimmung eines marktgerechten Emissionspreises aufzuzeigen.
- Grundlagen der Unternehmensbewertung und des Going Public
- Anwendung von Discounted Cash Flow (DCF)-Verfahren
- Einsatz von Vergleichs- und Multiplikatormethoden
- Prozesse der Preisfestsetzung (u.a. Bookbuilding)
- Kritische Würdigung und Leistungsfähigkeit der Bewertungsverfahren
Auszug aus dem Buch
3.3 Preisfestsetzungsverfahren
Bei den Preisfestsetzungsverfahren wird auf der Basis des aus der Unternehmensbewertung quantifizierten Unternehmenswertes ein Preis festgelegt, zu dem die Eigenkapitalanteile an der Börse angeboten werden sollen. In diesem Zusammenhang wird das zwischen Emittent und Investor existierende Spannungsfeld von divergierenden Interessen zusammengeführt. Der Emittent möchte den Emissionserlös maximieren, der Investor den Kaufpreis der Unternehmensanteile minimieren. Bei der endgültigen Bildung des Emissionspreises wird das Festpreis-, Auktions- und Bookbuildingverfahren unterschieden. Dabei soll jedoch ausdrücklich hervorgehoben werden, dass der Ausgangspunkt für den Preisbildungsprozess bei allen Platzierungsverfahren in der vorangehenden Unternehmensbewertung liegt.
Beim Festpreisverfahren handelt es sich um ein traditionelles Platzierungsverfahren, bei welchem das Emissionskonsortium dem Emittenten einen Kaufpreis für alle zur Zeichnung freigegebenen Aktien garantiert. Faktisch übernimmt das Bankenkonsortium bei diesem Verfahren das Platzierungsrisiko. Der Emissionspreis wird mehrere Tage vor der Börsennotierung fixiert und kann sich nicht mehr an veränderte Marktbedingungen anpassen. Insbesondere bei einem volatilen Marktumfeld ist der kalkulierbare Emissionserlös für den Emittenten vorteilhaft.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert die Herausforderung der Unternehmensfinanzierung durch Eigenkapital und legt den Fokus auf den Bewertungsprozess beim Börsengang.
2 Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Unternehmensbewertung und definiert die wesentlichen Charakteristika eines Going Public.
3 Unternehmensbewertung beim IPO: Der Hauptteil analysiert spezifische Bewertungs- und Preisfestsetzungsverfahren, wie DCF-Ansätze und Multiplikatormethoden, im Kontext des Börsengangs.
4 Abschlussbetrachtung Bewertungsverfahren: Das Kapitel bietet eine kritische Würdigung der Leistungsfähigkeit der Methoden und erörtert deren praktische Anwendung in der Realität.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und betont die Notwendigkeit einer transparenten und objektiv belegbaren Bewertungsgrundlage.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, IPO, Going Public, Discounted Cash Flow, DCF, Multiplikatorverfahren, Preisfestsetzungsverfahren, Bookbuilding, Börsengang, Eigenkapital, Unternehmenswert, Finanzierung, Kapitalkosten, WACC, Emissionspreis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Prozess der Unternehmensbewertung speziell im Hinblick auf einen Börsengang (IPO) und analysiert, wie Unternehmen den passenden Emissionspreis bestimmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Bewertung, die methodische Herleitung des Unternehmenswertes sowie die verschiedenen Platzierungsverfahren für Aktien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen ganzheitlichen Überblick zu verschaffen, der von den methodischen Grundlagen der Unternehmensbewertung bis hin zur konkreten Preisfindung am Kapitalmarkt führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren stützen sich auf eine fundierte Literaturanalyse und vergleichen verschiedene Bewertungsansätze (DCF, Multiplikatoren) auf ihre Eignung und Schwachstellen hin.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Darstellung von DCF-Verfahren, Vergleichsverfahren sowie der Preisfestsetzung mittels Festpreis-, Auktions- und Bookbuildingverfahren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Unternehmensbewertung, IPO, DCF-Verfahren, Multiplikatoren und Emissionspreisfindung beschreiben.
Warum sind Liquidationswertverfahren für einen Börsengang ungeeignet?
Da Liquidationswertverfahren auf vergangenheitsorientierten Daten basieren und von einer Unternehmensauflösung ausgehen, stehen sie nicht im Einklang mit der zukunftsorientierten Bewertung, die an Kapitalmärkten erforderlich ist.
Welche Rolle spielt der Terminal Value in der DCF-Bewertung?
Der Terminal Value repräsentiert den Wert der ewigen Rente für die Zeit nach der detaillierten Planungsphase und macht in der Praxis einen erheblichen Anteil des gesamten Unternehmenswertes aus.
- Citar trabajo
- Marc Weber (Autor), Christina Louven (Autor), 2010, Unternehmensbewertung beim IPO, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156910