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Einfluss der Beziehung zu Olga Waissnix auf Leben und Werk Arthur Schnitzlers

Title: Einfluss der Beziehung zu Olga Waissnix auf Leben und Werk Arthur Schnitzlers

Intermediate Diploma Thesis , 2000 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christina Wolf (Author)

Theater Studies, Dance
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Summary Excerpt Details

Der Mensch und der Dichter Arthur Schnitzler...
Zwei fast eigenständige Persönlichkeiten, die sich manchmal im Weg standen, wenn es
um seine dichterischen Aktivitäten ging, die aber auch nicht ohne einander denkbar
wären, da der Dichter seine Anregungen und seine Figuren nur aus der erlebten Realität
des Menschen Schnitzler gewinnen konnte. Bis heute prägen die Erfahrungen des
Menschen Arthur Schnitzler seine Werke und machen sie so zu einem
unverwechselbaren persönlichen Zeugnis eines Lebens im Wien der Jahrhundertwende.
Dass die zwei Hälften Arthur Schnitzlers, der Mensch und der Dichter, sich nicht aus den
Augen verloren haben, dass nicht die ernüchternde Lebensperspektive ein
durchschnittlicher Arzt zu werden die künstlerische Entwicklung hemmte, dafür zeichnete
sich eine Frau verantwortlich:
Olga Waissnix traf Arthur Schnitzler zu einer Zeit, in der der junge Mann hin- und
hergerissen war zwischen seinen, oft noch dilettantischen, künstlerischen Versuchen und
der vom Vater bestimmten Laufbahn als Arzt. Sie spürte sein Talent, die Dinge zu sagen,
die unter der Oberfläche verborgen waren:
„Hervorragende Geister müssen ringen, damit die Dutzendmenschen, die sie zuerst
anfeindeten, es dann recht bequem haben. Sie gehören zu den Kämpfern des 20.
Jahrhunderts [...]!“3
In ihrer gemeinsamen Liebe und besonders in ihrem späteren Briefwechsel ermutigte
und bestärkte sie ihn, seinen künstlerischen Neigungen zu folgen. In einer Zeit, in der der
spätere Erfolg des Dichters noch nicht abzusehen war, hielt sie zu ihm und gab so
vielleicht seinem Leben die entscheidende Richtung, ein großer Dichter zu werden.
Olga selbst war ein solcher Erfolg nicht vergönnt. Als Opfer der herrschenden Moral,
verweigerte sie Schnitzler eine „richtige“ Beziehung und zog sich in ihre träume einer
idealisierten Liebe zurück. Am Ende ihres Lebens musste sie erkennen, dass sie nicht
nur ihre große Liebe Schnitzler verloren, sondern auch sich selbst bis zur Selbstaufgabe
preisgegeben hatte.
Diese Arbeit versucht, die Beziehung der beiden von ihrem Treffen in Meran bis zu
Olgas Tod darzustellen und die Auswirkungen dieser „metaphysischen“ Freundschaft auf
Leben und Werk des Dichters anhand schriftlicher Zeugnisse der beiden
nachzuzeichnen. Da ein Verständnis ohne die Beschreibung der Gesellschaft im
ausgehenden 19. Jahrhundert nicht möglich wäre, soll dies nun zu Anfang geschehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zwei Menschen im Wien des „fin de siècle“

2.1. „Ich fühl`es schon, die Wissenschaft wird mir nie das werden, was mir die Kunst schon jetzt ist.“

2.2. Die Biographie einer gescheiterten Liebe: Olga Waissnix

3. Die Meraner Tage: „Das Abenteuer seines Lebens“

4. Funktion und Bedeutung der Beziehung zu Olga Waissnix

4.1. ... auf persönlicher Ebene des Menschen Arthur Schnitzlers

4.2. ...auf das künstlerische Werk des Dichters

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den prägenden Einfluss der Liebesbeziehung zwischen Arthur Schnitzler und Olga Waissnix auf das Leben und die literarische Entwicklung des Dichters. Ausgehend von ihrer ersten Begegnung in Meran bis hin zu Olgas Tod analysiert die Autorin, wie diese „metaphysische“ Freundschaft den jungen Schnitzler in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche stützte, seine Identitätsfindung beeinflusste und in verarbeiteter Form Eingang in sein Werk fand.

  • Historische Einordnung des Wiener „fin de siècle“ und dessen Auswirkungen auf das Individuum.
  • Die persönliche Entwicklung Arthur Schnitzlers zwischen medizinischer Laufbahn und künstlerischem Selbstverständnis.
  • Die Biografie und die psychologische Situation der Olga Waissnix im patriarchalen Gesellschaftssystem des 19. Jahrhunderts.
  • Die Funktion der Brieffreundschaft als literarische Stilübung und emotionale Stütze.
  • Spuren der Beziehung zu Olga Waissnix in Schnitzlers literarischen Frauenfiguren.

Auszug aus dem Buch

Die Meraner Tage: „Das Abenteuer seines Lebens“

Nachdem Arthur Schnitzler am zweiten Tag seiner Meran-Reise den Tiroler Hof bezogen hat, trifft er abends an der table d‘hôte unter anderen Gästen auf die junge Frau Olga Waissnix, die sich in Meran einem Kuraufenthalt unterzieht. Olgas Krankheit, eine Lungentuberkulose, begleitet die Beziehung der beiden von Anfang an und ist auch eines der Hauptthemen des Briefwechsels zwischen den beiden. Die junge Frau, deren Leben nur spärliches Glück erfahren wird, muss sich ihr kurzes Leben lang kasteien.

Die Begegnung in Meran ist ein zufälliges Wiedersehen, denn Arthur und Olga waren sich schon im vergangene Jahr in Reichenau begendet, allerdings war Schnitzler damals mit einer „koketten Witwe“ beschäftigt und nahm die schöne Wirtin des Thalhofes nur beiläufig wahr. Trotzdem scheint er sich im Geiste damals schon mit Olga beschäftigt zu haben, konstatiert er doch in seiner Autobiographie, dass er es in Reichenau wohl nicht geschafft hatte, ihr leidlich sympathisch zu sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Lebenswelt Schnitzlers ein und definiert das Forschungsziel, die Auswirkungen der Beziehung zu Olga Waissnix auf Leben und Werk zu beleuchten.

2. Zwei Menschen im Wien des „fin de siècle“: Dieses Kapitel skizziert die politisch-gesellschaftliche Atmosphäre des ausgehenden 19. Jahrhunderts und den daraus resultierenden Werteverfall, der die Generation Schnitzlers prägte.

2.1. „Ich fühl`es schon, die Wissenschaft wird mir nie das werden, was mir die Kunst schon jetzt ist.“: Hier wird Schnitzlers innere Zerrissenheit während des Medizinstudiums und sein frühes Ringen um eine künstlerische Identität analysiert.

2.2. Die Biographie einer gescheiterten Liebe: Olga Waissnix: Dieses Kapitel widmet sich dem Lebenslauf der Olga Waissnix und der Einengung ihres persönlichen Lebens durch gesellschaftliche Konventionen und ihre unglückliche Ehe.

3. Die Meraner Tage: „Das Abenteuer seines Lebens“: Der Abschnitt behandelt das schicksalhafte Wiedersehen in Meran, das den Beginn der intensiven, brieflich geprägten Beziehung markiert.

4. Funktion und Bedeutung der Beziehung zu Olga Waissnix: Dieses Kapitel reflektiert den Stellenwert der Beziehung als emotionaler und künstlerischer Ankerpunkt für Schnitzler.

4.1. ... auf persönlicher Ebene des Menschen Arthur Schnitzlers: Hier wird untersucht, wie Olga als Muse und Vertraute Schnitzler bei seinen Schaffenskrisen unterstützte und als Reibungsfläche für sein Verständnis von Frauenfiguren diente.

4.2. ...auf das künstlerische Werk des Dichters: Das letzte Kapitel analysiert, inwiefern Facetten von Olgas Persönlichkeit und ihre Lebensumstände in Schnitzlers literarische Figuren einflossen.

Schlüsselwörter

Arthur Schnitzler, Olga Waissnix, fin de siècle, Wien, Literaturwissenschaft, Frauenbild, Liebesbeziehung, Identitätsfindung, Briefwechsel, Jahrhundertwende, Künstlernatur, Gesellschaftskritik, Biografie, Seelenverwandtschaft, Emanzipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Liebesbeziehung zwischen dem Dichter Arthur Schnitzler und Olga Waissnix und analysiert, wie diese Verbindung das Leben des Dichters und die Entstehung seines Werks beeinflusst hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die psychologische Analyse beider Protagonisten, das gesellschaftliche Klima des Wiener „fin de siècle“, die Problematik des Frauenbildes im 19. Jahrhundert sowie die Bedeutung des Briefwechsels als literarisches und persönliches Dokument.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Einfluss von Olga Waissnix auf Arthur Schnitzler von ihrem ersten Treffen in Meran bis zu Olgas Tod nachzuzeichnen und zu klären, inwieweit sie als „Muse“ oder „metaphysische Freundin“ zur Entwicklung seiner literarischen Identität beitrug.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse schriftlicher Zeugnisse, insbesondere der Tagebucheinträge von Arthur Schnitzler und des veröffentlichten Briefwechsels zwischen ihm und Olga Waissnix, eingebettet in einen literaturgeschichtlichen Kontext.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Zeitumstände, die biografische Darstellung beider Beteiligten, die Erzählung ihrer Begegnungen und die systematische Auswertung der Bedeutung dieser Beziehung auf privater und künstlerischer Ebene.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselwörter wie „fin de siècle“, „Künstlernatur“, „Frauenbild“, „Identitätsfindung“ und „Briefwechsel“ beschreiben die thematischen Schwerpunkte der Arbeit am präzisesten.

Welche besondere Rolle nimmt der Briefwechsel zwischen Schnitzler und Waissnix ein?

Der Briefwechsel fungierte als „Kummerkasten“ und als Raum für „literarische Stilübungen“. Er erlaubte es beiden, sich über die Alltagszwänge hinweg auszutauschen, und diente Schnitzler als wichtige Stütze bei seinen künstlerischen Selbstzweifeln.

Wie wird Olgas Einfluss auf Schnitzlers literarische Frauenfiguren bewertet?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Olga Waissnix nicht direkt als Vorbild für eine spezifische Figur diente, jedoch maßgeblich dazu beitrug, dass Schnitzler ein tieferes Verständnis für die Abgründe der weiblichen Psyche in einer patriarchalischen Gesellschaft entwickelte und dies in seine literarischen Entwürfe integrierte.

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Details

Title
Einfluss der Beziehung zu Olga Waissnix auf Leben und Werk Arthur Schnitzlers
College
University of Hildesheim  (Institut für Medien- und Theaterwissenschaft)
Grade
1,3
Author
Christina Wolf (Author)
Publication Year
2000
Pages
26
Catalog Number
V15691
ISBN (eBook)
9783638207386
ISBN (Book)
9783656760160
Language
German
Tags
Einfluss Beziehung Olga Waissnix Leben Werk Arthur Schnitzlers
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Wolf (Author), 2000, Einfluss der Beziehung zu Olga Waissnix auf Leben und Werk Arthur Schnitzlers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15691
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