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Maßnahmen für einen zukunftsweisenden Hochwasserschutz

Unter Einbeziehung der durch Elbehochwasser gefährdeten Gebiete in der Prignitz

Title: Maßnahmen für einen zukunftsweisenden Hochwasserschutz

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Bachelor of Arts (B.A.) René Hobracht (Author)

Geography / Earth Science - Regional Geography
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Im Sommer 2002 bildeten sich nach Starkniederschlägen an mehreren großen Flüssen Flutwellen mit extrem hohen Pegelständen aus, die zu großflächigen Überschwemmungen in den Unterläufen führten. In Deutschland waren vor allem der Süden und der Osten betroffen. Diese Überschwemmungen führten insgesamt zu der teuersten Naturkatastrophe der Bundesrepublik Deutschland.
Menschen haben über Jahrhunderte hinweg an Flussläufen gesiedelt, die ihnen eine Reihe von Vorteile brachten, sei es zur Sicherung ihrer Lebensgrundlage oder zum Transport der verschiedensten Güter. Flüsse beeinflussen das Leben der Menschen seit jeher, aber auch die Menschen durch ihre Siedlungstätigkeiten haben versucht, die Flussläufe zu ihrem Nutzen umzugestalten. Die größte Gefahr, die von einem Fluss ausgehen kann, ist wohl ohne Zweifel die des Hochwassers. Um jedoch weiterhin am Fluss siedeln zu können, musste der Gefahr des Hochwassers entgegnet werden. Auch die Elbe blieb nicht von Hochwassern verschont und wird es in Zukunft auch nicht bleiben. Das letzte große Hochwasserereignis an der Elbe fand im August 2002 statt. Ich konzentriere mich in erster Linie auf die Gegebenheiten und Strukturen in der brandenburgischen Prignitz. Im Vergleich zu anderen Regionen waren die durch das Hochwasser verursachten Schäden relativ gering. Welche Faktoren bei der Hochwasserabwehr zum Tragen kommen, wird Bestandteil der folgenden Darstellungen sein.
Diese Arbeit geht darauf ein, wie der Mensch die natürlichen Flussläufe zu seinem eigenen, vor allem wirtschaftlichen, Nutzen umgestaltet hat und welche Einflüsse eben diese Veränderungen auf das Ausmaß von Hochwassern haben. Ob Hochwasser nun natürliche Ereignisse sind oder ob sie erst durch anthropogenes Handeln verursacht werden, spielt keine Rolle beim vorsorgenden Hochwasserschutz, denn festzuhalten bleibt, dass der potentiellen Gefahr des Hochwassers entgegen getreten werden muss. Dafür stehen einige Akteure und Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die in den folgenden Kapiteln ausführlich dargestellt werden.
Oft werden aus Katastrophen weitreichende Konsequenzen gezogen, jedenfalls auf dem Papier. Die Realität sieht oft erschreckend anders aus. Auch aus den Hochwasserereignissen an der Elbe von 2002 wurden Konsequenzen gezogen. Dies verdeutlichen diverse Richtlinien, Programme und Gesetze.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkungen

2. Hochwasser - Naturereignis oder hausgemacht?

3. Akteure, Grundsätze und Ziele im Hochwasserschutz

3.1. Europäische Ebene

3.2. Wasserwirtschaft

3.3. Raumordnung auf Bundesebene

3.4. Landesplanung

3.5. Regionalplanung

3.6. Bauleitplanung

3.7. Fachplanungen

3.8. Individuelle Bauvorsorge

4. Konsequenzen aus den Hochwasserereignissen von 2002

5. Möglichkeiten und Grenzen der Hochwasserbeeinflussung

5.1. Retentionsraumsicherung- und erweiterung

5.1.1. Freie Flutung ausgedehnter Auenbereiche (Deichrückverlegung)

5.1.2. Ungesteuerte Sommerpolderflutung

5.1.3. Gesteuerte Polderflutung

5.2. Rückhalt von Niederschlagswasser in der Fläche

5.2.1. Rückhalt von Niederschlagswasser in Siedlungsflächen und im Freiraum

5.2.2. Speicherung in Talsperren und Hochwasserrückhaltebecken

5.3. Verminderung der Schadenspotentiale

6. Kennzeichnung der durch Elbehochwasser gefährdeten Areale in Brandenburg

7. Die Ereignisse im August 2002 an der Elbe

8. Hochwasserschutzmaßnahmen in der Prignitz

8.1. Deichrückverlegung Lenzen

8.2. Deichsanierung im Rühstädter Bogen

9. Fazit: Lektion gelernt?

10. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die bestehenden Netzwerke und Strukturen im Hochwasserschutz sowie die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen am Beispiel der brandenburgischen Prignitz unter besonderer Berücksichtigung der Lehren aus dem Elbehochwasser von 2002.

  • Anthropogene Einflussnahme auf natürliche Flussläufe
  • Rechtliche und administrative Rahmenbedingungen im Hochwasserschutz
  • Methoden zur Retentionsraumsicherung und Erweiterung
  • Analyse der Hochwasserereignisse im August 2002
  • Praxisbeispiele für Deichbaumaßnahmen und Flächenvorsorge

Auszug aus dem Buch

5.1.1. Freie Flutung ausgedehnter Auenbereiche (Deichrückverlegung)

Übersteigt die Hochwasserwelle den maximal möglichen Abfluss in einem Flussabschnitt, so tritt das Wasser einer anlaufenden Hochwasserwelle in den Retentionsraum ein. Der Wellendurchfluss im Flussabschnitt wird durch das in die Aue abfließende Wasser verringert. Bei weiter steigendem Wasserstand im Fluss erreicht das die Aue überströmende Wasser den Deich bzw. das Hochufer. Ab dort ist keine weitere Ausbreitung der Wassermassen in der Überflutungsfläche möglich. Die Wassermassen aus dem Fluss können nicht mehr nachdrängen und die Abminderung der anlaufenden Welle wird geringer. „Die freie Flutung einer Aue hat nur solange eine nennenswerte Retentionswirkung, wie sich die Überflutungsfläche mit ansteigender Welle vergrößert“(BÖHM et al., 1998, S.42). Zu beachten ist jedoch, dass extreme Hochwasserwellen durch die freie Flutung nur in geringem Maße abgemindert werden, da die Retentionsflächen bereits vor dem Eintreffen des Wellenscheitels ihre maximalen Kapazitäten erreicht haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorbemerkungen: Einführung in die Thematik der Hochwasserkatastrophen in Deutschland, insbesondere des Elbehochwassers 2002, sowie Definition der Zielsetzung der Arbeit.

2. Hochwasser - Naturereignis oder hausgemacht?: Analyse der Entstehungsbedingungen von Hochwasser und der anthropogenen Eingriffe, die das natürliche Abflussregime maßgeblich verändern.

3. Akteure, Grundsätze und Ziele im Hochwasserschutz: Darstellung der komplexen Akteursstruktur und der planungsrechtlichen Grundlagen von europäischer bis hin zur individuellen Ebene.

4. Konsequenzen aus den Hochwasserereignissen von 2002: Überblick über die politischen und rechtlichen Reaktionen, wie das 5-Punkte-Programm der Bundesregierung und neue EU-Richtlinien.

5. Möglichkeiten und Grenzen der Hochwasserbeeinflussung: Erläuterung der Handlungsfelder zur Hochwasserbeeinflussung durch Retentionsflächen und technischen Rückhalt.

6. Kennzeichnung der durch Elbehochwasser gefährdeten Areale in Brandenburg: Geografische und hydrologische Bestandsaufnahme der Hochwassersituation im Bereich der Elbe und ihrer Zuflüsse in Brandenburg.

7. Die Ereignisse im August 2002 an der Elbe: Detaillierte Schilderung der Abläufe und Bewältigungsstrategien während des Elbehochwassers 2002 in der Prignitz.

8. Hochwasserschutzmaßnahmen in der Prignitz: Vorstellung konkreter Projekte, wie die Deichrückverlegung bei Lenzen und die Deichsanierung im Rühstädter Bogen.

9. Fazit: Lektion gelernt?: Kritische Reflexion über die Fortschritte im Hochwasserschutz seit 2002 und die Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Retentionsmaßnahmen.

10. Schlussbemerkungen: Zusammenfassendes Plädoyer für einen dauerhaften, koordinierten Hochwasserschutz und die notwendige Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung.

Schlüsselwörter

Hochwasserschutz, Elbehochwasser, Prignitz, Retentionsfläche, Deichrückverlegung, Hochwasservorsorge, Raumplanung, Schadenspotential, Hochwasserereignis, Wasserhaushalt, anthropogene Eingriffe, Katastrophenschutz, Deichsanierung, Bauvorsorge, Flusslauf

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Strategien und Möglichkeiten eines zukunftsweisenden Hochwasserschutzes in Deutschland, fokussiert auf den Raum Brandenburg und die Prignitz, basierend auf den Erfahrungen der Flutkatastrophe 2002.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die rechtlichen Rahmenbedingungen der Raumordnung, die hydrologischen Möglichkeiten der Hochwasserbeeinflussung durch Rückhaltesysteme sowie die Bewältigung spezifischer Katastrophensituationen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Netzwerke und Strukturen im Hochwasserschutz agieren und inwieweit die Hochwasserkatastrophen zu einem wirksamen Umdenken in der Politik und bei den Akteuren geführt haben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine fachwissenschaftliche Literaturanalyse kombiniert mit der Auswertung von Planungsunterlagen, Richtlinien und einem Expertengespräch mit einem Sachgebietsleiter des Landkreises Prignitz.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Akteure und rechtlichen Grundlagen sowie eine praktische Untersuchung der Hochwasserereignisse 2002 und der spezifischen Schutzmaßnahmen wie Deichbau und Renaturierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Hochwasserschutz, Retentionsraum, Deichrückverlegung, Hochwasservorsorge und anthropogene Einflüsse charakterisiert.

Wie bewertet der Autor den Erfolg des Deichrückverlegungsprojekts in Lenzen?

Der Autor ordnet das Projekt differenziert ein: Es wird zwar als sinnvolle ökologische Maßnahme zur Auenentwicklung begrüßt, jedoch wird die durch offizielle Stellen kommunizierte drastische Hochwasserschutzwirkung (Pegelsenkung) als überzogen kritisch hinterfragt.

Warum ist eine "Bewusstseinsbildung" in der Bevölkerung so wichtig für den Autor?

Der Autor argumentiert, dass Sicherheit durch Deiche oft nur relativ ist („hochwassergefährdet“ statt „deichgeschützt“). Daher ist es essentiell, dass Bürger das Restrisiko verstehen, um eigenverantwortlich mit der potenziellen Gefahr umzugehen.

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Details

Title
Maßnahmen für einen zukunftsweisenden Hochwasserschutz
Subtitle
Unter Einbeziehung der durch Elbehochwasser gefährdeten Gebiete in der Prignitz
College
University of Potsdam  (Institut für Geographie)
Grade
1,7
Author
Bachelor of Arts (B.A.) René Hobracht (Author)
Publication Year
2009
Pages
27
Catalog Number
V157047
ISBN (eBook)
9783640694747
ISBN (Book)
9783640695638
Language
German
Tags
Maßnahmen Hochwasserschutz Unter Einbeziehung Elbehochwasser Gebiete Prignitz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts (B.A.) René Hobracht (Author), 2009, Maßnahmen für einen zukunftsweisenden Hochwasserschutz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157047
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