Mit der Verabschiedung der Millenniumserklärung und den später aus ihr abgeleiteten acht Millenniums-Entwicklungszielen (MDGs) wurde Armutsbekämpfung zur übergreifenden Aufgabe der internationalen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) erklärt und eine umfassende Agenda für die internationale Politik des 21. Jahrhunderts gebildet. Die Tatsache, dass Armuts- und Umweltprobleme korrelieren, macht eine Verknüpfung der globalen Armutsbekämpfung und Umweltpolitik notwendig. Die natürlichen Ressourcen und insbesondere Wasser haben eine Schlüsselfunktion für die Erreichung aller MDGs, deren Zielsektoren mit der Ressource Wasser direkt oder indirekt verknüpft sind. So stellt Kemal Dervis, der Direktor des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), fest, dass „[…] ensuring that the poor have access to sanitation and water is central to achieving all the MDGs.“1 Gut einem Drittel der Weltbevölkerung steht die Ressource Wasser nicht in einem ausreichenden Maß zur Verfügung. In den Entwicklungsländern des Südens und den Entwicklungsregionen Asiens haben mehr als 1,1 Mrd. Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und 2,4 Mrd. Menschen verfügen über keine akzeptablen sanitären Einrichtungen. Dieses Versorgungsdefizit wird durch das Bevölkerungswachstum , die Urbanisierung, die industrielle Entwicklung und den globalen Klimawandel verschärft und lässt den intersektoralen Druck zwischen den konkurrierenden Ansprüchen der Haushalte, der Landwirtschaft und der Industrie auf die Ressource Wasser weiter ansteigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkungen
2. Problemdarstellung
3. Die MDGs und ihr Bezug zu Wasser
4. Zwischenstandsbericht
5. Fazit und Ausblick
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die enge Verknüpfung zwischen den Millenniums-Entwicklungszielen (MDGs) der Vereinten Nationen und der globalen Verfügbarkeit sowie dem Management der Ressource Wasser, um aufzuzeigen, inwieweit ein verbesserter Wasserzugang essenziell für die Erreichung dieser Ziele ist.
- Korrelation von globalen Armuts- und Umweltproblemen
- Bedeutung von Wasser für die verschiedenen MDG-Zielbereiche
- Aktueller Zwischenstandsbericht zur Zielerreichung bis 2015
- Herausforderungen durch Klimawandel und Bevölkerungswachstum
- Effizienzsteigerung in der Wassernutzung und globale Partnerschaften
Auszug aus dem Buch
3. Die MDGs und ihr Bezug zu Wasser
Die 8 MDGs wurden aus dem Entwicklungs- und Umweltkapitel der Millenniums-Erklärung abgeleitet und sind immer im Zusammenhang mit dieser zu betrachten. Armutsbekämpfung wird zur übergreifenden Aufgabe der internationalen Entwicklungszusammenarbeit erklärt. Die Ziele sollen bis 2015, in einigen Fällen bis 2020, realisiert werden. Als Vergleichsgrundlage wird das Jahr 1990 genommen. Die 8 MDGs werden durch 18 Unterziele ergänzt, die die eigentlichen konkreten Ziele bilden.
Wenn man bedenkt, für welche Zwecke und Bereiche Wasser Rolle spielt, so lässt sich leicht der Wasserbezug zu allen 8 Zielen herstellen. Wasser wird als Trinkwasser, zur Energiegewinnung, Bewässerung, Abwasserentsorgung, Ernährung, Hygiene benötigt ebenso wie zum Erhalt der Gesundheit.
Ziel 1 beschäftigt sich mit der Bekämpfung extremer Armut und Hunger. Ein verbesserter Wasserzugang für Kleinbauern kann die landwirtschaftliche Produktivität erhöhen. Dies bedeutet, dass grüne und blaue Wasserressourcen durch effektivere Maßnahmen nutzbar gemacht werden müssen, 70-90% der Gesamtwasserentnahme in subtropischen Regionen werden für die Bewässerungslandwirtschaft benötigt. Weiterhin wird Wasser für Produktionsprozesse benötigt und leichter erreichbare, verlässlichere, und sichere Versorgung der Haushalte mit Wasser ist grundlegend für die Bekämpfung von extremer Armut und von Hunger.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorbemerkungen: Einführung in die Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs) und die fundamentale Bedeutung der Ressource Wasser für die globale Armutsbekämpfung.
2. Problemdarstellung: Darstellung des globalen Mangels an Trinkwasser und sanitären Einrichtungen als multidimensionale Faktoren, die die Armut verschärfen.
3. Die MDGs und ihr Bezug zu Wasser: Detaillierte Untersuchung, wie Wasser als Schlüsselfaktor zur Erreichung der acht spezifischen Millenniums-Entwicklungsziele beiträgt.
4. Zwischenstandsbericht: Analyse des Fortschritts bei der Zielerreichung unter Berücksichtigung von Faktoren wie Klimawandel, Wirtschaftskrise und regionalen Entwicklungsunterschieden.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der bisher erzielten Erfolge sowie Einschätzung der Realisierbarkeit der Ziele bis 2015 und darüber hinaus.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen sowie der genutzten Onlinematerialien für die Recherche.
Schlüsselwörter
Millenniums-Entwicklungsziele, MDG, Wasserversorgung, Armutsbekämpfung, Sanitärversorgung, Entwicklungszusammenarbeit, Nachhaltigkeit, Klimawandel, Ressourcenmanagement, Trinkwasser, Globale Entwicklung, Ernährungssicherheit, Vereinte Nationen, Infrastruktur, Hygiene
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen den Millenniums-Entwicklungszielen und der lebensnotwendigen Ressource Wasser.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen Armutsbekämpfung, Gesundheitsvorsorge, Bildungsgerechtigkeit und der nachhaltige Umgang mit natürlichen Wasserressourcen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie ein gesicherter Zugang zu Wasser und sanitären Anlagen als Hebel zur Erreichung der acht globalen Millenniums-Entwicklungsziele fungieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Datenanalyse offizieller Berichte der Vereinten Nationen und relevanter Fachliteratur aus dem Zeitraum 2007 bis 2009.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Bezug zu Wasser für jedes der acht Ziele einzeln und zieht einen Zwischenstandsbericht basierend auf aktuellen UN-Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wesentliche Begriffe sind MDG, Wasserressourcen, Armut, sanitäre Infrastruktur und nachhaltige Entwicklung.
Welchen Einfluss hat der Klimawandel laut dieser Arbeit auf die Wasserversorgung?
Der Klimawandel verstärkt bestehende Wassermangelprobleme, indem er Dürren und Fluten begünstigt und die Ernährungssicherheit durch unvorhersehbare Niederschlagsmuster gefährdet.
Warum ist die Bildung von Mädchen laut Arbeit eng mit Wasser verknüpft?
Weil Mädchen in vielen Entwicklungsländern traditionell für das Wasserholen verantwortlich sind und ohne Wasseranschlüsse an Schulen wertvolle Zeit verlieren oder der Schule fernbleiben.
Wie bewertet der Autor die Erreichbarkeit der Ziele bis 2015?
Der Autor zeigt sich skeptisch und stellt fest, dass ambitionierte Ziele wie die Halbierung der sanitär unversorgten Weltbevölkerung mit derzeitigen Ansätzen bis 2015 kaum erreichbar sind.
Welche Rolle spielt die Landwirtschaft im Kontext des Wasserverbrauchs?
Die Landwirtschaft ist der größte Wasserverbraucher, wobei über 70% der Gesamtwasserentnahme auf sie entfallen, was das Management knapper Ressourcen besonders kritisch macht.
- Citation du texte
- Bachelor of Arts (B.A.) René Hobracht (Auteur), 2010, Die Millenniumsentwicklungsziele und ihr Bezug zu Wasser, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157048