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Erwachsenenbildung in der DDR. Rechtsgrundlagen, Funktion, Entwicklung

Title: Erwachsenenbildung in der DDR. Rechtsgrundlagen, Funktion, Entwicklung

Seminar Paper , 2003 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Rene Hoffmann (Author)

Pedagogy - Adult Education
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1945 war in Europa und somit auch in Deutschland der zweite Weltkrieg zu einem Ende gekommen. Deutschland wurde in Besatzungszonen eingeteilt. Während sich im westlichen Teil Deutschlands demokratische Ansätze, unter Leitung der westlichen Alliierten entwickelten, stand die Entwicklung in der SBZ von Anfang an unter kommunistischen Einfluss. Die Sowjets setzten eine Zentralverwaltung ein, der neben sowjetischen Offizieren auch Deutsche, besonders KPD Anhänger und Mitglieder des „Nationalkomitee freies Deutschland“, die während des zweiten Weltkriegs im sowjetischen Exil lebten, angehörten.
Noch im Jahre 1945 kam es in fast allen Teilen Deutschlands zu einer Neugründung von Volkshochschulen. Auch in der SBZ erlebte die VHS eine Renaissance im Weimarer Stil, wenn auch nur für kurze Zeit. Eine erste programmatische Zielsetzung entwickelte die VHS Berlin Prenzlauer-Berg bereits im Oktober 1945: „An die Stelle der Militarisierung der Kultur und damit der nazistischen Bestialisierung der Seele wollen wir die Humanisierung des Geistes setzen [...] Darüber hinaus wollen wir aber auch zur Behebung der sachlichen Nöte unserer nationalen Katastrophe beitragen, indem wir praktisches Wissen vermitteln. So wollen wir mit aufbauen helfen, nicht durch bloßes Vermitteln von Wissen, sondern durch Bildung und Leistungssteigerung.“
Anhand dieser Zielsetzung kann man bereits erste Tendenzen im Selbstverständnis der VHS in der SBZ erkennen. Neben der, noch völlig im Einklang mit dem „Weimarer“ Verständnis beschriebenen Humanisierung des Geistes, wurden zugleich politische und wirtschaftliche Aspekte angesprochen. Dies stand ganz im Sinne der „antifaschistisch-demokratischen“ Bildungspolitik der SMAD in der SBZ.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Entwicklung der Erwachsenenbildung in der DDR am Beispiel der Volkshochschule

2. Unterschiede im Erwachsenenbildungssystem der DDR im Vergleich mit dem System der Erwachsenenbildung in der BRD

2.1 Erwachsenenqualifizierung und kulturelle Massenarbeit

2.2 Wesentliche Unterschiede im Erwachsenenbildungssystem der DDR

3. Institutionen der Erwachsenenbildung in der DDR

3.1 Regional geplante Erwachsenenbildung

3.2 Überregional geplante Erwachsenenbildung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Struktur, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die historische Entwicklung der Erwachsenenbildung in der ehemaligen DDR. Das primäre Ziel ist es, die zentralen Unterschiede zum Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland herauszuarbeiten und die Instrumentalisierung des Bildungswesens für politische sowie ökonomische Zwecke aufzuzeigen.

  • Historische Entwicklung der Volkshochschulen in der sowjetischen Besatzungszone
  • Gegenüberstellung der Bildungssysteme von DDR und BRD
  • Definition der Begriffe Erwachsenenqualifizierung und kulturelle Massenarbeit
  • Struktur der zentralistisch organisierten Bildungsinstitutionen
  • Politische Indoktrination im Rahmen der Erwachsenenbildung

Auszug aus dem Buch

2.1 Erwachsenenqualifizierung und kulturelle Massenarbeit

Wie schon angedeutet, brach die DDR mit der alten Weimarer „Volksbildungstradition“. Die sozialistische Erwachsenenbildungspolitik definierte sich anders, und ließ keinen Platz für althergebrachte „reaktionäre“ und „bürgerliche“ Komponenten. Diese schrittweise Distanzierung war 1948 abgeschlossen.

Der Begriff der „Erwachsenenbildung“ wurde in der ehemaligen DDR selten verwendet: „Er taucht allenfalls in theoretischen Abhandlungen auf, vor allem in Schriften der jetzigen Sektion für Erwachsenenbildung an der Karl-Marx-Universität Leipzig; in bildungspolitischen Publikationen wurde dieser Begriff völlig vermieden, und auch in der „Pädagogischen Enzyklopädie“ der DDR fehlt ein Stichwort „Erwachsenenbildung“.“

Eine Erklärung dafür ist die völlig andere Auslegung des Begriffes „Erwachsenenbildung“ in der DDR. In der DDR wurde unter Erwachsenenbildung lediglich ein pädagogischer Prozess verstanden, wogegen in der BRD das Verständnis von Erwachsenenbildung das Weiterbildungssystem mit seinen Institutionen und Organisationsformen implizierte.

Demgegenüber kennzeichnen jedoch zwei Begriffe wesentlich den Bereich der Weiterbildung in der DDR. Es sind dies die Begriffe „Erwachsenenqualifizierung“ und „kulturelle Massenarbeit“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Entwicklung der Erwachsenenbildung in der DDR am Beispiel der Volkshochschule: Dieses Kapitel beschreibt die Transformation der Volkshochschulen von einer Weimarer Tradition hin zu einer staatlich kontrollierten Abendschule unter kommunistischem Einfluss.

2. Unterschiede im Erwachsenenbildungssystem der DDR im Vergleich mit dem System der Erwachsenenbildung in der BRD: Hier werden die ideologischen und strukturellen Divergenzen zwischen dem zentralistischen DDR-System und dem föderalistischen BRD-System analysiert.

2.1 Erwachsenenqualifizierung und kulturelle Massenarbeit: Das Kapitel erläutert die spezifische DDR-Terminologie für berufliche Fortbildung und staatlich gelenkte Freizeitgestaltung.

2.2 Wesentliche Unterschiede im Erwachsenenbildungssystem der DDR: Diese Sektion verdeutlicht die totalitäre Organisation der Bildungsgewalt im Ministerium für Volksbildung und das Fehlen freier Bildungsangebote.

3. Institutionen der Erwachsenenbildung in der DDR: Es erfolgt eine detaillierte Auflistung und Charakterisierung der verschiedenen Bildungseinrichtungen innerhalb der DDR.

3.1 Regional geplante Erwachsenenbildung: Dieses Unterkapitel fokussiert auf Betriebsakademien, Dorfakademien, Frauenakademien sowie Klub- und Kulturhäuser.

3.2 Überregional geplante Erwachsenenbildung: Die Arbeit schließt mit der Untersuchung der Urania und der überregionalen Rolle der Volkshochschulen.

Schlüsselwörter

DDR, Erwachsenenbildung, Erwachsenenqualifizierung, kulturelle Massenarbeit, Volkshochschule, SED, Sozialismus, Ministerium für Volksbildung, Betriebsakademien, staatliche Kontrolle, politische Indoktrination, Weiterbildung, Bildungsgeschichte, Weimarer Tradition, Urania.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Aufbau des Erwachsenenbildungswesens in der DDR von 1945 bis zum Ende des Staates.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Verstaatlichung der Bildungslandschaft, die ideologische Ausrichtung von Bildungsangeboten und der Vergleich mit westdeutschen Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Bildungssystem instrumentalisiert wurde, um den sozialistischen Staat zu festigen und "neue Menschen" zu erziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse bildungspolitischer Dokumente, Verordnungen und existierender Fachliteratur zur Bildungsgeschichte in Deutschland.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung der Volkshochschulen, die theoretischen Unterschiede zwischen DDR und BRD sowie eine detaillierte Vorstellung der Bildungseinrichtungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Erwachsenenqualifizierung, staatliche Planung, Ideologie, Betriebsakademien und Zentralisierung geprägt.

Wie unterschied sich die DDR-Weiterbildung von der westdeutschen?

Während in der BRD ein föderales und zweckfreies Bildungssystem vorherrschte, war das DDR-System zentralistisch gesteuert und verfolgte primär das Ziel, die Arbeitsproduktivität zu steigern und die politische Konformität zu sichern.

Welche Rolle spielte die Urania?

Die Urania fungierte als staatlich ausgerichtete Vortragsgesellschaft, die wissenschaftliche Erkenntnisse verbreitete, dabei jedoch strikt staatlichen Direktiven folgte und somit der Systemfestigung diente.

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Details

Title
Erwachsenenbildung in der DDR. Rechtsgrundlagen, Funktion, Entwicklung
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Professur für Erwachsenenbildung)
Course
Rechtsgrundlagen der Erwachsenenbildung/Weiterbildung
Grade
2,0
Author
Rene Hoffmann (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V15707
ISBN (eBook)
9783638207478
ISBN (Book)
9783656902706
Language
German
Tags
Erwachsenenbildung Rechtsgrundlagen Funktion Entwicklung Erwachsenenbildung/Weiterbildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rene Hoffmann (Author), 2003, Erwachsenenbildung in der DDR. Rechtsgrundlagen, Funktion, Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15707
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