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"Räuberische Aktionäre" in aktueller Rechtsprechung und Gesetzgebung

Seminararbeit

Titre: "Räuberische Aktionäre" in aktueller Rechtsprechung und Gesetzgebung

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2009 , 39 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Thomas Böhm (Auteur)

Droit - Droit civil / Droit commercial, Droit des sociétés, Droit des cartels, Droit des affaires
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Ziel dieser Arbeit ist es, das Phänomen der „räuberischen Aktionäre“ im Rahmen des deutschen Rechts darzustellen, unter Einbeziehung und Diskussion der aktuellen rechtspolitischen Entwicklungen.

Zum Zweck des besseren Gesamtverständnisses soll zunächst ein Überblick über die Aktionärsrechte gegeben werden. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Anfechtungsrecht, insbesondere der Anfechtungsklage, weil diese das Hauptinstrument der „räuberischen Aktionäre“ darstellt. Im Anschluss daran wird der Missbrauch der Anfechtungsklage näher erläutert. Dazu wird zunächst der Beweis des Vorliegens missbräuchlicher Anfechtungsklagen erbracht um anschließend die Vorgehensweise der „räuberischen Aktionäre“ näher zu erläutern. Danach reihen sich die Maßnahmen der Rechtsprechung und Gesetzgebung zur Bekämpfung missbräuchlicher Aktionärsklagen, die den Hauptteil der Untersuchung darstellen. Den Schluss bildet ein Fazit zum Thema.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

I. Problemaufriss

II. Gang der Untersuchung

B. Aktienrechtliche Grundlagen

I. Aktionärsrechte

II. Anfechtungsrecht

1. Anfechtbarkeit von Hauptversammlungsbeschlüssen durch Aktionäre

2. Bedeutung und Funktion des Anfechtungsrechts

C. Missbrauch der Anfechtungsklage

I. Evidenz

II. Vorgehensweise „räuberischer Aktionäre“

1. Allgemeines

2. Exkurs: Vorstandshaftung

III. Betriebs- und volkswirtschaftlicher Schaden

D. Maßnahmen zur Bekämpfung missbräuchlicher Aktionärsklagen

I. Rechtsprechung

1. Einwand des Rechtsmissbrauchs

2. Haftung des „räuberischen Aktionärs“

II. Gesetzgebung

1. Das Gesetz zur Unternehmensintegrität und Modernisierung des Anfechtungsrechts (UMAG)

2. Das Gesetz zur Umsetzung der Aktionärsrechterichtlinie (ARUG)

3. Weiterer Reformbedarf und Reformvorschläge

E. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Phänomen der sogenannten „räuberischen Aktionäre“ im deutschen Aktienrecht und untersucht, wie diese mittels Anfechtungsklagen gegen Hauptversammlungsbeschlüsse die Unternehmenspolitik stören, um sich ihren Verzicht auf das Klageverfahren finanziell abkaufen zu lassen. Dabei werden sowohl die rechtlichen Grundlagen als auch die Wirksamkeit aktueller gesetzgeberischer Maßnahmen wie das UMAG und das ARUG kritisch bewertet.

  • Aktienrechtliche Anfechtungsklagen als Instrument zur Behinderung von Unternehmensbeschlüssen
  • Die Vorgehensweise und das Geschäftsmodell „räuberischer Aktionäre“
  • Rechtsprechung und Einwand des Rechtsmissbrauchs als Abwehrmechanismus
  • Gesetzgeberische Maßnahmen zur Bekämpfung (UMAG und ARUG)
  • Diskussion über weitergehende Reformvorschläge (z. B. Einführung eines Bagatellquorums)

Auszug aus dem Buch

I. Vorgehensweise „räuberischer Aktionäre“

„Räuberische Aktionäre“ gehen in der Regel nach einem bestimmten, gleichlaufenden Schema vor. Sie erwerben einige (wenige) Aktien der anvisierten Gesellschaft und spüren gezielt formelle oder materielle Fehler von Hauptversammlungsbeschlüssen auf oder provozieren sie gar durch ausgeklügelte Fragen oder Verhaltensweisen. Während der Hauptversammlung wird dann Widerspruch gegen einen bestimmten eintragungsbedürftigen Beschluss zu Protokoll gegeben. Im Anschluss erfolgt die Erhebung der Anfechtungsklage gegenüber dem zuständigen Gericht oder zumindest wird dies der Gesellschaft angedroht.

Wesentliches Druckmittel ist dabei die zeitliche Verzögerung der Eintragung der Beschlüsse ins Handelsregister aufgrund der durch die Anfechtungsklage eintretenden Registersperre. Gesellschaften drohen dadurch handlungsunfähig zu werden. Daher stellen finanzielle Zugeständnisse an den Kläger zur Rücknahme oder Nichteinreichen der Klage oftmals eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit dar.

Um das (Freigabe-)Verfahren nochmals zu verzögern, übertragen „räuberische Aktionäre“ häufig ihren Aktienbesitz auf bereits bestehende oder eigens gegründete Unternehmen mit Sitz im Ausland und benennen für das Freigabeverfahren einen ausländischen Prozessbevollmächtigten. Die Zustellung gerichtlicher Schriftstücke erfolgt grundsätzlich an die Partei selbst (§ 172 Abs. 1 S. 1 ZPO). Dadurch erreichen sie, dass das deutsche Prozessgericht die gerichtlichen Schriftstücke an die Partei im Ausland mit Hilfe der ausländischen Behörden zustellen muss.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Problem „räuberischer Aktionäre“ ein, definiert deren Vorgehensweise und skizziert den Gang der Untersuchung.

B. Aktienrechtliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Aktionärsrechte und das Anfechtungsrecht von Beschlussmängeln als wesentliche Schutzinstrumente der Aktionäre.

C. Missbrauch der Anfechtungsklage: Hier wird das Geschäftsmodell der Berufskläger analysiert, die durch Anfechtungsklagen und die damit verbundene Registersperre finanziellen Druck auf Unternehmen ausüben.

D. Maßnahmen zur Bekämpfung missbräuchlicher Aktionärsklagen: Das Kapitel untersucht Ansätze aus Rechtsprechung und Gesetzgebung (UMAG, ARUG) zur Eindämmung dieses Missbrauchs und diskutiert weitergehende Reformvorschläge.

E. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung bewertet die bisherigen gesetzgeberischen Bemühungen als teilweise gescheitert und betont die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen durch Gesetzgebung und Rechtsprechung.

Schlüsselwörter

Räuberische Aktionäre, Anfechtungsklage, Hauptversammlung, Aktienrecht, UMAG, ARUG, Freigabeverfahren, Registersperre, Rechtsmissbrauch, Berufskläger, Minderheitenschutz, Schadensersatz, § 826 BGB, Bagatellquorum, Unternehmensintegrität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik von Aktionären, die Anfechtungsklagen gegen Hauptversammlungsbeschlüsse missbräuchlich einsetzen, um Unternehmen zu finanziellen Abfindungen zu zwingen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?

Zentrale Themen sind das aktienrechtliche Anfechtungsrecht, das Geschäftsmodell von Berufsklägern, die Wirksamkeit von Gesetzesreformen wie UMAG und ARUG sowie die Rolle der Rechtsprechung bei der Abwehr von Missbrauch.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Praktiken räuberischer Aktionäre im Rahmen des deutschen Rechts darzustellen und die aktuellen rechtspolitischen Entwicklungen zur Bekämpfung dieses Phänomens kritisch zu evaluieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Untersuchung, die geltende Normen, aktuelle Rechtsprechung und die Literatur diskutiert, um Reformbedarf im Aktienrecht aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Darstellung der Vorgehensweise der Akteure sowie auf die Analyse gesetzlicher Maßnahmen wie das Freigabeverfahren und die Möglichkeiten der Haftung für missbräuchliches Verhalten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Anfechtungsklage, räuberische Aktionäre, Freigabeverfahren, Registersperre und Rechtsmissbrauch.

Warum ist die Registersperre für Berufskläger so wichtig?

Die Registersperre verhindert, dass Beschlüsse (z. B. Kapitalerhöhungen) in das Handelsregister eingetragen und somit wirksam werden, was den Unternehmen immensen finanziellen Druck auferlegt.

Welche Rolle spielt § 826 BGB in der neueren Rechtsprechung?

§ 826 BGB ermöglicht es der Gesellschaft, Schadensersatz von einem Aktionär zu fordern, der das Anfechtungsrecht in sittenwidriger Weise zur eigenen Bereicherung ausnutzt.

Ist die Einführung eines Bagatellquorums rechtlich unbedenklich?

Dies ist umstritten, da es zwar den Missbrauch eindämmen könnte, aber gleichzeitig den verfassungsrechtlich geschützten Minderheitenschutz der Aktionäre einschränken könnte.

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Résumé des informations

Titre
"Räuberische Aktionäre" in aktueller Rechtsprechung und Gesetzgebung
Sous-titre
Seminararbeit
Université
University of Passau
Cours
Seminar im Gesellschaftsrecht von Prof. Dr. Altmeppen
Note
1,3
Auteur
Thomas Böhm (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
39
N° de catalogue
V157180
ISBN (ebook)
9783640703661
ISBN (Livre)
9783640704187
Langue
allemand
mots-clé
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Sécurité des produits
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Citation du texte
Thomas Böhm (Auteur), 2009, "Räuberische Aktionäre" in aktueller Rechtsprechung und Gesetzgebung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157180
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Extrait de  39  pages
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