Leitfaden für die Planung, Durchführung und Auswertung eines Keywork-Projektes

Keywork: Ein neuer Ansatz in der Kulturarbeit


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006
21 Seiten, Note: 1,2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Projektidee und Projektname
1.1 Das Projekt „Liebe(s)Grüsse vom Platz
1.2 Modifikation/Weiterentwicklung zur Aktion „Liebe(s)Grüsse aus Vohwinkel

2. Ziele des Projektes

3. Zielgruppen

4. Planung der Aktivitäten
4.1 Vorbereitungen
4.2 Material
4.3 Aufteilung der Aufgaben und Verantwortung innerhalb des Teams
4.4 Ablauf
4.5 Kosten
4.6 Öffentlichkeitsarbeit/Werbung
4.7 KooperationspartnerInnen
4.8 Mögliche Herausforderungen/Schwierigkeiten

5. Hintergrund-Informationen, Überlegungen und Ausführungen zum Themenkomplex „Postkarten“

6. Reflexion der (bisherigen) persönlichen Erfahrungen

Literaturverzeichnis

1 Projektidee und Projektname

Das im Folgenden beschriebene Keywork-Projekt ist das „Nachfolge-Projekt“ bzw. die Weiterentwicklung eines im Juni 2005 stattgefundenen Projektes. Dieses Projekt mit dem Titel „Liebe(s)Grüsse vom …Platz“ wurde durch eine Gruppe von vier Studentinnen der FH Düsseldorf (darunter die Verfasserin der vorliegenden Arbeit) im Rahmen der Seminarveranstaltung „Kulturarbeit mit Menschen im nachberuflichen Leben“ entwickelt und durchgeführt. Die Aufgabenstellung war es, eine generationsübergreifende Aktion zu planen, durchzuführen und auszuwerten. Ausgangspunkt bildete damals die thematische Gestaltung eines orangefarbenen Tisches im Rahmen der Aktion „PLATZDA! Sommerauftritt 3“ des Stadtplanungsamtes Düsseldorf, an der die StudentInnen des benannten Seminars unter Leitung von Frau Nell mitwirkten. Die praktische Umsetzung erfolgte am 11. Juni 2005 auf dem Gustav-Gründgens-Platz in Düsseldorf, wobei der orange Tisch mit dem Thema „Liebe(s)Grüsse vom …Platz“ nur einer von vielen war.

1.1 Das Projekt„ Liebe(s)Grüsse vom …Platz“:

Die Idee zu dem Projekt, welches ursprünglich den Namen: „Urlaubsgrüße aus der Stadt“ tragen sollte, entsprang der „Urlaubsreife“ aller vier Gruppenmitglieder. In unseren Wunschvorstellungen befanden wir uns in fernen Gefilden und verschickten Urlaubskarten. Bei dem Thema „Postkarten“ blieben wir „hängen“, womit ein zentraler Bestandteil des Projektes bereits feststand. Da wir zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht in die Ferne fahren konnten, entwickelten wir den Gedanken, anstelle der Urlaubskarten „postalische Grüße aus der Stadt“ versenden zu können. Zusammenfassend war damit die Idee geboren, den Besuchern der Aktion PLATZDA! an „unserem Tisch“ ein Angebot zur direkten Versendung von Postkarten zu machen. Interessenten sollten die Möglichkeit erhalten, kostenlos postalische Grüße direkt auf dem Platz zu schreiben, zu frankieren und quasi „postwendend“ zu versenden, d.h. in den eigens für diesen Zweck gestalteten Briefkasten zu werfen. Die tatsächliche Umsetzung der Idee am 11. Juni 2006 fand großen Anklang bei den BesucherInnen der Veranstaltung.

1.2 Modifikation/Weiterentwicklung zur Aktion„(Liebes-)Grüsse aus Vohwinkel“

Der Wuppertaler Stadtteil Vohwinkel feiert im Mai 2006 seinen 650-sten „Geburtstag“. Zu diesem Anlass ist eine große Feier im Stadtteil geplant, an der sich u. a. auch das ansässige Jugend- und Begegnungszentren „JUB´s“ mit verschiedenen Aktionen beteiligt. Bei der Planung der Festbeiträge stellte sich natürlich die Frage, „was man denn machen könne“, was zum einen dem Anlass entspräche und zum anderen eine repräsentative Funktion für die Einrichtung beinhaltet. Als ehemalige Mitarbeiterin (Honorarkraft) des JUB´s, die inzwischen hauptamtlich in einer benachbarten Einrichtung arbeitet, befinde ich mich in einem anhaltenden Austausch mit den MitarbeiterInnen, insbesondere der Leiterin des „JUB´s“. Als ich von den Überlegungen anlässlich der Feier hörte, griff ich die Idee der „Liebe(s)Grüsse vom …Platz“ wieder auf und machte den Vorschlag, im Rahmen einer Projektarbeit eine ähnliche Aktion zu entwickeln. An dieser Stelle sei darauf verwiesen, dass ich als Teilnehmerin des Seminars „Keywork“ der FH Düsseldorf ein Betätigungsfeld für die Durchführung eines Keywork-Projektes suchte, also nicht völlig uneigennützig meine Mitarbeit anbot.

Grundgedanke der Idee ist es, im Rahmen des Festes den BesucherInnen die Möglichkeit anzubieten, einen spontanen, persönlichen und zudem kostenlosen „Festtags-Gruß“ an Freunde, Verwandte, Bekannte etc. zu senden. Der Arbeitstitel der Aktion lautet einsichtigerweise „(Liebes-)Grüsse aus Vohwinkel“.

Ansichtskarten, die an Freunde, Bekannte oder Verwandte geschickt werden, stellen ein wichtiges Mittel der Kommunikation dar. Das Hauptanliegen bei der Planung und Durchführung der Aktion ist es, Postkarten direkt von dem Ort der Veranstaltung abzuschicken. Dafür sind einige Vorüberlegungen und Vorbereitungssaufgaben notwendig. So muss z.B. eine Möglichkeit geschafft werden, Postleitzahlen nachzuschlagen. Die eigene Erfahrung zeigt, dass es schwierig, wenn nicht unmöglich ist, alle Postleitzahlen abrufbar im Gedächtnis zu haben. Beim Verschicken von Karten ist es zudem wichtig, eine Briefmarke direkt zur Hand zu haben, sonst bleiben geschrieben Postkarten einfach liegen und werden nie abgeschickt. Diese und weitere Überlegungen sollen im Folgenden weiter erläutert werden.

Die weiteren Ausführungen des vorliegenden Berichtes beziehen sich auf Planungsarbeiten, deren „Feinschliff“ und praktische Umsetzung noch aussteht und die zum jetzigen Zeitpunkt noch bearbeitet und konkretisiert werden können/müssen.

2 Ziele des Projekts

Wir möchten mit dieser Aktion Menschen die Möglichkeit geben, einen spontanen, persönlichen und zudem kostenlosen Gruß an Freunde, Verwandte, Urlaubsbekanntschaften etc. zu senden.

- In Zeiten moderner Kommunikationsmittel wie Handy und Internet werden Briefe oder Postkarten immer seltener versendet, die Briefkultur scheint eine Kultur zu sein, die mehr und mehr ausstirbt (vgl. hierzu Pkt.5). Die neuen Medien machen es leicht, mit einem Fingerdruck einen elektronische Brief zu versenden oder Nachrichten per SMS zu schicken. Diese Formen von sind jedoch eher formal und unpersönlich. Das ausgesuchte Briefpapier bzw. die gewählte Postkarte sowie die individuelle Handschrift fehlen, so dass eine elektronische Post oftmals kühl und schlicht erscheint, zumindest aber einer persönlichen Note entbehrt. Kade (1999) weist hin auf die „typisch medienpädagogische Befürchtung, daß Jugendliche und Erwachsene bei steigender Aufenthaltsdauer in virtuellen Welten die Fähigkeit zu und die Vielfalt leibgebundener Kommunikation verlieren und stellt fest, dass es „faktisch weltweit eine expotentiell steigende Zahl von Internet-Nutzern (…) gibt und dass generell der Bedeutungszuwachs der neuen Medien innerhalb der alltäglichen und beruflichen Sphäre samt der dazugehörigen Probleme digitaler Kommunikationskompentenz unübersehbar ist.“ (ebd., S. 162)

Ausgehend von diesen Überlegungen hoffen wir, dass wir mit unserer Aktion, und der hoffentlich positiven Resonanz der EmpfängerInnen, einen kleinen Anstoß und Anreiz dazu geben, dass die Menschen sich wieder etwas mehr Zeit für persönliche Grußbotschaften nehmen.

- Unter dem Aspekt von Kulturarbeit („Schreib-Kultur“) lässt sich die Aktion in einer weiteren Ausrichtung betrachten: „Kulturarbeit muß Gruppen von Menschen in ihren gemeinsamen Interessen (…) ansprechen, ihnen Einsichten und Pläne ermöglichen, Raum für das Hervorbringen neuer Vorstellungen des Umgangs miteinander und der Gestaltung ihrer Umwelt schaffen. (…) Kulturarbeit muß Themen wählen, die unter menschlichen, wirtschaftlichen und politischen Gesichtspunkten wichtig sind, aber vernachlässigt werden.“ (Hiltmann, 1989, S. 25). Darüber hinaus begreift sich Kulturarbeit „im umfassenden Sinne als Lebens- und Alltagsnotwendigkeit und nicht als gelegentlicher Luxus. Sie darf nicht nur Konsum und ästhetischer Genuß sein, sondern muß die künstlerische und kulturelle Selbständigkeit herausfordern. Damit eröffnet sie ´die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung, zur Gewinnung von Selbstbewusstsein, die zum (Über-)Leben notwendig sind (…)`“(ebd. S. 30). An dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden, dass die Aktion idealer Weise für die TeilnehmerInnen (BesucherInnen des Festes, aber auch MitarbeiterInnen) wie eine „Initialzündung“ wirkt und diese dazu inspiriert werden, die postalische Kommunikation in ihre „Alltags-Kultur“ aufzunehmen. Trotzdem könnte es zunächst hilfreich sein, dass der Kontakt und diese Form von Inspiration und Anregung in dem nicht-alltäglichen Rahmen eines Stadtteilfestes stattfinden kann: „[Das Fest] lässt den Teilnehmer all das tun uns erleben, wozu in der ´Normalzeit` keine Möglichkeit besteht (…), er wächst aus der Eintönigkeit des Tagewerkes heraus.“ („Zum Begriff des Festes – Ein Gespräch mit Otto Piene“, Text aus den Unterlagen zum Seminar „Keywork“ von Doz. Frau Nell).
- Die Ermutigung/Ermunterung zum Schreiben einer Karte und damit zur Kontaktaufnahme kann sogar unter dem Aspekt von sozialer Netzwerkarbeit betrachtet werden, da durch die Aktion Beziehungen und Kontakte im Netzwerk des Schreibers gestärkt und/oder evtl. sogar neu aufgegriffen werden können. Im besten Falle bestärkt die postalische Kontaktaufnahme eine bestehende und/oder (wieder)belebt ein „Liebesgruß“ eine neue oder verloren gegangene Beziehung.
- Ermöglichen von Teilhabe am sozialen Leben: „Die Teilhabe am sozialen Leben trägt im hohen Maße zur Lebenszufriedenheit (im Alter) bei. Jeder Mensch hat das Recht darauf, soziale Kontakte zu pflegen und sich mit Kultur auseinander zu setzen (…).“ (aus dem Abschlussbericht zum Projekt „Kultur auf Rädern“ der Projektwerkstatt für innovative Seniorenarbeit von Diakonie Düsseldorf und EEB Nordrhein, S.10).

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Leitfaden für die Planung, Durchführung und Auswertung eines Keywork-Projektes
Untertitel
Keywork: Ein neuer Ansatz in der Kulturarbeit
Hochschule
Fachhochschule Düsseldorf  (Sozial- und Kulturwissenschaft)
Veranstaltung
Hauptseminar Erziehungswissenschaften
Note
1,2
Autor
Jahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V157182
ISBN (eBook)
9783640703654
ISBN (Buch)
9783640704194
Dateigröße
452 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Leitfaden, Planung, Durchführung, Auswertung, Keywork-Projektes, Keywork, Ansatz, Kulturarbeit
Arbeit zitieren
Dipl. Sozial- und Kulturwissenschaftlerin Yvonne Korte (Autor), 2006, Leitfaden für die Planung, Durchführung und Auswertung eines Keywork-Projektes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157182

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