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Die Abgrenzung des Kunst- vom Volksmärchen

Am Beispiel von E.T.A Hoffmanns 'Der goldne Topf'

Titre: Die Abgrenzung des Kunst- vom Volksmärchen

Thèse de Bachelor , 2009 , 41 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Anja Bossmeyer (Auteur)

Philologie Allemande - Divers
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Die insbesondere seit Heinz Röllekes Studie bestehenden Gattungs- und Definitionsprobleme von Volks- bzw. Kunstmärchen stellen ein aktuelles und umfangreiches Themenfeld der aktuellen Märchenforschung dar. Tangiert werden vor allem Herkunft, Gemeinsamkeiten, schriftliche und mündliche Überlieferungswege sowie die Rezeption der Märchen. Entsprechend gestaltet sich auch die Gattungszugehörigkeit „De[s] goldne[n] Topf[es]“ als diffizil. Zum Teil wird Hoffmanns Werk als DAS paradigmatische Kunstmärchen deklariert, häufig wird durch alternative Gattungsbezeichnungen versucht, diesen Terminus zu umgehen. In der Forschungsliteratur werden für Hoffmanns Werk verschiedene Gattungsbezeichnungen vorgeschlagen, häufig wird sich mit einem ‚Sowohl- als-Auch’ beholfen, dabei überwiegen die Termini (Novellen)Märchen und Novellen.
Aus diesen Vorüberlegungen ergibt sich die grundlegende Fragestellung der Arbeit: Am Beispiel von E.T.A. Hoffmanns „Der goldne Topf“ sollen Abgrenzungsmerkmale zwischen Kunst- und Volksmärchen aufgezeigt werden. Im Hinblick auf die Probleme der Kunstmärchenforschung wird zudem beleuchtet, ob auch eine Einordnung in den Bereich der (Märchen)novelle Hoffmanns Werk gerecht wird. Dieses Ergebnis soll exemplarisch die Relevanz dieser problematischen Gattungsbezeichnung veranschaulichen.
Um dieser Aufgabenstellung nachzukommen, werden eingangs die Termini Volksmärchen und Kunstmärchen im Sinne Lothar Bluhms definiert und problematisiert: Der Märchenbegriff sei zwar nicht sinnvoll zu ersetzen, aber „das Bemühen um begriffliche Klarheit und die den Gebrauch begleitende Reflexion seiner Bedingtheiten“ wäre wünschenswert (Kap. 2.1). Die zunächst allgemeinen Stilmerkmale des Volksmärchens werden aus Max Lüthis Untersuchung „Das europäische Volksmärchen“ bezogen (Kap. 2.2), um „De[n] goldne[n] Topf“ schablonenartig zu beleuchten (Kap. 2.3). Diese Analyse soll auch den weitgehend bestehenden Forschungskonsens bestätigen, dass die Kunstmärchen eigene Merkmale entwickelt haben, die sich nicht direkt aus dem Vergleich mit dem Volksmärchen ableiten lassen. Aufgrund der Heterogenität der Gattung, die anhand von Wührls Studie verdeutlicht werden soll, konnte allerdings auch mit diesen typischen Kunstmärchenmerkmalen bislang keine eindeutige Gattungsdefinition aufgestellt werden (Kap. 2.4. Diese und weitere Probleme der Märchenforschung werden im Fazit noch einmal zusammengefasst.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1 Definitorische Abgrenzung des Volks- vom Kunstmärchen

2.2 Die wichtigsten Merkmale des Volksmärchens

2.3 Der goldne Topf Ein Kunstmärchen?

2.3.1 Märchenkonzeption und Sprache

2.3.2 Die Handlungsstruktur

2.3.3 Ironie und Humor

2.3.4 Der Mythos im Märchen – romantische Naturphilosophie

2.3.5 Lesarten und selbstreferentielle Intertextualität

2.3.6 Identifikation

2.4 Die Kunstmärchen als heterogene Gattung

3. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand von E.T.A. Hoffmanns "Der goldne Topf" die Abgrenzungsmerkmale zwischen Kunst- und Volksmärchen. Dabei wird analysiert, inwieweit Hoffmanns Werk trotz seiner märchentypischen Struktur aufgrund seiner literarischen Komplexität und Modernität eine spezifische Einordnung als Kunstmärchen erfordert, statt lediglich als traditionelles Märchen wahrgenommen zu werden.

  • Definitionsprobleme und Gattungsmerkmale von Volks- und Kunstmärchen
  • Die Rolle der romantischen Naturphilosophie und Mythenbildung
  • Strukturelle Analyse von Handlungsaufbau und Erzählweise
  • Die Funktion von Ironie, Humor und psychologischer Charakterisierung
  • Der Übergang vom kindlich-poetischen Gemüt zum Dichter

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Märchenkonzeption und Sprache

„Hoffmann hat mit seinem ersten Märchen „Der goldne Topf“ (1814) ein Werk geschrieben, das die Gattungsgrenzen erweiterte und vielfach überschritt.“ Dies deutet bereits der paradigmatische Untertitel „Ein Märchen aus der neuen Zeit“ an. Hoffmann stellt den Bezug zu seiner eigenen Zeit her, während das Volksmärchen gemäß der überlieferten Vorstellung in eine unbestimmte, vergangene, mythische Zeit versetzt wird, ohne eindeutige Rückschlüsse auf seine (Entstehens)Epoche zuzulassen. Dagegen sind die epochalen Einflüsse – wie sich im weiteren Verlauf zeigen wird – bei Hoffmann deutlich spürbar. Die neu aufkommenden Ängste und Gefahren seiner Zeit, die plötzliche Unsicherheit über eine lang gewiss gewesene Wirklichkeit wird zum Thema „De[s] goldnen Topf[es]“, der über das Hoffmann’sche Gesamtwerk hinaus als ein überragendes Beispiel spätromanischer Erzählkunst gilt (Nachwort 114). Durch die Verlagerung in die Wirklichkeit treten irrationale (Glaubens-)gewissheiten mit einer „wissenschaftlichen und rationalen“ Lebenseinstellung und -deutung in Konkurrenz und der Mensch (Held, Erzähler, Leser) weiß sich weder für das eine noch das andere zu entscheiden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Märchenforschung sowie Darlegung der Fragestellung und der Gattungsproblematik am Beispiel von E.T.A. Hoffmanns Werk.

2.1 Definitorische Abgrenzung des Volks- vom Kunstmärchen: Untersuchung der historischen und terminologischen Unterscheidung beider Gattungen im Kontext der Romantik.

2.2 Die wichtigsten Merkmale des Volksmärchens: Erläuterung der konstitutiven Stilmerkmale wie Eindimensionalität und Flächenhaftigkeit nach Max Lüthi.

2.3 Der goldne Topf Ein Kunstmärchen?: Analyse der Frage der Gattungszugehörigkeit durch den Vergleich mit märchentypischen Strukturen und dem Hoffmannschen Stil.

2.3.1 Märchenkonzeption und Sprache: Betrachtung der zeitgenössischen Einflüsse und der speziellen poetischen Sprache des Werkes.

2.3.2 Die Handlungsstruktur: Untersuchung der Verwendung märchentypischer Handlungs- und Heldenstrukturen innerhalb der Erzählung.

2.3.3 Ironie und Humor: Diskussion der Rolle von Ironie als Mittel zur Reflexion und zur Brechung des märchenhaften Scheins.

2.3.4 Der Mythos im Märchen – romantische Naturphilosophie: Einordnung der Atlantismythe und deren Bezug zu romantischen naturphilosophischen Vorstellungen.

2.3.5 Lesarten und selbstreferentielle Intertextualität: Analyse der komplexen Bedeutungsebenen und intertextuellen Bezüge des Textes.

2.3.6 Identifikation: Betrachtung der Leserrolle und der psychologischen Dimension innerhalb des Werkes.

2.4 Die Kunstmärchen als heterogene Gattung: Darstellung der Problematik bei der Definition und Einordnung von Kunstmärchen aufgrund ihrer hohen Variabilität.

3. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Bestätigung der Einordnung als prototypisches Kunstmärchen.

Schlüsselwörter

Kunstmärchen, Volksmärchen, E.T.A. Hoffmann, Der goldne Topf, Romantik, Märchenforschung, Naturphilosophie, Erzählstruktur, Ironie, Literaturgeschichte, Gattungsdefinition, Symbolik, Identität, Phantastik, Subjektivität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Gattungsbestimmung von E.T.A. Hoffmanns „Der goldne Topf“ und dessen Abgrenzung vom klassischen Volksmärchen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Abgrenzungskriterien von Kunst- und Volksmärchen, die Rolle der romantischen Naturphilosophie, der Einfluss von Ironie und Humor sowie die Frage nach der psychologischen Strukturierung in Hoffmanns Erzählkunst.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hoffmann durch die gezielte Nutzung und gleichzeitige Brechung von Märchenelementen eine eigene, hochkomplexe Gattungsform schafft, die sich als Kunstmärchen vom anonymen Volksmärchen unterscheidet.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Märchenforschung (insbesondere Max Lüthi) und der Untersuchung zeitgenössischer romantischer Theorien basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Handlungsstruktur, Sprache, Ironie, mythische Einlagen und die psychologische Ebene des Textes, um die Eigenständigkeit des Kunstmärchens gegenüber dem Volksmärchen zu belegen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kunstmärchen, Romantik, Narratologie, Gattungstheorie, Mythos, Identitätsfindung und die Dichotomie von Alltag und Phantastik.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des "Wahnsinns" bei Hoffmann?

Der Wahnsinn wird als kritisches Motiv verwendet, um die Unsicherheit und Zerrissenheit des modernen Individuums darzustellen, das sich zwischen rationaler Welt und poetischer Transzendenz verliert.

Warum ist die "Atlantismythe" laut der Autorin von zentraler Bedeutung?

Sie dient als strategisches Instrument des Autors, um die geschlossene, realistische Erzählebene aufzubrechen und das romantische Programm der Poesie in der Natur zu verdeutlichen.

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Résumé des informations

Titre
Die Abgrenzung des Kunst- vom Volksmärchen
Sous-titre
Am Beispiel von E.T.A Hoffmanns 'Der goldne Topf'
Université
University of Osnabrück
Note
1,3
Auteur
Anja Bossmeyer (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
41
N° de catalogue
V157238
ISBN (ebook)
9783640702862
ISBN (Livre)
9783640702848
Langue
allemand
mots-clé
Abgrenzung Kunst- Volksmärchen Beispiel Hoffmanns Topf Thema Märchen
Sécurité des produits
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Citation du texte
Anja Bossmeyer (Auteur), 2009, Die Abgrenzung des Kunst- vom Volksmärchen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157238
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Extrait de  41  pages
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