Die fortschreitende Entwicklung und Verbreitung der Informations- und Telekommunikationstechnologien (IuK) führen dazu, dass das Internet und der elektronische Handel (e-Commerce) in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft immer weiter an Bedeutung gewinnen. Die Umsätze der im Internet gehandelten Waren und Dienstleistungen steigen weiter kontinuierlich an und konnten auch 2009, das Jahr der Wirtschaftskrise, mit einem zweistelligen Wachstum von 14 Prozent aufwarten. Es verwundert daher nicht, dass es kaum noch ein großes Handelsunternehmen gibt, welches auf ein entsprechendes e-Commerce Angebot verzichtet oder keine Ambitionen in diesem Bereich hat. Waren die großen Handelsunternehmen anfänglich noch zögerlich was ihre e-Commerce Aktivitäten anging, sind sie heute umso aktiver und nutzen ihr Know-How, ihre Kapitalstärke und ihre bekannten eingeführten Marken, um sich im Wettbewerb mit den reinen e-Commerce Unternehmen zu behaupten. Diese Entwicklung führt insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen zu einer massiven Verschärfung des Wettbewerbs und kann zu einer existenziellen Bedrohung für diese Unternehmen werden. Es stellt sich daher für diese Unternehmen die Frage, wie es möglich ist, trotz verschärften Wettbewerbs und geringer Kapitalausstattung, ein erfolgreiches e-Commerce Konzept zu betreiben.
Eine mögliche Antwort auf diese Frage lautet: „Multi-Channel e-Commerce“. Die Nutzung unterschiedlicher Marktplätze, Auktionsplattformen oder Webshops für die eigenen Produkte stellt insbesondere für KMU ein erhebliches Potential dar und ermöglicht es, die Reichweite des eigenen Angebotes um ein Vielfaches zu potenzieren ohne einen erheblichen Anstieg der Marketing- und Vertriebskosten.
Diese Arbeit hat zum Ziel, das Multi-Channel e-Commerce Konzept zu erläutern und Möglichkeiten aufzeigen, eine erfolgreiche Multi-Channel Strategie im elektronischen Geschäftsverkehr umzusetzen. Dabei sollen insbesondere die Punkte „Vertriebskanalauswahl“ und „verfügbare Softwareansätze“ näher betrachtet werden. Weiterhin wird diese Arbeit die wichtigsten Erfolgsfaktoren einer Multi-Channel e-Commerce Strategie vorstellen und mit einem entsprechenden Fazit abschließen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 BEGRIFFLICHKEITEN
2.1 BEGRIFFSDEFINITIONEN
2.2 ELECTRONIC COMMERCE
2.3 MULTI-CHANNEL E-COMMERCE
3 VERTRIEBSKANÄLE
3.1 UNTERSCHIEDLICHE ARTEN VON VERTRIEBSKANÄLEN
3.1.1 Webshop
3.1.2 Elektronische Marktplätze
3.1.3 Auktionsplattformen
3.2 AUSWAHL DER RICHTIGEN VERTRIEBSKANÄLE
3.3 METHODISCHES VORGEHEN BEI DER VERTRIEBSKANALAUSWAHL
4 MULTI-CHANNEL E-COMMERCE SOFTWAREANSÄTZE
4.1 SOFTWAREANFORDERUNGEN
4.2 TEILINTEGRIERTE MULTI-CHANNEL E-COMMERCE LÖSUNGEN
4.3 INTEGRIERTE MULTI-CHANNEL E-COMMERCE LÖSUNGEN
5 ERFOLGSFAKTOREN FÜR MULTI-CHANNEL E-COMMERCE
6 FAZIT
7 LITERATURVERZEICHNIS
8 ANHANG
8.1 SCREENSHOTS BRICKFOX
8.2 SCREENSHOTS PLENTYMARKETS
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht, wie kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) durch Multi-Channel-Strategien ihre Reichweite und Umsätze im elektronischen Handel trotz begrenzter Ressourcen effektiv steigern können. Der Fokus liegt dabei auf der systematischen Auswahl von Vertriebskanälen sowie der Implementierung leistungsstarker Softwarelösungen.
- Grundlagen des Multi-Channel e-Commerce
- Kategorisierung und Analyse verschiedener elektronischer Vertriebskanäle
- Methoden zur strukturierten Auswahl der optimalen Vertriebsstrategie
- Gegenüberstellung von teilintegrierten und voll-integrierten Softwareansätzen
- Identifikation kritischer Erfolgsfaktoren für KMU im Online-Handel
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Webshop
Der eigene Onlineshop als elektronischer Vertriebsweg ist für viele Unternehmen der erste Schritt in Richtung Onlinehandel und zugleich der verbreiteteste Vertriebsweg im elektronischen Handel /STH 09 S. 35/. Schaut man sich die Vorteile eines eigenen Webshops an, so wird deutlich weshalb viele Unternehmen diesen Weg bestreiten (siehe Tabelle 1).
Allerdings hat die Vergangenheit gezeigt, dass sehr viele Webshop-Projekte die Erwartungen nicht erfüllen konnten und sowohl bei den Besucherzahlen als auch beim Umsatz die gesetzten Ziele nicht erreichen konnten. Dieser Umstand dürfte vor allem dadurch zu erklären sein, dass eine große Anzahl der E-Commerce Projekte ohne genaue Planung und Marktanalyse durchgeführt werden. Des Weiteren scheint es die verbreitetet Meinung zu geben, dass allein das bloße zur Verfügung stellen eines Webshops zum signifikanten Anstieg der Umsätze führt. Es gibt zur Anzahl der gescheiterten Webshop-Projekte keine gesicherten Erhebungen, allerdings kann davon ausgegangen werden, dass ein hoher Prozentsatz der in der Vergangenheit veröffentlichen Webshops nie die gesteckten Erwartungen erfüllen konnte /ALT 10/.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Bedeutung des E-Commerce für KMU und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit zur Erläuterung einer Multi-Channel-Strategie.
2 BEGRIFFLICHKEITEN: Definition der grundlegenden Termini wie Electronic Commerce und Multi-Channel e-Commerce, um ein einheitliches Verständnis für die weitere Arbeit zu schaffen.
3 VERTRIEBSKANÄLE: Analyse der verschiedenen Vertriebswege, wie Webshops, Marktplätze und Auktionsplattformen, inklusive Methoden zu deren systematischer Auswahl.
4 MULTI-CHANNEL E-COMMERCE SOFTWAREANSÄTZE: Vergleich zwischen teilintegrierten und voll-integrierten Softwarelösungen zur Unterstützung von E-Commerce-Prozessen.
5 ERFOLGSFAKTOREN FÜR MULTI-CHANNEL E-COMMERCE: Zusammenfassung der fünf wesentlichen Faktoren, die für eine erfolgreiche Umsetzung des Konzepts entscheidend sind.
6 FAZIT: Abschließende Bewertung des Multi-Channel-Ansatzes als erfolgversprechende Strategie für KMU und Handlungsempfehlung für den Einstieg in den elektronischen Vertrieb.
Schlüsselwörter
Multi-Channel e-Commerce, KMU, Elektronische Marktplätze, Webshop, Auktionsplattformen, Vertriebskanäle, Softwarelösungen, Nutzwertanalyse, E-Commerce Strategie, Prozessoptimierung, Unternehmenswachstum, Online-Handel, Software-as-a-Service, Automatisierung, Absatzkanäle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung von Multi-Channel e-Commerce Strategien für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit im Online-Handel.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Auswahl und Kombination von elektronischen Vertriebskanälen sowie die technologische Unterstützung durch spezialisierte Software-Ansätze.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das Konzept des Multi-Channel e-Commerce für KMU verständlich zu machen und einen Leitfaden zur Auswahl geeigneter Kanäle und Softwarelösungen für eine erfolgreiche Strategie aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine strukturierte Analyse und Bewertung von Vertriebskanal-Alternativen sowie den Vergleich technischer Lösungsansätze anhand von Stärken- und Schwächenprofilen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die verschiedenen Arten von Vertriebskanälen, beschreibt methodische Ansätze zur Kanalauswahl (z.B. Nutzwertanalyse) und vergleicht teilintegrierte mit voll-integrierten Softwarelösungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Multi-Channel e-Commerce, KMU, Vertriebskanäle, Softwareansätze, Online-Marktplätze und Prozessautomatisierung.
Warum ist eine Nutzwertanalyse für die Vertriebskanalauswahl empfehlenswert?
Die Nutzwertanalyse ermöglicht es, qualitative Kriterien zu quantifizieren, individuell auf die Unternehmensbedürfnisse abzustimmen und so eine objektive, nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage zu schaffen.
Was ist der wesentliche Unterschied zwischen teilintegrierten und voll-integrierten Lösungen?
Teilintegrierte Lösungen dienen oft als Middleware zur Anbindung komplexer Strukturen an bestehende ERP-Systeme, während voll-integrierte Lösungen (wie SaaS) versuchen, alle relevanten Geschäftsprozesse innerhalb einer zentralen Systemumgebung abzubilden.
Warum sollten KMU nicht mit einem eigenen Webshop starten?
Die Arbeit empfiehlt, die Anbindung an Marktplätze und Auktionsplattformen als ersten Schritt zu priorisieren, da diese sofort hohe Reichweiten bieten und das Risiko sowie den finanziellen Aufwand im Vergleich zu einem isolierten Webshop-Projekt deutlich senken können.
- Quote paper
- Oliver Große Gehling (Author), 2010, Multi-Channel eCommerce für kleine und mittelständische Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157241