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Die Einstein’sche Relativitätstheorie und die vierte Dimension in der modernen Kunst

Title: Die Einstein’sche Relativitätstheorie und die vierte Dimension in der modernen Kunst

Term Paper , 2021 , 33 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

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Mit der Allgemeinen Einsteinischen Relativitätstheorie von 1915 ist die vierte Dimension in der Physik, Mathematik, Philosophie sowie der modernen Kunst nicht mehr wegzudenken. Die vierte Dimension wird vor allem als zeitliche Dimension angenommen, aber es gibt auch einige, die sie als räumliche Dimension definieren. Die Wissenschaft und die Kunst beeinflussten und beeinflussen sich noch heute gegenseitig und es gibt Übertragungen von Wissenschaft auf Kunst und umgekehrt.

Die vierte Dimension führte in der Kunst zu formalen Neuerungen. Zuerst nahmen die Impressionisten das Zeitliche auf, wo der Moment der Bewegung dargestellt wird. Und andererseits gibt uns Cezanne in seinen Stillleben oder Landschaften den grandiosen Eindruck des Ruhenden, Stetigen, Zeit-überdauernden. Es entstanden neue Kunstrichtungen, wie die „De Stijl-Bewegung“ mit Van Doesburg und Piet Mondrian, der analytische Kubismus Frankreichs mit Marcel Duchamp, der synthetische Kubismus, der italienische Futurismus, der russische Futurismus, Suprematismus, der Konstruktivismus, der amerikanische Modernismus, der Dadaismus und der Surrealismus. Die Folge der vierten Dimension war eine total abstrakte Kunst.
Linda Dalrymple Henderson beschäftigte sich als eine der wenigen Kunsthistoriker mit der vierten Dimension in den Werken von van Doesburg. Dabei erläutert sie, wie van Doesburg in seiner Kunst die vierte Dimension durch die Philosophie des Hyperraums und dem damit verbundenen Hyperkubus versuchte einzubringen. Tony Robbin geht in seiner Monographie „Shadows of Reality – The Fourth Dimension in Relativity, Cubism and Modern Thought“ von 2006 der vierdimensionalen Geometrie und der Philosophie des Hyperraums auf den Grund und analysiert bei Pablo Picasso die Auswirkungen der Wissenschaft auf seine Kunst. Neben der Literatur, die sich direkt mit der vierten Dimension in der Kunst beschäftigt, gibt es eine Fülle an Forschungsliteratur zu der De Stijl-Bewegung mit Theo van Doesburg und dem Hyperraum.
In dieser Hausarbeit gehe ich den Fragen nach, wie die Einstein’sche Relativitätstheorie und die damit verbundene vierte Dimension die moderne Kunst beeinflusst hat, welche mathematischen und physikalischen Theorien und Modelle Einklang in den Werken der Künstler fanden und wie die Künstler diese Theorien in ihren Werken umsetzten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Die vierte Dimension in der Mathematik und Physik

1.1 Die Ursprünge der vierten Dimension in der Mathematik

1.2 Die „Hyperraum-Philosophie“

1.3 Die Allgemeine Einstein’sche Relativitätstheorie

2 Die vierte Dimension in der Kunst

2.1 Die Anfänge der vierten Dimension in der Kunst

2.2 Die vierte Dimension bei Theo van Doesburg

2.2.1 Die De Stijl Bewegung

2.2.2 Theo van Doesburg und die vierte Dimension

2.3 Die vierte Dimension bei Pablo Picasso

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die Theorien der modernen Physik, insbesondere Albert Einsteins Relativitätstheorie und das damit verbundene Konzept der vierten Dimension, die künstlerische Praxis des frühen 20. Jahrhunderts beeinflussten und formten. Dabei wird analysiert, welche mathematischen Modelle Künstler in ihre Werke übertrugen und wie diese zu einer neuen, abstrakten Formensprache führten.

  • Wissenschaftliche Grundlagen der vierten Dimension in Mathematik und Physik.
  • Philosophische Ansätze des Hyperraums und deren Rezeption in der Kunst.
  • Die künstlerische Entwicklung von Theo van Doesburg und der De Stijl-Bewegung.
  • Analytische Betrachtung der kubistischen Formensprache bei Pablo Picasso.
  • Wechselwirkung zwischen wissenschaftlichem Fortschritt und abstrakter Kunstdarstellung.

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Theo van Doesburg und die vierte Dimension

Theo van Doesburg (1883-1931), ein Künstler und Kunsthistoriker, war der Redakteur des Magazins. Van Doesburgs frühestes Ziel war es, Maler und Schriftsteller zu werden. Während der Mobilisierung von 1914 erlebte er eine tiefgreifende persönliche Krise. Das künstlerische Ergebnis war seine Bekehrung zur Moderne. Aufeinanderfolgende künstlerische Einflüsse waren Kandinsky, die Futuristen, der niederländische Avantgarde-Künstler Erich Wichnian, Cezanne und die Kubisten. Im Sommer 1916 wurde Van Doesburgs Herangehensweise an die Kunst, im Gegensatz zu seinen früheren, mehr mystischen und religiösen Vorstellungen von Kunst, zunehmend rationaler. Seine Bemühungen waren die Umwelt zu einem künstlerischen Ganzen zu formen. Der Kern seiner Vision war, dass die verschiedenen künstlerischen Disziplinen zu einer Einheit verschmelzen sollten und seine Architektur sollte die Funktion der Raumanimation erhalten.

„Die Verbindung höhere Dimension mit der Unabhängigkeit von der Schwerkraft und einer oben-unten oder links-rechts Orientierung hat eine lange Geschichte im Kontext der Philosophie des Hyperraums gehabt. […] Diese Idee wurde […] bedeutend für die Theorien von Van Doesburg in den zwanziger Jahren.“ Am Anfang seines Schaffens zu der vierten Dimension korrespondierte er mit Mondrian über die vierte Dimension. Beide versuchten in ihren Bildern eine „Vorstellung von einer zusätzlichen Dimension durch fließende räumliche Anhaltspunkte zu vermitteln, die analog zu denen des Kubismus waren.“ Im Gegensatz zum Kubismus waren sie gegen den zweideutigen Raum und stattdessen nutzen sie ein streng zweidimensionales Raster. Ebenfalls im Gegensatz zu Mondrian (Abb. 8) gibt van Doesburg die vierte Dimension nicht auf, sondern macht sie in den 20er Jahren zu seinem zentralen Thema. Van Doesburg interessierte sich für die Philosophie des Hyperraums, obwohl er wegen der zweidimensionalen Fläche in seiner Malerei keine neue Art von Raum hatte, denn er sah darin ein „symbolisches Mittel, um den vierdimensionalen Raum darzustellen und eine Verbindung zur neuen vierten, zeitlichen Dimension der Relativitätstheorie.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Die vierte Dimension in der Mathematik und Physik: Dieses Kapitel erläutert die mathematischen Ursprünge der n-dimensionalen Geometrie sowie physikalische Modelle wie das Flatland- oder Projektionsmodell.

1.1 Die Ursprünge der vierten Dimension in der Mathematik: Hier werden die historischen Versuche der mathematischen Beschreibung von Polytopen und frühen Visualisierungen mittels projektiver Geometrie dargestellt.

1.2 Die „Hyperraum-Philosophie“: Das Kapitel behandelt den einflussreichen Ansatz von Charles Howard Hinton, der den Hyperraum als höhere, unsichtbare Realität definierte.

1.3 Die Allgemeine Einstein’sche Relativitätstheorie: Dieser Abschnitt beschreibt die wissenschaftliche Neudefinition der vierten Dimension als Zeit innerhalb des Raum-Zeit-Kontinuums.

2 Die vierte Dimension in der Kunst: Hier wird der Fokus auf die künstlerische Umsetzung vierdimensionaler Konzepte als Mittel zur Bewältigung neuer ästhetischer Wahrnehmungen gelenkt.

2.1 Die Anfänge der vierten Dimension in der Kunst: Dieses Kapitel analysiert frühe historische und kulturelle Ansätze, das Zeitliche im Räumlichen durch künstlerische Symbole darzustellen.

2.2 Die vierte Dimension bei Theo van Doesburg: Es werden die theoretischen und praktischen Annäherungen van Doesburgs an die vierdimensionale Kunst sowie seine Rolle in der Bewegung untersucht.

2.2.1 Die De Stijl Bewegung: Das Kapitel beschreibt die Entstehung und die ästhetischen Grundprinzipien dieser niederländischen Kunstrichtung.

2.2.2 Theo van Doesburg und die vierte Dimension: Hier wird die Anwendung der Hyperraum-Philosophie in van Doesburgs Werken und Architekturentwürfen vertieft.

2.3 Die vierte Dimension bei Pablo Picasso: Der Abschnitt befasst sich mit der spezifischen Einbindung räumlicher Deformationen und wissenschaftlicher Einflüsse in Picassos kubistischen Werken.

3 Fazit: Das Kapitel resümiert die Bedeutung der vierten Dimension als Befreiung für Künstler und das spätere Abklingen dieses Interesses durch die populärwissenschaftliche Festlegung auf die Zeitdimension.

Schlüsselwörter

Vierte Dimension, Relativitätstheorie, Moderne Kunst, Hyperraum, De Stijl, Theo van Doesburg, Pablo Picasso, Kubismus, Geometrie, Raum-Zeit-Kontinuum, Abstraktion, Hyperkubus, Elementarismus, Wissenschaft, Ästhetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss wissenschaftlicher Theorien über die vierte Dimension auf die moderne Kunstgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Schwerpunkte liegen auf der mathematischen Geometrie, der Hyperraum-Philosophie und deren künstlerischer Adaption durch Akteure wie Theo van Doesburg und Pablo Picasso.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte klären, wie Künstler mathematisch-physikalische Modelle in ihre ästhetische Formensprache übersetzten und inwiefern diese Theorien als Inspirationsquelle für formale Neuerungen dienten.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender kunsthistorischer Monographien und wissenschaftlicher Abhandlungen zur Verknüpfung von moderner Kunst und Physik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung mathematischer Grundlagen, die Philosophie des Hyperraums und die detaillierte Analyse spezifischer Kunstbewegungen wie den Kubismus und De Stijl.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wichtige Begriffe sind Vierte Dimension, Relativitätstheorie, Hyperraum, De Stijl, Kubismus und Abstraktion.

Welche Rolle spielt Theo van Doesburg in diesem Kontext?

Van Doesburg wird als zentrale Figur dargestellt, die theoretische Ansätze über den Hyperraum in einer neuen, dynamischen Architektur und Malerei zu manifestieren versuchte.

Wie unterscheidet sich Picassos Ansatz vom Ansatz von van Doesburg?

Während van Doesburg die vierte Dimension eher philosophisch-systematisch in ein strenges Raster einzubinden suchte, nutzte Picasso die vierdimensionale Geometrie vor allem als Werkzeug zur Dekonstruktion und Neuordnung des Bildraums.

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Details

Title
Die Einstein’sche Relativitätstheorie und die vierte Dimension in der modernen Kunst
College
University of Göttingen
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
33
Catalog Number
V1572905
ISBN (PDF)
9783389122679
ISBN (Book)
9783389122686
Language
German
Tags
Einstein’sche Relativitätstheorie vierte Dimension moderne Kunst Theo van Doesburg De Stijl Bewegung Pablo Picasso Hyperraum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Die Einstein’sche Relativitätstheorie und die vierte Dimension in der modernen Kunst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1572905
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