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Étienne-Louis Boullée (1728-1799). "Formes simples, faces regulières"

Boullées Auffassung der modernen Architektur

Titre: Étienne-Louis Boullée (1728-1799). "Formes simples, faces regulières"

Dossier / Travail , 2022 , 34 Pages , Note: 5.5 (Schweiz ~1,5)

Autor:in: Markus Stricker (Auteur)

Art - Architecture / Histoire de l'architecture, Entretien des monuments
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Résumé Extrait Résumé des informations

Das Ziel dieser Seminararbeit besteht darin, Boullées grundlegend neue Auffassung der modernen Architektur, die Rolle des aufgeklärten Menschen als Architekturbetrachter, seine Theorie zum Sensualismus und seine Körpertheorie zu beleuchten. Ebenfalls werden seine Umkehrung der Hierarchie der Künste sowie seine Charakterlehre behandelt. Schlussendlich soll skizziert werden, mit welchen architektonischen Mitteln Boullée den Eindruck von Erhabenheit beim Publikum hervorrufen wollte.

Étienne-Louis Boullée (1728-1799) hat nicht viel gebaut. Seine realisierten Bauwerke verraten wenig vom radikal neuen Geist seiner Entwürfe. Was ihn mit Claude-Nicolas Ledoux (1736-1806) verbindet und ihn zum Schöpfer einer grundlegend neuen Architekturform macht, sind die Visionen seiner unausgeführten Projekte. Boullée schrieb die Gedanken zu seiner Auffassung von der modernen Architektur in seinem Essai "sûr l’art" kurz vor seinem Tod auf. Dieses Werk enthält eine umfassende Sammlung all seiner Entwürfe und der dazugehörigen Textpassagen. Einige seiner Architektur-Projekte kommentierte er darin erst Jahre nach ihrer Entstehung. Die Schrift vermachte er 1793 der französischen Nation. Emil Kaufmann (1891-1953) publizierte Boullées Idealentwürfe ohne das Essai im Jahre 1933. Das begleitende Traktat wurde 20 Jahre später erstmals durch Helen Rosenau (1900-1984) veröffentlicht. Den grössten Einfluss entfaltete Boullée zwischen 1778 und 1788 an der École nationale des ponts et chaussées, wo er als Lehrer und Theoretiker tätig war. Dort entwickelte und zeichnete er seine 32 visionären Architekturentwürfe. Boullée übte einen entscheidenden Einfluss auf die Architektur der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Frankreich und im Ausland aus. Dieser Einfluss war das Ergebnis seiner Bauten, seiner Lehrtätigkeit, der Akademiemitgliedschaft und seiner politischen Ämter in Paris.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Boullées Konzept einer autonomen Architektur

1.1. Monument tronçonique

1.2. Palais municipal du Grand Empire pour la Capitale d'un Grand Empire

1.3. Cénotaphe dans le genre égyptien

2. C’est pour les hommes qui cultivent les arts

3. Die Moderne: ein Neubeginn

4. Jeder Mensch wird künstlerisch urteilsfähig: Sensualismus

5. Pyramide, Kegel, Kubus und Kugel: theorie des corps

6. Boullée kehrt die Rangfolge der Künste um

7. Der Zweck eines Bauwerks wird durch Form vermittelt: Jahreszeiten.

8. Wie wird das Gefühl der Erhabenheit hervorgerufen?

9. Die Revolution: architecture parlante

10. Schlussbemerkungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das architekturtheoretische Werk von Étienne-Louis Boullée, mit dem Ziel, sein radikales Konzept einer autonomen Architektur im Kontext der Aufklärung zu erläutern. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der sensualistischen Körpertheorie, der Neuordnung der Rangfolge der Künste sowie der Vermittlung von Erhabenheit als zentralem ästhetischem Anspruch.

  • Boullées Autonomiekonzept der Architektur
  • Sensualistische Ästhetik und Rezeption
  • Geometrische Formensprache der Revolutionsarchitektur
  • Architektur als Medium des Erhabenen
  • Politische Mündigkeit und architecture parlante

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung: Boullées Konzept einer autonomen Architektur

Étienne-Louis Boullée (1728-1799) hat nicht viel gebaut. Seine realisierten Bauwerke verraten wenig vom radikal neuen Geist seiner Entwürfe. Was ihn mit Claude-Nicolas Ledoux (1736-1806) verbindet und ihn zum Schöpfer einer grundlegend neuen Architekturform macht, sind die Visionen seiner unausgeführten Projekte.

Boullée schrieb die Gedanken zu seiner Auffassung von der modernen Architektur in seinem Essai sûr l’art kurz vor seinem Tod auf. Dieses Werk enthält eine umfassende Sammlung all seiner Entwürfe und der dazugehörigen Textpassagen. Einige seiner Architektur-Projekte kommentierte er darin erst Jahre nach ihrer Entstehung. Die Schrift vermachte er 1793 der französischen Nation. Emil Kaufmann (1891-1953) publizierte Boullées Idealentwürfe ohne das Essai im Jahre 1933. Das begleitende Traktat wurde 20 Jahre später erstmals durch Helen Rosenau (1900-1984) veröffentlicht. Den grössten Einfluss entfaltete Boullée zwischen 1778 und 1788 an der École nationale des ponts et chaussées, wo er als Lehrer und Theoretiker tätig war. Dort entwickelte und zeichnete er seine 32 visionären Architekturentwürfe. Boullée übte einen entscheidenden Einfluss auf die Architektur der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Frankreich und im Ausland aus. Dieser Einfluss war das Ergebnis seiner Bauten, seiner Lehrtätigkeit, der Akademiemitgliedschaft und seiner politischen Ämter in Paris.

Das Ziel dieser Seminararbeit besteht darin, Boullées grundlegend neue Auffassung der modernen Architektur, die Rolle des aufgeklärten Menschen als Architekturbetrachters, seine Theorie zum Sensualismus und seine Körpertheorie zu beleuchten. Ebenfalls werden seine Umkehrung der Hierarchie der Künste sowie seine Charakterlehre behandelt. Schlussendlich soll skizziert werden, mit welchen architektonischen Mitteln Boullée den Eindruck von Erhabenheit beim Publikum hervorrufen wollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Boullées Konzept einer autonomen Architektur: Einführung in Boullées Wirken und die thematische Zielsetzung der Arbeit unter Berücksichtigung seiner visionären Projekte.

1.1. Monument tronçonique: Analyse der zeichnerischen Darstellung des konischen Turms und der utopischen Intention hinter diesem Entwurf.

1.2. Palais municipal du Grand Empire pour la Capitale d'un Grand Empire: Diskussion der architektonischen Gestaltungselemente und der funktionalen Aspekte dieses großmaßstäblichen Entwurfs.

1.3. Cénotaphe dans le genre égyptien: Untersuchung der Pyramidenform und der Anwendung der "méthode d’agrandir les images" zur Erzeugung einer ästhetischen Einheit.

2. C’est pour les hommes qui cultivent les arts: Erörterung des programmatischen Anspruchs der Architektur als autonome Kunst innerhalb der Aufklärung.

3. Die Moderne: ein Neubeginn: Darstellung der Abkehr vom traditionellen Proportionskanon der Säulenordnungen zugunsten eines epochalen architektonischen Neubeginns.

4. Jeder Mensch wird künstlerisch urteilsfähig: Sensualismus: Untersuchung der sensualistischen Psychologie und ihrer Bedeutung für die ästhetische Urteilsfähigkeit eines mündigen Publikums.

5. Pyramide, Kegel, Kubus und Kugel: theorie des corps: Analyse der Reduktion der Architektur auf einfache stereometrische Grundformen zur unmittelbaren sinnlichen Ansprache.

6. Boullée kehrt die Rangfolge der Künste um: Diskussion der Aufwertung der Architektur zur höchsten Kunstform und ihrer Wirkung als unmittelbare Naturerscheinung.

7. Der Zweck eines Bauwerks wird durch Form vermittelt: Jahreszeiten.: Herleitung der Charakterlehre Boullées aus der Gartentheorie und der psychologischen Dimension der Bauformulierung.

8. Wie wird das Gefühl der Erhabenheit hervorgerufen?: Erläuterung der Gestaltungsmittel wie Licht, Schatten und Weite, die das Gefühl des Erhabenen beim Betrachter evozieren.

9. Die Revolution: architecture parlante: Betrachtung der politischen Dimension der Denkmalsarchitektur im Kontext des säkularen Ruhmesgedankens der Französischen Revolution.

10. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende kritische Würdigung von Boullées architektonischem Erbe und sein Bezug zu Le Corbusier.

Schlüsselwörter

Étienne-Louis Boullée, Architekturtheorie, Aufklärung, Autonome Architektur, Sensualismus, Revolutionsarchitektur, Erhabenheit, theorie des corps, architecture parlante, Stereometrie, Raum, Licht und Schatten, Ästhetik, Kunsttheorie, Entwurf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Architekturtheorie von Étienne-Louis Boullée und seinem Bestreben, Architektur als autonome Kunst zu etablieren, die über rein praktische Zwecke hinausgeht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Felder umfassen die sensualistische Ästhetik, die Entwicklung einer neuen monumentalen Formensprache durch einfache geometrische Körper sowie die theoretische Aufwertung der Architektur innerhalb des Systems der Künste.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Neudefinition der Architektur durch Boullée vor dem Hintergrund des aufklärerischen Denkens zu beleuchten und aufzuzeigen, wie er den Menschen als aktiven, sinnlich empfindenden Betrachter in das Zentrum seines architektonischen Entwurfs stellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich primär um eine ideengeschichtliche und kunsthistorische Analyse, die das theoretische Werk Boullées ("Essai sur l’art") mit seinen visionären zeichnerischen Entwürfen vergleicht und in den zeitgenössischen Diskurs der Aufklärung einbettet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert sukzessive Boullées Konzepte: von der Autonomie der Baukunst über die sensualistische Körpertheorie bis hin zur Charakterlehre und der Inszenierung des Erhabenen in seinen Denkmalsbauten.

Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?

Wesentliche Begriffe sind Autonomie, Sensualismus, Erhabenheit, architektonische Charakterlehre (architecture parlante), stereometrische Körper und der Einfluss der Aufklärung auf die Ästhetik.

Warum spielt das Konzept der "architecture parlante" bei Boullée eine so wichtige Rolle?

Dieses Konzept ist zentral, da es fordert, dass ein Bauwerk durch seine Form seinen Zweck und seinen Charakter unmittelbar und psychologisch erfassbar vermitteln soll, anstatt sich auf rein klassische Regelsysteme zu verlassen.

Inwiefern zieht die Arbeit einen Vergleich zu Le Corbusier?

In den Schlussbemerkungen wird aufgezeigt, dass Le Corbusiers Forderung nach reinen geometrischen Grundformen und der autonomen Wirkung architektonischer Körper eine tiefe geistige Verwandtschaft zu Boullées Theorien aufweist, obwohl Le Corbusier dessen Entwürfe nicht kannte.

Diese Fragen und Antworten dienen dem besseren Verständnis der komplexen architekturtheoretischen Zusammenhänge, die im Buch thematisiert werden.

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Résumé des informations

Titre
Étienne-Louis Boullée (1728-1799). "Formes simples, faces regulières"
Sous-titre
Boullées Auffassung der modernen Architektur
Université
University of Bern  (IKG)
Cours
Hauptseminar
Note
5.5 (Schweiz ~1,5)
Auteur
Markus Stricker (Auteur)
Année de publication
2022
Pages
34
N° de catalogue
V1574325
ISBN (PDF)
9783389124949
ISBN (Livre)
9783389124956
Langue
allemand
mots-clé
Étienne-Louis Boullée Antikenbegeisterung Revolutionsarchitektur Klassizismus Um 1800 Sensualismus architecture parlante Monument tronçonique Architecture. Essai sur l’art theorie des corps Baukunst als Poesie ensualistische Ästhetik Frankreich Aufklärung Geometrisierung der Architektur École nationale des ponts et chaussées
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Citation du texte
Markus Stricker (Auteur), 2022, Étienne-Louis Boullée (1728-1799). "Formes simples, faces regulières", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1574325
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Extrait de  34  pages
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